Hallo,
am 29ten Oktober 1955 sank etwa 300m vor der russischen Küste die Giulio Cesare, dieser Umstand wurde bis in die 80er Jahre geheimgehalten. Weiss jemand irgendetwas genaues über den Zustand des Wracks oder hat gar ein paar Lnks und Photos zur Hand? In welcher Tiefe liegt sie und ist es möglich sie zu betauchen?
Hier ihr Schwesterschiff die Conte di Cavour
http://www.voodoo.cz/battleships/pics2/006cavour.jpg
Besten Gruß,
Che.
warum ist sie gesunken?
Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/RN_Giulio_Cesare)
Die Frage hab ich mir auch schon gestellt. Das schwarze Meer hat sozusagen zwei Schichten im oberen befindet sich deutlich weniger Salz als in dem unteren Tiefenwasser. Das hat zurfolge, dass das Tiefenwasser kein Sauerstoff aufnehmen kann und in einer solchen sauerstoffarmen Gegend können Bakterien nicht existieren. Würde das bedeuten, dass die Guilo Cesare in einem hervorragenden Zustrand sein könnte oder bedeutet dies, dass der hohe Salzgehalt das Schiff "angreift" ?
Man soll vielleicht die Rusen fragen, ob was neues über die "Novorossijsk" (ex-Giulio Cesare) bekannt ist.
Vom SchlPr.11:
Nach Bergung und Untersuchung des Wracks wurde das Schlachtschiff verschrottet. In Rußland gibt es verschiedentlich Literatur zu diesem Thema und es kusieren dort auch Bilder von der Bergung, die ich leider hier nicht zeigen kann. Der Grundminentreffer ist deutlich im Schiffsboden des nach Bergung kieloben liegenden Schiffes zu sehen.
Übersetzungen wären sicherlich sehr interessant.
Eine von en vielen großen Katastrophen der russ. Marine über die Jahre. Stillgeschwiegen und vertuscht.
Reinhard
Der letzte Satz aus dem Wiki-Beitrag:
ZitatVerschwörungstheorien nach wurde das Schiff von italienischen Kommandoeinheiten gesprengt oder vom KGB, um einen Kriegsgrund gegen die Türkei zur Eroberung des Bosporus und der Dardanellen zu schaffen.
Hochinteressant, endlich mal eine neue interessante Verschwörungstheorie, nachdem Pearl Harbor nicht mehr soviel Neues hergibt.
Ich habe nur diese Bilder finden können
(http://www.tmru.bizland.com/ANT/98/IM/10-9.jpg)
(http://www.navy.ru/history/events/images/n3.jpg)
und leider auch das hier
(http://www.navy.ru/history/events/images/n1.jpg)
Wäre auch zu schön gewesen, wenn sie da noch liegen würde :-(
Eine kurze Zwischenfrage von einem Laien: Wie kann ein so großes und modernisiertes (Kriegs)Schiff durch ein so begrenztes Leck sinken?
Andere Schiffe habens ja auch überlebt:
http://en.wikipedia.org/wiki/Image:USS_Minneapolis_after_Tassafaronga.jpg
mfg
Kein Verschlusszustand?
mfg
alex
In der eleganten Form des Vorschiffs verbirgt sich eine innere Unterteilung, die noch auf den Zustand vor dem Umbau verweist. Die ursprüngliche wurde nur zT entplattet, und dann in die Struktur der Verlängerung über Bug einbezogen:
(http://www.voodoo.cz/battleships/pics2/cavour%20plan.jpg)
(Schwesterschiff "Cavour")
Was immer auch der Sprengsatz war, der "äußere" Boden wurde auf große Länge hin einfach eingedrückt und aufgerissen; und bei Lage der Ansprengung wahrscheinlich auch das vordere Pz-Querschott vor Turm A (hier noch ein Fundstück dazu)
(http://img167.imageshack.us/img167/2171/overturned20cesarebd0.jpg)
Nach der schematischen Schadenszeichnung / Querschnitten weiter oben (danke, Ernesto R!) kann man sich die binnen kürzestem vollgelaufenen Abteilungen etwa so vorstellen:
(http://premium1.uploadit.org/harold//giulioCesare2.jpg)
(vergleiche oben, Line 7' )
Damit sind schon fast alle Räume über Panzerdeck im Vorschiff, und zumindest ein Deck bis ca mittschiffs unter Wasser.
Wenn man -wie Alex anmerkt- unterstellt, dass an der Boje kein Verschlusszustand war und zumindest die Luken der Mannschaftsquartiere jeseits der vorderen Turmgruppe zur Belüftung offenstanden...
(http://www.voodoo.cz/battleships/pics2/cesare%20plan%20col.jpg)
(hier einfach mal ne Linie von der vorderen Decksklüse schräg nach hinten bis CWL am Heck vorstellen)
Jetzt liegt sie auch noch mit dem Bug vorne auf (=Drehpunkt!), dh. bei asymmetrischen Wassereinbruch von Bbd dreht sie sich um diesen Punkt auch noch weiter nach Bbd (da hilft kein Gegenfluten, weil sie vorne schon aufsitzt...), somit kommen weitere Öffnungen (Zuluftschächte Maschine) unter Wasser - und das war's dann.
Späte Rache der Kriegsmarine :-D
..aber sehr sehr schade, dass die Guilio Cesare nicht als Wrack erhalten geblieben ist.
Besten Gruß,
E.R.
Was jetzt noch - von unsern Russisch-Lesenden! - zusätzlich beizubringen wäre, ist eine Zusammenfassung der Verlustmeldungen, die im Netz stehen (mein Russisch ist nach wie vor ein Herumgekrebse mit Wörterbuch und viiiel Intuition).
So wie sie nach der Bergung aussieht, muss sie sehr schnell (~ 10-15 Minuten) gesunken sein.
Wer immer auch sich im Vorschiff aufhielt, konnte wahrscheinlich genausowenig "aussteigen" wie eventuell im Maschinen-/Kesselraum befindliches Personal.
Gibt eine der Quellen darüber Auskunft?
In Warship International (das Jahrgangsbuch, nicht die Heftserie) gab es da im letzten Jahr einen ausführlichen Artikel mit genauem zeitlichen Ablauf und Verlustangaben. Hab ich aber leider nicht gekauft :(
Im gleichen Buch war auch ein Superartikel über die Explosion der Liberte, sogar die Personalverluste auf den Nachbarschiffen wurden erwähnt.
Ja, der Artikel von Stephen MCLAUGHLIN ist allererste Sahne ....
... und übrigens ist meines Wisens jetzt endlich die Ausgabe 2008 von WARSHIP erschienen!
Gibt es kein Schlachtschiff oder ähnlich großes Gefährt mehr in einem Zustand der einigermaßen in Ordnung zu sein scheint, sodass sich eine Bergung lohnen würde ?
Von der Regia Marina scheint ja nichts mehr erhalten geblieben zu sein :cry:
Ein paar gibt es sicher. Doch einige strahlen (Bikini usw.) und andere liegen tief (Scapa Flow)... Warum sollte man die bergen? Für wen lohnen?
Historische Kostbarkeiten. Für wen hat es sich gelohnt, dass die Dresdner Frauenkirche wieder aufgebaut wurde, es ist vielmehr ein historischer Gewinn, als ein finanzieller. Ich würde lieber 200 Millionen € in einer restaurierten Prinz Eugen sehen, als in einer Umgehungsstraße, die am Ende keiner benutzt :wink:
Ich habe irgend wie ein Deja vu...
200 Mill werden für den Prinzen nicht reichen... Zudem gibt man nicht so viel Geld aus, um eine Waffe zu Restaurieren, auch wenn ihn, den Prinzen lieber in Bremen oder Kiel sehen würde als kopfüber auf den Marshal-Inseln... Wir hatten eine ähnliche Diskussion schon einmal wegen der Spee...
Dies mit der Frauenkirche zu vergleichen, erzeugt jedoch etwas mehr als ein paar gehobene Augenbrauen... :|
Es ging nur ums Prinzip, etwas altes, ein Stück deutscher Geschichte wiedererstehen zulassen, was mit viel kosten verbunden ist und ohne dafür einen finaziellen Ausgleich am Ende zu bekommen. Die Prinz Eugen, in militärischer Hinischt, ist ebenso wie die Frauenkriche in kultureller Hinsicht ein Stück deutscher Geschichte,
Nur das an Kirchen vermutlich deutlich mehr Menschen (Steuerzahler, Eintritt-Zahler, was auch immer) Interesse haben als an Kreuzern.
Da sind wir eine Minderheit, und keiner von uns besitzt eine ordentliche Ölquelle oder Uranmine...