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Flotten der Welt => Die Deutsche Kriegsmarine => Deutsche Kriegsmarine - U-Boote => Thema gestartet von: Teddy Suhren am 29 September 2007, 21:15:59

Titel: Gebälk
Beitrag von: Teddy Suhren am 29 September 2007, 21:15:59
Hai

In einer Szene des Films "Das Boot" sagt der Alte, nach heftigem Knacken von irgendwo oben, in der Zentrale zu den Umstehenden:
ZitatKeine Angst, nur das Gebälk

Frage: Was ist das Gebälk?
Das Holz des Oberdecks?
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Tri am 29 September 2007, 21:38:30
Hallo,

Gebälk = Balken

Die Hölzer auf dem Oberdeck sind Latten (keine Bretter/Bohlen) und keine Balken. 
Balken dienen meist statischen Zwecken (dekorative lassen wir aus).
Ich denke der Alte meint damit die Druckhülle.
Es knackt und knirscht im Gebälk ist doch noch immer eine Redewendung.
Außerdem erwähnt der Alte im Laufe des Films das er früher auf Segelschiffen fuhr, gut möglich das es Schiffe aus vorwiegend Holz waren und wie diese in einem Sturm geknackt und geknurrt haben müssen sollte klar sein.

Wobei mir da gerade was einfällt. Aus welchem Holz war das Oberdeck?


Grüße
Tri
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Chrischnix am 29 September 2007, 22:30:22
Zitat von: Tri am 29 September 2007, 21:38:30

Wobei mir da gerade was einfällt. Aus welchem Holz war das Oberdeck?


Grüße
Tri


Moin Tri
Deine Ausführungen sind meiner Meinung nach richtig
Die Worte des "Alten" bezogen auf ein Segelschiff.
Bei dem Holz handelt es sich bestimmt um Teak-Holz

Grüße
Chrischnix
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Teddy Suhren am 29 September 2007, 22:37:40
Hai

Gilt das mit dem Gebälk dann nur für U96 bzw. Lehmann- Willenbrock und nicht als allgemeine Jargon Bezeichnung?
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Chrischnix am 29 September 2007, 23:10:36
Hi Teddy

Das gilt nicht nur für U 96 ! :-)
Wenn es knackt und knirscht ist es eben das
"Gebälk"
Bei hohem Wasserdruck macht es wahrscheinlich in den U-Booten die fast
gleichen Geräusche wie das Holz auf Segelschiffen.


Schöne Grüße:
Chrischnix
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Tri am 29 September 2007, 23:21:45
Hallo,

eigentlich:
Es knackt im Gebälk
Es knirscht im Getriebe

Wird aber gerne vermischt.  :-)

Als Holzart wäre Teak wie Chrischnix schreibt wohl die Wahl.
Zitat von: WikipediaEin Schiffsdeck aus Teakholz wird bei Nässe nicht rutschig.

Jetzt noch eine Frage:
Wird irgendwo in dem Buch "Das Boot" erwähnt woher der Alte kommt?
Mir schwirrt da was von Kassel durch den Kopf.
Oder war das der knorrige Alte aus "Haie und kleine Fische" von Ott?  :/DK:


Grüße
Tri

Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: t-geronimo am 30 September 2007, 01:16:10
"Es knackt und knirscht im Gebälk" ist glaube ich gar nicht mal in der Schiffahrt entstanden, sondern an Land.
Nämlich wenn alte, aus Holz gebaute Häuser (Fachwerkbalken usw.) bei Wind und Sturm die entsprechenden Laute von sich gaben.
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: mini am 30 September 2007, 02:02:21
moin moin,

kann es vielleicht auch sein, dass mit dem "Gebälk" bei 'Das Boot' die hölzerne Inneneinrichtung wie Spinde etc gemeint ist? Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass die z.B. ab einer bestimmten Tiefe nicht mehr zu öffnen waren, weil das Holz unter dem Tiefendruck zu arbeiten begonnen hat...

Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 30 September 2007, 02:05:10
Hat denn Gebälk nichts mit Orgeln und Dudelsäcken zu tun?  :?
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: t-geronimo am 30 September 2007, 02:14:09
Ich denke eher, im Boot ist mit Gebälk der Druckkörper des U-Boots gemeint, der ab gewissen Tiefen bestimmt keine positiv klingenden Töne von sich gibt.
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 30 September 2007, 02:31:12
Aber ein Blaswerk (Gebälk, Gebläse) geht doch durch Ventile, Pfeifen, und Rohre?  Aber hier ist es auch sch langsam Heia-Zeit.   
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Tri am 30 September 2007, 03:55:03
Hallo,

falsch von mir: 
"Es knackt und knirscht im Gebälk"

Eigentlich:
"Es knackt im Gebälk"
"Es knirscht im Getriebe"

Heutzutage gerne zusammengefasst für körperliche Beschwerden:
"Es knackt und knirscht in allen Gelenken" oder "an allen Enden"

Zitat von: t-geronimoNämlich wenn alte, aus Holz gebaute Häuser (Fachwerkbalken usw.) bei Wind und Sturm die entsprechenden Laute von sich gaben.
There's trouble in the air
Nicht nur bei Wind und Sturm. Ein Fachwerkhaus schön an einem Spätsommertag aufgeheizt birgt allerlei hinterhältige Lautfallen in der sich schnell abkühlenden Nacht. Früher wusste man genau wohin man tritt und wo man besser nicht seinen Fuß hinsetzt, sonst knarzten die Dielen und knackten die Balken.  :-D

Balg = Haut eines Tieres

Grüße
Tri


Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Mario am 30 September 2007, 11:09:20
Ich denke, "der Alte" wollte in dieser Drucksituation einfach nur Lockerheit und Ruhe demonstrieren und brachte deshalb diesen Spruch.
Besonders auf einem U-Boot ist der Kommandant das Gehirn der Kampfeinheit. Alles steht und fällt mit ihm, die Besatzung sieht nichts, außer den Kapitän und muß ihm blind vertrauen. In dieser Situation beweist "der Alte" mit diesem flapsigen Spruch, daß er die Situation vollkommen im Griff hat.
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: toppertino am 30 September 2007, 12:24:55
Ich kann chrischnix nur recht geben damit:

ZitatWenn es knackt und knirscht ist es eben das
"Gebälk"
Bei hohem Wasserdruck macht es wahrscheinlich in den U-Booten die fast
gleichen Geräusche wie das Holz auf Segelschiffen.

Knacken und knirschen im Gebälk kann man auf fast alles anwenden: alte morsche Knochen  :-D , das Holz auf Segelschiffen, der Drückkörper im U-Boot. Eigentlich alles was eine targende Funktion hat.

mfg
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Tyrsus am 30 September 2007, 18:51:50
Das Phänomen des "Hull Popping", wie's im wilden Yankeestan so schön heißt, war schon den Besatzungen der ersten Testboote (W.Bauer usw.) bekannt.
Gilt auch nach Hörensagen als der riskanteste Teil eines U- Angriffs mit ballistischen Raketen... Sichere Kandidaten für geräuschvolles Auf- und Abtauchen sind allerdings die eher betagten 688i "Jagd"boote der yankischen Scheichs.
Da nach Abschluß der Planungen nachträglich noch ein Rumpfstück zuzubauen hatte wenig Vorteile für Einsatztiefe, leise Fahrtstufen und vorerwähntes.

Zitat von: minikann es vielleicht auch sein, dass mit dem "Gebälk" bei 'Das Boot' die hölzerne Inneneinrichtung wie Spinde etc gemeint ist? Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass die z.B. ab einer bestimmten Tiefe nicht mehr zu öffnen waren, weil das Holz unter dem Tiefendruck zu arbeiten begonnen hat...

Ein VII-C Boot mit eichenen Wandvertäfelungen und Spinden?? Die eine oder andere Tischplatte war da vielleicht aus Holz, sonst sind Preßblechspinde viel platzsparender und brauchen auch nicht so immens viel Stahl.. Schwere Leckwehrbalken machen in einem derart engen Raum auch kaum Sinn.

Obwohl mir der Gedanke eines U-Bootes mit Kreuzfahrtstandard gefiele...

Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: t-geronimo am 30 September 2007, 19:00:42
Naja, verglichen mit den deutschen Blechbüchsen (die sicherlich sehr leistungsfähig waren!!) waren z.B. die US-U-Boote ja schon halbe Kreuzfahrer, zumindest was Platz und Komfort für die Mannschaft anging.
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 30 September 2007, 19:05:31
http://www.msichicago.org/exhibit/U505/index.html  Ja da ist nicht viel Platz.....................
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: mini am 30 September 2007, 19:33:05
@ Tyrsus

also ich seh hier http://www.msichicago.org/exhibit/U505/virtualtour/photo_tour/officers.html  recht viel holz, auch wenn U 505 kein VII C ist glaube ich nicht, dass die Inneneinrichtung grossartig anders ausgesehen haben wird.

Auch auf diversen Innenansichten von U 995 meine ich doch recht viel hölzernes gesehen zu haben.

Gruss  :wink:
Titel: Re: Gebälk
Beitrag von: Tyrsus am 01 Oktober 2007, 13:14:38
Oha, ein U-Kreuzer IX..

Die waren ja schließlich für die Fernkriegsführung entworfen, die dann später von VII-C und "Milchkühen" übernommen wurde. Kann mir denken, daß die etwas wohnlicher konzipiert waren; außerdem früher im Krieg gebaut (da war die immense Zeitintensität des Anbringens von -sogar vorgefertigten- Holzapplikationen gegenüber der Montage von Normzeugs noch nicht so gewichtig- abgesehen vom Platzproblem).

Verdächtige aber die US- Erprobungsstelle einer nachträglichen Komfortverbesserung, da bei den Luftfeuchteverhältnissen in einem längerdienenden Boot Holz ein Fixkandidat für heitern Schimmelwuchs ist...(s. Hans Schäffer, "U 799, 66 Tage unter Wasser": Da wird ein flächendeckender lebender grüner Überzug an allen weniger angestreiften Stellen geschildert)