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Flotten der Welt => Die Deutsche Kriegsmarine => Thema gestartet von: mechmaat am 05 April 2022, 15:50:43

Titel: Dampfer Hamburg
Beitrag von: mechmaat am 05 April 2022, 15:50:43
Hallo zusammen,

ich suche nach Informationen zum Dampfschiff "Hamburg" (das von 1926).
Was ich bislang weiß ist, dass es in der Danziger Bucht als Wohnschiff für die U-Boot-Leute gedient hat und dann im Frühjahr 1945 drei Evakuierungsfahrten gemacht hat, die letzte von Gotenhafen/Gydnia aus nach Sassnitz, mit fast 10.000 Flüchtlingen an Bord. Dort wurde die "Hamburg" dann am 7. März durch Minentreffer versenkt.

Kann jemand sagen, ab wann und wo genau die "Hamburg" als Wohnschiff diente und etwas zu den Evakuierungsfahrten sagen?

Danke & Gruß,

Michael
Titel: Re: Dampfer Hamburg
Beitrag von: Rudergänger am 05 April 2022, 21:17:44
Hallo Michael,
Daten nach Gröner Band 5 Seite 76:
01.01.1940 Beischiff 7. U Flottille, Kiel
01.03.1941 Beischiff 3. U Flottille Kiel
01.10.1941 Beischiff 6. U Flottille Danzig
00.06.1943 Beischiff 8. U Flottille Gotenhafen

3 Evakuierungsfahrten mit insgesamt23057 Flüchtlingen
07.03.1945 vor Saßnitz auf Mine gelaufen und gesunken. Keine Menschenverluste.
Ab 1950 geborgen und Instand gesetzt. An die Sowjetunion als Jurij Dolgorukij.

Vielleicht finde ich noch etwas zu den einzelnen Evakuierungsfahrten.

Schönen Abend

Harald
Titel: Re: Dampfer Hamburg
Beitrag von: Rudergänger am 05 April 2022, 22:39:29
Hallo Michael,
Hier noch einige Angaben zu den Evakuierungsfahrten der Hamburg

21.02.1945 Gotenhafen:
Im Geleit von Z 38, T 5, T 8 mit 12000 Flüchtlingen und Verwundeten nach
Saßnitz ausgelaufen. Nach anderen Angaben 7650 Flüchtlinge und 1496 Verwundete.

24.02.1945
Marsch im Geleit von Z 25, T 5 von Saßnitz nach Gotenhafen.

25.02.1945 Gotenhafen
Vormittags in Gotenhafen eingelaufen.

26.02.1945 Gotenhafen
im Geleit von Z 43, Z 25 nach Saßnitz mit 6300 Flüchtlingen, 1500 Verwundete und
1200 Gotenhafener Weftarbeiter.

27.02.1945 Saßnitz Reede
mittags mit Z 25, Z 43, T8 auf Saßnitz reede geankert.

06.03.1945 Saßnitz Reede
auf Mine gelaufen und gesunken. Keine Verluste.
Kapitän Harzheim

Die Angaben wann die letzte Fahrt begann ist noch unklar.
Vielleicht kann noch jemand helfen.

Quellen:
Graumann, Harnack,Teichmann 1., 2., 3. Torpedobootsflottille Band II
Schön, Heinz Ostsee 1945
Schmidtke, Martin Rettungsaktion Ostsee 1944/45

Harald
Titel: Re: Dampfer Hamburg
Beitrag von: Strandurlauber am 05 April 2022, 23:48:02
Hallo Michael, hallo Rudergänger,

zum britischen Bombenangriff auf den Hafen und die Reede von Saßnitz am 06.03.1945 ist im Logbuch des Flottentorpedobootes T36 vermerkt:
22.52 Uhr   Leuchtbomben über Saßnitz und Reede. Kampfverband im Angriff. Leichte Fla-Waffen Feuererlaubnis.

22.53 Uhr   Anker auf. Mit wechselnden Bombenausweichkursen (Zick-Zack-Kurs) nach Osten abgelaufen.

22.55 Uhr   Leuchtbomben in großer Menge. Bomberverband greift Stadt und Reede Saßnitz an. Z 28 Bombentreffer.

23.03 Uhr   Weiterer Bombenangriff - bis 23.10 Uhr laufende Bombenabwürfe.

23.10 Uhr   Erneute Leuchtbomben.

23.12 Uhr   Zahlreiche Bombenabwürfe liegen unter der Küste.


Auf Grund der niedrigen Anflughöhe waren oft die Sicherungsspindeln der Bombenzünder noch nicht abgelaufen, und es kam zu einer hohen Zahl von Blindgängern, trotzdem sind dem Angriff ca. 1200 Menschen und 17 Schiffe / Boote zum Opfer gefallen, darunter:

  1.  Robert Möhring  - Verwundetentransporter (VTS)
  2.  Z 28 - Zerstörer
  3.  Hans Rolshofen - Flugsicherungsschiff
  4.  Altengamme - Tanker
  5.  SAS 60 - Fischkutter
  6.  ? - Fischkutter
  7.  ? - Fischkutter
  8.  UJ 1109 ex St. Georg - U-Boot-Jäger
  9.  UJ 1118 - dito
10.  UJ 1119 ex Malangen - dito
11.  Jägersberg - Hebeschiff
12.  Delphin - Taucherfahrzeug
13.  ? - Taucherprahm
14.  Karl - Torpedofangboot
15.  Kuno - Motorbarkasse
16.  Dwarsdorf - Schute
17.  MAL 37 - Marineartillerieleichter

Auf Reede bzw. im Hafen befanden sich: Deutschland, Hamburg, Potsdam, Pieta, Pretoria, Der Deutsche, General San Martin und Robert Möhring.
Noch am 5. März konnten mit drei Züge etwa 5500 Personen abtransportiert werden, für weitere Transporte standen keine Lokomotiven mehr zur Verfügung, so dass die Flüchtlinge in den Waggons ausharren mussten.
...
Die Potsdam, Pieta und Pretoria hatten keine Flüchtlinge mehr an Bord und bereits vorher (gegen 21 Uhr) seeklar gemacht. Bei Angriffsbeginn konnten sie sofort Fahrt aufnehmen und die Reede verlassen.
Die Qurantänestation und die auf Gleis 13 und 13 a stehenden Züge wurden durch Volltreffer zerstört.
...
Am 7. März wird das Ausschiffen von der Deutschland und Der Deutsche fortgesetzt (nur mit Holzbooten wegen Minengefahr).
Die Hamburg (hatte keine Flüchtlinge mehr an Bord) hatte den Nachtangriff ohne Beschädigung überstanden und verholte weiter seewärts. Nach erreichen der Position erhält sie im Vorschiff zwei Minentreffer und kentert in 18 m tiefem Wasser (zum Glück ohne Verlust an Menschenleben).

Im Logbuch von T 36 ist dazu vermerkt:
17.30 Uhr Fahrgastschiff Hamburg vor Saßnitz auf Mine gelaufen.

Quelle:
Wolfgang Müller
Schiffsschicksale Ostsee 1945

VG Strandurlauber




Titel: Re: Dampfer Hamburg
Beitrag von: mechmaat am 06 April 2022, 09:15:03
Hallo Harald und Strandurlauber!

Ihr seid super, vielen Dank! Das hilft mir schon mal enorm weiter!
Wenn zur dritten Fahrt noch die Abfahrt in Gotenhafen herausgefunden wird, haben wirs zusammen.

Wenn ich dich richtig verstehe, Strandurlauber, dann sind die Logbucheinträge von T36 in dem Buch "Schiffsschicksale Ostsee 1945" zu finden? Das KTB ist im Bundesarchiv für diese Einheit nämlich leider nicht verfügbar. T36 wäre für mich genau wie Torpedoboot Löwe nämlich auch interessant.

Danke nochmal!

Gruß, Michael
Titel: Re: Dampfer Hamburg
Beitrag von: Rudergänger am 06 April 2022, 09:27:03
Hallo Michael,

Für T 36 empfehle ich dir das Buch von Wolfgang Harnack "Die deutschen Flottentorpedoboote 1942"
Verlag E. S. Mittler & Sohn 2004
ISBN 3-8132-0825-7
Bei Amazon schon ab 10,76 €

Schönen Tag

Harald
Titel: Re: Dampfer Hamburg
Beitrag von: Strandurlauber am 06 April 2022, 10:35:59
Hallo Michael,

zu T 36 wirst du in der von mir verwendeten Quelle nicht so viel finden, dort sind nur wenige Auszüge als Hintergrundinfos der geschilderten Begebenheiten die einen Gesamteindruck der Lage in der Ostsee 1945 wiedergeben.

VG Strandurlauber

PS ich schau nochmal ob dort noch was ist ...
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: huldrych am 18 Januar 2026, 15:54:10
Hallo allerseits,
da es bereits einen Thread namens "Dampfer Hamburg" gibt, schildere ich mein Anliegen hier, auch wenn der Thread zuletzt 2022 benutzt wurde. Konkret geht es mir um den Liegeplatz der "Hamburg" im Gotenhafener Hafen. Ich habe eine Übersichtskarte des Hafens angefügt. Ich vermute, dass die "Hamburg" nicht in dem Teil des Hafens lag, der ins Landesinnere reicht (nördlich von Gotenhafen), sondern im "vorderen Teil", der direkt in die Ostsee hineinragt (also von Gotenhafen aus gesehen in östlicher Richtung). Weiß dazu jemand mehr?
Vielen Dank für den Support und beste Grüße!
Uli
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: OWZ am 18 Januar 2026, 20:42:37
 Lag die "Hamburg" nicht ganz überwiegend in Danzig? Ich meine auch entsprechendes Bildmaterial zu erinnern.
 Grüße OWZ
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: SchlPr11 am 18 Januar 2026, 21:28:54
Hallo,
Stammliegeplatz zusammen mit der Schwester DEUTSCHLAND in Danzig.
Flüchtlingstransporte von Gotenhafen der besseren Ansteuerung von Gotenhafen. Liegeplatz entweder am Seebahnhof oder auch am inzwischen freien Liegplatz der WILHELM GUSTLOFF in Oxhöft. Müste dazu aber neu in die Quellen steigen.
REINHARD
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: HJH am 18 Januar 2026, 23:11:40
Ein paar Worte zu den in o. a. Verlustliste vom 6. März 1945 aufgeführten U-Jägern (Fischdampfern):
UJ 1109 (St. GEORG) kann dort nicht gesunken sein, maximal beschädigt, wenn er denn vor Ort war. Am 19. April 1945 wurde er nach einer Grundberührung neben der Hafeneinfahrt von Rönne/Bornholm auf Grund gesetzt, am 2. Mai freigeschleppt und verblieb in Rönne, wurde dort sowjetische Kriegsbeute und später als sowjetischer Fischdampfer TRESKA = RT 26 in Fahrt gesetzt.
Bei UJ 1118 steht dito? was immer das heißt? ST. GEORG (2) Stapellauf 1943 war nicht als UJ 1118 vorgesehen, sondern als V 416. UJ 1118 sollte der Neubau 240 der Werft de Haan & Oerleman's werden. Dieser Neubau wurde am 7. September 1944 in Heusden selbst versenkt, später gehoben und nach Reparatur und Fertigstellung im Mai 1949 als VIOS I = IJM 153 in Fahrt gesetzt.
UJ 1119 ex MALANGEN ist totaler Unsinn. FD MALAGEN wurde am 6. September 1944 als UJ 1435 in Dienst gestellt und am 24. März 1945 nach Fliegerrakretentreffer im Egersund-Fjord auf Grund gesetzt. Das Schiff wurde später geborgen, bei Seebeck repariert und als norwegische FD KELT = B-3-B wieder in Fahrt gesetzt.
UJ 1119 war der FD JULIUS PICKENPACK, Indienststellung am 27. November 1944, und der einzige der drei der anschließend als Wrack vor Saßnitz lag. Auch er wurde später gehoben und nach Reparatur bei der Neptunwerft als BELUGA = RT 49 unter sowjetischer Flagge wieder in Fahrt gesetzt.
Gruß Hans
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: huldrych am 19 Januar 2026, 07:38:00
Hallo Reinhard,
falls es möglich ist, ohne gewaltigen Zeitaufwand, wenigstens die Optionen einzugrenzen, würde mir das schon helfen. Oder kannst du mir einen Tipp geben, wo ich selbst suchen kann? Grundlage meiner Frage ist der Bericht einer Zeitzeugin, in der sie aussagt, dass sie von Pillau nach Gotenhafen kamen, "direkt am Hafen" untergebracht waren und dann mit der letzten Fahrt der "Hamburg" nach Sassnitz transportiert wurden. Die beiden Angaben zur Unterbringung und zum Schiff klingen nach einer räumlichen Nähe. Wenn die "Hamburg" am nördlichen Kai, also bei Oxhöft, gelegen haben sollte, dann käme "Gotenhafen-City" als Ort der Unterbringung wohl eher weniger in Frage.
Beste Grüße!
Uli
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: SchlPr11 am 25 Januar 2026, 15:49:35
Hallo,
der Seebahnhof und das Hafenbecken IV von Gotenhafen waren Dickschiffen vorbehalten. Beide liegen auch nicht unbedingt direkt zur Stadt.
Seit dem 30.01.1945 waren die vormaligen Liegeplätze der HANSA und auch WILHELM GUSTLOFF am Kopf des Hafenbeckens IX in Oxhöft leer und von den einstiegen Stammliegern verweist. Hier reicht die Stadt (allerdings dann Oxhöft) mit Kasernen und Wohnbebauung nahezu direkt an den Hafen heran. Es spricht auch Oxhöft als Anlaufpunkt für zuströmende Flüchtlinge, allein schon um die Massen aus der Innenstadt herauszuhalten um innere Unruhe vorzubeugen. Wahrscheinlich wurde der Flüchtlingsstrom um das Hafenareal herumgeleitet und die HAMBURG wurde an den Plätzen in Oxhöft belegt - REINHARD
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: leclerc1944 am 25 Januar 2026, 16:25:31
Servus leute!
"Goya" und das Weitere Wilhem Gussloff?
Ja natürlich, habt ihr kenntnisse oder schon Gehöhrt über sie!

Zitat(1) Die Operation Hannibal fand von Januar bis Mai 1945 statt.
Die wichtigsten beteiligten Schiffe waren: Wilhelm Gustloff (25.484 t), Cap Arcona (27.561 t), Robert Ley (27.288 t), Hamburg (22.117 t), Hansa (13.882 t), Deutschland (21.046 t), Potsdam (17.528 t), Pretoria (16.662 t), Berlin (15.286 t), General von Steuben (14.660 t), Monte Rosa (13.882 t), Antonio Delfino (13.589 t), Winrich von Kniprode (10.123 t) und Ubena (9.554 t). Es gelang, mehr als 2 Millionen
Menschen zu evakuieren und forderte zwischen 20.000 und 30.000
Opfer, von denen die Hälfte auf den Untergang der
Schiffe Wilhelm Gustloff und Goya zurückzuführen war.


Wilhelm Gustloff
Geschichte der letzten Tage:

ZitatDas im Hafen von Gotenhafen (heute Gdynia) außer Dienst gestellte Passagierschiff diente als schwimmende Kaserne für die U-Boot-Fahrer der 1. und später der 2. Unterseeboot-Lehr-Division. Es kehrte erst im Januar 1945 in See.


Meine quelle ist die Revue "Marine" Frz. Artikel aus dem jahr 2007. Marine, war oder ist eine Revue, für die Reserve Offiziere der Marine.

Also ob jetzt der Dampfer "Hamburg" vor oder naher in Gotenhafen, und die Uboote käpten von dieser Division zu trainiert hatte??? Aber hier wird das Schiff; mit den Anderen Schiffe, zu Operation "Hannibal" einbezogen.
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: leclerc1944 am 25 Januar 2026, 17:17:43
Die Operation wurde geplant von V. Schutze Kommandant der 2. U.boot Leer, und Beauftragt von dem Gauleiter von Danzig A. Forster.

Quelle: Der Spiegel archiv von dem 03/02/2011 mit dem Artikel Benennung "Die Verdrängte Tragödie"
Sowie  blauenarzisse.de archiv von dem 23/09/2011 mit dem Artikel Benennung "Die Güsloff"

Also ja, diese beide sprechen über die Güsloff, aber was verbergt sich noch in den Artikeln.
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: leclerc1944 am 25 Januar 2026, 19:30:00
So hier jetzt nach eine weitere suche auf die Vergangenheit von der "Hamburg".
Und damit wird auch die Frage nach dem Ankunftsdatum geklärt.

und dieser artikel gefunden auf Wikipedia, hat als quelle Groener (1988) Benutzt, also danke, wenn ihr andere quellen habt, tja Gröner Quelle Namen als Referent, ist weltweit Bekannt, dies stimmt doch?

ZitatDie SS Hamburg war ein deutsches Passagierschiff der Hamburg-Amerika-Linie, gebaut von Blohm & Voss in Hamburg und 1925 vom Stapel gelaufen. Sie hatte ein Schwesterschiff, die SS New York. Beide ähnelten der SS Albert Ballin.

Während des Zweiten Weltkriegs diente das Schiff ab 1940 als Wohnschiff der Kriegsmarine und war der 7. U-Boot-Flottille in Kiel zugeteilt. Am 1. März 1941 wurde die Hamburg der 3. U-Boot-Flottille zugeteilt. Im Oktober desselben Jahres wurde sie zur 6. U-Boot-Flottille in Danzig verlegt.

Ab Juni 1943 war die Hamburg in Gotenhafen stationiert und der 8. U-Boot-Flottille zugeteilt.

Am 7. März 1945 lief sie während der Evakuierung der Deutschen von der Ostfront auf eine Mine und sank vor Saßnitz auf Position 54°30′00″N 13°42′02″E.[1]
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: huldrych am 08 Februar 2026, 16:01:56
Noch einmal zurück zum Dampfer "Hamburg" und dessen Platzierung im Gotenhafener Hafen bei der Beladung für die Fahrt am 25.02. nach Sassnitz. Lag er im Seehafen (Ostrand der Stadt) oder im Kriegs- und Werfthafen (nördlich der Stadt)?
Dazu zwei Überlegungen:
(a) Auf dem angefügten Bild der Royal Airforce vom Oktober 1943 sieht man die "Cap Arcona" (27561 BRT) und die "Stuttgart" (auch: Lazarettschiff ,,C", 13387 BRT) im Seehafen liegen. Allein die "Deutschland" liegt im nördlichen Hafen vor Oxhöft. Wenn die "Cap Arcona" im Seehafen lag, dann ist das auch für die "Hamburg" (22117 BRT) gut möglich.
(b) H. Schön, Ostsee '45 macht differenzierte Angaben zum Aufenthalt der "Deutschland" und der "Hamburg" in Gotenhafen Ende Februar: die "Hamburg" lag am ,,Kai" und lief selbständig aus (339f.), während die ,,Deutschland" wenige Tage später am ,,Pier" lag und von einem Schlepper auf die Ostsee gezogen werden musste (344).
Beides zusammen genommen scheint mir dafür zu sprechen, dass die "Hamburg" bei der von mir gesuchten Fahrt am 25./26.02. in Gotenhafen im Seehafen lag. Ist das schlüssig?
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: Teddy Suhren am 08 Februar 2026, 18:11:33
Hai

Das mit 1 gekennzeichnete Schiff dürfte die Hansa sein, daneben Wilhelm Gustloff.
Diese Schiffe waren die für einen langen Zeitraum dort fest verteuten Wohn- und Kasernenschiffe der UBoot Lehrdivisionen.
Der Seebahnhof ist das mit der 2 gekennzeichnete Gebiet.
Titel: Aw: Dampfer Hamburg
Beitrag von: SchlPr11 am 08 Februar 2026, 18:18:25
Hallo,
die Liegeplätze in Handelshafen waren navigatorisch schwierig insbesondere für größere Schiffe anzulaufen. CAP ARCONA war dort als Dauerlieger abgestellt und bedarfsweise wegen hoher Belegung von Gotenhafen im Krieg wurde die Plätze dort auch genutzt.
Die Liegplätze in Oxhöft lagen direkt am seeschiffstiefen Wasser und man konnte in fast geraden Strich die kleine Hafenmole passieren und durch die Molenöffnung die offene See gewinnen. Schon nützlich in angespannen Zeiten. Ich denek weiter an Oxhöft als Absprungplatz gen Westen. Dort ab es ga übrigends auch die Zugangstürme vom Kai hoch zum Oberdeck bzw. Zwischendeck der vormals dort liegenden HANSA. Nicht ganz unpraktisch zur Belegung.
REINHARD