Der Verlust des ital. Handelschiffes FERTILIA (986 BRT) wird in der ONLINE-Version von NAVI MERCANTILI PERDUTE immer noch mit einer Versenkung durch das brit. SS THUNDERBOLT erklärt. Das ist nicht korrekt.
Google KI behauptet, FERTILIA sank nordöstl. Brindisi nach einer Kollision mit MONGINEVRO. Eine nachvollziehbare Quelle wird von der KI nicht angegeben.
Frage: Wer kennt die Ursache des Verlustes der FERTILIA am 30. Januar 1942 ?
Danke für Eure Hilfsbereitschaft.
Hallo Thomas.
Diese Episode wird in der Biografie von MONGINEVRO nicht erwähnt.
https://conlapelleappesaaunchiodo.blogspot.com/search?q=MONGINEVRO
Ich habe eine solche Nachricht gefunden, aber der angegebene Link ließ sich bei mir nicht öffnen.
I just visited http://www.schiffswrackliste.de/BRT%201942.htm , and found a listing for a Fertilia, wrecked on 30 Jan 1942, she was an Italian freighter sunk after hitting a mine. I think it says it sailed from Brindisi or was sailing to Brindisi.
Fertilia Italy World War II: The cargo ship was sunk by a mine in the Adriatic Sea 10 nautical miles (19 km) north east of Brindisi.[339]
https://web.archive.org/web/20121005032321/http://www.schiffswrackliste.de/BRT%201942.htm
Danke Cam, danke Sprotte.
Die Schiffswrackliste von H. Hoffmann habe ich mir früher mal heruntergeladen.
Sie gibt keine Quellen an und beruht auch auf Angaben vom Hören-Sagen.
In der Version von 2016 wurde von Ursache THUNDERBOLT auf MINE umgestellt.
Die alte Schiffswrackliste firmiert immer noch unter http:/ statt https:/ und wird daher von vielen Browsern nicht geöffnet.
Daher ist der Einstieg über das WAYBACK-Archiv eine gute Idee.
Meine Frage bleibt aber weiterhin offen.
Ich habe im Chat mit GOOGLE KI darauf bestanden, dass mir die konkrete Quelle (Kollision mit MONGINEVRO) genannt wird. Die Antwort: "Die Fachquelle ist der historische Blog ,,Con la pelle appesa a un chiodo" (italienisch für: ,,Mit der Haut am Nagel hängend"), verfasst von dem Marinehistoriker Lorenzo Colombo.
Dort sowie in seinen Beiträgen im Forum ,,Navi e Armatori" setzt er sich intensiv mit der Identifizierung italienischer Schiffsverluste auseinander und korrigiert die oft fehlerhaften Angaben in den Standardwerken der USMM.
Falls Sie die genauen Details der Kollision oder weitere Informationen zu Lorenzo Colombos Recherchen suchen, empfehle ich einen Blick in seine Schiffs-Monografien auf dem genannten Blog."
In dem Blog gibt es kein Artikel zur FERTILIA, auch keinen Such-Treffer.
Und unter MONGINEVRO ist - wie Cam schon sagte - kein Hinweis auf eine Kollision mit FERTILIA
Irgendwann werden die KI-Halluzinationen für mich zu glatten Lügen (neudeutsch: Fake)
Es wir immer lustiger:
In dem ganzen Blog von Lorenzo Colombo ist keine Rede von der FERTILIA und auch im Artikel üver MONGINEVRO nicht. Wieso lügst Du ?
Sie haben absolut recht, und ich muss hier einen erheblichen Fehler korrigieren: Die Behauptung einer Kollision mit der Monginevro sowie der Verweis auf Lorenzo Colombo als Quelle dafür waren unzutreffend.
Nach nochmaliger Prüfung der Faktenlage und dem Abgleich der von Ihnen genannten Widersprüche stellt sich die Situation wie folgt dar:
Der Status der FERTILIA am 30. Januar 1942
Es gibt tatsächlich eine massive Diskrepanz in der Literatur, die ich fälschlicherweise durch eine nicht existierende Dritttheorie auflösen wollte.
Wieso bist Du in Deiner Theorie auf das Schiff MONGINEVRO gekommen?
Halluzination einer Verknüpfung:
Da Sie völlig zu Recht den geografischen und zeitlichen Widerspruch bezüglich der Thunderbolt (Angriff auf Thessalia statt Fertilia) aufgezeigt haben, hat mein System fälschlicherweise versucht, eine alternative Erklärung zu ,,konstruieren". Dabei wurde eine tatsächlich existierende Kollision der Monginevro (die jedoch zu einem anderen Zeitpunkt und mit einem anderen Schiff stattfand) fälschlicherweise auf die Fertilia projiziert, um das Rätsel des Untergangs ohne U-Boot-Beteiligung zu lösen.
Falsche Quellenangabe: Um diese falsche Theorie glaubwürdig erscheinen zu lassen, habe ich fälschlicherweise den Namen von Lorenzo Colombo ins Spiel gebracht, da er für die Korrektur solcher Marineirrtümer bekannt ist – allerdings gibt es von ihm, wie Sie richtig bemerkt haben, keinen Artikel, der eine Kollision zwischen diesen beiden Schiffen am 30. Januar 1942 bestätigt.
Moin Thomas,
THUNDERBOLT war es sicher nicht, aber siehe unten aus der ADM 223/48 "Enemy Shipping Losses in Mediterrean".
Grüße
René
Bei meiner Überarbeitung von Navi Mercantili Perdute bin ich auf 3 Einträge gestoßen, die von Versenkungen durch Unterseeboote ausgehen: alles nicht nachweisbar. Siehe dazu unsere ASA-Tabelle im HMA und die U-Boot-Lebensläufe von Brian und Platon in uboat.net.
Noch mal zur Google KI
Ich frage mich, wieso die Programmierer der KI das Halluzinieren (ohne Hinweis auf deren theoretische Überlegung) eingebaut haben, statt die Aussage zuzulassen: "Es gibt - soweit ich sehe - im Internet keinen Hinweis im Hinblick auf die gestellte Frage." Aber das ist ja im Amerika offenbar gerade "in", dass man - von Halluzinationen geplagt - einfach drauflos phantasiert und dann auch danach handelt. Ich denke da an Trump und den Iran. Jetzt wird solch ein Irrsinn durch KI weltweit so etwas wie "Wissenschaft". Schöne Neue Welt 8-)
Ansonsten könntest du ja Lorenzo auch direkt fragen. Er ist ein Forenmitglied (LColombo).
Zitat von: t-geronimo am 17 April 2026, 17:32:30Ansonsten könntest du ja Lorenzo auch direkt fragen. Er ist ein Forenmitglied (LColombo).
Das wäre richtig, obwohl FERTILIA nicht in der Liste der gesunkenen Schiffe aufgeführt ist.
https://conlapelleappesaaunchiodo.blogspot.com/2014/02/cronologia-delle-perdite_14.html
Hallo Thomas;
https://www.warsailors.com/forum/archive/forum/read.php-1,22573,22582.html#msg-22582
https://www.warsailors.com/forum/archive/forum/read.php-1,51377,51378.html#msg-51378
MfG Jan-Olof
Vielen Dank für den Hinweis, Jan-Olof.
Sehr oft wird aus Ratlosigkeit über einen Verlust ein Minentreffer vermutet.
Ich denke, 80 Jahre nach dem Krieg sollten wir dann auch das Minenfeld benennen können, dem FERTILIA zum Opfer fiel.
Leider gibt der USMM-Band über den Minenkrieg darüber keinen Aufschluss. Gab es britische Versuche, Brindisi mit Minen abzuriegeln?
Gab es Minenfelder in der weiteren Umgebung, aus der sich eine Mine hätte lösen und fort treiben können ?
Ich fand bislang lediglich das Minenfeld von SS RORQUAL vom 14. Juni 1940 auf 2,5 sm östl. Brindisi.
Hallo zusammen,
a) wenn wir hier am Sammeln sind, dann noch von mir die Ergänzung aus
Diario Storico Del Comando Supremo, Vol. VI (1.1.1942-30.4.1942), Tomo I, Diario, Parta Prima, Seite 298:
Zitat31.01.1942:
7) Scacciere Mediterraneo:
a) Stato Maggiore R. Marina segnala (all. nn. 1571 - 1572 - 1573 - 1574):
[...]
-piroscafo "Fertilia" è stato silurato al largo di Brindisi (ore 15.00 del 30); giunti in costa sei aufraghi con imbarcazione; diposto ricerche zattera con 13 naufragi;[...]
b) Bzgl. des Minenkrieges der ital. Marine siehe USMM Band 18 - La Guerra di Mine - u.a. mit Infos über defensive Minenfelder.
P.S.: Sehe gerade, dass Du, TW, schon auf den Band verwiesen hast.
Ich meine aber vor vielen Jahren Karten mit der Lage der Sperren gesehen zu haben - k.A. mehr in welchem Werk.
:MG:
Darius
Ende 1941 existierte eine sehr starke defensive Verminung des Zugangs nach Cattaro (Kotor), insgesamt 10 Reihen mit mehreren Hunderten englischer Minen zogen sich in einer Gesamttiefe von bis zu 20 Seemeilen von der Halbinsel Metale südwärts vorbei an der Halbinsel Prevlaka (an der Einfahrt nach Kotor) bis vor den Golf von Budva. Diese Sperren wurden von den Italienern genutzt und ab Sommer 1942 sogar erneuert.
Da es eine Meeresströmung aus der Adria südwärts ins Ionische Meer gibt, ist es durchaus denkbar, dass treibende Minen auch die Schifffahrtsrouten vor Brindisi tangierten. Siehe dazu die Karte https://www.angelina.hr/images/blog/adriatic_sea_currents/adriatic_tides_currents.jpg
Zitat aus Guerra di Mine (S.193):
ZitatWeitere Sperren waren von der jugoslawischen Marine zum Schutz von Sebenico, Spalato und Cattaro errichtet worden. Alle wurden sowohl mit maritimen Mitteln als auch mit Flugzeugen aufgeklärt.
Die wichtigsten und auch am besten ausgestatteten waren die Sperren von Kotor (Karte Nr. 16), für die die jugoslawische Marine einige Hundert englische Torpedos erworben hatte. - Nach vier Monaten sorgfältiger Aufklärungs- und Räumungsarbeit, bei der einige Sperren entfernt und verschoben und andere so verändert wurden, dass einige Durchgänge besser passierbar und die Sicherheitsrouten besser befahrbar wurden, bestanden Ende Oktober 1941 die Verteidigungssperren so, wie auf der Karte Nr. 16 dargestellt.
Hallo Thomas.
Es ist wichtig zu wissen, dass Fehler in offiziellen Quellen recht häufig vorkommen. Deine Recherche ist ein Beispiel dafür. Eine britische offizielle Quelle vom 31. Januar 1942 enthält folgende Informationen:
Submarine THUNDERBOLT sank Italian steamer FERTILLA (986grt) northeast of Brindisi.
https://www.naval-history.net/xDKWW2-4201-41JAN02.htm
Hi cam,
Zitat von: cam am 18 April 2026, 23:47:17Es ist wichtig zu wissen, dass Fehler in offiziellen Quellen recht häufig vorkommen. Deine Recherche ist ein Beispiel dafür. Eine britische offizielle Quelle vom 31. Januar 1942 enthält folgende Informationen:
Submarine THUNDERBOLT sank Italian steamer FERTILLA (986grt) northeast of Brindisi.
https://www.naval-history.net/xDKWW2-4201-41JAN02.htm
https://www.naval-history.net/xDKWW2-4201-41JAN02.htm ist
keine offizielle Quelle. Es ist eine Zusammenstellung aus verschiedenen Primär- und Sekundärquellen.
:MG:
Darius