Hallo,
über den Cushing-Zwischenfall habe ich im Netz nur wenige Informationen finden können. Auf JSTOR gibt es ein New York Times-Zusammenfassung mit dem Titel Falaba, Cushing, Gulflight (https://www.jstor.org/stable/45322198?seq=3), und in der Krieg zur See-Serie Handelskrieg mit U-Booten, Band 2 (https://archive.org/details/der-krieg-zur-see-1914-1918-der-handelskriek-mit-u-booten-book-2-ver-1.0/page/n1/mode/2up) etwas über den eigentlichen diplomatischen Zwischenfall. Im ersten Lusitania-Notenwechsel versicherte sich die deutsche Regierung die USA darüber, dass der Fall untersucht werde. Die nächste Note der Amerikaner vom 10. Juni 1915 begrüsst die deutsche Haltung, und sagt zu, dass sie ,,das vollständige Material über den Angriff auf den Dampfer ,,Cushing" unterbreiten" werden.
Kann man wissen wie es dann weiterging? Mit was für einem Ergebnis endete die deutsche Untersuchung? Wie erklärte der Pilot (und der Bombenwerfer) den Angriff?
Gruß
Andreas
habe ich im Netz nur wenige Informationen finden können Dann bleibt dir wohl nichts anderes übrig als in Freiburg, Berlin & London Akten und viel Literatur zu lesen. Haben vor dir Generationen von sich Kundigmachern auch so gehalten. Oder warte, bis so in ca. 20 - 50 Jahren alles "im Netz" steht. Hier und heute wird dir wohl nicht weitergeholfen werden können. 8-) PS: Was in "Home Waters" dazu steht ist grenzwertige britische Propaganda.
Danke für die Antwort. Doch ich weiss, dass es hier viele Experten vorhanden sind, und gerade betrefflich Marineflieger haben wir einen bestimmt. Ob er auch im Ersten Weltkrieg kundig ist, weiss ich nicht, aber irgendwie hoffe ich noch einige Informationen zu bekommen.
Unter "Home Waters" versteht man weiterhin ein Teil der "Naval Staff Monographs"-Serie. Die 19 Bänden entahltan 35 Monographien, neun tragen den Namen ,,Home Waters" und die bilden je einen Band (Bände X-XV, XVII-XIX.). Home Waters IV hat den Titel: ,,The First Phase of the Submarine Attack on Shipping in Home Waters, February to July 1915", enthält aber nichts über die
Cushing. Etwas interessantes wird aber im Band 19. (
The Tenth Cruiser Squadron (https://seapower.navy.gov.au/sites/default/files/documents/Naval-Staff-Monographs-1914-1916_4.pdf)) auf Seite 34 mitgeteilt:
Zitat,,A new development had arisen with regard to vessels from the United States. Two German oil-tankers, the Kiowa and Prometheus, changed their names and registry to Pioneer and Cushing, of New York, and came across under American colours with petrol for Sweden and Copenhagen. They were both stopped and sent in ; but the transfer of flag, though subsequent to the outbreak of war, was recognised on the grounds that the formei owners— the Deutsche Amerikanische Petroleum Gesellschaft— was a subsidiary of the Standard Oil Company. Consequently both vessels were released."
Das soll ungefähr im Februar oder März 1915 geschehen sein. Ob es hier um das gleiche Schiff geht? Beide sind Öltanker und kamen aus New York. Wurde vielleicht der Pilot so informiert gewesen sein, dass dieses einst deutsches Schiff von den Briten beschlagnahmt wurde, und deswegen gedacht hat, es segle unter falscher Flagge? Wie in der deutschen Note hiess, konnten solche Schiffe angegriffen werden, die sich ,,verdächtigt" machten. Das ist reine Spekulation, aber vielleicht weiss hier jemand Bescheid.
Andreas
Hallo Andreas,
zur Klärung deiner Fragen kann ich nichts Konkretes beitragen, an der Sichtung des diplomatischen Notenwechsels wird man vermutlich nicht vorbeikommen, da es sich bei der Frage wohl um ein echtes Minenfeld handelt. Ohne Sachkenner zu sein - mir war der Vorfall vor diesem Thema unbekannt - habe ich einmal in der 2. Auflage der deutschen Übersetzung der Arbeit des amerikanischen Historikers Charles Callan Tansill "America goes to war" nachgeblättert und bin auf folgende Ausführungen gestoßen:
"Während der Präsident [Woodrow Wilson] noch über den genauen Wortlaut einer Note an Deutschland als Protest gegen die Versenkung der `Falaba´ nachdachte, erhielt das Departement die Nachricht, am 28. April sei der amerikanische Dampfer `Cushing´ von einem deutschen Marineflugzeug angegriffen und am 1. Mai der amerikanische Tanker `Gulfbright´ torpediert worden. Menschenleben der `Cushing´ waren nicht zu beklagen [...]. Im Fall `Cushing´ teilte Admiral Behncke,der stellvertretende Admiralstabschef, Botschafter Gerard am 29. Mai mit, der Angriff sei ein `unseliger, nicht beabsichtigter Unglücksfall´ gewesen, der `sehr bedauert´ werde. [...].
Wie zu erwarten war, erregte der `Cushing´- und der `Gulfbright´-Zwischenfall den Zorn Lansings [Robert Lansing wurde am 9.6.1915 US-Außenminister]; umgehend sandte er eine Note an Sekretär Bryan [US-Außenminister bis 9.6.1915], in der er sofortige und durchschlagende Maßnahmen befürwortete. Der Angriff auf die `Cushing´ sei eine `noch offenkundigere Verletzung neutraler Rechte auf hoher See´ als die Torpedierung der ´Falaba´. Daraus gehe hervor, dass die Deutschen darauf abzielten, `sinnlos und unterschiedslos Schiffe ohne Rücksicht auf die Neutralität zu vernichten´".
(Tansill: Amerika geht in den Krieg, Stuttgart 1939, S. 209 f.)
Zumindest enthält das Zitat Hinweise, wo weiter nachgeforscht werden könnte.
Viele Grüße
Violoncello
Mal kurz was dazu: Die ganze Geschichte ist ohne die zeitgleiche Unterbindung des Baumwoll-Exports nach Deutschland und die Ausweitung der Embargoliste nicht zu verstehen. . Alles ein vereinter Versuch britischer und ihrer US-amerikanischer Unterstützung, das in großen Teilen recht diffuse Seerecht für ihre Interessen auszulegen. Vorstöße der Briten gegen den freien Schiffsverkehr der Amerikaner nach Deutschland, der auch zu US-Schiffsverlusten führte, Behinderung der freien Weiterfahrt in Dover und Schottland wurden recht halbherzig diplomatisch abgearbeitet. Alles, was Deutschland angelastet werden konnten (wie im gefragten Fall) massiv propagandistisch ausgenutzt. Dazu weiteres im politischen Archiv des Auswärtigen Amts, Berlin. Ich war als die noch in Bonn waren, öfters da und hatte ein recht hilfreiches Personal vorgefunden. US-Literatur hat, soweit ich sie gelesen habe, keine deutschen Quellen benutzt. Wie gesagt, ohne Quellenstudium bring es nix.
Danke Violoncello für die Informationen. Das Zitat in sich selbst war schon ganz hilfreich. (Buch nicht aus dem Jahre 1952?) Nun habe ich dann die Wörter "Behncke + Cushing" eingegugelt, wie immer mit einer Reihe von Suchergebnissen mit "Cushing-Syndrom". Dann aber ergänzt so: "Behncke + Cushing + 1915", und Volltreffer:
Cases arising under the German War-Zone Proclamation of February 4, 1915: Torpedoing of the "Falaba" and "Gulflight," attack on the "Cushing"—Cases arising under the British Order in Council of March 11, 1915: Detention of the "Seguranca" "Ogeechee," and "Joseph W. Fordney"—Note of April 28, 1915, to Germany asking diplomatic settlement of the "Frye" case—British prize-court rules (https://history.state.gov/historicaldocuments/frus1915Supp/subch26)
Sicherlich nicht alle Fragen beantwortet, aber hier wird einiges zum Thema geben.
Gruß
Andreas
Mit was für einem Ergebnis endete die deutsche Untersuchung? .. alles was du bisher so als Quelle dir ansehen willst, sind reine US Information und wohl kaum, was die deutsche Seite angeht objektiv . Da ist nix betr. deiner Frage nach den deutschen Untersuchungen zu finden. Wenn du dich aber- so scheint es- ausschließlich auf Internet verlassen willst, dann bleiben deine Fragen betr. deutscher Unterlagen wohl weiterthin oberflächlich und in der Sache unbeantwortet . Auskunft nur in den Akten des AA, Berlin, die es nicht im Internet gibt . In den erhaltenen Marine Akten wird sowas in den Anlagebänden behandelt und die gibt es nur noch in eingen Fällen.
moin,
aufgrund der angegebenen Angriffs-Position kann man vermuten, daß die beteiligten deutschen Luftfahrzeuge (ein Zeppelin und ein Flugzeug ?) mit hoher Wahrscheinlichkeit zum "Kommando des Luftfahrtwesens des Marine-Korps" in Flandern gehörten. Deren Einsätze im April 1915 werden in "Der Krieg zur See 1914-1918 - Der Krieg in der Nordsee", Band 4, im Kapitel "Flandern und der Seekrieg" auf Seite 118 beschrieben. Der Angriff auf die Cushing wird dabei nicht erwähnt.
Gruß, Urs
Lieber Urs, in der veröffentlichten deutschen Literatur ist nix zu finden. Auch das KTB-Flandern zeigt für den betreffenden Vorfälle nix an. Der 1. Mai ist dann natürlich seitenlang abgehandelt. Nochmals: Solch brisanten Themen sind aktenmäßig bei den obersten Dienststellen und dem AA, selten bis nie im KTB. Auch haben in der Zwischenkriegszeit alle beteiligten Nationen kein Interesse gehabt, ihre wahren Absichten zu veröffentlichen. Nach 1945 war dann 14-18 für deutsche Marine-Historiker kein Thema mehr, sieht man von Jütländ, U-bootskrieg und Revolten einmal ab. In diesen hier betr. Fällen sind alle Details zw. Reichsleitung und Marine abgehandelt. Das Archiv des AA Berlin wird reichlich was haben. Jedenfalls konnte ich mich dort für die zeitgleiche US-Deutschland Baumwoll-Arie reichlich eindecken. Gruß aus BHV 8-)
Danke Urs für die Erklärung, KzS Bd. 4. soll ich mindestens nicht mehr zu diesem Thema nachschlagen. Habe einige Artikel bezüglich Marinekorps Flandern nachgeschaut, aber nichts zur
Cushing gefunden.
Urs, ich war zuerst auch verwirrt, um was für eine Maschine es hier geht, Luftschiff, Flugzeug (dann mit Räder oder Wasserflugzeug, oder vielleicht Flugboot). Bei Kapitän Herland soll ,,airship" ein Wasserflugzeug bedeuten, denn Admiral Behncke soll so formuliert haben (laut Botschafter Gerard):
ZitatIn this case the officer of the hydroaeroplane recognized no marks showing the ship to be a neutral and it was very much regretted that the attack had been made but it was hoped that it would be regarded as an unfortunate, unintentional accident. No damage had been made.
Meine Frage wäre noch, was für Flugzeug hatten die Marineflieger zu dieser Zeit in Belgien? Waren sie ausschließlich Friedrichshafen FF 29, oder waren auch andere Typen dabei?
Herr Langensiepen, ich freue mich für diese Quelle auch. Möchte mich nicht ausschließlich auf das Internet verlassen, deswegen habe ich hier nachgefragt. (Na ja, das ist sowieso Internet, aber hat jemand vielleicht etwas zu Hause auf dem Regal. Wie zum Beispiel Violoncello.) Die Krieg zur See-Serie hat fünf ,,Handelskrieg mit U-Booten" Bände. Die ersten drei sind im Internet aufzufinden, Band 4 und 5 aber nicht. Es kann sein, dass diese Bände etwas über die Untersuchung sagen. (Vielleicht hat jemand die auf dem Regal. Nur bei Wortverzeichnis nach
Cushing nachschauen...)
Leider kann ich nach Freiburg, Berlin etc. nicht reisen um diese Informationen einzusammeln. Bitte verzeihen Sie das mir.
Hallo Andreas!
Zitat von: Mark Alt am 10 Januar 2025, 00:12:58(...)
Die Krieg zur See-Serie hat fünf ,,Handelskrieg mit U-Booten" Bände. Die ersten drei sind im Internet aufzufinden, Band 4 und 5 aber nicht. Es kann sein, dass diese Bände etwas über die Untersuchung sagen. (Vielleicht hat jemand die auf dem Regal. Nur bei Wortverzeichnis nach Cushing nachschauen...)
(...)
Melde Vollzug! Zumindest in den Personen- bzw. Sachverzeichnissen beider Bände ist kein Eintrag zu Cushing zu finden.
Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Ich starte mal einen Versuch eine Einordnung: In der Zeit 8.1914 bis in das Frühjahr 1915 war die Haltung der US Regierung und ihrer Behörden in Fragen des freien Seehandels, teils verdeckt, teils offen, schon voll auf britische Linie eingeschwenkt (Sieh dazu auch meine Arbeit betr. Baumwolle im MNB) Dies zeigte sich bei der Unterbindung von Getreide - und Baumwolle Export in die Mittelmächte. Man wartete nur auf einen Zwischenfall der zum Abbruch der noch laufenden US Exporte nach Deutschland führen würde. Die Wertung in Berlin dieser Zwischenfälle ist nur im Gesamtkomplex der Deutsch-Amerikanischen Beziehungen zu verstehen. Falls es aus den letzten 50 Jahren deutsche wissenschaftliche Arbeiten gibt, in denen auf die Einzelfälle eingegangen wurde, würde es mich stark interessieren. Angelsächsische Arbeiten sind -so weit ich sie gelesen haben – kaum objektiv zu nennen.
Also nochmals: Für das, wie Berlin die Angelegenheiten behandelte sind in KTBs usw natürlich nix zu finden. Sollte es bisher keine brauchbare deutsche – ins Detail gehende – Literatur geben, bleibt nur das Archiv des AA Berlin . In Freiburg könnte etwas in einer der Stabsakten zu finden sein. In beiden Fällen in Ableitung der Worte unsres ersten Bundespräsidenten ,,Na, dann sucht man schön" 8-)
moin, Bernd,
Zitat von: beck.Schulte am 10 Januar 2025, 10:28:58Ich starte mal einen Versuch eine Einordnung:
:MG: top
Zitat von: beck.Schulte am 10 Januar 2025, 10:28:58Angelsächsische Arbeiten sind -so weit ich sie gelesen haben – kaum objektiv zu nennen.
Ja, leider :|
Das kenne ich aus der englischen Nachkriegsliteratur zu Schnellbooten : tapfere und einfallsreiche britische Seemänner, die gegen Deutsche kämpfen, die sich schnell zurückziehen, aber auf Schiffbrüchige schießen :roll:
Zitat von: beck.Schulte am 10 Januar 2025, 10:28:58Für das, wie Berlin die Angelegenheiten behandelte sind in KTBs usw natürlich nix zu finden.
Kann ich für KTBs nachvollziehen.
Aber der "Krieg zur See, Nordsee", Band 4 kam 1924 heraus.
Da war man doch schon (zumindest seitens der Reichsregierung) um Annäherung und Aufnahme in den Völkerbund bemüht ...
Nur die Reichsmarine scheint eine andere Melodie gespielt zu haben ...
Gruß, Urs
Das soll ungefähr im Februar oder März 1915 geschehen sein. Ob es hier um das gleiche Schiff geht? Beide sind Öltanker und kamen aus New York. Wurde vielleicht der Pilot so informiert gewesen sein, dass dieses einst deutsches Schiff von den Briten beschlagnahmt wurde, und deswegen gedacht hat, es segle unter falscher Flagge? Wie in der deutschen Note hiess, konnten solche Schiffe angegriffen werden, die sich ,,verdächtigt" machten. Das ist reine Spekulation, aber vielleicht weiss hier jemand Bescheid.
Ach Mensch, bring doch nicht alles durcheinander. Die beiden der DAPG gehörenden Tanker
waren in NY aufgelegt und wurden an die ,,Mutter" , die S.O. (Esso) verchartert oder verkauft (Habe die Infos. Z.Z. nicht zur Hand). Ein rechtlich einwandfreies und übliches Verfahren. Punkt.
..und son Pilot in 1915 konnte mit etwas Glück vielleicht feststellen, ob das ne Frachter oder ne Schlachtschiff war. Gezielte Suchaktion aus der Luft gab es nicht. Wie auch?
Zitat von: beck.Schulte am 11 Januar 2025, 11:20:17Ach Mensch, bring doch nicht alles durcheinander.
Dann handelt es sich um zwei verschiedene Öltanker mit den gleichen Namen?
Wie das? Es handelte sich um die beiden in NY aufgelegten Tanker aus Hamburg: KIOWA und PROMETHEUS.
Ein weiteres Mal: Die DAPG war zu 50% im Besitz der US Standard Oil . Da machte es Sinn, dass die in den USA aufgelegten Tanker an die ,,Muttergesellschaft" übertragen wurden (In welcher Rechtsform lasse ich mal hier aus) Aus der Prometheus wurde im Dez.1914 CUSHING und aus der Kiwo die Pioneer. Beide Dampfer kamen damit unter US-Flagge. Dazu brauchte es keinen britischen Geheimagenten, das waren alles in ,,internationalen Schiffskreisen" offen zugängliche Vorgänge.
Hallo zusammen,
um das "Na, dann sucht man schön" aufzugreifen:
in den Archivalien des Admiralstabs sind in BArch RM 5/4044 Notenwechsel mit den Vereinigten Staaten von Amerika betr. Handelskrieg mit U-Booten 1915-1917 überliefert. Ggf. findet sich hier auch etwas zu "Cushing". (BArch Freiburg)
In den Akten des Auswärtigen Amtes decken die Signaturen R 901/95942 den Fall "Falaba", R 901/85949 und 85950 den Fall "Lusitania" und R 901/85951 den Fall "Gulflight" ab. (BArch Abt. R Berlin Lichterfelde). Auch hier könnte man als "Beifang" auf Informationen zu "Cushing" zumindest hoffen. Eine eigene Akte gibt es wohl nicht.
Und natürlich bleibt noch das Politische Archiv des Auswärtigen Amtes...
Viele Grüße
Violoncello
Danke an Schorsch fürs Nachschlagen und an Violoncello für die weitere Informationen. Wenn jemand in Freiburg bzw. Lichterfelde vorbeigeht und ausser Interesse auch die Zeit hat ...
Zitat von: beck.Schulte am 09 Januar 2025, 16:18:17.. alles was du bisher so als Quelle dir ansehen willst, sind reine US Information und wohl kaum, was die deutsche Seite angeht objektiv. Da ist nix betr. deiner Frage nach den deutschen Untersuchungen zu finden.
[/quote]
Zitat von: beck.Schulte am 11 Januar 2025, 11:20:17..und son Pilot in 1915 konnte mit etwas Glück vielleicht feststellen, ob das ne Frachter oder ne Schlachtschiff war. Gezielte Suchaktion aus der Luft gab es nicht. Wie auch?
Wenn man den diplomatischen Verkehr der Amerikaner genauer mitliest, findet man doch Informationen über die deutsche Stellung etwa in diesem
Telegram (https://history.state.gov/historicaldocuments/frus1915Supp/pg_431), gesendet von Botschafter Gerard an Außenminister Bryan, 1. Juni 1915, worin die deutsche Antwort auf eine Note übermittelt wird:
Zitat (...) It has not yet been possible by means of an inquiry fully to clear up the case of the American S. S. Cushing. According to the official reports available, only one merchant steamship was attacked by a German flying machine in the vicinity of Nordhind Lightship. The German aviator considered the vessel as a hostile, and was forced to consider it as such, because it carried no flag and also because of no further recognizable neutral markings. The attack, which was carried into effect by means of four bombs, was of course not aimed at any American ship.
That, however, the ship attacked was the American steamer Cushing is not impossible, considering the time and place of the occurence; nevertheless the German Government accordingly requests the American Government to communicate to it the material which has been submitted for judgement, in order that, with this as a basis, it can take a further position in regard to the matter.
Die deutsche Seite sagt hier selbst aus, dass es hier um einen gezielten Angriff auf ein Handelsschiff geht. Der Pilot war also imstande, ein Frachter nicht mit einem Schlachtschiff zu verwechseln.
Auf Greatwarforum.org im Thread Ships damaged, attacked, sunk by aircraft in WW I (https://www.greatwarforum.org/topic/290308-ships-damaged-attacked-sunk-by-aircraft-in-ww-i/) wird der Angreifer gegen Cushing (wahrscheinlich) ein FF 29 angegeben. Datum falsch als 30 April angegeben.
25 Meilen von Antwerpen, 8 Meilen von Noordhinder Leuchtschiff entfernt soll der Angriff nach Kapitän Herland stattgefunden haben. Etwa nördlich der belgischen Küste muss hier der Tanker in eine östliche-nordöstliche Richtung gesegelt haben, um nach dem Reiseziel Rotterdam zu gelangen. Gegenrichtung zu England. Es genügte also den Piloten (angeblich) kein Kennzeichen auf dem Schiff ausmachen zu können, um den Angriff auszuführen. So sieht es mindestens sehr aus.
Ein Friedrichshafen FF29 Wasserflugzeug - ein Typ, der den Angriff doch nicht ausgeübt hat (!) - sah so aus:
(https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Friedrichshafen_FF.29_closeup.jpg)
Moin, moin,
ZitatAuf Greatwarforum.org (https://greatwarforum.org/) im Thread Ships damaged, attacked, sunk by aircraft in WW I (https://www.greatwarforum.org/topic/290308-ships-damaged-attacked-sunk-by-aircraft-in-ww-i/) wird der Angreifer gegen Cushing (wahrscheinlich) ein FF 29 angegeben. Datum falsch als 30 April angegeben.
das halte ich für unwahrscheinlich, denn diese waren unbewaffnete Seeaufklärer.
Die Seeflugstationen des Marinekorps Flandern (Marine-Landfliegerabteilung) waren mit C-Flugzeugen ausgestattet wie z.b. die DFW C-Typen (Aviatik C. VI), diese waren bewaffnet mit MG's und Bomben sowie Jagdflugzeugen, alles Landflugzeuge . Personal und Versorgung erfolgte über die 2. Seefliegerabteilung der Kaiserl. Marine.
Gruss
Redfort
Ein Friedrichshafen FF29 Wasserflugzeug sah so aus: Na, wenn Herr Mark Alt das so sieht dann muss es wohl eine FF29 sein. :-D
Danke Axel für die Informationen.
Nett Herr Langensiepen, dass sie sich über dieses Foto so gut amüsieren – aber sicherlich nicht so sehr, wie ich über Ihren Falaba-Artikel 😉
Immerhin habe ich hingeschrieben, dass wahrscheinlich so ein Flugzeug war der Angreifer. Steht im Text auch so. Solche Informationen, in denen sogar das Datum verfehlt ist, behandle ich sowieso mit Vorbehalten. Obwohl FF 29 unbewaffnet war, habe ich es für möglich gehalten, einen einfacheren Bombenangriff ausüben zu können, wie am Anfang dieses Krieges mit Hand die Bomben runterschmeißen, oder mit einem gebastelten Auslösevorrichtung. Über Marineflieger weiss ich so gut wie nix, verzeihen Sie mir bitte.
Zum Glück aber ist ein Experte in diesem Bereich im Forum tätig und auch wenn er vieles (noch) nicht Bescheid sagen kann, kann er mitteilen wie es sicherlich nicht war...
aber sicherlich nicht so sehr, wie ich über Ihren Falaba-Artikel
Dirk Nottelmann und ich würden uns sehr freuen, wenn du trotz fehlender Sachkenntnis ruhig hier einmal die Gründe deiner Erheiterung betr. unseres FALABA Arbeit mitteilen kannst. Hat uns jedenfalls noch keiner unterstellt. Na ja, warum ich so erheitert betr. deiner Aussage FF29 bin ? Nun das Flugzeug ist , kein FF29, auch wenn du es als solches betitelst. Ist nicht das erste Mal. Du gibst hier ständig ,,Tatsachen" von dir (100% Internet ohne Quellenkritik, ohne eigene Forschung) die nicht solche sind. darum dies 8-)
Ich bitte darum, persönliche Angriffe zu unterlassen und, wenn überhaupt, dann per PN und nicht coram publico auszutragen.
Axel
Zitat von: beck.Schulte am 16 Januar 2025, 14:36:25aber sicherlich nicht so sehr, wie ich über Ihren Falaba-Artikel
Dirk Nottelmann und ich würden uns sehr freuen, wenn du trotz fehlender Sachkenntnis ruhig hier einmal die Gründe deiner Erheiterung betr. unseres FALABA Arbeit mitteilen kannst. Hat uns jedenfalls noch keiner unterstellt.
Es gibt ein anderer Thread mit dem Titel
Neuer Fachartikel: Langensiepen/Nottelmann - Die Versenkung der FALABA (https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=40640.0) im Forum, wo über diesen Artikel diskutiert wurde/wird. Dort habe ich manches mitgeteilt, und kann jeder mitlesen, wer möchte. Dort haben sie früh mitgeteilt (#9), dass Sie nichts mehr zum Thema schreiben möchten. Wäre erfreulich, wenn die hier angesprochene Wende ernst wäre.
Zitat von: beck.Schulte am 16 Januar 2025, 14:36:25aber sicherlich nicht so sehr, wie ich über Ihren Falaba-ArtikelNa ja, warum ich so erheitert betr. deiner Aussage FF29 bin ? Nun das Flugzeug ist , kein FF29, auch wenn du es als solches betitelst.
Das Foto ist so betitelt im Wikimedia Commons in der Kategorie
Friedrichshafen FF.29 (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Friedrichshafen_FF.29) mit weiteren vier Bildern. Die Flugzeuge sehen auf den ersten Blick sehr ähnlich aus, so dachte ich eins hier zeigen zu können. Ja, das ist nicht das erste mal, das im Internet (darunter in Commons) ein Foto falsch betitelt wird. Das ist nicht mein Fehler. Meine Absicht mit Beifügen von solchen Fotos – genau deswegen – ist es auch, dass Fachkenner ihre Bemerkungen dazu machen können, gegebenenfalls erklären, ob das Foto zum Thema gehört, oder nicht. Auch aus dieser Hinsicht danke für die Information.
Zitat von: beck.Schulte am 16 Januar 2025, 14:36:25Ist nicht das erste Mal. Du gibst hier ständig ,,Tatsachen" von dir (100% Internet ohne Quellenkritik, ohne eigene Forschung) die nicht solche sind. darum dies 8-)
Tatsachen werden nicht mit den Ausdrücken wie ,,das ist reine Spekulation", ,,wahrscheinlich" oder ,,mindestens so sieht es aus" begleitet. Ich bin hier, um Informationen zu sammeln und lasse mich gerne belehren.
Wenn es nicht das ,,erste Mal" war, dann können Sie mich auch nachträglich darauf aufmerksam machen. Bitte tun Sie so mit genauer Bezeichnung des Problems, damit darüber diskutiert werden kann.
Ich sach dann man Tschüs