Den ersten Ausschlag für mich, mich mit einer anderen Ausstattung an Schiffen für die Kriegsmarine zu beschäftigen, gab der folgende Thread Wie stark konnte Amerikas Unterstützung sein ? (https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=1740.0). Hier insbesondere der Post #25 von Harold.
Im Weiteren die sogenannte ,,Heye"-Denkschrift, die in die Denkschrift
Seekriegführung gegen England und die sich daraus ergebenden Forderungen für die strategische Zielsetzung und den Aufbau der Kriegsmarinemündete. Zum einen findet sich diese in dem Buch von
M. Salewski Die deutsche Seekriegsleitung 1935-1945, Band 3 und zum anderen die
Akte RM 20/884. Letztere enthält dazu sämtliche Sitzungsprotokolle u.v.m.
Die originale Denkschrift von Fregattenkapitän Heye wurde in mehreren Sitzungen im Planungsausschuss besprochen und immer mehr verwässert. Die Original-Schrift von Fregattenkapitän Heye ist bislang nirgendwo wieder aufgetaucht.
Im Einzelnen schreibt Harold in dem o.g. Post folgendes:
Zitat.. aber da wir gerade so schön beim "was-wäre-wenn" sind:
- dann hätt' ich gerne die Panzerschiffe D und E in der verbesserten Neubau-Version von 1934 (D von-mir-aus als experimentieller Tu-Typ) anstelle von SH und GU;
- die Neubauten F, G, H und J in der 2 x 28-IIII-Turm (oder 2 x 35-III)-Version à 23.500 ts, anstelle von BS und TP;
- die 5 Washington-Kreuzer auf DM statt Tu, dafür mit 3 x 20.3-III.
Dazu bitte einen (aus Schnellfrachter umgebauten) Schul-Träger zum Erfahrungen-sammeln, und dann erst eventuell sowas wie GZ.
So wird das was mit'm Zufuhr-Krieg; und fast so ähnlich liest sich's auch im Schiffbau-Ersatzplan der frühen Dreißiger.
In Post #27 schreibt Harold in einer kleinen Abwandlung folgendes:
ZitatFür atlantische Operationen hätten wir dann an schweren Artillerieträgern:
A (Deutschland)
B (Scheer)
C (Spee);
E (Zwilling von D, jedoch DM) ... drei Panzerschiffe, und ein "verbessertes" (22.000 ts, 2xIII-28cm, das 1934 bereits zusammen mit D auf der Helling gestreckt wurde!)
F
G ... zwei Reaktionen auf Dunkerque, mit 26.000 ts und 2xIIII-28cm (war 1934 angedacht!),
H
J ... beide "Neuentwurf II" aus 1934, als Antwort auf mögliche Kalibersteigerung, mit ebenso 26.000 ts und 3xIII-35cm.
=> (im Anhang die damals durchdiskutierte mögliche Typen-Entwicklung, so wie wir sie im Winter 07/08 aus der Aktenlage rekonstruiert haben).
Wäre die Entscheidung für den DM als die für weiträumige Operationen alleinig brauchbare Antriebsart gefallen, könnte man für atlantische Operationen noch zumindest mit den drei Washington-Kreuzern g, h und j (die es real gab) mit entsprechender Reichweite rechnen.-
Gemäß der von Harold beigefügten Grafik über die Entwurfsreihen, die schlussendlich zur Scharnhorst-Klasse führten, findet sich ein Fehler in seiner Wunschliste für
F, G. Er schreibt 4xIIII 28-cm, wobei es gemäß Grafik um 33-cm geht. Ich habe bereits in dem Thread Schlachtkreuzer oder großes Panzerschiff (https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=42908.0) nach Ideen und Vorschlägen seitens der Forumskollegen gefragt.
Ich habe versucht Harold seine ,,Wunschliste" mit der Denkschrift über die Seekriegführung gegen England in weitestgehende Deckung zu bringen. Harold's Schiffbauplan ist diametral zu dem der Seekriegsleitung, aber sehr wahrscheinlich ähnlich dem Denken von Fregattenkapitän Heye. Leider hat Harold keine Wünsche bzgl. der Geschwindigkeiten der Schiffe genannt. Darum orientiere ich mich hier an denen in der Denkschrift genannten.
Ebenso maßgeblich ist der Flottenvertrag mit England von 1935.
Im Gegensatz zu den von Harold genannten schweren Kreuzern, werden diese in der Denkschrift unter
III. Typen, die für ozeanische Kriegführung in Frage kommen nicht aufgeführt. Hier werden nur folgende Typen genannt:
- Schlachtschiffe
- Panzerschiffe
- Leichte Kreuzer
- Kleiner Kreuzer (Späh-Kreuzer
- Flugzeugträger
- U-Boote
- Troßschiffe
- Zerstörer
Zum besseren Verständnis nenne ich jetzt für jeden Schiffstyp die laut Denkschrift vorgesehenen Aufgaben und ggf. strategischen Forderungen.
SchlachtschiffeAufgabena) Kern der Schlachtflotte bei einer Kriegführung gegen Frankreich.
b) Rückhalt der deutschen Kampfführung gegen die
englische Fernblockade in der Nordsee (Bindung englischer schwerer Streitkräfte, Diversionen zur Unterstützung des Durchbruchs von Kreuzerkriegsstreitkräften in den Atlantik, Ausnutzung von Gelegenheiten, unterlegene englische Streitkräfte zu vernichten).
c) Einsatz im ozeanischen Kreuzerkrieg, sofern durch den Einsatz dieser wertvollen Schiffe die hierdurch zu erwartenden Erfolgsaussichten der Höhe des Einsatzes entsprechen.
Strategische ForderungenGeschwindigkeit von etwa 32 sm (bei Motorenanlage), um die operative Handlungsfreiheit gegenüber englischen Schlachtschiffen zu erhalten.
Bewaffnung und Standfestigkeit den englischen neuesten Schlachtschifftypen gewachsen, nach Möglichkeit überlegen.
PanzerschiffeAufgabenHauptträger und Rückhalt der Kreuzerkriegführung
Strategische Forderungen Geschwindigkeit von etwa 34 sm bei Motorenanlage
a) um sich englischen Schlachtschiffen oder einem in seiner
Gesamtkampfkraft dem Panzerschiff überlegenen feindlichen Verband (z.B. mehrere 10 000 t-Kreuzern) entziehen zu können (gilt auch für den Durchbruch durch die englische Blockadestellung).
b) um die eigene überlegene Kampfkraft zum Gefecht an die 10 000 t-Kreuzer und einen großen Teil der leichten Kreuzer des Gegner heranbringen zu
können. Das Auftreten der Panzerschiffe bedeutet dann für den Gegner den vollen Einsatz seiner unterlegenen Typen und zwingt ihn dazu, entweder auf den Einsatz
dieser Typen für Schutzaufgaben (für Konvoysicherung) und für Kampfaufgaben (Aufklärung und Fühlungshalten gegen Panzerschiffe) zu verzichten oder
stärkere Kräfte einzusetzen (weitgehende
strategische Ausschaltung der 10 000 t-Kreuzer und eines großen Teiles der kleinen Kreuzer, soweit sie den Panzerschiffen an Geschwindigkeit gleich oder unterlegen sind).
Bewaffnung und Standfestigkeit dem 10 000 t-Kreuzer
überlegen.
Weitere Erläuterungen...
8-28 cm Geschütze in Doppeltürmen sind anzustreben; falls ihre Aufstellung sich mit Rücksicht auf andere Eigenschaften des Typs als unmöglich erweist, kann auf 6-28 cm Geschütze zurückgegangen werden.
Diese Schiffe sollen keinen
neuen hochwertigen
Schlachtschifftype darstellen, sondern den
deutschen Typ, der den englischen 10 000 t-Kreuzer verdrängt.
Leichte KreuzerAufgabena) Einzeln operierende Handelszerstörer in den Gebieten, wo mit schnelleren und zugleich stärkeren Feindeinheiten nicht zu rechnen ist.
b) Handelszerstörer in enger oder loser Anlehnung an eine stärkere für den Kreuzerkrieg eingesetzte Einheit (Panzerschiff, u.U. auch schnelles Schlachtschiff).
c) Taktische Aufklärer und Führerschiffe der Sicherung bei Verbänden, unabhängig von dem Ort ihres Einsatzes, sofern für diese Aufgaben nicht
andere Fahrzeuge zur Verfügung stehen.
Strategische ForderungenGeschwindigkeit von etwa 35 sm,
a) um sich stärkeren Einheiten (Schlachtschiffen, 10 000 t-Kreuzern) entziehen zu können,
b) um die Entschlußfreiheit gegenüber in ihrer Gesamtkampfkraft stärkeren Verbänden gleich bewaffneter, aber an Geschwindigkeit unterlegener feindlicher Kreuzer zu behalten.
Bewaffnung und Standfestigkeit dem englischen leichten Kreuzer gewachsen.
Ziel einer späteren Entwicklung muß es sein, unter Aufrechterhaltung der strategischen Eigenschaften von Geschwindigkeit, Betriebssicherheit und Fahrbereich die Kampfkraft gegenüber dem englischen leichten Kreuzer noch zu steigern.
Hinweis Salewski: Handschriftlich in Klammern dahinter gesetzt: ,,erfordert allerdings größeren Typ"
Kleiner Kreuzer (Späh-Kreuzer)Aufgabena) Taktische Unterstützung der Kreuzerkriegführung größerer Einheiten (leichter Kreuzer, Panzerschiff, schnelles Schlachtschiff).
b) Begleitfahrzeug für Verbände oder solche Einheiten Hinweis Salewski: Hinter ,,Einheiten" in Klammern hinzugefügt: ,,Flugzeugträger-Teilgros" , die bei ozeanischer Verwendung auf die Unterstützung derartiger Fahrzeuge angewiesen sind und für die der Einsatz der sonst für diese Aufgaben vorgesehenen Fahrzeuge (Zerstörer, Torpedoboote) außerhalb der heimischen Gewässer nicht in Frage kommt.
c) Gelegentlicher selbstständiger Einsatz in der Kreuzerkriegführung in solchen Gebieten, wo nicht mit dem Auftreten stärkerer und schnellerer feindlicher Streitkräfte zu rechnen ist. Auch dieser Einsatz wird aber im allgemeinen im operativen Zusammenhang mit stärkeren Einheiten der Kreuzerkriegführung zu denken sein.
Strategische ForderungenGeschwindigkeit von etwa 36 sm. Die Geschwindigkeit muß abgestimmt sein auf die höchste Dauergeschwindigkeit
der Einheiten, denen der kleine Kreuzer als Begleitfahrzeug dient.
Bewaffnung und Standfestigkeit dem englischen und französischen Flottillenführer überlegen, dem französischen Torpedokreuzer gewachsen.
FlugzeugträgerAufgabena) Einsatz von Seeluftstreitkräften für die Zwecke der ozeanischen Kreuzerkriegführung im taktischen Zusammenhang oder in Anlehnung der Kampfstreitkräfte der Kreuzerkriegführung.
b) Flugzeugträger der nach den jeweiligen Aufgaben erforderlichen Seeluftstreitkräfte für Verbände, unabhängig von dem Ort des Einsatzes.
Strategische ForderungenGeschwindigkeit etwa 34 sm.
Bewaffnung abgestimmt auf Flakschutz und Zerstörerabwehr,
Standfestigkeit auf Wirkung von Zerstörer- und Flugzeugangriffen.
Weitere ErläuterungenDer Flugzeugträger wird
immer eine besonders empfindliche Einheit der Seekriegführung bleiben. Der
ständige Einsatz in solchen Gebieten, wo der Gegner die Kampfmittel des Küstenvorfeldes oder darüber hinaus auch starke Luftstreitkräfte einsetzen kann, wird im allgemeinen
nicht in Frage kommen. Für die eigene Seekriegführung wird sein Einsatz erst außerhalb der Reichweite der
eigenen von der Küste aus eingesetzten Seeluftstreitkräfte notwendig und zweckmäßig sein. Der Flugzeugträger wird immer, sofern er nicht durch seine Geschwindigkeit in der Lage ist, sich dem Gegner zu entziehen, auf den Schutz von Kampfstreitkräften angewiesen sein. Eine Übersteigerung der Kampfeigenschaften des Flugzeugträgers zum Kampf gegen Überwasserschiffe bringt bei der sonstigen Verletzlichkeit des Flugzeugträgers keine Vorteile und ist überdies durch die Flottenverträge begrenzt. Diese Verletzlichkeit des Trägers zwingt dazu, besonderen Wert auf eine
größere Zahl von Trägern zu legen, um nicht
alle oder einen wesentlichen Teil der verfügbaren Seeluftstreitkräfte durch den Ausfall
eines Trägers von der Kampfführung auszuschalten. Auf der anderen Seite ist eine bestimmte Mindestgröße des Trägers notwendig wegen der Anforderungen an das Start- und Landedeck und der für Start und Landung notwendigen ruhigen Seelage. Dem
Vorteil des großen Trägers, eine größere Anzahl von Flugzeugen an Bord nehmen zu können, steht der
Nachteil der langen Startzeit gegenüber, die für den Einsatz
aller an Bord befindlichen Staffeln notwendig ist.
Es wird deshalb vorgeschlagen, den Weiterbau von großen Trägern über B hinaus nicht fortzusetzen und die späteren Bauten als kleinere Träger-Typen zu planen.
Aus den Protokollen zu den einzelnen Sitzungen des P-Ausschusses geht sehr deutlich hervor, dass einige ,,hohe Herren" bzw. Abteilungen nicht auf Schlachtschiffe verzichten wollten. Dies wurde damit begründet, dass eine Schlachtflotte für die heimatlichen Gewässer unentbehrlich sei. Zu dem Zeitpunkt waren die Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau kurz vor ihrer Fertigstellung und Bismarck und Tirpitz kurz vor dem Stapellauf. So gesehen wäre eine Schlachtflotte für die Heimat vorhanden gewesen, die wohl auch dazu geeignet gewesen wäre der Forderung zu entsprechen einer Kreuzerkampfgruppe bei dem Durchbruch durch eine englische Blockadelinie Unterstützung zu geben. Später wandelte sich die Anforderung an die Schlachtschiffe (in diesem Fall
H und
J) dahingehend, dass diese auch für Atlantikkriegführung geeignet sein sollten. Fregattenkapitän Heye wurde u.a. ,,vorgeworfen" für die Abschaffung einer Schlachtflotte zu sein.
Hierzu folgendes Zitat aus der
Niederschrift über die 1. Sitzung des Planungsausschusses am 23. Sept. 1938Zitat...
Bei M Wa, B, M Wehr, A V, M Wa Stab, besteht der Eindruck, daß nach den Ausführungen der Denkschrift und den Worten von Kapitän Heye A auf dem Standpunkt steht, daß Schlachtschiffe für die Verwendung in der Heimat überhaupt überflüssig wären. A berichtigt dies dahin, daß die Denkschrift A in keiner Weise festlegt und das sie nur zum Ausgangspunkt der Verhandlungen genommen ist, weil Ob.d.M. auf Grund dieser Denkschrift den Planungsausschuß eingesetzt hat.
Nach dem vorgenannten ist anzunehmen, dass Schlachtschiffe in Heye's Urschrift nicht gut weggekommen sind.
Hier endet
Teil 1. Weil ich nicht genau weiß wieviel Zeichen in einem Post erlaubt sind, mache ich knapp 14.000 Zeichen an dieser Stelle einen Cut.
Teil 2 und evtl. weitere werden später folgen.
In diesen Teil (2) soll versucht werden, was unter den in den Verträgen vereinbarten Tonnagen, an Baumöglichkeiten gegeben ist.
Nach Harold's Wunschzettel sollten die 5 (3) schweren Kreuzer gebaut werden, wobei in der Denkschrift für die Kreuzerkampfgruppen keine schweren Kreuzer vorgesehen und geplant wurden. Die Lesart der Denkschrift und den Sitzungsprotokollen nach wären die vorhandenen schweren Kreuzer, auf Grund des sehr geringen Fahrbereichs, für die Heimatflotte vorgesehen gewesen. Aus diesem Grunde nehme ich die drei fertig gebauten realen schweren Kreuzer als gegeben an und werde später schauen was für ein Entwurf um 1935/36 möglich gewesen wäre und welcher auch in das Konzept der Kreuzerkampfgruppen gepasst hätte.
An dieser Stelle verweise ich auf das Bild
brit_Schiffsbestand.jpg der Anlage. Es stammt aus der Akte RM 20/884. Hier sind
Mindestrüstungsstände am Ende der Jahre 1938 - 1942 aufgelistet. Diese Zahlen werden im folgenden als Grundlage der Ermittlung der für Deutschland zulässigen Tonnagen genommen. Wichtig zu wissen ist auch, dass Restbeträge in niedrigere Schiffsklassen transferiert werden konnten.
Hier eine Übersicht von welcher Kategorie zu welcher Kategorie übertragen werden durfte:
BB -> CV, CA, CL
CV -> CA, CL
CA -> CL, DD
CL -> DD
Gemäß der auf der Dokumentenseite genannten vorhandenen britischen Schlachtschifftonnage von 474.700 t stünden für Deutschland 166.145 t zur Verfügung. Wenn jetzt die Panzerschiffe zu insgesamt 30.000 t, die Scharnhorst-Klasse zu je 26.000 t und die Schiffe der Bismarck-Klasse zu je 35.000 t rechnet, standen zum Zeitpunkt der Denkschrift, Herbst 1938, noch 14.145 t an Schlachtschifftonnage zur Verfügung. Dies bedeutet, dass die geplanten Schlachtschiffe Typ ,,H" (noch) nicht hätten
gebaut werden dürfen. Von der Planung bis zur Inbaugabe, oder gar der Fertigstellung, vergehen jedoch eine reichliche Anzahl an Jahren und gemäß der Akte war für die Schiffe der ,,H"-Klasse eine Bauzeit von 50 Monaten zugrunde gelegt worden. Für die Panzerschiffe wären es 36 Monate und für die leichten Kreuzer 30 Monate gewesen.
Die genannte, überzählige, Tonnage von 14.145 t konnte somit zu derjenigen der Flugzeugträger hinzugerechnet werden.
Ein mögliches Bauprogramm findet sich als Anlage
Bauprogramm_1935 am Ende des Posts. Hierbei sind, wie von Harold vorgeschlagen, die Panzerschiffe
D und
E als 18.000 t-Schiffe eingesetzt und die weiteren Panzerschiffe ab
F als 26.000 t-Schiffe. Zu diesem Zeitpunkt wären also drei 26.000er möglich. Der überzählige Teil von 22.145 t wird den Flugzeugträgern zugerechnet. Wenn wir den Bau von Träger
A annehmen, wären noch drei Träger eines kleineren Typs, von mir mit 15.000 t angenommen, möglich, die ich auch eingesetzt habe. Es verbleibt ein geringer Übertrag von 1.718 t, der zunächst der Kategorie der schweren Kreuzer zugerechnet wird. Es macht hier aber keinen Unterschied, weil ich nur die Kreuzer a-c zu je 10.000 t gerechnet habe. Der Restbetrag von 23.098 t wird der nächstkleineren Kategorie der leichten Kreuzer gutgeschrieben. Wenn wir für die leichten Kreuzer solche zu 8.000 t planen, wären 14 Schiffe möglich. Ich habe allerdings nur 12 gerechnet und den verbleibenden Rest von 23.019 t der Kategorie der Zerstörer zugeschlagen.
Schwierigkeiten bereiten mir die schweren Kreuzer. Sie wurden zu 10.000 t gerechnet, waren jedoch deutlich schwerer. Wenn dieser Typ – ich rede hier
ausschließlich von den tatsächlichen gebauten Typ ,,Adm. Hipper"-Klasse – schon eine recht dünne Panzerung besessen hatte, wird bei dem Einbau einer reinen Dieselmotoren-Anlage, diese noch schwächer ausfallen, zumal auch noch drei 20,3-cm Drillingstürme gefordert sind. Selbst wenn nur die Mittelwelle auf Motorenantrieb umgestellt wird, muss an irgendeiner Stelle Gewicht eingespart werden. Letztlich also wieder bei der Panzerung. Falls jedoch, wie von Adm. Carls, bzgl. der leichten Kreuzer, in seiner Stellungnahme erwähnt, 17-cm Geschütze eingebaut würden, besteht die Möglichkeit die Schiffe langbeiniger zu machen und die Panzerung in der Stärke beizubehalten. Adm. Carls schreibt dies allerdings bei der Kategorie leichter Kreuzer, mit dem Hinweis, dass dies bei dem (vergrößerten) Kreuzer-,,M"-Typ später erfolgen sollte, sobald die Vertragsbeschränkungen weggefallen sind. 17-cm deshalb, um den leichten Kreuzern an Geschwindigkeit
und Bewaffnung überlegen zu sein. Ich habe dieses Kaliber in Drillingstürmen mit einem Rumpf der Adm. Hipper-Klasse probiert und dazu auf der Mittelwelle Dieselmotoren. Dann hat es auch mit dem Gewicht der Panzerung so weit funktioniert, dass diese dieselben Stärken wie das reale Vorbild gehabt hätten. Dazu einen deutlich erweiterten Fahrbereich.
Zu dem Flugzeugträger möchte ich nur so viel schreiben, dass bei einer verkleinerten (85%) Version der
Graf Zeppelin eine Flugkomponente von 10 Jagdflugzeugen und 12 Mehrzweckflugzeugen untergebracht werden kann. Auch dieser Typ würde mit einer gemischten Anlage und Dieselantrieb auf der Mittelwelle einen sehr großen Fahrbereich haben und mit einer Geschwindigkeit von 33 kn gut in das Kampfgruppen-Konzept passen.
Bei den leichten Kreuzern würde ich auch auf den Typ ,,M" oder den ,,Motorkreuzer 1938" setzen. Die Alternative Motorkreuzer 1938 (https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=42589.msg465919#msg465919) habe ich bereits hier vorgestellt.
Für die Kampfgruppen sah die Denkschrift den Späh-Kreuzer als ,,Zerstörer" vor. Die Aufgaben und strategischen Forderungen sind in Teil 1 beschrieben. Diese sind in der beigefügten Tabelle auch als Späh-Kreuzer mit 3.000 t Standardverdrängung aufgeführt.
Für die Heimatverwendung waren die kleineren Zerstörer (2.000 t Standardverdrängung) vorgesehen.
Fazit:Für den Stand 1935 wäre es möglich gewesen, eine gegen England gerichtete Flottenrüstung zu beginnen. Wobei real anfänglich die Rüstung gegen Frankreich im Vordergrund stand. Des weiteren füge ich diesem Post drei Karten mit der Dislokation der englischen und französischen Seestreitkräfte und eine Übersicht über die Flottenstärker in den einzelnen Kategorien der Jahre 1937 und 1938 bei. Alle vier Seiten sind der Akte RM 20/884 entnommen.