Forum Marinearchiv

Zivile Schifffahrt => Motoren & Dampf => Thema gestartet von: Albatros am 29 Mai 2008, 22:46:37

Titel: Otto Hahn
Beitrag von: Albatros am 29 Mai 2008, 22:46:37
Hallo,

auch wenn man`s kaum glauben kann dies ist die ehemalige Atomar angetriebene Otto Hahn Bj.1963

http://www.shipspotting.com/modules/myalbum/photo.php?lid=650631

Gruß, :MG:

Manfred
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Tri am 29 Mai 2008, 22:58:43
Hallo,

das Schiff wurde ja wirklich ziemlich umgebaut. Das sich sowas überhaupt lohnt.

--> http://www.philatel.net/Otto-Hahn/data.html


Grüße
Tri
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Big A am 30 Mai 2008, 07:01:43
Das nenne ich mal "Geglückte Konversion"

Mit strahlendem Lächeln

Axel
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: kiekut am 30 Mai 2008, 14:22:34
Moin tohoop,

was mir bei der OTTO HAHN aufgefallen ist, dass es nur wenige gute Fotos von dem Schiff gibt. Innenaufnahmen, mal abgesehen von der "Maschine", gibt es so gut wie gar nicht. Ich fand es ein sehr gelungenes Schiff. Bei der Heckaufnahme der Fotos, auf die Manfred uns hingewiesen hat, kann man den wunderschönes Deckssprung noch gut erkennen. Mit der Fertigstellung 1968 ist das Schiff in diesem Jahr 40 Jahre alt und das sieht man ihm auf den Fotos der MADRE nicht an.

Glückwunsch, :=D>
vom kiekut
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Albatros am 30 Mai 2008, 15:51:25
Hallo,

hier noch ein paar Angaben zur Otto Hahn und den anschließenden Umbauten.Ab 1969 war für mehr als zehn Jahre Heinrich Lehmann-Willenbrock Kapitän der ,,Otto Hahn". genau der Willenbrock von U-96-"Das Boot"

http://www.henningullrich.de/html/daoh.htm

Gruß, :MG:

Manfred
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Big A am 03 Juni 2008, 17:45:34
Hallo Albatros,

klasse, was Du immer ausgräbst, Danke für die Mühen

Axel
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Albatros am 17 Dezember 2010, 15:57:24
Der Castor-Transport zum Zwischenlager Nord bei Lubmin

In den vier Castoren befinden sich rund 2.500 Brennstäbe aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe und vom Atomschiff ,,Otto Hahn", die jahrelang in den Atomlaboren in Cadarache lagerten.

http://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article1730124/4000-Polizisten-im-Einsatz-Castor-Transport-kann-vermutlich-bald-weiterrollen.html 

:MG:

Manfred

Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Albertus am 09 Februar 2012, 14:18:08
Hallo und moin  :-)

Mich haben durch ein anderes Thema einige Mitglieder nach meiner Tätigkeit auf dem NS "Otto Hahn" gefragt...
Hier mal ein kleiner Einblick in (m)eine einzigartige deutsche Schifffahrtsgeschichte:

Aus dem Tagebuch des NS ,,OTTO  HAHN"
Aufzeichnungen einer Strahlenschutzassistentin

Die ,,Otto Hahn" das einzige deutsche nuklearbetriebene Frachtschiff, der Gesellschaft für Kernenergieverwertung in Schiffbau und Schiffahrt, Geeshacht für Forschungszwecke, welches später von der Krupp KG bereedert wurde. Das mit staatlichen Geldern subventionierte Renommeeschiff fuhr Phosphat und Eisenerz, um zu beweisen, das es als Frachtschiff einsatzfähig war. So versuchte man die laufenden, enormen Kosten einigermaßen im ,,grünen Bereich" zu halten..
Das Schiff hatte eine durchschnittliche 65 Mann starke Stammbesatzung, unter ihnen ca. 10 Frauen (Stewardessen, Krankenschwester, Zahlmeisterin und meine Wenigkeit). Hinzu kamen die ungezählten Gäste (Wissenschaftler, Politiker, Medienspezies und Familienangehörige) die die großzügige Gastfreundschaft auch sehr gerne in Anspruch nahmen.  :wink:

Das Maschinenpersonal und die Abteilung Kombüse & Service waren auf dem Schiff überdurchschnittlich gut besetzt.
Zum Maschinenpersonal gehörten, der Chief, der erste und zweite Ingenieur, zwei Assis, ein Elektronikingenieur, ein Elektronik-Techniker, zwei Elektriker, ein Storekeeper, sechs Schmierer, ein Strahlenschutzingenieur und ich als seine Assistentin. Aus heutiger Sicht hätte ich diese Tätigkeit ganz sicher nicht angenommen. Doch damals – noch sehr jung, blond und ziemlich blauäugig fuhr ich gerne auf diesem Schiff, war sogar mächtig stolz im Herzstück des Schiffes arbeiten zu dürfen, zu dem Frauen eigentlich keinen Zutritt hatten!
Ich habe auf der "Otto Hahn" sehr viel gelernt, manches für's ganze Leben, es waren Erfahrungen die in keinem Lehrbuch stehen. Ich lernte interessante Leute kennen, die ich sonst niemals im Leben getroffen hätte und mir viele Denkanstöße mit auf meinen Lebensweg gaben.
Kapitän Lehmann-Willenbrock war zweifellos einer von ihnen.
Damals war es mir- und wohl den meisten anderen Besatzungsmitgliedern gar nicht bewusst welch eine Koryphäe uns durch die Meere schipperte. Erst Lothar-Günther Buchheims Buch ,,Das Boot" und die spätere Verfilmung rückte die Bedeutung meiner einstigen Fahrenszeit und die Begegnungen mit ihm in ein anderes Licht.

Ich erinnere einen besonnenen, freundlichen älteren Herrn, mit einer deutlich jüngeren, schönen Frau an der Seite. Der Mann besaß eine unbeschreibliche charismatische Ausstrahlung, auch wenn man nicht wusste, wer er war.
Z.B. kam der Kapitän nicht in die Messe, oder tauchte mal eben bei einem fröhlichen Beisammensein auf, sondern Lehmann-Willenbrock erschien im wahrsten Sinne des Wortes, jeder nahm es wahr! Das die Crew es so empfand, mag daran gelegen haben, dass man ihn eher selten an Bord traf, sein Reich blieb 24 Stunden die Brücke. Wir haben Lehmann-Willenbrock als zurückgezogenen, nachdenklich wirkenden Mann erlebt. Er war kein Mensch der großen Worte, seine angenehme, ruhige Autorität sorgte für ein tolles Bordklima. Aufgrund seines Alters fühlte ich mich von Anfang unter seine Fittiche sehr gut aufgehoben.

Erst mal genug meiner Eindrücke,
liebe Grüße
Jane

Über einen Strahlenalarm während meiner Tätigkeit werde ich später berichten
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Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Trimmer am 09 Februar 2012, 15:56:50
Hallo Jane- hoffentlich dauert das "Später " nicht zu lange

Gruß - Achim- Trimmer
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: t-geronimo am 09 Februar 2012, 16:08:47
Mehr!!! :TU:)
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: smutje505 am 09 Februar 2012, 17:25:33
Hallo Jane ich schließe mich Thorsten an Mehr top top top
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Albertus am 09 Februar 2012, 18:19:30
Zitat von: t-geronimo am 09 Februar 2012, 16:08:47
Mehr!!! :TU:)

JA DOCH...

Fortsetzung aus meinem pers. "Otto Hahn" Tagebuch

Wie jeden Morgen ging ich nach dem Frühstück den langen Gang in Richtung ,,Kontrollbereich" entlang...
Große gelb-schwarze Atomzeichen- Schilder wiesen darauf hin, daß ausschließlich das Maschinenpersonal nach Anmeldung im Leitstand Zutritt zu diesem Teil des Schiffes hatte. Für den den größten Teil der Besatzung war es das große unbekannte Reich, das Herzstück jenes atombetriebenes Schiffes. Hier allein wirkte auf viele hundert Quadratmeter der Strahlenschutzingenieur und seine Assistentin, nur einige Jungs der Maschinen-Crew kamen manchmal "zu Besuch".
Ich öffnete das Schott zur Schleuse, um es wieder gewissenhaft zu verriegeln. Nun stand ich in einem ca. 2 qm großen Käfig, in dem es nur eine Telefonverbindung zum Leitstand und zur Brücke gab. Bei starken Seegang empfand ich die Situation in der Schleuse manches mal beängstigend.
Nach einem freundlichen Gruß, verbunden mit einem netten Spruch an die Herren Kollegen unter mir, meldete ich ich meinen Arbeitsbeginn im Leitstand per Telefon. Alle Anwesenheiten im Strahlenschutzbereich wurden dort von einem Assi urzeitlich festgehalten. Dann öffnete sich die Sicherheitstür um in die nächste Schleuse zu treten. Nach dem Passieren fiel die Tür mit einem lauten Knall ins Schloss.
Manuell waren diese Türen nicht zu bedienen, sie funktionierten nur über den Leitstand. Mr. Spock vom Raumschiff Enterprise ließ grüßen... Vieles an meinem damaligen Arbeitsplatz erinnerte mich an die Science-Fiction-Serie
Als nächstes betrat ich dann einen Raum in dem für alle Berechtigten der Maschine weiße Overalls und weiße Überziehschuhe hingen. Jeder Anzug trug den Namen des Nutzers und eine Kontrollnummer.
So zog ich meine weiße Arbeitskluft an, trug mich mit Namen, Tag und Uhrzeit in das Papier ein.
Natürlich war es strengstens untersagt im Kontrollbereich zu essen oder zu trinken.
Ferner durften keinerlei private Dinge wie Kugelschreiber, Papier, Taschentücher o.a. mit hinein genommen werden. Arbeitsutensilien durften auf ,,normalem" Wege nicht den Kontrollbereich verlassen. War dies erforderlich, gab es sogenannte Sicherheitsbehälter in denen die Sachen verstaut wurden. Nur in Stahlkisten konnten  Materialien den Bereich verlassen.
U.a. war es meine Aufgabe Listen zu führen, die über die tägliche Besuche, Gründe und Dauer der Kollegen berichteten. Die akribisch geführten Unterlagen wurden archiviert.
Ferner war die Personendosimetrie und eine regelmäßige Kontaminationsmessung mein Aufgabengebiet. Eine Kontaminierung von Kollegen kam öfters vor, ich musste mit verschiedenen Messgeräten die Quelle des Übels finden. Ein zeitaufwendiges, schweißtreibendes Prozedere in dem riesigen Bereich, wo es ausschließlich die Farbe schneeweiß gab. Meistens hatte die Kollegen das unsichtbare ,,Oho" an den Händen oder Füßen. Die Entkontaminierung war meine unangenehmsten Arbeit, bei der ich mir manchmal selbst eine Überdosis verabreichte.
Bevor man nicht ,,clean" war, durfte man den Kontrollbereich nicht verlassen.
Es kam vor, dass Kollegen (und somit auch ich) erst nach stundenlangem duschen (incl. Haare und Fingernägel superkurz schneiden) in das normale Bordleben zurückkehren durften.
Unsere strengen Sicherheitsvorschriften galten als Vorlage für die späteren Atomkraftwerke.

Fortsetzung folgt

(http://forum-marinearchiv.de/coppermine/albums/userpics/12171/Otto%20Hahn%20A.jpg)
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Teddy Suhren am 09 Februar 2012, 18:43:01
Hai

Der Schornstein der Otto Hahn steht heute vor dem Deutschen Schiffahtsmuseum in Bremerhaven.
Auf dem Foto am Fuß des Turms zu sehen. Zugegeben von weitem ganz entfernt.  :-D
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 09 Februar 2012, 23:24:46
Der sogenannte Schornstein der OTTO HAHN......von wiki.....  http://en.wikipedia.org/wiki/File:Funnel_otto_hahn_hg.jpg 
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Urs Heßling am 10 Februar 2012, 08:47:35
moin,

auf der Suche nach Einzelheiten zu Lehmann-Willenbrocks großartiger seemännischer Leistung als Kapitän des MS Inga Bastian bei der Rettung der Besatzung des brennenden brasilianischen Frachters Commandante Lyra im März 1959 http://www.kbismarck.com/u-boot/uartikel_weserkurier86.htm (brachte ihm das den Posten auf der "Otto Hahn" ?) stieß ich auch auf diese Seite  :wink: http://www.multilingualarchive.com/ma/dewiki/en/Heinrich_Lehmann-Willenbrock

Ich habe ja schon einiges an "Übersetzungskalauern" erlebt, aber "Otto Cock" schlägt fast alles  :ML: :MLL:

Gruß, Urs
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Ralph am 10 Februar 2012, 09:13:39
Hallo,
Die Übersetzung wäre der Lacher auf jeder Karnevalsitzung. Einfach köstlich.
In den "Castoren" ware zwar die Brennstäbe der "Otto Hahn" aber meines Wissens keine aus Karlsruhe. Von Karlruhe kamen Glasperlen in welche "Radioaktive Abwässer" eingeschmolzen wurden. Da es mit den "Blühenden Landschaften" nicht geklappt hatte sollte der Osten wenigstens eine "Strahlende Zukunft" bekommen. Kein anderes Bundesland wollte den Abfall haben.
Der Bericht über die "Otto" ist Prima, weiter so.
Gruß Buschi
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 10 Februar 2012, 13:10:13
 :MLL: :MLL: :MLL: Cock hat ja auch dazu noch zwei Bedeutungen!   In der Bismarck-Saga gibt's ja auch Gotenhafen = Gothic Harbour und "Feind hat EM2" = "enemy has 2 radar". 
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Teddy Suhren am 10 Februar 2012, 16:09:15
Hai

Leider ein wenig off Topic:
@Urs: Bist du fündig geworden. Gibts im Netz eine Beschreibung der Rettungsaktion der Commandante Lyra?
@Jane: Hat Lehmann Willenbrock was dazu erzählt?
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Albertus am 10 Februar 2012, 17:33:30
Hallo nochmal   :O/Y

In jeder 4-Stunden-Wache kam ein Assi in unsere Strahlenschutz-Abteilung um Wasserproben zu ziehen, die nur ein ,,Strahi" (Strahlenschutz-Ingenieur) auswerten und protokollieren durfte.
Dem Element Wasser wurde auf der ,,Otto Hahn" eine ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Das Schiff besaß zwei Wasserkreise, (Sekundär und Primärdampfkreis). Ein Ing. Assi war ausschließlich damit beschäftigt ständig beide Kreise zu überwachen und zu warten.

Wie schon erwähnt, habe ich während meiner Dienstzeit auf der ,,Hahn" einen Strahlenalarm erlebt.
Einige Ings. und Assis hatten eine Reparatur im Reaktorbereich zu erledigen.
Sie mussten dafür durch eine spezielle Kugelschleuse die zum Sicherheitsbehälter des Reaktors führte. (Diese Schleuse durfte ich nicht mehr passieren).
Aus Sicherheitsgründen durfte man nur im Verband (mindestens zu zweit) diese Schleuse passieren. Es kam selten vor, dass Kollegen den Reaktorbereich betreten mussten. War dies der Fall, konnte man eine betriebsame Anspannung im gesamten Maschinenbereich spüren. Alle anwesenden Wachgänger gingen während der Reparaturarbeiten in ,,Gib acht Stellung".

Völlig unerwartet kam es bei jener Überarbeitung zu einem ohrenbetäubenden Lärm. Strahlenalarm! Dieser war auf dem ganzen Schiff zu hören und galt für die ganze Besatzung. Neben der normalen Bootsrolle gab es auf der ,,Hahn" auch eine Strahlenrolle. Die Besatzung musste sich mit ihren jeweiligen Aufgaben an einem festen Punkt an Deck versammeln.
Für die Kollegen in der Reaktoranlage galt es nun schnellstens aus diesem Bereich zu uns in den Strahlenschutz zurückzukehren. Für den Mega-Sprint hatten sie nur eine einzige Minute Zeit! Eine Minute nach dem Strahlenalarm, war die Schleuse aus Sicherheitsgründen für den Leitstand nicht mehr zu öffnen.
In großer Hitze ließen die Männer ihr Werkzeug und Gerät fallen und rannten die Treppe hinauf...
Die Entfernung zu uns war beachtlich. In der Hektik war die Schleuse korrekt zu bedienen, niemand hatte in der brenzligen Situation praktische Erfahrungen, alle kannte ,,nur" die Theorie. Entkräftet und durchgeschwitzt erreichten die Kollegen in den letzten Sekunden unseren Strahlenschutzbereich, die Panik war ihnen ins Gesicht geschrieben. Für alle Beteiligten war es das erste mal, so etwas erleben zu müssen.
Wie sich später herausstellte hatte es sich um einen Fehlalarm gehandelt.
Vermutlich war einer der Leute zu nahe an ein Elektronikteil gekommen und hatte so den Alarm ausgelöst. Stunden später erfolgte die notwendige Reparatur ganz ohne spektakuläre Komplikationen. Jener glimpflich verlaufene Zwischenfall hatte noch lange Zeit für heftige Diskussionen innerhalb des Maschinenpersonals gesorgt. Für mich waren es Gänsehaut-Erinnerungen!

JANE
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: richelieu am 10 Februar 2012, 18:03:04
Sehr interessant!

Von Euch haben wir also die Vorgaben in Kraftwerken "geerbt".
War im KKS (Kernkraftwerk Stade). Habe an einigen stellen ein Dejavu!

Robert
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Urs Heßling am 10 Februar 2012, 21:13:07
moin,

Zitat von: Teddy Suhren am 10 Februar 2012, 16:09:15
Gibts im Netz eine Beschreibung der Rettungsaktion der Commandante Lyra?

meine Suche war bisher erfolglos :-( Vielleicht in einem Zeitungsarchiv  :? Sicher im Logbuch (wenn es noch "irgendwo" existiert :|)

Gruß, Urs
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Ulrich Rudofsky am 10 Februar 2012, 22:10:38
Commandante Lyra.....siehe USS Milwaukee III  http://www.hazegray.org/danfs/cruisers/cl5.txt 
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Urs Heßling am 11 Februar 2012, 09:21:09
moin,

das war wohl ein Namensvorgänger ...

Gruß, Urs
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Captain Hans am 11 Februar 2012, 13:49:54
@Jane

war ein paar Tage an der Küste und komme erst jetzt dazu deinen wirklich interessanten Bericht zu lesen top top top

viele Grüße

Hans
Titel: Mal am Rande...
Beitrag von: Albertus am 11 Februar 2012, 13:56:39
Hallo miteinander!

Als Ehemalige möchte ich anmerken, dass man die ,,Otto Hahn" nicht allzu sehr personifizieren sollte. Hier meine ich nicht den Namensgeber des Schiffes , sondern den Kapitän Lehmann-Willenbrock. Das Schiff als solches war immer und überall die Attraktion, nicht der Kapitän und sein Personal.
Verständlich, das ein einzigartiges Schiff einen bedeutsamen Kapitän braucht! Zu keiner Zeit in der ich mich mit der ,,Hahn" beschäftigte (ob nun Bord, oder bei einem späteren Treffen mit Kollegen) wurde die berufliche Vorgeschichte des Kapitäns fokussiert!
Wie auch schon zuvor geschrieben, war seine Vergangenheit nie ein Gesprächsthema für ihn. Offensichtlich war wohl gerade dieser Umstand DAS, was ihn besonders auszeichnete, sonst wäre er nicht Kapitän des Schiffes geworden.

Für mich wird die Personifizierung um den einstigen Kapitän spannend, wenn man die damaligen Wünsche Adenauers - ein deutsches Atom-U-Boot besitzen zu wollen – etwas näher unter die Lupe nimmt. Leider weiß ich nicht, ob die Akten dazu immer noch als ,,geheim" gehandelt werden. (?)
Bei den damaligen Gegebenheiten hätte nicht nur der Reaktor der ,,Otto Hahn" in ein großes U-Boot gepasst, alles andere passte auch schon perfekt ins Zeitfenster. 8-)
Sogar der Kapitän ...  :wink:

Moin, moin
Jane
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Albatros am 13 Februar 2012, 15:06:37

Hallo Jane,

da ich auch einer derjenigen war die nach Deiner Tätigkeit auf dem NS "Otto Hahn" nachgefragt hatten, möchte ich mich auch für Deine interessanten Berichte bedanken.
Und wie nicht anders zu erwarten mit einer kleinen Nachfrage.
Gab es auch eigentlich auch medizinisches Personal an Bord ?

Und zu einem Abschnitt Deines letzten Beitrages

Zitat von: Albertus am 11 Februar 2012, 13:56:39
Hallo miteinander!


Für mich wird die Personifizierung um den einstigen Kapitän spannend, wenn man die damaligen Wünsche Adenauers - ein deutsches Atom-U-Boot besitzen zu wollen – etwas näher unter die Lupe nimmt. Leider weiß ich nicht, ob die Akten dazu immer noch als ,,geheim" gehandelt werden. (?)
Bei den damaligen Gegebenheiten hätte nicht nur der Reaktor der ,,Otto Hahn" in ein großes U-Boot gepasst, alles andere passte auch schon perfekt ins Zeitfenster. 8-)
Sogar der Kapitän ...  :wink:

Moin, moin
Jane



würde dies hier passen....http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,16474.0.html

:MG:

Manfred
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Albertus am 13 Februar 2012, 19:43:57
Ihr Lieben,

es freut mich wenn Euch mein kleiner Exkurs auf die einstige ,,Otto Hahn" gefallen hat.  :-)
Manfred, einen gemusterten Arzt gab es definitiv nicht, auch wenn es öfters mal im Netz geschrieben steht. Klar waren immer wieder mal Ärzte an Bord, sie fuhren aber allesamt als Gäste mit, hatten keinerlei Aufgaben zu erledigen. Wie schon angedeutet, war es ja nicht sonderlich schwierig Familienangehörige, oder mal den eigenen Hausarzt ,,für lau" mit auf die Reise zu nehmen. Ich meine, die damalige großzügige Gastfreundschaft wurde ziemlich arg überstrapaziert.

Meine Tätigkeit als 20 jähriges Mädel im Reaktorbereich des Schiffes war seinerzeit schon ein ungewöhnliches, argloses Wagnis seitens der Verantwortlichen. Aus heutiger Sicht sowieso!
Aufgrund des Jobs war ich tagsüber von der übrigen Besatzung isoliert.
Kontakte zu den anderen Frauen waren nur in der Freizeit möglich, dass hat mir als seinerzeit weder gefallen noch mental gut getan.
Die angedachten Konsequenzen vieler Bordkollegen, besonders meiner Geschlechtsgenossinnen, waren immer wieder gern diskutierte Dauerbrenner, hauptsächlich in Hinblick auf meinen späteren Nachwuchs. Mit Phantasie und Ausdauer prognostizierte man mir mindestens grasgrüne Mutantenbabys ...  :-D
Irgendwie gehörte ich nicht dazu, in meinem weißen, atomaren Riesenreich bekam man vom täglichen Bordleben nichts mit. So war ich für Rest der Crew eigentlich immer eine Exotin. Hinsichtlich dieser Umstände gab es bei meinem Einstieg ja leider noch keine Erfahrungswerte, da musste das Janchen folglich alleine durch...
Vielleicht werden die zur See gefahrenen User wissen- und verstehen was ich meine und wie ich mich in dieser Situationen fühlte. (?)
Ich wollte irgendwann nur noch nach Hause!  :cry:

Euch nette Abendgrüße
Jane

PS. Manfred, danke für den Link, die Diskussion war bisher an mir vorbei gegangen.

Falls noch nicht bekannt, hier ein informativer Link eines Kollegen:

http://www.henningullrich.de/html/daoh.htm
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Captain Hans am 13 Februar 2012, 19:58:32
@ Jane
toller und sehr interessanter Bericht top

ich glaube, ich kann dich sehr gut verstehen :wink:

liebe Grüße

Hans
Titel: Re: Otto Hahn
Beitrag von: Baron am 11 Januar 2014, 15:25:02
Hallo Jane,
ich möchte mich ganz spät auch noch einmal für Deine interessanten Berichte bedanken, durch die ich, Google machts möglich, erst auf dieses Forum gestoßen bin.
Ich habe ca 1978 auf Einladung meines guten Freundes Axel Technow, damals 1. Ing. auf dem Schiff, eine Besichtigung der Maschinenanlage durchgeführt und bin auch im Sicherheitsbehälter gewesen. Der Reaktor war abgeschaltet. Habe mir natürlich trotzdem 3 Millirem "eingefangen". Da ich nach "Harrisburg" der Kernspaltungenergie (nicht der Fusionsenergie) kritisch gegenüberstand, haben wir damals eine etwas kontroverse Diskussion über den Sinn der "Otto Hahn" geführt. Habe Tage danach sogar ein Gedicht über diesen Besuch geschrieben, allerdings erst vor kurzem , nachdem ich es wiederfand, ergänzt. Mein Freund, Dein damaliger Kollege, ist viel zu früh vor 15 Jahren verstorben. Auch sein damaliger Chief Steffenhagen ist nicht alt geworden.
Dir wünsche ich jedenfalls ein langes Leben.
Beste Grüße
Baron