Hintergrund:Um im Kontext von
Harold's hier (https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?topic=1740.msg225323#msg225323) niedergeschriebenen "Weihnachtswunschzettel" weiterzumachen, stelle ich hier ein Projekt für einen leichter Kreuzer (Kreuzer Typ B) vor.
Gemäß diverser RM-Akten waren um 1935 neun Kreuzer diesen Typs geplant. Ich war einige Zeit am Überlegen, woher die Zahl neun stammt. Die für mich plausibelste Erklärung ist folgende:
Es waren insgesamt 18 Kreuzer geplant. Wenn von diesen 18 Kreuzer die bereits sechs vorhandenen leichten Kreuzer (Typ B) und die drei gerade in Bau gegebenen bzw. kurz vor Kiellegung stehenden schweren Kreuzer (Typ A) abgezogen werden, verbleibt ein Rest von neun Kreuzern.
Ziel dieses Projekts ist es, einen Kreuzer Typ B (leichten Kreuzer) mit Stand 1935 zu entwickeln bzw. die Möglichkeiten dazu auszuloten. D.h. ausschließliche Anwendung von Waffen, Antrieben usw. die zum gegebenen Entwurfszeitpunkt möglich gewesen wären.
Ausgangsbasis:Als Ausgangsbasis für das Projekt habe ich den Kreuzer
Leipzig gewählt und die Abmessungen des Schiffskörpers um 4,35% vergrößert. Damit ergeben sich die Abmessungen von
L: 173 m, B: 17 m, T: 5,53 m und H: 9,39 m
Wegen des Platzbedarfs für die Maschinenanlage habe ich für die Breite 17,20 m gewählt und den Tiefgang auf 5,60 m festgesetzt. Die Seitenhöhe ist mit 9,25 m festgesetzt. Die Länge über alles beträgt 177,64 m.
Die innere und äußere Aufteilung orientiert sich an dem
Kreuzer M bzw. dem Projekt
Motorenkreuzer 1938. Im Dokument
RM 20/1901 war als schwere Flak die 10,5-cm Doppellafette gefordert. Weil jedoch bei allen vorhergehenden Kreuzer-Klasse die schwere Flak aus 8,8-cm bestand und die zugänglichen Pläne für den
Kreuzer M ebenfalls 8,8-cm Doppellafetten vorsahen, habe ich mich dazu entschlossen dieses Kaliber in den Entwurf aufzunehmen.
Bevor ich mich der Beschreibung des Entwurfes zuwende, ein paar Anmerkungen und Tabellen zu leichten Kreuzern. Es werden hierbei Deutschland, England und Frankreich miteinander verglichen.
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| Deutschland | Aufklärung, Handelskrieg, Minenlegen, Flottenaufgaben | Königsberg-, Leipzig-Klasse |
| Großbritannien | Schutz der Handelswege, Aufklärung, Konvoischutz, Flottenaufgaben | Leander-, Arethusa-, Town-Klasse |
| Frankreich | Mittelmeer Flottenaufgaben, Kolonialschutz, Aufklärung | Duguay-Trouin-, La Galissonnière-Klasse |
Anhand dieser Tabelle sind die Unterschiedlichen Aufgaben der Leichten Kreuzer der einzelnen Länder gut zu erkennen.
Als nächstes eine Gegenüberstellung einiger ausgewählter leichter Kreuzer.
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| Nürnberg | Deutschland | 9 × 15 cm L/60 (3x3) 8 × 8,8 cm L/76 (4x2) 8 × 3,7 cm (4x2) 4 × 2 cm 12 × 53,3 cm Torpedorohre (4x3) Bis zu 120 Minen | ca. 7.150 t | 32 kn | ca. 2.800 sm bei 16,5 kn (max. 3.900 sm bei 10 kn Diesel) | Gürtel: 18–50 mm Deck: 20–25 mm |
| Kreuzer-M (geplant) | Deutschland | 8 × 15 cm L/55 (4x2) 4 × 8,8 cm (2x2) 8 × 3,7 cm (4x2) 4 × 2 cm 8 × 53,3 cm Torpedorohre (2x4) 60 Minen (geplant) | ca. 8.000 t | 35,5 kn | ca. 8.000 sm bei 19 kn
| Gürtel: 50 mm Deck: 20–35 mm |
| Kreuzer-Typ B (Entwurf) | Deutschland | 8 × 15 cm L/55 (4x2) 8 × 8,8 cm (4x2) 8 × 3,7 cm (4x2) 12 × 2 cm (4x2, 4x1) 8 × 53,3 cm Torpedorohre (2x4) 60 Minen (geplant) | ca. 8.000 t | 34,0 kn | ca. 8.000 sm bei 19 kn
| Gürtel: 50 mm Deck: 20–/35 mm |
| Leander-Klasse | Großbritannien | 8 × 15,2 cm Mk XXIII (4x2) 4 bis 8 × 10,2 cm 12 × 12,7 mm MG (3x4) 8 × 21 Zoll (53,3 cm) Torpedorohre (2x4) | ca. 7.270 t | 32,5 kn | ca. 5.730 sm bei 13 kn
| Gürtel: 76–102 mm Deck: 25–32 mm |
| Arethusa-Klasse | Großbritannien | 6 × 15,2 cm Mk XXIII (3x2) 4 bis 8 × 10,2 cm 8 × 12,7 mm MG (2x4) 6 × 21 Zoll (53,3 cm) Torpedorohre (2x3) | ca. 5.200 t | 32,2 kn | ca. 5.300 sm bei 13 kn | Gürtel: 57 mm Deck: 25 mm |
| Duguay-Trouin-Klasse | Frankreich | 8 × 15,5 cm Modèle 1920 (4x2) 4 × 7,5 cm Modèle 1922 6 × 13,2 mm MG 12 × 55 cm Torpedorohre (4x3) | ca. 7.250 t | 33 kn | ca. 4.500 sm bei 15 kn | Gürtel: Keiner (nur Splitterschutz) Deck: ca. 20 mm |
| La Galissonnière-Klasse | Frankreich | 9 × 15,2 cm Modèle 1930 (3x3) 8 × 9,0 cm (4x2) 8 × 3,7 cm 12 × 13,2 mm MG 4 × 55 cm Torpedorohre (2x2) | ca. 7.600 t | 31 kn | ca. 5.500 sm bei 14 kn
| Gürtel: 75–105 mm Deck: 37–50 mm |
Entwurfsbeschreibung1. Der SchiffskörperDer vorliegende Entwurf basiert, wie oben beschrieben, auf dem der Kreuzer der Leipzig-Klasse. Die Abmessungen wurden um 4,35 Prozent vergrößert und die Seitenwülste durch gerade Seitenwände ersetzt. Das Backdeck wurde, wie bei den geplanten Kreuzern M, sehr weit nach achtern gezogen. Einzige Unterbrechung sind die Buchten neben dem Hangar für die Torpedo-Vierlingssätzen. Im Verlauf der Entwurfsarbeiten wurde der Brückenaufbau von einem der Leipzig ähnlichen durch einem der real geplanten Kreuzer M ersetzt. Der Doppelboden hat im Bereich der Maschinenräume ein Höhe von 1,00 m. Achtern hat der Doppelboden ein Höhe von ca. 1,70 m und im vorderen Bereich eine Höhe von bis zu 2,05 m. Die Maschinenräume haben auf einer Länge von 52,75 m eine Breite von 12,70 m. Nach vorne bzw. hinten verringert sich diese Breite entsprechend der Rumpfform. Die Höhe der Maschinenräume liegt bei 5,92
5 m. Im Bug- bzw. Heckbereich hat die Stauung eine Höhe von 2,50 m und das Plattformdeck eine solche von 2,40 m. Das hierrüber liegende Zwischendeck und gleichfalls das Oberdeck, haben jeweils eine Höhe von 2,30 m.
Die Seitenhöhe bis zum Oberdeck beträgt 9,25 m und die Seitenhöhe bis zum Backdeck 11,55 m. Das Volumen, berechnet nach Konstruktionsspantenriss, ist bei 5,60 m Tiefgang inklusive aller Anhänge 8.760 cbm. Unter Zugrundelegung das der hauptsächliche Einsatzbereich im Atlantik liegen soll, kann mit einem Faktor von 1,025 gerechnet werden. Damit erhält man eine Konstruktionsverdrängung 8.979 t. Die Typverdrängung beträgt 8.007 t.
Rumpfgeweicht: 2.831 t
2. Die PanzerungZu Beginn des Entwurfs war noch nicht genau abzusehen, wie umfänglich die Panzerung ausfallen kann/wird. Im Raum stand die Forderung gemäß Dokument
RM 20/1901 von einem Schutz gegen 15-cm auf 15 km Entfernung. Beim vertikalen Panzer (Gürtelpanzer) ist hierfür nach NaAB 2.1x eine Stärke von 70 mm erforderlich.
Die Anordnung der Panzerflächen ist wie folgt:
Gürtelpanzer: unterer Gang, mit 2,70 m Höhe, 70 mm und oberer Gang, mit 2,10 m Höhe, 30 mm. Die Länge reicht von 25,33 m bis 143,44 m.
Panzerdeck: Im Bereich der Zitadelle hat dieses im waagerechten Teil eine Stärke von 30 mm und die Böschungen (45 Grad) sind 40 mm stark. Vor dem vorderen Querschott gibt es kein Panzerdeck. Achtern existiert nur ein Panzerkasten. Dieser reicht von achteren Querschott bis zum Schott hinter die Rudermaschine. Der Panzerkasten ist an den Seiten mit 30 mm und als Panzerdeck mit 35 mm geschützt.
Querschotten:Die Querschotten, als Abschluss der Zitadelle, ist im unteren Bereich mit 70 mm und im oberen Bereich mit 30 mm gepanzert.
Oberdeck: Das Oberdeck ist im Bereich der Zitadelle teilweise mit 25 mm gepanzert. Der Umfang ist in jedem Fall größer als dies beim Kreuzer M ausgefallen wäre. Der genaue Umfang ist der Zeichnung
Panzerflächen zu entnehmen.
Barbetten: Die Barbetten der 15-cm Doppeltürme sind oberhalb des Oberdecks mit 70 mm gepanzert. Im Schiffsinneren beträgt die Stärke 30 mm. Die Barbetten der Türme B und C sind mit 70 mm bis herunter zum Oberdeck gepanzert.
Kommandostand; Dieser ist wie beim Kreuzer M an den Seiten mit 100mm, oben mit 50 mm und im Boden mit 20 mm gepanzert.
Gesamtgewicht der Panzerung: ~1.325 t
3. Die BewaffnungAls Hauptbewaffnung wurden 8x 15-cm in vier Doppeltürmen, jeweils vorn und achtern überhöht, gewählt. Der tatsächlich geplante und in Bau gegebene Kreuzer M, sowie das Projekt Motorenkreuzer 1938, hatten nur zwei 8,8-cm Doppellafetten. Der Kreuzer Nürnberg jedoch vier dieser Doppellafetten. Ich habe mich dazu entschieden, dass der vorliegende Entwurf ebenfalls vier dieser Doppellafetten erhalten soll. Während der Entwurfsphase wurden die Positionen verschiedene Male, entsprechend den Änderungen an der Maschinenanlage, verschoben. Mir war wichtig, dass die Munitionsversorgung der schweren Flak so erfolgen konnte, dass diese direkt aus dem Munitionskammern direkt bis zum Geschütz, ohne Umladungen, erfolgen konnte. Dieses Ziel wurde erreicht.
An mittlerer Flak, 3,7-cm Doppellafetten, sind derer vier geplant. Zwei auf dem achteren Teil des Backdecks und zwei neben dem Brückenhaus. Die leichte 2,0-cm Flak, ist mit acht Einzellafetten vorhanden. Ursprünglich waren jeweils zwei Doppellafetten an jedem Schornstein vorgesehen und dazu vier Einzellafetten im vorderen und achteren Bereich der Aufbauten. Diese Doppellafetten finden sich auf vielen Plänen dieser Zeit, aber weil diese letztendlich doch nie verbaut wurden, habe ich mich dazu entschlossen die Doppellafetten gegen Einzellafetten zu tauschen.
53,3-cm Torpedorohre werden in zwei Vierlingsrohren mitgeführt. Sie liegen beiderseits des Hangars.
Bei entsprechendem Auftrag können ca. 60 bis 80 Minen mitgeführt werden.
Bei der Artillerie kann pro Rohr folgende Munitionsmenge gestaut werden:
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| 15,0-cm | |
| 8,8-cm | |
| 3,7-cm | |
| 2,0-cm | |
| 53,3-cm TR | |
In den Werten der Tabelle ist ebenfalls die Bereitschaftsmunition an den jeweiligen Lafetten enthalten.
Sonstige ArtillerieeinbautenFür die Artillerie sind zwei Leitstände vorhanden. Der vordere ist mit seinem 6m EM-Gerät im Kommandostand integriert und der achtere, ebenfalls mit 6m EM-Gerät auf der achteren Hütte. Obwohl deutsche leichte Kreuzer üblicherweise nur ein Flakleit-Gerät an Bord hatten (gilt auch für den Kreuzer M), habe ich deren zwei eingeplant. Einer auf dem vorderen Brückenhaus und der andere auf der achteren Hütte. Grund für die Wahl von zwei Flakleit-Geräten ist, dass die Forderung gemäß RM 20/1901 drei Leitstände gewesen ist, aber wie oben beschrieben, eben nur eines auf leichten Kreuzer tatsächlich vorhanden war. Insofern ist hier die goldene Mitte ausgewählt.
In den Räumen unterhalb des Panzerdecks gibt es vor den Maschinenräumen jeweils eine Artillerie-Rechen- und Schaltstelle (Plattformdeck), eine Torpedo-Rechen- und Schaltstelle (Plattformdeck) und eine Flak-Rechen- und Schaltstelle (Stauung). Auffällig ist das Fehlen des Vormars-Leitstandes, aber bei allen Entwürfen, die zum Kreuzer Typ M führten, fehlt ein solcher. Ein Grund könnte dafür gewesen sein, die Silhouette niedrig zu halten.
Gesamtgewicht der Artillerie: 970 t
4. Die Maschinen- und HilfsmaschinenanlageZu Beginn des Projektes bestand die Überlegung die Antriebskonfiguration des Projektes Motorkreuzer 1938 zu übernehmen. Die Auslegung war so, dass nur zwei Wellen eingebaut würde. Auf jeder Welle hätte eine Turbine und zwei Dieselmotoren gewirkt. Die Turbine wäre über eine Flüssigkeitskupplung (Vulcan-Kupplung) zu- oder abschaltbar gewesen. Bedauerlicherweise sind im Original-Projekt des Motorkreuzer 1938 die Dieselmotoren mit angehängtem Spülluftgebläse ausgeführt. Dazu kommt, dass die Motoren ohne Vulcan-Kupplung direkt auf das Getriebe gewirkt hätten. Zum einen sind angehängte Spülluftgebläse nicht opportun und um einzelne Motoren zu- oder abschalten zu können wären Vulcan-Kupplungen erforderlich gewesen, die die Länge der Maschinenanlage wiederum verlängert hätte. Die Original-Konfiguration ist bereits ca. 4 m länger als beim vorliegenden Entwurf. Auch wenn nur 9-Zylinder-Motoren statt der 12-Zylinder-Motoren eingebaut würden, würde sich die Gesamtlänge nicht wesentlich verringern. Aus diesen Gründen habe ich mich für eine Antriebskonfiguration entschieden, die der der Nürnberg ähnlich ist.
Die Maschinenanlage wirkt auf drei Wellen. Für die Projektierte Geschwindigkeit von 34,0 kn ist eine Leistung von insgesamt 100.000 PS erforderlich. Diese verteilt sich wie folgt:
| | |
| Wellen | 2 | 1 |
| Leistung (PS) | 72.000 | 28.000 |
Die Turbinen- und KesselanlageDie erforderliche Leistung jeder Turbine beträgt 36.000 PS. Der hierfür erforderliche Dampfbedarf beträgt 99.900 kg/h. Der auf eine Antriebsturbine umgerechnete erforderliche Dampfbedarf für die Hilfsmaschinen errechnet sich zu 27.195 kg/h.
Als Kesseltyp sind solche vom Typ Wagner gewählt.
Der Gesamtdampfbedarf ergibt sich zu 127.095 kg/h je Turbinensatz. Für die Dampferzeugung sind insgesamt acht Kessel vom Typ Wagner vorgesehen. Diese verteilen sich zu viert auf zwei Kesselräume. Für die notwendige Dampferzeugung sind jeweils drei dieser Kessel erforderlich. Der vierte Kessel dient der Redundanz. Jeder Kessel ist so ausgelegt, dass dieser 42.400 kg/h Dampf bei einer Last von 80% erzeugen kann. Bei Volllast (100%) erzeugt jeder Kessel 51.900 kg/h Dampf. Des entspricht ungefähr einer Überlast der Turbine von ca. 20%.
Unter Normallast (80% Kessellast) verbrauchen die Kessel 295 g/PSh Heizöl. Bei maximaler Leistung der Kessel (100% Kessellast) verbrauchen diese 355 g/PSh an Heizöl.
Für die Gewichtsberechnung der Maschinenanlage bin ich, auf Grund der erforderlichen Turbinenleistung, von einer Anlage ähnlich denen der Zerstörer 36 ausgegangen. Weil durch die etwas längeren Wellen und dem zusätzlichen Kessel ein etwas höheres Gewicht anfallen wird, ist der Gewichtsberechnung das Gewicht der Antriebsanlage der Spähkreuzer mit 14,93 kg/PS zugrunde gelegt.
Die Dampfturbinenanlage wirkt auf die Außenwellen.
Die MotorenanlageGrundsätzlich entspricht die Dieselmotorenanlange der der Panzerschiffe (A-C). Der Unterschied besteht darin, dass jeder Motor, M9Z 42/58, seinen eigenen Spülluftmotor besitzt. Bei diesen handelt es sich um den Motortyp M5Z 32/44. Für die Gewichtsberechnung habe ich das spezifische Leistungsgewicht der geplanten Kreuzer Typ M zugrunde gelegt. Dieses beträgt 25,48 kg/PS.
Gemäß dem vorgenannten errechnet sich das Gewicht der Maschinenanlage zu 1.075 t + 713 t = 1.788 t. Das spezifische Leistungsgewicht beträgt somit 17,88 kg/PS.
Die Leistung der Dieselmotoren reicht aus, um eine Geschwindigkeit von 22,25 kn zu erreichen. Bei einer Marschgeschwindigkeit von 19 kn sind ca. 17.300 PS erforderlich.
SchiffshilfsmaschinenEs gibt fünf E-Werke an Bord. Insgesamt liefern acht Generator zusammen 2.320 kW Strom.
E-Werk 1: 200 kVA Dieselgenerator, 35 kVA Umformer und Not-Kompressor
E-Werk 2: 240 kW Dieselgenerator, Scheinwerfer-Umformer und Not-Kompressor
E-Werk 3: 400 kW Turbo-Generator, Hilfs-Kondensator, Umwälzverdampfer u. Erhitzer
E-Werk 4: wie E-Werk 3
E-Werk 5: 200 kW + 150 kVA Turbo-Generator, 400 kW Turbo-Generator, 2x 240 kW Dieselgeneratoren.
Die E-Werke 1 und 2 liegen hinter den Motorenräumen, die E-Werke 3 und 4 zwischen den Kesselräumen und E-Werk 5 vor dem vorderen Kesselraum. In den E-Werken 2 und 3 wird mittels der Umwälzverdampfer und des Erhitzer Reservespeisewasser gewonnen und in diesem Bereich in den Zellen des Doppelbodens gespeichert.
Im E-Werk 5 befindet sich ebenfalls die Anlage zur Trink- und Waschwassererzeugung.
5. Die BesatzungHier folgt die Beschreibung der Verteilung der Besatzung auf die einzelnen Decks von unten nach oben.
Plattformdeck:Im vorderen Bereich sind 15 Hängemattenplätze. Diese sind aktuell für Mannschaftsdienstgrade von evtl. eingeschifften Prisenkommandos vorgesehen.
Zwischendeck:Im achteren Bereich befinden sich die Kammern der Feldwebel (Bootsmänner) nebst dazugehöriger sanitärer Einrichtungen und der Messe.
Hieran schließen sich nach vorne die Räume der technischen Unteroffiziere an.
Im Mittelschiff liegen links und rechts der technischen Räume und Rauchgasschächten die Quartiere eines großen Teils der technischen Mannschaften. Im vorderen Teils des Schiffes liegt an der Backbordseite noch ein Quartier für technischen Mannschaften. In gleicher Größe an der Steuerbordseite liegt der Raum für die seemännischen Unteroffiziere. Davor bis zum Bug sind vier Räume für seemännische Mannschaften.
Oberdeck:Dieses Deck geht von der Barbette des Turms ,,C" bis zum Bug.
Im achteren Teil liegen die Räume für den Kommandanten nebst Kajüte. Direkt gegenüber (nach vorne) liegt die Kammer für zwei Prisenoffiziere und ein Reserveplatz, sofern ein Prisenkommando eingeschifft ist, und die Kammer für einen Stabszahlmeister. Davor liegen Funk- und Fernschreibstellen sowie die Kombüsen für Offiziere und Feldwebel. Davor liegt die Offiziersmesse, welche als einziger Raum über vier Oberlichter verfügt. Links und Rechts dieser Kammern und Räume befinden sich die Kammern weiterer Offiziere und die sanitären Einrichtungen für Offiziere.
Unterbrochen von den zwei Torpedorohrsätzen und dem Hangar für ein Flugzeug, befinden sich als nächstes die sanitären Einrichtungen für Mannschaften und Unteroffizieren in dem von hier ab bis zum Bug wieder geschlossenem Oberdecksaufbau. Vor den sanitären Einrichtungen befinden sich die Räume für Barbiere, Schuhmacher, Schneider und Wachtmeisterbüro. Dazu kommt die Mannschaftsküche (auch für Unteroffiziere) und der FuMG-Raum.
Als nächstes folgen die Quartiere der restlichen seemännischen Mannschaften. In einem kleinerem Bereich ist noch ein Raum für die fliegerischen Unteroffiziere und einer für fliegerische Mannschaften. Diese gehören zu der an Bord eingeschifften Bordfliegergruppe 196 mit zwei Flugzeugen vom Typ Arado Ar 196.
BackdeckIn der achteren Hütte sind außer einigen Schreibstuben das Quartier der Unteroffiziere der eingeschifften Prisenkommandos, sowie drei Kammern für vier Bootsmänner der Prisenkommandos.
Im vorderen Aufbau zwischen vorderem Schornstein und vorderer 15-cm Batterie befinden sich die Kammern der vier Wachoffiziere und der zwei Ärzte. Im vorderen Bereich des Aufbaus liegt das Lazarett mit 12 Betten, der Operationsraum, der Röntgenraum und die Apotheke. Dazu kommen noch zwei Kammern für den Obersteuermann und den Wachtmeister.
Unteres BrückendeckHier befinden sich insgesamt acht Offizierskammern, wovon eine als Reservekammer für zwei Offiziere dient. Dazu kommt eine Brause und ein WC für Offiziere.
Oberes BrückendeckHier befindet sich neben der Bordwetterwarte die Brückenkammer für den Kommandanten und die für die Schiffsleitung erforderlichen Räume.
In der Gesamtsumme ergibt sich Platz für insgesamt 956 Mann. Hierin sind Offiziere, Feldwebel, Unteroffiziere, Mannschaften und Zivilisten enthalten. Erforderlich wären nach Berechnung rd. 887 Mann über alle Ranggruppen.
In der Anlage befindet sich eine Excel-Datei zur Berechnung der Besatzungsstärke. Die Berechnung orientiert sich an den Ergebnissen, welche mir die KI in einem langwierigem Frage und Antwort Verfahren geliefert hat. Auf dem ersten Registerblatt befindet sich links der eigentliche Bereich zur Berechnung, während ich auf der rechten Seite die letztendlichen Antworten der KI zusammengestellt habe.
Beim Nachrechnen einiger Schiffe der Kriegsmarine ergab sich eine ziemlich genaue Übereinstimmung mit bekannten Zahlen. Einzige Ausnahme die schweren Kreuzer. Hier muss man aber berücksichtigen, dass die vielfach genannten Besatzungszahlen der schweren Kreuzer auf den Endzustand (~1945) beziehen und nicht mehr viel mit dem Original-Planungszustand zu tun haben.
6. Brennstoffe, Schmieröl und ReservespeisewasserDas Gesamtbunkervolumen beträgt 2.981 cbm. Hierfür stehen für die Brennstoffe, Diesel- und Heizöl, 2.671 cbm zur Verfügung. Dieses ist so aufgeteilt, dass der Fahrbereich bei Marschfahrt mit den Dieselmotoren 8.000 sm erreicht werden.
Dieselöl: 1.170 t
Treiböl : 1.217 t
Somit verbleiben für Schmieröl und Speisewasser 310 cbm. Das erforderliche Reservespeisewasser errechnet sich zu: 2,5 x Turbinen-Höchstleistung / 1.000.
Dies ergibt 180 cm = 180 t.
Dann verbleiben für das Schmieröl 130 cbm bzw. 119 t. Man rechnet im Allgemeinen 5% der Brennstoffmenge.
Der Fahrbereich mit Dieselmotoren, bei einer Marschgeschwindigkeit von 19 kn, beträgt 8.000 sm. Es ist somit möglich bei einer Höchstfahrt von 34 kn, mit Dieselmotoren und Turbinen, weitere 1.400 sm zu fahren.
Im Vergleich zu den vorhergehenden leichten Kreuzern der Kriegsmarine ein durchaus für die Atlantik-Kriegsführung brauchbarer Typ.
Klasse Entwurf Sven, und wie immer bei Dir absolut realistisch durchkonstruiert.
Meinen Respeckt top