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Flotten der Welt => Die US Navy => US Navy - Allgemein => Thema gestartet von: Ulrich Rudofsky am 24 Juni 2007, 20:09:06

Titel: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 24 Juni 2007, 20:09:06
Die Privatisierung in der US Kriegsmarine machen mir Sorgen.  Man hoert, dass einige Kriegsschiffe der USN von Zivilisten gesteuert werden muessen!  Der Kapitaen sieht nur dabei zu, aber fuer Fehler ist er allein verantwortlich.  Doch manche Jobs muss man wirklich einer Privatfirma anvertrauen. 

M/V BLUE MARLIN, Dockside http://www.dockwise.nl , wurde durch den Transport der USS COLE zurueck nach Pascagoula, Lousiana, USA, beruehmt, nachdem diese eine Selbstmord-Terroristenattacke an der Backbordwand Mitte erlitten hatte (etwa gleich 700 Pfund TNT in engem Abstand).  Hier ist eine Serie von Fotos  der M/V BLUE MARLIN waehrend dem Transport  einer SBX Radar-Plattform.  Kriegsmarinen sind fuer solche Schwerarbeiten auf Privatfirmen angewiesen und ich find das richtig. 


http://www.strategypage.com/military_photos/200621221.aspx   the load/ die Ladung

http://www.hawaii.navy.mil/NewsPAO/NRHNews_display.asp?story_id=518
http://www.hawaii.navy.mil/images/news/sbx1.jpg
http://www.hawaii.navy.mil/images/news/sbx2.jpg
http://www.hawaii.navy.mil/images/news/sbx3.jpg
http://www.hawaii.navy.mil/images/news/sbx4.jpg
http://www.hawaii.navy.mil/images/news/sbx5.jpg

(http://www.hawaii.navy.mil/images/news/sbx2.jpg)


ADDENDUM:  http://www.missiledefenseadvocacy.org/index/news/mdaa-alerts/2005-1122.htm
http://www.missiledefenseadvocacy.org/gallery/thumbnails.php?album=28
http://eyeball-series.org/sbx1-birdseye.htm




Titel: Re: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: Big A am 25 Juni 2007, 07:25:55
Die Privatisierung geht noch viel weiter, so werden z.B. Routineinstandsetzungsarbeiten neuhochdeutsch outgescourcet, d.h. dass z.B. Farbarbeiten etc. im Rahmen von Truppenversuchen an zivile Firmen vergeben werden um den Besatzungen R&R Zeiten (auch I&I = Intercourse and Intoxication) Zeiten zu verschaffen, da man es für Verschwendung teurer Ressourcen hält. hochausgebildete Besatzungen zum Rostklopfen zu ver(sch)wenden...
Warum auch nicht?
Auch wir haben schon viele Aufgaben zivil vergeben! Nachversorgung ins Ausland mit zivilen Speditionen, Instandsetzungen in den Werften, zumindest HBA 1-3, Schlepperleistungen, LuTrans, Inst von LFZ, warum soll man sich nicht auf dem zivilen Markt bedienen, wenn es unter dem Strich günstiger ist?
Titel: Re: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: torpedo mixer am 25 Juni 2007, 21:02:31
Und am Ende fluchen die Soldaten weil wie im Kongo das vertragsgemäß bestellte Bett nicht auf einen wartet ...
Ob das Bett überhaupt gerechtfertigt war steht da auf dem zweiten Blatt.

Mit der Privatisierung kann man nur dann weit gehen wenn man sich auf die Leistungen auch in enger Lage verlassen kann. Und da habe ich ein dummes Gefühl !

Die "gute alte" Zeit kann man da ja nicht unbedingt zum Maßstab nehmen. Ich weiß das z.B. Flugzeugmotorenwerke ihre eigenen Mechaniker auf den Feldfugplätzen unterwegs hatten um die kniffligen Arbeiten auszuführen. Ob das MAN etc. heute machen würden ?

Gruß,
TM
Titel: Re: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 25 Juni 2007, 21:28:23
Zitatwenn es unter dem Strich günstiger ist?
"Unter dem Strich" oder unter der "Bottom Line" ist nicht immer der beste und vorteilhafteste Plan.

Mein Oberst in der US 521. Pionier-Gruppe, Kaiserslautern 1958-60, sagte oft: "Gentlemen, wir sind nicht in einer profitmachenden Organisation!"  Also, um Geld zu ersparen, kann man nicht die ganze Nation oder einen einzigen Kameraden aufs Spiel setzten.  Privatisierung der Kasernen mit McDonalds Messe und Holiday Inn  ist ja OK im Heimatland, aber wenn es auf lebensgefaehrlichen kritischen Einsatz am Blauen Ozean ankommt, sollte knausriges, aber sehr profitables, Privat-Management keine entscheidende Rolle spielen.  Man sagt hier: Wer das meiste Spielzeug hat, gewinnt!"  (z.B. Kalter Krieg) Oder man muss Daheim bei Mutti bleiben.   :MG:
Titel: Re: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: torpedo mixer am 25 Juni 2007, 21:57:06
Am Ende zählt das Ergebnis nach draussen. Wie ist egal.

Meine Vermutung : bei gleicher Leistung kostet es auch das gleiche, egal ob zivil erbracht oder nicht ... Alles andere hat einen Hauch von Pepetuum Mobile ...

TM

P.S. mit "Leistung" gilt natürlich auch die Verfügbarkeit in Raum und Zeit - und das kostet !
Titel: Re: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: Big A am 26 Juni 2007, 07:20:40
Zitatist ja OK im Heimatland, aber wenn es auf lebensgefaehrlichen kritischen Einsatz am Blauen Ozean ankommt, sollte knausriges, aber sehr profitables, Privat-Management keine entscheidende Rolle spielen.
Aber genau das ist doch bei jeder Privatisierung der Punkt! Es gibt genuügend Bereiche, in denen private Unternehmer auf Grund ihrer Flexibilität und Innovationskraft einfach günstiger (ich sage nicht unbedingt billiger) sind. Warum soll man sich nicht z.B- ziviler Transporteure bis zu einem gewissen, sicheren Punkt bedienen, ab dem dann das Militär übernimmt, alleine schon deswegen, weil sie als Soldaten einen anderen Status haben. Muss das Militär bei dem vglw. geringen Aufkommenwirklich eigne Containerschiffe haben oder mietet man sich nicht günstiger Plätze auf einem sowieso fahrenden Frachter? Muss man wirklich alles selbst machen und dafür Gerät und Personal im Friedensbetrieb bereithalten, wenn man sich Leistungen kaufen kann und sich auf seinen Einsatzauftrag konzentriert, die Mittel also zweckgebunden einsetzt?
Zitat"Gentlemen, wir sind nicht in einer profitmachenden Organisation!" 
Auch hier ist die Aussage nicht ganz richtig, sparsamer Umgang mit Ressourcen ist auch eine Art Profit. Ich habe selbst im damaligen Naval Air Depot in Pensacola erlebt, wie das geht (ich weis, es ist ein anderes Haushaltssystem, ist aber glaube ich ein anderes Thema). Das Depot bekommt ein Betriebsbudget, wenn durch Ideen der Mitarbeiter und richtige Analyse der Betriebsabläufe Geld gespart wurde ging die Hälfte zurück an den Navy-Haushalt, die andere Hälfte verblieb in der Dienststelle und wurde in dem einen Jahr an alle Mitarbeiter ausgeschüttet, in einem andren Jahr wurden Sportgeräte gekauft usw.
Auch wir haben in Ansätzen solche Ideen und es wird wohl niemand bestreiten, dass in unseren Streitkräften noch viel lose ist, alleien es fehlen richtige Reize zum Sparen ("ist ja eh' alles da..")
Titel: Re: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: Woelfchen am 26 Juni 2007, 09:10:00
Solange nur ein paar Transporte etc. privatisiert werden, ist es ja ok.

Mittlerweile wird ja auch teilweise die kämpfende Truppe privatisiert.
Im Irak sind ja genug Sicherheitsfirmen unterwegs. Sind wohl nicht billiger, stirbt aber hier jemand hat die Armee keinen Toten.

Johannes
Titel: Re: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: Big A am 26 Juni 2007, 16:51:08
ZitatMittlerweile wird ja auch teilweise die kämpfende Truppe privatisiert.
Das trifft aber für die Bundeswehr in keinem Fall zu.
Die privaten Sicherheitsdienste nehmen im Irak auch keine Aufgaben der US-Streitkräftze wahr sondern sind von sonstogen Firmen und Organisationen für viel Geld angestellt worden.
Titel: Re: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 26 Juni 2007, 17:22:26
Im Fall, dass dieser Bericht stimmt, sind die  Einsatznummern  von "Zivilisten"  im Dienst der USA (und ungezaehlte ordinaere amerikanische und europaeische Freibeuter)  nicht zu glauben.  Die USA allein hat angeblich 20.000-30.000 Privatsicherheitsleute dort um den Truppendefizit auszugleichen (mit ueber 100 Firmen beteiligt),  also etwa 1-2 Divisionen.  http://www.statesman.com/news/content/news/stories/world/06/16/16IraqPrivate.html
Titel: Re: Privateinsatz bei der USN
Beitrag von: Woelfchen am 26 Juni 2007, 21:15:55
@Ulrich
Genau das habe ich gemeint.
Wenn die US-Army sich von Sicherheitskräften bewachen lässt, oder die Konvois mit Material von Privaten Leuten gefahren werden......

Tote Sicherheitsleute sind keine toten Soldaten und kommen nicht in der Statistik vor.

Johannes