Hallo Freunde !!!
Heute mal drei Themen über zivile Schiffe . Die Fotos stammen alle aus einem Posten .
Der erste ist der Schlepper "Danzig" , kann natürlich auch ein Schlepper in Danzig sein .
Aber das werdet Ihr ja sicher rausfinden .
Was ist das auf dem geschleppten Schiff vorn , eine Flak ?
MfG Andreas :ML:
Welch schöner Schlepper :-)
Danke für die schönen Bilder!
Ja, ich würde es auch als Flak in Zurrstellung (evtl mit Persenning drüber?) ansprechen.
Gruß
Sebastian
Hallo Andi,
es ist der Schlepper Danzig aus Danzig.
0087.) bm DANZIG YMBR DBHM DCKN DACQ
22.12 /14.2.1938 F. Schichau GmbH Abt. Schiffswerft zu Danzig (1420) 243/64 688/181 -
¬35,40 7,54 3,78 4,25 m
2 Mot. HD 2Te 6x290/500 2150 (320) 2 Schrauben
Werft 16
"Danzig" Bugsier , Reederei & Bergungs GmbH, Danzig (Dg). 1939 (DEU). 1940 Kriegsmarine/Untern. ,,Seelöwe" B...S (August 1940). 15.3.1941 Rückgabe. 1942 Eisbrecher/Küstenbefehlsh. Ostsee (5.2.1942) und 22.6.1942 Rückgabe. 194. Heimathafen Kiel mit Einsatz beim Schlepperkontor Kiel als ,,F 2739". 1946 zur GMSA und 1947 Rückgabe. Februar 1950 Heimathafen Hamburg. 1974 "Mayflower VII" Cia. de Navegacion Mayflower SA, Panama (PAN). 1980 "Princess I" Denver Equipment & Trading Co. Ltd. SA, Panama. 1982 "Princess II" Sea Dragon Maritime Ltd. SA, Panama.
Vielleicht schaffe ich es noch einen eigenen Lebenslauf zu schreiben.
Schiff hinten sieht wie ein Neubau aus.
Gruß
Theo
@ Theo
Da hatte der Schlepper ja ein bewegtes Leben !
Habe mal den Bug des Schiffes vergrößert , heißt PORJA wenn ich das richtig sehe .
@ Achilles
Ist das eine Flak ? Sieht jetzt irgentwie komisch aus !
MfG Andreas
Hallo Andi,
ja der Schlepper ist richtig rund gekommen !
Im Anhang ggf.:M PONTOS 35/3410 Afrikanische Frucht Co. Hamburg DJPT
5./20. 8. 39 Tiko - Hamburg
8. 2. 40 als Torpedoklarmachschiff in Dienst
31. 1. 45 vor Swinemünde Minentreffer
Mai 45 in Langballig
21. 2. 47 in Hamburg an UK, "Empire Mowdach", 48 "Nicoya"
M PORJUS 37/764 Afrikanische Frucht Co. Hamburg DJTM
17./18. 8. 39 Göteborg - Hamburg
1. 10. 39 als Vorpostenboot "V 108" in Dienst, 1. 10. 40 "Sperrbrecher 38"
1. 12. 40 vor Brunsbüttel durch Kollision gesunken, 27.10. 42 gehoben
16. 9. 44 in Hamburg im Umbau zu "Sperrbrecher 133" durch Bomben schwer beschädigt, 6. 4. 45 vor Brunsbüttel durch Luftangriff versenkt
23. 9. 49 nach Reparatur als "Kronsberg" an B. J. Schuchmann
D PORTA 21/4371 Norddeutscher Lloyd, Bremen DOHH
seit 22. 1. 39 bei der Danziger Werft im Umbau (Verlängerung, neue Turbine)
Juni 43 in Aalborg, 8. 2. 44 in der Weser-Mündung Minentreffer
Mai 45 in Bremerhaven in Reparatur
2. 8. 46 an Holland "Walcheren"
Gruß
Theo
Hatte die Frage weiter gegeben und erfuhr nun
vom Schiffserkennungsspezialistebn Reinhard Karmer, Rostock:
Frachter ist deutlich die PORTA/NDL mit Flak unter Persenning auf der Back[/font]
Man muß nicht Alles wissen, man muß nur wissen wo einer ist und alles weiss !
Theo
@ Theo
Danke für den umfassenden Lebensweg der Schiffe . Vieleicht ist das Foto sogar nach
dem Umbau in der Danziger Werft entstanden . Würde ja zeitlich , 1939 , hinkommen .
Was hat das Schiff bis 44 gemacht , Truppentransport ?
MfG Andreas :ML:
Hallo Andreas,
erst hat der Umbau in Danzig und Aalborg bis 1943 gedauert, dann wurden wohl wenige Fahrten durchgeführt und
schon gab es den Minentreffer welcher bei Kriegsende noch nicht voll repariert war.
Erfassungen für den Einsatz bei der Kriegsmarine wurden nocht gemeldet.
Viele Grüße
Theo
PORTA QLNF DOHH DDUE
1.12./11.4.1922 Vulcan Werke AG, Stettin B (649)
4162/2545 11791/7210 6500/5900/5805
109,95 15,55 7,92 8,68 m
Turbine m. Rädergetr. 1600 3 14,5 444
Werft 48 (Pas. 12)
4341/2573 12294/7287 6445
118,63 15,56 7,95 8,70 m (V und U 1940 Danziger Werft)
Turbine m. Rädergetr. 4200 2 85/35 305
1939/40 A E G, Berlin 1939/40 Danziger Werft
Turbine m. Rädergetr. 2850 2 32 200
wie 1940 und 1950 N D L, Bremerhaven
(28.3.1922) "Porta" N D L, Bremen (DEU). 22.1.1939 an Danzig und aufgelegt. Mai 1945 in Bremerha¬ven zur Reparatur (englischer Luftminentreffer vom 8./9.2.1944 in der Wesermündung). 2.8.1946 hier an Holland abgeliefert und in Amsterdam aufgelegt. "Walcheren" Holländische Regierung (Mij. Vrachtvaart NV), s'Gravenhage (NLD). April 1947 NV Reederij Amsterdam, The Hague. 23.11.1947 mit Kesselschaden (vom 13.11.) in Amsterdam aufgelegt. Später bis März 1950 dann Reparatur beim Techn. Betrieb des NDL in Bremerhaven. Mai 1950 Ankauf über die Ro¬land Linie GmbH in Bremen und (2.12.1950) "Adolf Vinnen" F. A. Vinnen & Co, Bremen (DEU). 22.2.1955 "Trierstein" Roland Linie Schiffahrts GmbH Bremen. 1959 N D L. September 1961 "Amonea" Teh Hu Steam Ship Co., Panana (PAN). 1962 Cia. de Navegacion Victoria Neptuno SA (wie vorher). 28 1.1964 an Hongkong zum Abbruch, der im II. Quartal gemeldet wird. 5.9.1964 hier durch den Taifun ,,Ruby" auf die Felsen geworfen, 26.10. abgebracht und weiter abgebrochen
@ Theo
Was Du immer aus Deinem Archiv zauberst , einfach Klasse !! :TU:)
MfG Andreas
Moin,
zur Danzig kann ich noch hinzufügen, dass er für Seelöwe nach Marbef ndl. Gkdos 854/40 AI Tr, 18.9.40 als Einsatzhafen Boulogne zugewiesen bekommen hatte.
Gruß
Dirk
Hier mal ein Nachkriegsbild (mit Radar) vom Schlepper DANZIG.
Grüße Ronny
Hochinteressant, was ich hier alles über die "Danzig" gelesen habe. Bin 1964 4 Monate auf dem Schlepper gefahren, wobei man "fahren" nicht wörtlich nehmen darf. Als Bergungsschlepper lagen wir meistens auf "Station" und lauerten auf einen job.
Schwarzer Schornstein, weißes Band - die Piraten Schuchmanns wurden wir genannt.
Gruß
Baron
Zitat von: Baron am 11 Januar 2014, 14:10:01
Bin 1964 4 Monate auf dem Schlepper gefahren, wobei man "fahren" nicht wörtlich nehmen darf. Als Bergungsschlepper lagen wir meistens auf "Station" und lauerten auf einen job.
Schwarzer Schornstein, weißes Band - die Piraten Schuchmanns wurden wir genannt.
Gruß
Baron
Hallo Baron,
wo lagt ihr denn auf ,,Station"und habt ihr in den vier Monaten in denen Du auf der Danzig gefahren bist einen Job gehabt?
:MG:
Manfred
Hallo Albatros,
Wir lagen in Puttgarden und später noch kurze Zeit für mich auf Borkum. Von Puttgarden hatten wir einen job vor Rügen. Ein alter Schlorren mit Schnittholz , ich glaube unter Maltaflagge, 40° Schlagseite am Anker bei schwerem Wetter. Ich glaube, wir haben die Ankerkette durchgebrannt, um ihn auf den Haken zu nehmen. Und dann 3 Tage bis Kiel. Hat schöne "Kohle" gebracht.
Gruß
Baron
Hier die Danzig auf Station in Cuxhaven,
http://www.forum-schiff.de/phpBB3/viewtopic.php?f=9&t=31&start=180#p37498
Mir möchte gerade nicht einfallen wo das in Cuxhaven ist, gibt es die Gebäude noch?
Ein weiteres Foto der Danzig in Fahrt
http://www.forum-schiff.de/phpBB3/viewtopic.php?f=9&t=31&start=180#p37837
war ja wohl bis 1974 bei Schuchmans Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft mbH & Co. KG, der weitere Lebenslauf http://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,4623.msg62113.html#msg62113 verbleib ?
Diese Größe als Bergungsschlepper war vor 40-50 Jahren keine Seltenheit, die URAG hatte z.B. die Rotesand, 2150 PS haben heute kleinere Hafenschlepper aber zur damaligen Zeit war die durchschnittliche Schiffsgröße eben auch viel geringer.
:MG:
Manfred
Die "Danzig" war schon damals einer der kleinsten Bergungsschlepper. Den Pfahlzug - und auf den kommt es ja an - übertreffen heute schon die kleinsten Hafenschlepper.
Die "Danzig" war übrigens als "Princess2" nach vor ca. 5 Jahren als Hafenschlepper in Singapur im Einsatz. Und da ich nichts von einer Verschrottung gehört habe, wird sie noch immer dort in Betrieb sein. Wäre interessant zu wissen, ob die Hauptmaschinen noch die alten sind. Es waren 2 Sulzer, 6 Zylinder, Zweitakt-Tauchkolbenmaschinen. Wobei Zweitakt-Tauchkolben ungewöhnlich war. Sie hatten vom Neubau her Seewasserkühlung und wurden dann nach dem Krieg auf Frischwasserkühlung umgebaut. Dementsprechend waren die Kühlräume durch die ursprüngliche Seewasserkühlung auch zerfressen und undicht. Sie leckten ziemlich stark. Die Hilfsdiesel waren auch interessant - 3 Stck. verschiedener Größe. Der mittlere Diesel war der Schnellstartdiesel. Er wurde mit einer Luftturbine als Anlasser über Ritzel und Schwungrad angelassen, und wurde bei Alarmstart als erster angelassen, wenn der Landanschluss getrennt wurde. Bei den anderen beiden dauerte es zu lange. Der kleine musste mit Handkurbel angeworfen werden. Und wenn der nicht beim ersten Schlag kam, mussten erstmal an jedem der 3 Zylinder die Zünd"Zigaretten" erneuert werden.
Gruß
Heizer
Hallo Baron/Heizer,
ich darf annehmen das Du in der Maschine gefahren bist? Kannst Du noch etwas zur Zusammensetzung/Besatzungsstärke Maschine/Deck sagen?
Zitat von: Baron am 19 Januar 2014, 14:00:30
Der kleine musste mit Handkurbel angeworfen werden. Und wenn der nicht beim ersten Schlag kam, mussten erstmal an jedem der 3 Zylinder die Zünd"Zigaretten" erneuert werden.
Gruß
Heizer
Und wenn Du nicht richtig durchgezogen hast um die zum Starten des Motors notwendige Kompression zu überwinden, gab es einen Kurbelrückschlag der sich gewaschen hatte, so war es zumindest bei den Ladebaum/Deckswinden die ich kenne........ :MZ: :-D
:MG:
Hallo Albatros,
ich kann`s versuchen, wobei ich die Anzahl der Decksleute (Matrosen) schätzen muss.
Kapitän (war beim job 3 Tage und Nächte auf der Brücke, 63 Jahre alt und hart wie Kruppstahl)
Steuermann ( er kann altersbedingt eigentlich nicht mehr leben, und über Tote soll man nicht schlecht
reden)
Taucher ( war im Decksdienst eingesetzt. Sein wichtigster Job,wenn einmal im Monat 24 Std.
wegen Kantinenfreilager aus der 12Meilenzone, (oder damals noch 3?)
rausgefahren wurde, war das Dorschangeln für die Kombüse.
Er war der einzige Angler, den ich jemals erlebt habe, der vorher auf dem Grund
nachguckte, ob der Fisch auch da war.)
Funker (wichtigster Mann, wenn er keinen Notruf einfing, gab`s keinen job, war tag und nacht in der
Funkbude)
Matrosen (3?) (sorry, kann mich nicht an sie erinnern)
1. Maschinist (ein wirklich guter Fachmann)
2. Maschinist ( blutjung und aus dem Tal der Ahnungslosen)
2 Assis (die besten, die ich in 15 Jahren erlebt habe, nur ich als Assi war besser :-))
Koch (als wir ohne Vorwarnung nach Borkum verlegt wurden, musste er seinen Lloyd ohne Räder
aufgebockt in Puttgarden an der Pier stehen lassen :-D)
Steward (der wurde beim job auch gnadenlos im Decksdienst eingesetzt, dann war Kojenbauen
und Service so ziemlich das Unwichtigste, was man sich vorstellen kann)
-------------
13 Mann gesamt, vielleicht auch 12 (nur 2 Matrosen)
Gruß
Heizer
Hallo Baron/Heizer,........ :TU:)
Das ihr sogar einen Steward gefahren habt.... 8-) von der Anzahl der Besatzungsmitglieder her gesehen hat sich gegenüber damals nichts geändert, nur etwas größer ist der Schlepper......http://de.wikipedia.org/wiki/Nordic_%28Schiff%29
Zitat von: Baron am 20 Januar 2014, 21:08:13
Taucher ( war im Decksdienst eingesetzt. Sein wichtigster Job war das Dorschangeln für die Kombüse.
Er war der einzige Angler, den ich jemals erlebt habe, der vorher auf dem Grund
nachguckte, ob der Fisch auch da war.)
:O/Y
:MG:
Manfred