Kollegen,
ich habe folgende Information gefunden:
Sunk at 1145hrs on 10 June 1944 in the Bay of Biscay west of Brest, in position 48.31N, 05.11W, by depth charges and strafing from a British Liberator (206 Sqn RAF/K) and four British Mosquito aircraft (248 Sqn RAF/S, T, V & W). 50 dead and 1 survivor.
https://uboat.net/boats/u821.htm#google_vignette
Bitte teilen Sie mir mit, ob bekannt ist, welchen Schaden das U-Boot durch den Beschuss von vier Mosquito-Flugzeugen erlitten hat, was die Besatzung zum Verlassen des Schiffes zwang und mit welchem ��Boot die Opfer gerettet wurden – es nahm die gesamte Besatzung des U-Boots auf und schoss eine Mosquito ab.
moin,
Zitat von: cam am 09 Februar 2026, 23:13:581 survivor ...
... mit welchem ��Boot die Opfer gerettet wurden – es nahm die gesamte Besatzung des U-Boots auf
Ist das nicht ein Widerspruch in sich ?
Gruß, Urs
Aus HMA-Projekt DUIKBOOT (https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?neu=1&active_duik=search):
10.06.1944 / 12u05 Angriff von 4 Mosquitos der 248.SqRAF in Quadrat BF28: Verwundete, einige Mann über Bord gegangen, Beschädigungen.
10.06.1944 / 12u24 versenkt durch Fliegerbombe von Liberator K der 206.SqRAF westl. Brest, 48.31N-05.11W (BF28), 50 Tote, 1 Mann gerettet.
In DUIKBOOT stoße ich auf kein U-Boot, das zu Hilfe hätte eilen können.
Es gibt eine sehr eingehende Schilderung des Angriffs des Führers des Mosquito-Verbandes, FL S.G. Nunn der Maschine "T" (LR347) in dem Buch "Search, Find and Kill" von Norman Franks. Die Schilderung endet wie folgt:
"All that remained on the surfacce was a zig zag oil slick and a number of black blobs, which were survivors some distance from where the D/Cs had been dropped. Sadly, those in the water who had managed to survive thus far were to suffer further desaster later in the afternoon."
Am Nachmittag endeckten 6 Mosquitos der 248. Squadron westl. Brest eine "Motor Launch" (ich denke, gemeint ist ein Hafenschutzboot oder dergl.), offenbar mit einer Anzahl Überlebender an Bord. Eine Mosquito (FL E.H. Jeffreys), wurde beim Überflug in geringer Höhe durch Fla-Geschütz im Backbord-Motor getroffen und machte eine Crash-Landung auf dem Festland. Die anderen Mosquitos attackierten und versenkten die Motor Launch. Nur 1 verwundeter Seemann überlebte.
(Search, Find and Kill, page 164)
In meiner Liste der Hafenschutzboote finde ich keinen Verlust am 10.06.1944.
Aus der umfangreichen Liste der Besatzungsmitglieder von U 821 in der HMA Crew Liste kann ich leider nicht herausfiltern, wer die Katastrophe überlebte.
Kann Jemand helfen ?
Link zu Angriff wie dokumentiert in TNA AIR15/140. (https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=41503.msg454856#msg454856)
RAF-Film-Aufnahmen vom Angriff: https://www.iwm.org.uk/collections/item/object/1060018319
Zu m Vorfall meldet das KTB SKl folgendes:
ZitatBei Ouessant wurde U 821 von 4 fdl. Flugzeugen angegriffen und versenkt, nachdem es nach langer U-Jagd wegen Batterieerschöpfung zum Auftauchen gezwungen war. Zur Hilfeleistung eingesetztes Seenotboot wurde 1431 Uhr gleichfalls von Feindflugzeug versenkt. Zur Rettung der Besatzungen sind 4 M-Boote aus Brest ausgelaufen.
Hinweis von Darius: "Bei dem Seenotboot handelte es sich um FL.R 105 (https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/luftwaffen_schiffe/ausgabe.php?where_value=506)
Fand gerade diesen Eintrag in der HMA CREW-LISTE:
BtsMt DIETRICH, U 821. VIIC. unter Oberleutnant zur See Ulrich Knackfuss, lief am 06.06.1944 von Brest aus. Das Boot operierte, beim Beginn der Alliierten Invasion, in der Biscaya und vor Brest. Nach 4 Tagen wurde U 821 von Flugzeugen versenkt. 1 Überlebender, only surv. swam to the coast. See Dietrich's story at; http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/U_821
Unter der URL des Quellenhinweises kam diese Meldung:
Dietrich,
Aus U-Boot-Archiv Wiki
Diese Seite enthält momentan noch keinen Text und du bist auch nicht dazu berechtigt, diese Seite zu erstellen.
Hab den Bericht doch noch gefunden. Die URL der entsprechenden Seite im Frame konnte ich nicht festmachen.
Daher zitiere ich hier den Text:
Bericht des einzigen Überlebenden, Bootsmaat Dietrich:
Am Abend des 06.06.44 abends um 22:00 h sind wir ausgelaufen mit zwölf anderen U-Booten und in Begleitung von acht Minensuchbooten, die uns um 01:00 h entlassen hatten. Am 07.06.44 um 02:00 h Fliegerangriffe durch mehrere Flugzeuge auf alle über Wasser fahrenden U-Boote. Drei Maschinen werden dabei abgeschossen. Um 03:00 h und 04:00 h greifen nochmals Flieger an. Um 05:00 h Tauchen, auf achtzig Meter gehen, Kurs 90 Grad in den Kanal Richtung Cherbourg. Nachmittags 14:00 h Schraubengeräusche. Ein Zerstörer. Kommandant befiehlt Sehrohrtiefe und Heckrohr fluten. Boot stand auf 14 Meter Wassertiefe. Rohr fünf los. Schnell auf 100 Meter gehen. Treffer ! Alter Kurs wird aufgenommen, bis abends um 24:00 h das Auftauchen befohlen wird. Sofort wird das Boot aus der Luft angegriffen und beschädigt. Die Brückenwache und Geschützbedienungen wurden leicht und zum Teil schwer verwundet. Boot hatte Treffer in den Treibölbunkern, Vorschiff und Brückenverkleidung.
Der Kommandant befiehlt das Einsteigen. Die Verwundeten werden in die Zentrale heruntergelassen. Boot tauchte und auf Grund gelegt. Die Verwundeten werden verbunden und betreut. Die Besatzung legte sich schlafen. Sämtliche Beleuchtungen wurden abgeschaltet, um Strom zu sparen. Der Rudergänger Gerhard Heine war schwer verwundet und ist am Morgen zwischen 07:00 h und 08:00 h gestorben. U 821 blieb auf Grund liegen bis abends 23:00 h. Wir hatten den ganzen Tag über Wasserbomben bekommen. Alle ziemlich genau. Da der Treibölbunker beschädigt war, wurde unser Standort durch das auslaufende Öl leicht erkennbar. Der Kommandant entschloß sich zum Auftauchen. Aber es gelang nicht. Kaum hatte das Boot die Sehrohrtiefe erreicht und die Brücke kam frei, rief der Funkmaat: Ortung !, und wir mußten wieder auf Tiefe. Der Obersteuermann errechnete Kurs zur Insel Quessant. Doch durch den Ölfleck, der an der Oberfläche mitwanderte, setzte eine zunehmende Wasserbombenverfolgung ein.
So ging es bis 10.06. vormittags um 11:30 h. Die Batterien waren inzwischen so geschwächt und die Druckluft so gering, daß gerade noch das Auftauchen möglich war. Die Besatzung machte sich klar, legte Schwimmwesten an. Wir gingen auf Sehrohrtiefe. Das Boot kam hoch. Die Brückenwache und die Flakbedinungen sprangen an ihre Gefechtsstationen. Die Geschütze waren besetzt und klar gemeldet. Quessant war schon zu sehen. Doch am achterlichen Horizont kamen zwei Jagdflieger auf uns zu, bis zu einer Entfernung von 1000 Metern, dann drehten sie ab und gleich darauf folgten vier Mosquitos, die genau auf uns zuflogen. Der Kommandant befahl Alarmtauchen. Das Boot tauchte und fiel auf 20 Meter. Doch da meldete der Leitende Ingenieur: Herr Oberleutnant, wir können nicht mehr tauchen, keine Druckluft mehr, keinen Strom, auf Grund können wir uns nicht legen, wir kommen nicht mehr hoch. Also wieder auftauchen. Die Gefechtsstationen wurden erneut besetzt. Da kamen die vier Maschinen auch schon auf uns zu und griffen an. Ich selbst als Seemännische Nr. 1, saß an der 20-mm-Vierlingsflak. Wir bekamen Feuer, das ich sofort erwiderte. Doch durch den heftigen Bordwaffenbeschuß war die Hälfte der Brückenwache ausgefallen. Der Kommandant war tot.
Das Boot bekam Schlagseite. Die Maschinen setzten zum zweiten Anflug an. Ihr Bordwaffenfeuer schlug 50 Meter vor dem Boot ins Wasser ein. Diese Gefahr erkannten wir am Geschütz und sprangen über Bord. Bei diesem zweiten Fliegerangriff wurde die Brücke und Geschützaufsätze so mitgenommen, daß sie nicht mehr zu erkennen waren. Ich sah noch vom Wasser aus, wie das hintere Geschütz durch eine Explosion vom Boot heruntergeschleudert wurde. Nach einigen Hilfeleistungen bei anderen verwundeten Kameraden, die im Wasser schwammen, sah ich, wie eine Liberator etwa fünf Minuten nach dem letzten Angriff, daß waidwunde Boot anflog. Es war genau zu erkennen, wie zwei Bomben aus der Maschine fielen. U 821 verschwand in einer Explosion, eine Wassersäule von etwa 50 Metern türmte sich über dem Boot auf. Als sie zusammengefallen war, ist auch von U 821 nichts mehr zu sehen. Es schwammen etwa 12 bis 15 Mann im Wasser. Ich selbst war auch verwundet und hatte vier Splitter im linken Schienbein. Es war gesplittert und das Wadenbein gebrochen.
Wir versuchten, Quessant zu erreichen, was aber infolge der Ebbe nicht möglich war. Wir waren einige Zeit ziemlich zusammen. Aber einer nach dem anderen von den Kameraden verlor die Kraft und ging unter. Gegen 02:00 h starb mit dem Matrosengefreiten Bisplinghoff, der letzte Kamerad. Ich befand mich allein im Wasser. Stunden vergingen. Gegen 18:00 h verließen auch mich die Kräfte. Gegen 19:00 h entdeckte ich am Horizont Mastspitzen. Noch einmal riß ich mich zusammen. Es waren drei deutsche Minensuchboote, die mich um 20:45 h entdeckten. Ich wurde gerettet. Während ich an Bord gezogen wurde, verlor ich das Bewußtsein. Als ich wieder zu mir kam, waren zwei Stunden vergangen und die drei Minensuchboote wurden laufend von Fliegern angegriffen. Nachdem die Angriffe vorbei waren, kam der Kommandant des Minensuchbootes zu mir, und sagte ich sei der einzige Überlebende von U 821. Sie hätten noch fünf weitere Kameraden geborgen. Drei waren schon tot, zwei waren ohne Bewußtsein. Sie starben auf dem Minensuchboot. Die übrigen Kameraden sind im Wasser und im gesunkenen Boot geblieben.
Aus Busch/Röll - Die deutschen U-Bootverluste - S. 254, 255.
Noch ein interner Link: Sidescan-Aufnahme U821 (https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=19269.msg214480#msg214480)
Auf der Suche nach den drei M-Booten stieß ich im KTB B.S.W. auf keinen passenden Eintrag.
Aber im KTB der 3. Sicherungsdivision (Rolle 3591, Scan 192). Demnach handelte es sich um M 4013, M 4014 und V 721.
Alles weitere ist dem unten angehängten Eintrag zu entnehmen.
P.S. Im KTB der 40. M-Flottille fehlt der Juni 1944.
Thomas, vielen Dank! Was für eine ausführliche Antwort!
Anbei einige TNA-Dokumenten zur 248Sq RAF mit Angaben zum Angriff auf U821 aus Britischer Sicht.
Met vriendelijke groeten,
Walter
AIR27_1497_11_p1.pdf
AIR27_1497_11_p2.pdf
AIR27_1497_12_p1.pdf
Super recherchiert, Thomas! :TU:) Ich hatte heute leider keine Zeit für NARA.
Vielen Dank für die Ergänzung, Walter! :-)