Hallo,
beim FMA-Treffen in Rostock am 20.03.2024 haben wir abends beim Klönen in gemütlicher Runde auch das Thema Funkmeß/Radar gestriffen. Ich erwähnte, dass die Matratzenantennen der Seetakt-Anlagen der KM in moderner Form auch nach dem WKII bis heute existent sind. Aus dem Gedanken, eins, zwei Beispiele hier mal zu präsentieren, kam die Idee eines neuen threads auf, der dieses Thema umreißt.
Hier zwei Radarantennen mit ,,Bedspring-" bzw. ,,Matratzen"antenne nach WKII:
Type SPS 965/966
Die erste Anlage ist das britische Type SPS 965/966 von Marconi (heute BAE Systems), welches auf verschiedenen Einheiten der Royal Navy zur Anwendung kam (mit dem Verkauf von Einheiten an andere Staaten gingen auch die Anlagen mit auf den Weg, so dass diese bis in die jüngste Vergangenheit erhalten blieben).
--/>/> klick radartutorial Bild (https://www.radartutorial.eu/19.kartei/11.ancient4/pic/img114-031-02.jpg)
--/>/> klick HMS "COVENTRY [D118] in See (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a3/HMS_Coventry_%28D118%29_underway_c1982.JPEG)
--/>/> klick wikiGB (https://en.wikipedia.org/wiki/Type_965_radar)
JY-27A
Als zweites eine Landanlage chinesischer Provenienz: das JY-27A von CETS. Dieses ist ein 3D-Weitbereichsradar zur Luftraumüberwachung und Feuerleitung. Gut zu erkennen sind die Dipole, welche horizontal polarisiert sind. Nach den spärlichen Angaben handelt es sich um ein Radar mit aktiver Phased-Array-Antenne, bedeutet, jedes Antennenelement wird einzeln angesteuert und kann einzeln zum beamforming verwendet werden (AESA – Active Electronically Scanned Array).
--/>/> klick radartutorial Bild (https://www.radartutorial.eu/19.kartei/02.surv/pic/img02-029-01.jpg)
Soweit für den Moment.
Grüsse
OLPE
Danke Olpe - gerne mehr davon 💪
Zitat von: olpe am 22 März 2024, 21:34:36Hallo,
beim FMA-Treffen in Rostock am 20.03.2024 haben wir abends beim Klönen in gemütlicher Runde auch das Thema Funkmeß/Radar gestriffen. Ich erwähnte, dass die Matratzenantennen der Seetakt-Anlagen der KM in moderner Form auch nach dem WKII bis heute existent sind. Aus dem Gedanken, eins, zwei Beispiele hier mal zu präsentieren, kam die Idee eines neuen threads auf, der dieses Thema umreißt.
Hier zwei Radarantennen mit ,,Bedspring-" bzw. ,,Matratzen"antenne nach WKII:
Type SPS 965/966
Die erste Anlage ist das britische Type SPS 965/966 von Marconi (heute BAE Systems), welches auf verschiedenen Einheiten der Royal Navy zur Anwendung kam (mit dem Verkauf von Einheiten an andere Staaten gingen auch die Anlagen mit auf den Weg, so dass diese bis in die jüngste Vergangenheit erhalten blieben).
--/>/> klick radartutorial Bild (https://www.radartutorial.eu/19.kartei/11.ancient4/pic/img114-031-02.jpg)
--/>/> klick HMS "COVENTRY [D118] in See (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a3/HMS_Coventry_%28D118%29_underway_c1982.JPEG)
--/>/> klick wikiGB (https://en.wikipedia.org/wiki/Type_965_radar)
JY-27A
Als zweites eine Landanlage chinesischer Provenienz: das JY-27A von CETS. Dieses ist ein 3D-Weitbereichsradar zur Luftraumüberwachung und Feuerleitung. Gut zu erkennen sind die Dipole, welche horizontal polarisiert sind. Nach den spärlichen Angaben handelt es sich um ein Radar mit aktiver Phased-Array-Antenne, bedeutet, jedes Antennenelement wird einzeln angesteuert und kann einzeln zum beamforming verwendet werden (AESA – Active Electronically Scanned Array).
--/>/> klick radartutorial Bild (https://www.radartutorial.eu/19.kartei/02.surv/pic/img02-029-01.jpg)
Soweit für den Moment.
Grüsse
OLPE
Verflixt,
das Treffen habe ich verpasst. Da wäre ich gerne dabei gewesen.
Gruß
Frank
Zitat von: olpe am 22 März 2024, 21:34:36JY-27A
Als zweites eine Landanlage chinesischer Provenienz: das JY-27A von CETS. Dieses ist ein 3D-Weitbereichsradar zur Luftraumüberwachung und Feuerleitung. Gut zu erkennen sind die Dipole, welche horizontal polarisiert sind. Nach den spärlichen Angaben handelt es sich um ein Radar mit aktiver Phased-Array-Antenne, bedeutet, jedes Antennenelement wird einzeln angesteuert und kann einzeln zum beamforming verwendet werden (AESA – Active Electronically Scanned Array).
--/>/> klick radartutorial Bild (https://www.radartutorial.eu/19.kartei/02.surv/pic/img02-029-01.jpg)
Klarer Fall: Das ist ein Wassermann GS (ganz schwer), offizielle Kriegsmarine-Bezeichnung FuMG24 C (gB): Einführungsjahr 2024, Hersteller: China, g-Welle, mobiler Drehstand Boden ;-)
Hallo Frank,
Zitat von: fsimon am 26 März 2024, 21:56:04das Treffen habe ich verpasst. Da wäre ich gerne dabei gewesen.
... ja schade, das Treffen war in jeder Hinsicht (tolle Organisation, Vorträge, Fourage, Rees in den Pausen und abends im Hotel sowie durch den Besuch der
"OLDENBURG") ein echtes Highlight ... top ...
Grüsse
OLPE
Hallo Gabler,
Zitat von: Gabler am 27 März 2024, 11:07:16Klarer Fall: Das ist ein Wassermann GS (ganz schwer), offizielle Kriegsmarine-Bezeichnung FuMG24 C (gB): Einführungsjahr 2024, Hersteller: China, g-Welle, mobiler Drehstand Boden ;-)
... :-D ... die Chinesen werden 'begeistert' sein, das zu lesen ... :wink: ...
Grüsse
OLPE
Hallo,
... zwei weitere Geräte aus der Radarhistorie als VideoClips:
FuMB 4 ,,Samos"
Ein historischer FuMB 4 ,,Samos"-Warnempfänger für U-Boote in Funktion ... mal ganz interessant zu sehen, wie so ein Gerät heute funktioniert (Ton allerdings erst nach 1 Minute, wenig "High Lights", keine Kommentierung) ...
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=AFwx0lNLy8g) FuMB 4 ,,Samos"
AN/SPS-6
Im Weiteren ein klassisches (Marine)Radar der U.S.-Navy, das AN/SPS-6 (längerer Bundeswehr-Lehrfilm – interessant für Techniker und diejenigen, die sich Funktionsschemata eines Impulsradars ansehen wollen)
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=ADbcaMRKrgI) AN/SPS-6
Soweit.
Grüsse
OLPE
Hallo,
wiederum zwei Eindrücke von Radartechnik der neueren und der älteren Zeit(en):
55ZH6M ,,Nebo-M"
Ein Blick in die andere Himmelsrichtung: das Weitstrecken-Radarsystem ,,Nebo-M" der russischen Streitkräfte ... durchaus interessante Videos, die auch Einblicke in die Produktion zeigen.
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=msAGE9S_ccw&t) ,,Nebo-M" I
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=LzNkPxZNarg) ,,Nebo-M" II
,,The secret war"
Aus älterer Zeit: die britische 4-teilige Dokumentation über den Krieg der Wissenschaftler ,,The secret war" – hier der Teil Radar (Episode 2: "To See for a Hundred Miles" ... die Serie gibt es auch als 2 DVD's, in englisch - wie der VideoClip, 50 Min.).
--/>/> klick (https://www.dailymotion.com/video/x123k8x) ,,The secret war"
Soweit.
Grüsse
OLPE
Hallo,
beim vorigen post eben ging leider etwas schief ... sorry ...
Ein passiv arbeitendes System, welches auf der Basis von Abstrahlungen ziviler Sender (DVBT, DAB usw.) Ziele erkennen und verfolgen kann ... von der Fa. Hensoldt, diese war auch auf den ILA's in Berlin präsent ...
"TvInvis"
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=RfqdLKFhGnQ) "TvInvis"
,,Duga"
Ein Blick in die russische bzw. sowjetische Radartechnik: hier eine OTH-Anlage (OTH = over the horizon), die ,,Duga". Ein ziemlich irres Bauwerk, welches mit Hilfe der Reflexion in der Ionosphäre eine Beobachtung über große Reichweiten ermöglicht.
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=wB_jiigRq-c) Video "Duga"
--/>/> klick (https://de.wikipedia.org/wiki/Woodpecker_(Kurzwellensignal)) wikiDE "Duga" Kurzinfo
--/>/> klick (https://en.wikipedia.org/wiki/Duga_radar) wikiGB "Duga" mehr Infos
Grüsse
OLPE
Hallo,
... wieder einige nicht uninteressante Einblicke in die Radarhistorie:
UK Radarmuseum Neatishead
Ein kurzer Trailer über das RAF Air Defence Radar Museum in Neatishead, Grafschaft Norfolk.
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=mXRkn0GwDLU) Video
Die anfangs zu sehende Radarantenne gehört zur Anlage Type 84
--/>/> klick (https://www.radartutorial.eu/19.kartei/11.ancient3/karte028.de.html) Type 84 Radartutorial
--/>/> klick (https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjOMMjXy42d4kdi_1nIp6q4KuznwPhpvPUR5gBuxZgWmNiAx3KikyBPDvr9colNxRkA5wJEK-A97mAI2Ny2KNqQMkJ9qFkD4X2UEoBB0ZtycFV1TVATrmbFYNYY8ee19TdMUxyZ5kHCrENW/s1600/Cold-war-Radar002.jpg) Type 84 Bild 1
--/>/> klick (https://ancientmonuments.uk/img/monument/119/597/119597-1938-o.jpg) Type 84 Bild 2
U.S. ABM-Systeme
Die ,,History of Antiballistic Missile Systems" der U.S. Army und deren Radarsysteme. Zwar etwas langgezogen, aber faktenreich (49 Min.).
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=ARx2-wRn9-Y&t=1s) Video
Grüsse
OLPE
Hallo,
zwei Systeme verschiedener ,,Systeme" ... East and West ...
,,Fregat-M2EM"
Eine Videoanimation des russischen 3D-Bordradarsystems (Exportvariante) ,,Fregat-M2EM" (NATO: TOP PLATE) auf Fregatte 11356 FILIM (NATO: DDG der TALVAR-Klasse).
Anmerkung: bei diesem Radar handelt es sich technisch um ein s.g. FRESCAN-Radar, bedeutet: geringe Änderungen der Frequenz für die (Platten)Antennen (Phased Array Antenna) führt in diesen zu einer Auswanderung der Richtkeule nach oben, so dass die Antenne eine 3D-Fähigkeit erhält. Im Video sind gleichzeitig alle beams zu erkennen, das ist m.E. nicht ganz richtig und eher für Präsentationszwecke geeignet. Der Querbalken auf der einen ,,Platte" ist die IFF-Antenne (identification friend-foe) ...
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=--OzlyJbUVw) Video
--/>/> klick (https://www.radartutorial.eu/19.kartei/07.naval/karte091.de.html) russ. (Vorgänger)Version MR-750, Radartutorial
--/>/> klick (http://3.bp.blogspot.com/-9yxMw-BzKTA/UfqsYIRwTDI/AAAAAAAAFb0/CVuNkVsZB-o/s1600/Fregat-M2EM+from+SALYUT-2.jpg) Datenabelle
U.S. ,,PAVE PAWS-Radar"
Das ,,PAVE PAWS Early Missile Warning Radar" der U.S. Air Force an der Ost- und Westküste ... Raketenwarnung vor SLBM's (sea launched ballistic missiles):
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=nDl_89CBpAE) Video
--/>/> klick (https://de.wikipedia.org/wiki/PAVE_PAWS) wikiDE
--/>/> klick (https://www.radartutorial.eu/19.kartei/01.oth/karte004.de.html) Radartutorial
Grüsse
OLPE
Hallo,
weitere Anlagen und Systeme, hier mit Schwerpunkt auf den Frühwarnbereich:
UK Fylingdales Early Warning RAF
(The Ballistic Missile Warning Base)
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=gMJgSjRjfTI) Video I
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=zc5Woh3jPjc) Video II (etwas langgezogen ...)
U.S. BMEWS
The Story of the BMEWS System (Ballistic Missile Early Warning System Atomic Bomb Civil Defense)
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=JetIk4HQb1I) Video I
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=NatRwnlBw-A) Video II
Grüsse
OLPE
Hallo,
aus naheliegendem Anlass hier einige Ausführungen zum russischen Raketen-Frühwarnradar ,,Voronezh-DM/-M/-VP" (OTH-Großradaranlagen; OTH = Over The Horizon – Überhorizontsysteme). Ukrainische Drohnen haben vermutlich zwei dieser Stationen angeflogen (Orsk bei Orenburg und Armavir bei Krasnodar) und eine beschädigt (Armavir). Die Armavir-Station hat zwei ,,Spiegel" und Ausrichtungen nach Süd-West und Süd-Ost. Insgesamt sind 7 dieser Systeme in Dienst, zwei im Bau und eines in der Planung. Sie dienen zur frühzeitigen Erkennung von anfliegenden ballistischen Raketen und Sprengköpfen, aber auch zur Ortung von Flugbewegungen innerhalb des Suchfeldes.
Daten der Radaranlagen:
--/>/> klick wikiGB (https://en.wikipedia.org/wiki/Voronezh_radar), englisch
Äußerungen von Oberst Marcus Reisner, Österreichisches Bundesheer (ab Minute 2:40)
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=KmNwGUZlHy4) Video
Das Radar:
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=tOnxbxr-2Go) Video I (vietnamesisch ... :-) ...)
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=LCJt5R3s50M) Video II (englisch)
Soweit.
Grüsse
OLPE
Hallo,
... hier ein technisch hochentwickeltes Rundsichtradar aus WKII:
FuMG 404 ,,Jagdschloss" – Stellung bei Berlin
Auch wenn die hier vorgestellte Funkmessanlage nicht zur Marine gehört, fußt sie als Entwicklung der GEMA auf der Produktpalette dieser Firma sowohl für den maritimen als auch für den Luftwaffenbereich. Es handelt sich um die Rundumsichtanlage FuMG 404 ,,Jagdschloss". Eine dieser Stationen befand sich im Dorf Tremmen knapp 20 km westlich von Berlin (bezogen auf die heutige Stadtgrenze bei Staaken) sowie deren Vorgängeranlage FuMG 403 ,,Panorama" (in der Literatur auch ,,DeTe-Panorama", oder auch ,,Panorama"-Tremmen bezeichnet). Beide werden in Quellen auch als Versuchsanlagen geführt.
Diese FuMG-Stellung in Tremmen mit dem Namen ,,Trampeltier" des Luftnachrichtenregiments 221 sicherte mit einer anderen Rundsichtanlage in Werneuchen und Weesow (u.a. Stellung ,,Bär A", ,,Propeller") zusammen mit weiteren herkömmlichen Flugmeldestationen den Luftraum von Berlin vor anfliegenden Bomberverbänden.
Aufgebaut wurde die Tremmen-FuMG 1941 (nach von Kroge: GEMA) auf einem gemauerten Turm auf dem Thyrowberg östlich des Ortes. Warum ist ausgerechnet der Thyrowberg in Tremmen ausgesucht worden, obgleich er mit 57m beileibe nicht der höchste in der Gegend ist? Durch Tremmen verlief eine damals wichtige Kabelverbindung: das Fernkabel FK 503 Berlin-Hamburg (Teil des Breitbandkabelsystems mittels Trägerfrequenzgerät der Deutschen Reichspost ,,Landbriefträger" – u.a. für Fernsehübertragungen geeignet und gedacht). Im Ort stand eine von mehreren Verstärkerstationen (alle 17,5 km). Die Daten der FuMG 403/404 sind während des Krieges über dieses Kabel an die Leitstelle der 1. Flakdivision im Leitbunker (L-Turm) neben dem Zoobunker (G-Turm) gesendet worden.
Die FuMG 403 ,,Panorama" hat eine luftwiderstandsarme, mit vertikal polarisierten Dipolen ausgestattete Antenne, während die FuMG 404 ,,Jagdschloss" (also eher die Serienausfertigung) eine Gitterantenne mit horizontal polarisierten Dipolen besitzt. Auf der Antenne aufgesetzt ist die Kennungsantenne mit vertikal polarisierten Dipolen zu erkennen. Die Anzeige der Ziele erfolgte auf einem 360°-Rundsichtschirm (,,Sternschreiber", engl.: PPI – Plan Position Indikator), so dass sich nicht nur die Luftlage darstellen ließ, sondern auch die Flugwege der einfliegenden Verbände auf dem Sichtgerät relativ einfach erkannt und verfolgt werden konnten.
--/>/> klick wiki DE"Jagdschloss" (https://de.wikipedia.org/wiki/Jagdschlo%C3%9F_(Radar))
Ende Juni habe ich mir bei einer mehrtägigen Fahrt ,,Rund-um-Berlin" das Areal mal angesehen und hatte Gelegenheit, mit dem Museumsleiter des Dorfmuseums zu sprechen. Die Anlage überstand die Kampfhandlungen 1945, wurde nach dem Krieg abgebaut und in die Sowjetunion abtransportiert. Dort verliert sich die Spur. Der Turm wurde später gesprengt und diente als Abenteurerspielplatz für die Kinder. Die Reste sind dann mit Schutt und Erde zugedeckt worden. Eine interessante Infotafel auf dem Hügel gibt Auskunft darüber. Einige Betonreste, knapp zu erkennen, lassen den Wanderer (oder heute besser den E-Bike-Touristen) ahnen, dass es sich nicht nur um einen Aussichtspunkt handelt.
Leider gibt es nur sehr wenige Bilder von der FuMG. Unten einige zur Ansicht. In der – bereits mehrfach genannten – mehrteiligen britischen Dokumentation ,,The secret war" ist eine ganz kurze Sequenz der sich drehenden Antenne enthalten, einschließlich des Panoramabildes auf dem Sichtschirm.
Hier ein link, siehe ab Minute 45:22:
--/>/> klick (https://www.dailymotion.com/video/x123k8x) ,,Jagdschloss"
Unten einige Fotos von der alten Anlage 1*) und Impressionen vom Thyrowberg bei Tremmen 2*).
Q Bilder:
1*) topwar.ru; discaircraft.greyfalcon.us; forum.axishistory.com, armedconflicts.com; cdvandt.org; deutschesatlantikwallarchiv.de; RL 2-V/216 ,,Jagschloss Lehrunterlagen I und II"; RL 2-V/44 ,,Jagschloss, vorläufige Kurzbeschreibung und Bedienungsanweisung"; Slg. OLPE
2*) OLPE
Soweit für den Moment.
Grüsse
OLPE
... Bildteil 2: der Thyrowberg bei Tremmen ...
Seeehr interessant wieder - danke Olpe! Gruß Frank
Hallo,
Zitat von: Leopard2A6EX am 23 Juli 2024, 22:06:38Seeehr interessant wieder - danke Olpe! Gruß Frank
... :MG: ...
Kommst Du mit zum "Funkmesstreffen" in Warnemünde am 11.09.2024?
--/>/> https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=40803.msg448321#msg448321 (https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=40803.msg448321#msg448321)
Derzeit 3 mögliche Teilnehmer: Reinhard (@Hägar), Reinhard (@Schlpr11), Olaf (@OLPE). Vielleicht finden sich noch mehr Interessenten: z.B. Frank (@fsimon) u.a. ... Wäre prima ... :O/Y ...
Soweit.
Grüsse
OLPE
Hallo,
Zitat von: olpe am 24 Juli 2024, 20:41:34Kommst Du mit zum "Funkmesstreffen" in Warnemünde am 11.09.2024?
...
Derzeit 3 mögliche Teilnehmer: Reinhard (@Hägar), Reinhard (@Schlpr11), Olaf (@OLPE). Vielleicht finden sich noch mehr Interessenten: z.B. Frank (@fsimon) u.a. ... Wäre prima ... :O/Y ...
... Treffen muß leider wg. zu geringer Teilnehmerzahl verschoben werden ...
--/>/> https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?msg=450178 (https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?msg=450178)
Grüsse
OLPE
Hallo,
... weitere Episoden aus der Radargeschichte:
Radargelenktes Feuer britischer Kriegsschiffe im WWII (Radar Gunnery | Secret 1943 Surface Combat Training Film)
Abläufe beim Radarschießen 1943 werden verständlich dargelegt (in engl.), Filmqualität ist relativ hoch ...
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=t-fJ255jMH4) Video
DOUGLAS F-4J PHANTOM AWG-10 GUIDED MISSILE TRIALS PT. MUGU, CALIFORNIA
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=kkRpqGTeDLE&t) Video (bei Bedarf "zurückspulen" ...)
Grüsse
OLPE
Danke Olpe - sehr interessant wieder!
Gruß Frank
Hallo zusammen,
Kann mir jemand die Frage beantworten, welche Funkmeßgeräte zwischen Oktober 1942 und März 1943 in Vorpostenboote eingebaut worden sind?
Nach den Ausführungen von Trenkle: Die deutschen Funkmeßverfahren bis 1945, Ulm 1986, S. 139, scheidet FuMO 62 "Hohentwiel S", an das ich zunächst gedacht hatte, aus, da es offenbar erst zu einem späteren Zeitpunkt zum Einsatz gekommen ist. Waren es Geräte aus der "Seetakt"-Reihe trotz der nach meinem laienhaften Verständnis großen Antennen (Trenkle, S. 116-134)?
Viele Grüße
Violoncello
Hello
From Axis forum. https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=61&t=164713&start=120
regards
PS
Hi PS,
thank you very much for the pic. It seems to be a "Seetakt" type FuMO 4, but I´m not sure. Perhaps someone from the specialists can identify it.
Best regards
Violoncello
Hallo,
Zitat von: PS am 31 August 2024, 13:19:19From Axis forum. https://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=61&t=164713&start=120
... danke @PS für den link und das Bild ... :MG: ...
Zitat von: Violoncello am 30 August 2024, 17:17:22Zitat von: Violoncello am 31 August 2024, 16:51:55thank you very much for the pic. It seems to be a "Seetakt" type FuMO 4, but I´m not sure.
... ich würde die Antenne auf dem Bild als zum FuMO 21 (FMO 39 G (gL)) zugehörig ansprechen ...
Zitat von: Violoncello am 30 August 2024, 17:17:22Kann mir jemand die Frage beantworten, welche Funkmeßgeräte zwischen Oktober 1942 und März 1943 in Vorpostenboote eingebaut worden sind?
... leider habe ich keine Primärunterlagen zur Beantwortung dieser Frage gefunden, auch keinen zeitlichen Hinweis, wann Vorpostenboote mit FuM bestückt wurden. Trenkle bezieht sich in beiden Ausgaben (1979, S. 174ff und 1986, S. 144) auch auf das FuMO 72 ,,Lichtenstein B/C" mit Reflektorwand 1,6x1,3m auf V-Booten, speziell auf ,,VP 1107". Es sollen aber letztlich nur 3 Geräte zum Einsatz gekommen sein. Der Zeitbereich des Einrüstens ließ sich leider nicht ermitteln. Ja, und FuMO 62 ,,Hohentwiel S"-Geräte kamen wohl erst ab März 1944 für kleinere Einheiten zur Anwendung.
Soweit.
Grüsse
OLPE
Hallo Olpe,
herzlichen Dank für die Richtigstellung in der Bestimmung des FuMG auf dem von PS gezeigten Foto.
Zum "Lichtenstein B/C": Ich hatte das Lesen des Absatzes im Trenkle leider gleich in der ersten Zeile abgebrochen, als ich die Zeitangabe "Ende 1943" gelesen und damit übersehen habe, dass sie sich auf die Ablösung durch Nachfolgegeräte bezieht ...
Damit dürfte dein Hinweis auf "Lichtenstein B/C" zutreffend sein. Konkret ging es mir bei meiner Suche um den Einbau in "Schiff 24". Ehemalige Angehörige des Schiffs erinnerten sich Jahrzehnte nach Kriegsende, dass der vordere Mast für den Einbau durch einen Dreibein-Mast ersetzt worden sei. Das Foto bei Trenkle über den Einbau in ein Vorpostenboot zeigt wohl ebenfalls den Ausschnitt eines Dreibein-Masts. Bei Funkmess-Übungen mit "S 69" und "S 108" im April 1943 konnten die Schnellboote erst auf eine Entfernung von 29 hm erfasst werden. Bei gemeinsamen Übungen mit Jagdflugzeugen und Schnellbooten wurden die "angreifenden" Jäger früher erkannt, als die Schnellboote.
(BArch RM 102/3740, S. 203, 209)
Mit den besten Grüßen
Violoncello
Hallo Allerseits,
eine kleine Ergänzung noch zu dem Seetakt-Gerät auf dem VP-Boot, welches in dem anderen Forum gezeigt wird: Von den Vorserienmodellen FuMG 39 wurden nach der Dete-Nah-Geräteliste des OKM zwischen November 1939 und Juni 1940 insgesamt 31 Gerätesätze an die Marine ausgeliefert und zwar zuerst an die allergrößten Einheiten. Erst im April 1941 war deren Ausstattung soweit vollständig abgeschlossen, so daß von da an auch kleinere Einheiten wie U-Boote und dgl. ausgerüstet wurden. Zu dem Zeitpunkt wurden aber schon die Serienmodelle FuMG 40 ausgeliefert, so daß es sich bei dem Gerät auf dem VP-Boot aller Wahrscheinlichkeit nach um ein (erst später so genanntes) FuMO 24 handeln dürfte.
Grüße
Hallo nochmals,
Zufallsfund: Ist das hier bekannt? Lichtenstein-Antenne auf VP-Booten in verschiedenen Ausführungen. Zeichnungsdatum ist wohl der 31.02.43 Dieses Ei auf der Rückseite der Antenne war hier kürzlich irgendwo anders auch schon zu sehen, da ging es um ein italienisches Boot...
Nach den Funkmessakten waren Ende 1942 keine U-Boot-Geräte lieferbar, ebensowenig ein Luftwaffengerät. Das Hohentwiel wurde gerade erst erprobt und das "G 40"-Gerät, gemeint ist das FuMG 40 von der Gema wurde als zu schwer erachtet. Vielleicht war das die Erfahrung auf dem oben abgebildeten Boot...
Grüße
Gabler
Hallo Gabler,
danke für das Einstellen der Zeichnung. Sie vermittelt einem Laien wir mir eine gute Vorstellung vom Einbau. Wichtig für mich auch das Datum und die Tatsache, dass die Zeichnung aus einer Akte des Marinegruppenkommandos Nord stammt.
Viele Grüße
Violoncello
Hallo Frank,
... prima Fund! ... :TU:) :MG: ...
Hier hatten wir u.a. über die "Antenne mit dem Ei" bereits mal diskutiert ...
--/>/> https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=39601.0
--/>/> klick Bild UJ-6070 "CETONIA" (https://wrecksite.eu/img/wrecks/uj_6070_cetonia.jpg)
Soweit.
Grüsse
OLPE
N´Abend olpe,
danke, ja genau der war das. Kürzlich :-o Ist auch schon wieder ein Jahr her.
Violoncello
Von der Entwurfskizze bis zur Montage dauert es ja immer noch etwas, aber daß es dann bis Jahresende gedauert haben soll und daß es nur drei Geräte gewesen sein sollen, ist schon seltsam wenig. Die Luftwaffe wird ja nicht nur drei Geräte gehabt und geliefert haben...
Daß die Flugzeuge früher als die Schnellboote erkannt wurden, verwundert wiederum nicht wirklich. Das Lichtenstein-Gerät war schließlich ein Luftzielgerät. Damit sollten eigentlich die englischen Bomber gefunden werden.
In der Zeichnung sind übrigens zwei verschiedene Antennen als Silhouette dargestellt. Die kleinere ist die 1,6x1,3m-Antenne, dazu noch eine zweite, deren Breite sich aus dem Abstand des Drehpunkts auf den Mastausleger ("Konsol") zum Mast ergibt, welche mit 1400mm bemaßt ist. Demnach müßte die größere Antenne etwa 2,6x1,3m groß gewesen sein. Von einer Realisierung ist in der Literatur aber keine Rede.
Den Begriff Seezielgranatensammelkasten hat Trenkle wohl von Kplt. Müller, seinerzeit Führer der S-Boote am Kanal. Dort wurde im August 1942 ein erstes Lichtensteingerät fest auf einem S-Boot eingebaut mit dem dem Ergebnis, daß die britische Artillerie sich stets auf diese armen Schweine einschoß...
Nachzulesen ist das ganze übrigens in den Vortragsunterlagen der OKM-Tagung zum Ortungswesen am 09./10.3.44 in Eberswalde, Kapitel V:
https://www.cdvandt.org/okm-tagung_1944.htm
Wenn also auf S-Booten das Lichtensteingerät ab August zum Einsatz kam, dann vielleicht auch ein VP-Boot oder ein Hilfsschiff...
Grüße
Gabler
:laugh: Also 31.02.43 kann dann doch nicht sein, fällt mir gerade auf... es heißt wohl 3/2 43. In dem Feld rechts daneben steht 3/II...
Hallo,
aus dem aktuellen und historischen Geschehen rund um Radar hier weitere zwei posts:
Aktuell: Elektronische Kriegsführung: Schlüsseltechnologie im Ukraine-Krieg, Oberst Reisner und Major Schmidt von der Theresianischen Militärakademie Wiener Neustadt
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=UTCvxFKW840) Elektronische Kriegsführung
Gute Erklärung der Thematik, einschließlich der Darlegung russischer Electronic Warefare-Systeme
History: Nike Zeus Missile System mit den dazugehörigen Radaren
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=IcyBBSZJURk) Nike Zeus
Entwicklung und Einsatz dieses Luftabwehrsystems
Grüsse
OLPE
Hallo,
weitere Mosaiksteine der Radargeschichte:
Radarturm von Weesow bei Werneuchen in Brandenburg
Neben dem Radarturm in Tremmen westlich von Berlin (siehe --/>/> https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?msg=449876) existieren noch weitere Relikte der damaligen Luftabwehr im WKII, so der Radarturm von Weesow nordöstlich von Berlin. Auf diesem Turm wurde von der Firma Lorenz 1943/44 eine Rundsicht-Versuchsanlage (Panorama-Anlage) mit der Bezeichnung ,,Propeller" eingerüstet, obgleich die (zu erkennende) Antennenform nicht so wirklich wie ein Propeller aussah. Aus nicht geklärter Ursache brannte die Anlage allerdings ab ...
--/>/> klick (https://www.luftbildsuche.de/info/luftbilder/umbau-beton-turmes-formals-militrisch-genutzen-liegenschaft-radarturm-weesow-weesow-brandenburg-deutschland-141678.html) Radarturm Weesow, euroluftbild
--/>/> klick (https://de.wikipedia.org/wiki/Radarturm_Weesow) Radarturm Weesow wikide
--/>/> klick (https://www.google.de/maps/@52.6530758,13.719108,206m/data=!3m1!1e3?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI1MTAxNC4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D) Google Maps
Ein Bild des Turmes mit Antenne (das einzige, welches in der Literatur kursiert), kann ich aus urheberrechtlichen Erwägungen leider nicht einstellen. Siehe aber [Trenkle] ,,Die deutschen Funkmessverfahren bis 1945" Ausg. 1979, S. 77.
Französisches OTH-Radar (over-the-horizon) ,,Nostradamus"
In diesem Clip ist in einer Sequenz zu erkennen, was die Operatoren an Zielen auf dem Bildschirm sehen können - obgleich diese hunderte oder gar tausende Kilometer entfernt sind. Die Ionosphärenreflexionen machen es möglich, die dazu nötigen Computerkorrekturen der Signale an den F-Schichten sind sicher sehr umfangreich.
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=UDnPS6U5JX4) youtube ,,Nostradamus"
Grüsse
OLPE
Hallo,
Frank (@Gabler) schrieb hier --/>/> https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?msg=468306 über das Flakleitgerät FuMO 201 (202) bzw. "Flakleit 41 g".
Zitat von: Gabler am 30 April 2026, 08:42:23Die Gema hat versuchsweise schon 1941 ein Flakleitgerät entwickelt, das "Flakleit 41 g"
Unten hierzu einige Bilder und Angaben aus eher ungewöhnlicher Quelle:
,,Deutsche Land- und Seefunkmesstechnik" in: ,,Übersicht von Trophäentechnik" Band 13 vom Komitee für Funkmess beim Ministerrat der UdSSR, 1947 («Германская Радиолокационная Техника на суше и на море», «Обзор трофейной техники», Выпуск 13, Комитет Радиолокации при Совете Министров Союза ССР).
Wie in anderen Ländern wurde Kriegsbeute auch in der Sowjetunion ausgewertet, analysiert und zu verschiedenen Zwecken (Forschung, Lehre, Nachbau etc.) publiziert. Die Bilder des FuMO 201 sind qualitativ leider ziemlich Grotte, trotz Bildverbesserung. Aber nichtsdestotrotz geben sie einen Überblick über den Gerätebestand der Anlage.
Daten:
- Arbeitsfrequenz: 81,5 cm
- Impulsleistung: 14 kW
- Tastfrequenz: 500 Hz
- Impulslänge: 2 µs
- Reichweite gg. Flugzeuge: 25 km
- Reichweite für genaue Koordinatenbestimmung gg. Flugzeuge: 15 km
- Genauigkeit der Entfernungsmessung: ± 50 m
- Genauigkeit der Peilung: 0,25°
Noch einige weitere Angaben aus dem o.g. Buch:
Die stationäre Küsten-Funkmessanlage für die Geschützsteuerung von Flak-Batterien ,,FuMO 201" wurde von der Firma GEMA gefertigt.
Die Station wurde zusammen mit den Entfernungsmessposten der Küsten-Luftabwehrbatterien aufgestellt. Antennen und Sender befinden sich auf dem drehbaren Turm eines optischen 9m-Entfernungsmessers.
Das Antennensystem besteht aus drei eigenständigen Antennen vom Typ ,,Telefunken": eine Sendeantenne, eine Empfangsantenne für die Seitenpeilung und eine Empfangsantenne für die Höhenpeilung. Die Sendeantenne sowie die Empfangsantenne für die Seitenpeilung sind fest miteinander verbunden und schwenkbar in der im Bereich von 0°-50°. Die Antenne für die Höhenpeilung besitzt einen unabhängigen Antrieb in der Vertikalebene in den Grenzen von -5° bis 82,5°. Die Drehung aller Antennen im Seitenwinkel erfolgt durch die Bewegung des Entfernungsmessturmes.
Die (Geräte)blöcke der Station befinden sich in einem betonierten Raum zusammen mit den Gerätschaften für die Artillerie-Feuerleitung.
Die Station gibt die Schrägentfernung, den Seitenwinkel und den Höhenwinkel des Ziels aus. Die Datenübergabe in die Feuerleitgeräte erfolgt automatisch mittels synchron (Anm.: arbeitenden) Verbindungsgebern.
Die Blöcke (Anm.: Geräte) der Station ,,FuMO 201"unterscheiden sich nicht von den Blöcken der Station ,,Calais".
Interessant ist u.a. Bild ,,FuMO 201 Flakleit_Gerät B_1a.png" mit dem Buchstaben ,,B". Hier wird der Indikator des Höhenfinders dargestellt. Ein derartiges Gerät bzw. eine derartige Benennung mit ,,B" war mir von anderen FuMO bzw. FuMG nicht bekannt ...
Bilder:
- Bedienkonsole mit Handrädern(?)
- Gerät O: Entfernungsmessgerät mit Beobachtungseinsatz und Messkette
- Gerät R: Regel- und Sendernetzteil
- Gerät R: Regel- und Sendernetzteil Innenansicht
- Gerät Z: Frequenz- und Tastgerät
- Gerät B: Indikator für die Höhenermittlung
- Gerät P: Peilgerät
Die Geräte T Sendegerät und N Empfangsgerät sind in der Bildserie im Buch (leider) nicht enthalten. Zumindest der Sender befindet sich - wie Frank bereits beschrieb - in einem Gerätekasten außen neben der (Haupt)Antenne. Ob der Empfänger dort auch untergebracht war, bleibt noch zu recherchieren.
Soweit zu dieser Station.
Grüsse
OLPE
Eine interessante Akte der Funkmessgeschichte
Funkmessversuchstelle Göhren auf Rügen (Marine, Telefunken, Luftwaffe)
Hallo,
im Hinblick auf die Entwicklung der Funkmesstechnik im WKII in Deutschland ist eine interessante Location erwähnenswert: die Funkmessversuchsanlage in Göhren auf der Insel Rügen. In der
Akte ZA 9/40 (invenio.bundesarchiv.de) beschreibt ein (ziviler?) Ingenieur/Spezialist auf 19 Textseiten, 47 Seiten mit Fotografien und 26 Seiten handgefertigte Zeichnungen die einzelnen Anlagen (Gerätebeschreibungen, Bedienhinweise, Mannschaften). Die Ausführungen scheinen allerdings aus dem Gedächnis heraus formuliert zu sein und haben m.E. – gerade im Textteil – eher einen allgemeinen Charakter.
Gefertigt wurde der Bericht im Oktober 1945(!), Auftraggeber: anscheinend die damalige Rote Armee. Neben Anlagenbildern sind Fotos von besonderem Interesse, auf denen auch sowjetischen Militärangehörige (teils Marineleute/Offiziere) zu sehen sind. Diese Unterlage liegt in deutscher Sprache vor, eine handschriftliche Anmerkung in russischer Sprache ist zu sehen. Die Mappe kam dann wohl zu späterer Zeit wieder nach D zurück.
Unten nun einige Bilder. Sie sind vergrößert, bildverbessert und lotrecht gedreht. Die Beschriftung ist den Originalen entlehnt, in den Klammen Ergänzungen.
Von März 1944 bis Oktober 1944 stand die Versuchsstation direkt am Nordstrand von Göhren, also fast Meeresspiegelhöhe. Seit Oktober 1944 ist sie auf das ,,Göhrener Hövt" verlagert worden, Aufstellhöhe ca. 50m.
--/>/> Nordperd wiki
DE (https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6hren_(R%C3%BCgen)#/media/Datei:G%C3%B6hren,_Nordperd_(2011-05-21).JPG).
6 Geräte kamen zum Einsatz: ,,Seetakt" und ,,Flum" (Unterstellung Kriegsmarine, ,,Eisvogel" und ,,Rotterheim" (Unterstellung Fa. Telefunken), ,,Würzburg D" und ,,Mannheim" (Unterstellung Luftwaffe). Eine konkrete Zuordnung der allgemein verwendeten Benennungen zu den offiziellen FMG-Bezeichnungen ist schwierig, ich versuche es trotzdem mal:
Gerät Seetakt = ,,Calais A" (FuMO 1 ,,Calais") oder ,,Calais B" (FuMO 2 ,,Calais")
Gerät Flum = (Marine),,Freya" (FuMO 5 ,,Boulogne")
Zu den Bildern:
- Funkmessversuchsanlage. Teilansicht 1 (Flum, Flakleit ,,Würzburg", Seetakt, Flakleit ,,Mannheim")
- Funkmessversuchsanlage. Teilansicht 2
- Gerät Seetakt. Antennenseite (mit zwei deutschen Zivilisten und einem sowj. Marineoffizier)
- Gerät Seetakt. Eingangsseite Türen geöffnet (mit einem deutschen Zivilisten und einem sowj. Marineoffizier)
- Gerät Seetakt. Antenne abgenommen, Tragegerüst senkrecht
- Gerät Seetakt. Antenne abgenommen, Tragegerüst waagerecht
Der Marineoffizier auf den Bildern scheint ein Ingenieuroffizier zu sein, er trägt an der Uniform keine Ärmelstreifen.
Soweit erst mal für den Moment.
Grüsse
OLPE
PS: inwieweit die Anlage ,,Würzmann" auf dem Bakenberg (Mönchgut) in der Nähe von Göhren (ca. 6km Luftlinie südwestlich gelegen) etwas mit der Versuchsstation zu tun hatte, bleibt noch zu recherchieren ...
--/>/> https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?msg=458439
--/>/> https://www.google.de/maps/@54.3195268,13.6729893,8276m/data=!3m1!1e3?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI2MDcxNS4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D
Bilder Teil 1:
Bilder Teil 2:
- Gerät Flum. Antenne normal
- Gerät Flum. Antenne hochgedreht
- Gerät Flum. Eingangsseite, Türen geöffnet (gut erkennbar sind die horizontal polarisierten Breitband-Dipole. Der Rahmen ist m.E. eine Holzkonstruktion)
- Gerät Seetakt Antenne. Frontalansicht
- Gerät Seetakt Antenne. Rückansicht mit geschlossenem T-Gerät (Sender)
- Gerät Seetakt Antenne. Rückansicht mit geöffnetem T-Gerät (Sender)
Danke Olpe - wieder sehr interessant!!
Will Samstag wieder ne kleine Rügen-Tour machen - nochmal nach Sassnitz-Dwasieden zurück und über Göhren Richtung Tiessow. Göhren ist ein wunderschöner Touristenort heutzutage mit zT Steilküste bzw einigen steilen Hängen etwas weiter landeinwärts. Sowohl die Ostsee als auch der Greifswalder Bodden Richtung Peenemünde kann von hier erfasst werden.
Viele Grüße aus Stralsund - Frank
Hallo olpe,
vornweg: Hammer!
Die Verwendung der frühen FuMG39-Vorseriengeräte sind allesamt bekannt. Von den mobilen Drehständen wurden offenbar nur 4 Geräte überhaupt gebaut, die im übrigen noch die kleine Seeetakt-Antenne hatten. Alle weiteren Geräte mit 500Hz Tastfrequenz (FuMG40) hatten schon die breite Calais-Antenne.
Bei dem gezeigten Seetaktgerät handelt es sich also um ein FuMG40 G g(B) = FuMO 2 (Calais B) mit vergrößerter 2x6m-Calais-Antenne mit 2x16 Dipolen. Ein baugleiches Gerät ist in der Funkmessgerätekunde (MDV 971) abgebildet. Die Empfangsantenne ist nicht geteilt und der Gerätesatz enthält auch kein Feinpeil (P-Gerät).
Der geöffnete T-Schrank zeigt zudem zwei TS6-Senderöhren im Gegentakt. Das ist also ein Gerät nach dem Entwicklungsstand von 1940, lediglich der Sender wurde modernisiert. Oben rechts am Senderschrank übrigens noch ein ebenfalls nachgerüsteter Frequenzmesser TF 100 mit Einstellrad und Röhre zu sehen - also selbe Ausstattung wie auf PG.
Das zweite Gerät, die Flum-Anlage hat offenbar eine 8x5-Dipol-Breitbandantenne. Das ist noch interessanter, mal sehen, was sich da noch findet. Vielen Dank für den tollen Fund, werde mich da auch mal reinlesen!
Grüße
Gabler
Noch ergänzend:
Zum ersten Mal so detailliert fotografisch erfasst ist der Aufbau der Meßeinrichtung des NB-Einsatzes zu sehen. Dieser enthält zwei späte "Flatscreen"-Bistrahlröhren von Siemens. Auf der unteren ist ein Meßbereich von 200km aufgetragen, der Verfasser hat diese auch in seiner Skizze so angegeben, übrigens links dort zu sehen das Nullzeichen. Die obere Röhre hat, anders als das Gerät aus England, das seinerzeit von Artur Bauer auf der CDVandT-Seite beschrieben wird, keine vorgeblendete Skala, jedoch ist auf der nach links weggeklappten "Maske" nicht nur zum ersten Mal überhaupt der mit dem "Skala"-Drehrad verschiebbare vorgeblendete Schieber zu sehen, sondern oben auch noch ein vor dem "Übersichtsrohr Fein" vorgespannter senkrechter Faden erkennbar, der vom Verfasser als "Nullinie" bezeichnet wird, und der als Meßlinie für die genaue Einmessung des Zielzeichens dient. In seiner Skizze der Röhrenanzeigen hat er den Faden allerdings vergessen, wie übrigens auch in der Darstellung in dem Stanner-Buch, obwohl man eine Messlinie benötigt, um die Entfernung am oberen Rohr genau einzustellen, sonst ergäbe das zweite Rohr ja fast keinen Sinn.
Immerhin das haben wir nun mal dank olpes Entdeckung endlich aufgeklärt, wobei ich glaube, daß dieser NB-Einsatz aus dem Flum-/Freya-Gerät stammt und nicht aus dem Seetakt-Gerät. Dafür spricht der Meßbereich des NB-Rohrs von 200km, der für ein Seetaktgerät eigentlich unsinnig ist. Zumindest für die Bordgeräte war der Meßbereich auf 40km eingestellt, das reichte zum einen für Seeziele und sorgte für deutlich höhere Anzeigeauflösung. Beträgt diese bei dem 200km-Rohr +/-2,5km (in 5km-Schritten), was für Luftaufklärung der Flum-Geräte offenbar als ausreichend erachtet wurde, so liegt sie bei dem 40km-Rohr für die Bordgeräte bei +/-5hm (1km-Schritte), was für Navigation auf See erforderlich und sinnvoll erschien.
Es gibt noch eine weitere Unterscheidung der Flum- und der Bord-Seetakt-NB-Einsätze: Das Skalenrad für die hm-genaue E-Messung und die Anzeige zwischen den Röhren. Davon haben wir noch immer keine bildliche Darstellung, komme ggf. später darauf zurück. Das ist jedenfalls bei diesem Gerät anders.
Für die obere Röhre kann man anhand des in der Skizze offenbar (zu unserem Glück) sehr genau eingezeichneten Plexiglas-Schiebers den Ausschnitt im unteren Rohr zwischen 90km und 110km, also zu 20km ablesen, was den Quellenangaben (Stanner, v. Kroge) für die Freya-Geräte entspricht. Der im oberen Rohr gezeigte Ausschnitt hatte also eine 10-fache Vergrößerung (20km/200km). Gleiches gilt übrigens auch für die Bord-NB-Einsätze. Hier ist das Verhältnis 4km/40km.
Erstaunlich jedoch ,daß sich anhand der Antennenkonstruktion und der Aufnahmen des Gerätesatzes erneut zu bestätigen scheint, daß die mobilen "Calais"-Landanlagen offenbar nicht für Feinpeil vorgesehen waren. Da frage ich mich doch, mit welchen Geräten man die Feuerleitung der Küstenartillerie per Funkmess geleitet hat. Ein FuMO 2 kann es wohl nicht sein.
Was die 8x5-Breitband-Antenne für das Flum-Gerät betrifft, so schreibt der Verfasser, daß es sich tatsächlich um eine Experimentalkonstruktion handelt. Auf den Fotos im Gerätehaus sieht man den links an der Wand stehenden Sender, der aber nicht nach Hochleistungssender aussieht (kein Einstellrad zu erkennen) und im Empfängergestell "N" befindet sich ein "normaler" Empfänger, auch ohne die Möglichkeit, die Empfangsfrequenz zu variieren. Die Anlage selbst ist also auch nicht breitbandig.
Grüße und schönes Wochenende
Gabler
AN/TPY-2 des THAAD-Systems
Hallo,
auch moderne Radarsysteme können den Wettlauf mit Luftangriffsmitteln verlieren. Genau das geschah vor wenigen Wochen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Die U.S.-Anlage AN/TPY-2 des THAAD-Luftabwehrsystems (Terminal High Altitude Area Defense), disloziert auf der jordanischen Muwaffaq Salti Air Force Base, wurde durch iranische Flugkörper schwer beschädigt bzw. zerstört. Dieses hochwertige System dient(e) ja gerade dazu, anfliegende Raketen und Drohnen weiträumig zu erfassen und zu bekämpfen.
Hier dazu einige links und Infos.
Das Antennensystem des AN/TPY-2 (defencesecurityasia.com)
(https://i0.wp.com/defencesecurityasia.com/wp-content/uploads/2026/03/20260307_111552.jpg?w=1256&ssl=1)
Der beschädigte Antennenspiegel des AN/TPY-2 (defencesecurityasia.com)
(https://i0.wp.com/defencesecurityasia.com/wp-content/uploads/2026/03/unnamed-8.jpg?resize=750%2C430&ssl=1)
Und weiterhin:
--/>/> klick (https://de.wikipedia.org/wiki/Terminal_High_Altitude_Area_Defense) THAAD wikiDE
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=oT0IzYCJh0k) Raytheon Ballistic Missile Defense Systems
--/>/> klick (https://www.youtube.com/watch?v=ESjcL9abrGw) THAAD CNN-News18
Soweit.
Grüsse