Nach einem Bericht in der Frankfurter Rundschau online hat die Ukraine aktuell wegen diverser Waffensysteme angefragt, also auch bei uns (leider finde ich den Bericht nicht mehr, um ihn nach hier zu verlinken).
Interessant für die Ukrainer:
- Flugabwehr (jaja, kann ich verstehen)
- Scharfschützengewehre (das auch)
- Schiff-Schiff-Raketen oder jedenfalls Teile davon für den Küstenschutz (komisch, haben die nicht den ganzen Kalibr-Kram auch?)
- ältere Fregatten (und da kam mir der Gedanke: Was kann man dann mit älteren Fregatten im Schwarzen Meer so anstellen?)
Okay, hier die Fragen: Welche Fregatten könnten denn gemeint sein? Und: Ist die Schwarze-Meer-Flotte der Russen so schwach, insbesondere mit U-Booten, dass sie mit "älteren NATO-Fregatten" wirksam bekämpft werden könnte.
Zusatz: Ältere NATO-Fregatten befinden sich bereits im schwarzen Meer, in den Seestreitkräften Rumäniens, Bulgariens und der Türkei.
HG Ekki
In Bezug auf die älteren Fregatten: ich denke, dass es reicht auf die aktuell existierende Flotte zu verweisen, warum sie auch an älteren interessiert sind. Einerseits besser als gar nichts und dazu billiger als neue Fregatten... Die ukrainische Marine schwimmt ja nicht gerade in Geld.
In Frage kommen eigentlich nur Fregatten der Bremen-Klasse. Die Braunschweig-Klasse soll meines Wissens noch etwas in Dienst bleiben, sogar noch modernisiert werden.
moin,
Zitat von: maxim am 23 Dezember 2021, 17:05:10
In Frage kommen eigentlich nur Fregatten der Bremen-Klasse.
Hm ... Da bin ich nicht Deiner Meinung.
Die
Bremens halte mich - mit Ausnahme der
Lübeck - für schon zu weit "heruntergefahren", um sie noch einmal kurzfristig einsatzbereit zu machen.
Eine Alternative wäre m.E eine kurzfristige "Ausleihe" von griechischen
Elli-Fregatten (derselbe Typ)
Gruß, Urs
Ich hatte es so verstanden, dass die Anfrage an Deutschland war.
Griechenland braucht selbst dringend neue Fregatten, da die Elli-Klasse zu alt ist. Die Fregatten der Elli-Klasse sind ja noch älter als die Bremen-Klasse. Deshalb sucht die griechische Marine gebrauchte Fregatte als Überbrückungsmaßnahme, bis sie neue Fregatten (französische FDI) erhält.
Mmmh, die Griechen haben ja an ihren ELLIs soviel herumgeschraubt, wie nur irgendwie geht. Kampfwertsteigerung. 2 habe ich gesehen, wie sie aus Souda ausgelaufen sind dieses Jahr, hatten auch noch Speed. Sind nördlich der Akrotiri-Halbinsel mal schnell auf über 20 Knoten gegangen, Hecksee war beachtlich.
Auf der anderen Seite stimmt:
-Der Grieche braucht selbst...
-Wenn er verkauft, ist noch nicht ausgemacht, dass das dann durch den Bosporus darf. Da wohnt ja noch so jemand
moin,
Zitat von: Ekki am 23 Dezember 2021, 17:36:31
-Der Grieche braucht selbst... -Wenn er verkauft, ist noch nicht ausgemacht, dass das dann durch den Bosporus darf. Da wohnt ja noch so jemand
Wenn an UKR verkauft, gehören sie einer Schwarzmeermarine. Aber: guter Punkt :TU:)
Gruß, Urs
Die griechischen Fregatten der Elli-Klasse wurden gar nicht so stark modernisiert. Sie erhielten teilweise einen längeren Hangar und Phalanx statt der nicht mitverkauften Goalkeeper. Der Radar z.B. scheint noch der alte zu sein, da wäre der Hauptradar der Bremen-Klasse deutlich moderner. Auch ein Grund, warum sie schnell wie möglich ersetzt werden müssen.
Die Bremen-Klasse sollte auch noch deutlich beschleunigen können. Oder gibt es einen Grund, warum Gasturbinen über die Zeit das nicht mehr können? Die älteren auf den griechischen Schiffen können es ja auch.
Aber noch mal zu dem Thema zurück: an WEN war die Anfrage?
Russland zieht an der Grenze zur Ukraine Truppen zusammen, Beobachter fürchten, dass Moskau eine Invasion des Nachbarlandes vorbereitet. Die Regierung in Kiew hatte westliche Staaten darum gebeten, Defensivwaffen zu liefern – und Deutschland beschuldigt, dies zu verhindern.
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Beim designierten CDU-Chef Friedrich Merz (lesen Sie hier ein Porträt) stoßen die Bitten aus Kiew auf Zustimmung. Diese seien »angesichts des massiven Truppenaufmarsches der russischen Armee an ihrer Ostgrenze ohne Zweifel legitim«, sagte Merz der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Er verlangte eine »klare, robuste Antwort« an Präsident Wladimir Putin – »bis hin zu der Frage, ob man auch der Ukraine hilft, sich mit Defensivwaffen einer solchen Bedrohung zu widersetzen«.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Deutschland vorgeworfen, Lieferungen von Verteidigungswaffen zu verhindern. Diese würden wegen einer deutschen Blockade nicht ankommen, behauptete Selenskyj in einem Interview mit der italienischen Zeitung »La Repubblica«.
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Ukrainische Regierungsvertreter hatten unter anderem um ältere Fregatten, Flugabwehrkanonen und Komponenten von Antischiffsraketen gebeten. In der Nato war ein Beschluss gescheitert, neben Störsendern zur Drohnenabwehr auch tödliche Waffen wie Scharfschützengewehre zu liefern. Merz sagte, wenn dies an einem Nein aus Deutschland gelegen habe, sei das eine »ziemliche Hypothek«.
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Aus Angst vor einer Eskalation vor Ort hatte der Westen lange gezögert, Waffen an Kiew zu verkaufen. Schließlich gelang es den Ukrainern, einige Verteidigungssysteme zu erwerben, darunter Vorrichtungen für US-Javelin-Panzerabwehrraketen und türkische Drohnen.
Putin hat im Konflikt mit der Ukraine sofortige Sicherheitsgarantien der westlichen Staaten und der Nato verlangt. Konkret geht es etwa um die Zusage, die Nato im Osten nicht zu erweitern – die Ukraine gilt als möglicher Beitrittskandidat.
ulz/dpa/AFP
Spiegel online ist die Kwelle
Die Griechen haben in ihre Kortenaers halt viel neue Elektronik reingepackt über die Jahre. Wenn ich das richtig beobachtet habe.
Grundsätzlich sind die wahrscheinlich noch in einem guten Zustand, weil das Mittelmeer im Vergleich mit dem Nordatlantik dann doch eher ein Ententeich ist.
Kann ja aber auch sein, dass der Rumäne oder Bulgare verkäuft, wenn er die Aussicht hat, was anderes Besseres zeitnah zu bekommen.
Also eine Anfrage an die NATO?
Die NATO hat keine Waffen, kann also auch nichts liefern. Eine Anfrage an die NATO in Bezug auf Waffen würde keinen Sinn machen. Entsprechend kann Deutschland auch keine Waffenlieferungen der NATO verhindern.
Die Elli-Klasse hat zumindest sichtbar immer noch die alten Radargeräte, die Satellitenantennen sind überwiegend aus den Zeiten bei der niederländischen Marine - und die griechische Marine will die Schiffe dringend ersetzen. Bei dem Ersatzprogramm für die Elli-Klasse war es eigentlich eine Bedingungen, dass schnell gebrauchte Fregatten geliefert werden, um so eine Übergangslösung zu haben.
Welche rumänischen oder bulgarischen Fregatten wären zum Verkauf? Das sind doch auch beides Marinen, die dringend Ersatz für ihre alten Schiffe suchen.
Du hast doch gesagt, die Ukrainer nehmen, was sie kriegen können.
Würden sie wahrscheinlich auch, aber sie werden nichts bekommen. Kann ich nicht sehen, dass das passiert.
Bei dem anderen Kram (Flugabwehr, SSK usw) denke ich, ist es nicht so schwierig.
Ich habe aber auch geschrieben, dass es der Ukraine massiv an Geld mangelt.
Sie haben in der Türkei Korvetten der Ada-Klasse bestellt, bauen selbst vier Korvetten - wobei der Bau primär aus Geldmangel stockt. Die USA haben zwei alte Fregatten der OHP-Klasse angeboten, darüber ist noch nicht entschieden (gebrauchte US-Schiffe haben einen miesen Ruf und diese Schiffe waren zuletzt praktisch unbewaffnet).
Und noch mal: die NATO selbst hat keine Waffen. Die Ukraine wird schon konkret einzelne Staaten anfragen müssen. Und es wird nicht viele geben, die etwas zu verschenken haben. Die US Navy würde vielleicht die ältesten vier LCS verschenken (aber es hat auch einen Grund, warum die außer Dienst gestellt wurden bzw. werden). Aber wer sonst? Die belgische und niederländische Marine würde wohl ihre modernisierten Fregatten der Karel Doorman-Klasse verkaufen, da die Ersatzschiffe schon bestellt sind (/edit: allerdings erst 2028-30 geliefert werden sollen) - aber wohl nicht verschenken. Die britische Marine würde eventuell Typ 23 verkaufen.
Wer hat sonst noch alte Fregatten? Die alten Schiffe der Bremen-Klasse, die alten Schiffe der Elli-Klasse, die alten der Georges Leygues-Klasse, die alten der Bersagliere- und Maestrale-Klasse, Santa Maria-Klasse... Aber das sind alles wirklich uralte Schiffe. Am attraktivsten dürften die Fregatten der Karel Doormann-Klasse und Typ 23 sein, die sind noch nicht so uralt und oft stark modernisiert. Aber für die dürfte es auch Interessenten geben, die etwas zahlen würden.
https://www.fr.de/politik/ukraine-russland-konflikt-krieg-krim-meer-nato-lage-news-91195488.htmlhttps://www.fr.de/politik/ukraine-russland-konflikt-krieg-krim-meer-nato-lage-news-91195488.html
Asowsches Meer...nicht neu, aber vielleicht neue Qualität?
Ukraine erhält weitere Patrouillenboote:
https://marineforum.online/ukraine-noch-mehr-nachwuchs-fuer-die-marine/ (https://marineforum.online/ukraine-noch-mehr-nachwuchs-fuer-die-marine/)
Im verlinkten Artikel noch weiter detailierte Angaben über die akt. Handlungsweisen im Asowschen Meer --/>/> https://www.washingtonpost.com/world/2021/12/25/ukraine-russia-azov-sea/
:MG: OWZ
Die Ukraine hat noch ein Abkommen mit Dänemark geschlossen, in dem es um den Bau von Patrouillenschiffen geht, deren Entwurf auf der dänischen Knud Rasmussen-Klasse beruht:
https://marineforum.online/ukraine-erhaelt-daenische-marinetechnologie/ (https://marineforum.online/ukraine-erhaelt-daenische-marinetechnologie/)
Das sind natürlich keine Kampfschiffe, sondern Teil einer normalen Modernisierung und Verbesserung der ukrainischen Marine und in diesem Fall der Küstenwache.
Moin,
die Ukraine ist pleite. Geldmittel sind (kaum) vorhanden. Eine Industrie wurde in den vergangenen Jahren systematisch nieder gewirtschaftet. Die vormals leistungsfähige Schiffbauindustrie ist ausgeblutet, wenn überhaupt noch vorhanden.
Die vor einigen Jahren entsprechend eines eigenen Designs in Bau gegebenen Korvetten kommen aus Mangel an Geldzuweisungen aus dem staatlichen Haushalt kaum voran.
Ein Kräfteaufwuchs der ukrainischen Marine und der Küstenwache ist allein durch Schenkungen anderer Staaten oder durch kreditfinanzierte Aufträge (gebrauchtes schwimmendes Material aus der US Coast Guard und Minensucher aus dem Vereinigten Königreich, Neubauten aus dem Vereinigten Königreich, der Türkei und nun noch Dänemark [oder nur ein dänisches Design???]...) in Aussicht.
Als eigene Kompetenz kann eigentlich nur das Unternehmen "Motor Sich" mit einer breiten Palette an Antriebssystemen (vor allem Gasturbinen) dienen.
Ich bin gespannt, wie dieses neue Projekt mit Dänemark auch tatsächlich finanziert werden soll.
Bis dann,
Kaschube_29 (Axel)