Forum Marinearchiv

Flotten der Welt => Die Kaiserliche Marine => Die Kaiserliche Marine - Geschichte und Einsätze => Thema gestartet von: bodrog am 01 April 2010, 07:39:50

Titel: Radar in der Kaiserlichen???
Beitrag von: bodrog am 01 April 2010, 07:39:50
Hallo zusammen,

neulich bin ich beim lesen von Hildebrand & Co "Die deutschen Kriegsschiffe..." beim Kleinen Kreuzer Brummer über einen Eintrag gestolpert, den ich nur sehr schwer mit den mir bekannten Fakten vereinbaren kann:

Dort steht, daß bei der Aktion vom 17.10.1917 gegen den Konvoi erstmals auf deutscher Seite das Funkmeßverfahren angewandt wurde???  :? :? :?

Mir ist zwar klar, daß Christian Hülsmeyer sein Patent für das Telemobiloskop schon 1904 angemeldet hat - es aber keine praktische Bedeutung erlangte, da zu früh. Oder handelt es sich schlicht um einen Denkfehler, da eventuell nicht Funkmeßverfahren/Radar sondern eine Kreuzpeilung von Funksprüchen gemeint ist? Dann würde sich mir die Frage stellen, war die KaMa dazu überhaupt in der Lage, denn das konnte doch m. W. erst das amerikanische HF/DF des II WK wenn man von der Gestapo absieht???

auf die Beiträge bin ich gespannt

Ulli
Titel: Re: Radar in der Kaiserlichen???
Beitrag von: Schorsch am 01 April 2010, 08:05:51
Hallo Ulli,

zumindest Deiner Äußerung die Gestapo und die Kreuzpeilung betreffend, möchte ich eine Kapitelüberschrift aus F. Trenkle: "Die deutschen Funkpeil- und -Horch-Verfahren bis 1945", Ulm, ca. 1982 entgegenhalten. Der entschrechende Abschnitt des Buches trägt den Titel: "2.2 Peilanlagen 1908 - 1918"; Inhalt des Kapitels sind, neben den Beschreibungen verschiedener Verfahren, auch Abbildungen von Boden- und Bordpeilern, die gegen Ende des WKI von deutscher Seite eingesetzt worden sind.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
Titel: Re: Radar in der Kaiserlichen???
Beitrag von: Trimmer am 01 April 2010, 13:44:29
Ulli - es gibt ein Buch "Blitz und Anker" und da sind im Band 2 (? ) ich glaube alle Antworten auf Deine Fragen zu Funkmeß /Radar usw..Ich habe es jetzt leider nicht zur Hand aber vielleicht hat es hier jemand im Forum im Bestand. Aus dem Gedächtnis weiss ich aber das da Erfindung von Hülsmeyer behandelt wird und das damals eine Ablehnung durch die Admiralität erfolgte.

Gruß - Trimmer - Achim
Titel: Re: Radar in der Kaiserlichen???
Beitrag von: Alex Shenec am 01 April 2010, 19:59:25
Hallo.

Ich habe die Kopien der nächsten Dokumente aus Bundesarchiv:

Kriegstagebuch des Kommandos S.M.S. "Brummer" 01.10.1917 - 19.10.1917;
Gefechtberichts den 21. Oktober 1917 des Kommandant S.M.S. "Brummer";
Während der Unternehmung vom 17. bis 18. Oktober gesammelte Erfahrungen den 25. Oktober 1917.


In diesen Dokumenten gibt es keine Erwähnung an der Installation auf dem BRUMMER des Radars!
Die Funker des Kreuzers führten das "Radiospiel" mit den englischen Zerstörern. Sie störten auch der Arbeit der Funkstationen der Engländer von seinen mächtigeren F-Stationen.

Das Zitat aus dem Rapport des Kommandeures des Kreuzers des Fregattenkapitäns Max Leonhardi
(http://s50.radikal.ru/i129/1004/cb/d069f2bcb7a5.jpg) (http://www.radikal.ru)

Schöne Grüße

Alex
Titel: Re: Radar in der Kaiserlichen???
Beitrag von: bodrog am 06 April 2010, 08:03:19
Danke danke  :-)

Dies habe ich mir im übrigen schon gedacht, dass es damals kein Radar (oder Funkmeß oder wie es auch immer bezeichnet worden ist) im Spiel war. Sozusagen eine sprachliche Unklarheit bei Hildebrand/Röhr/Steinemtz.

Dank auch für den Hinweiß zu "Blitz und Anker"! Ich habe es mir gleich in der Bibliothek bestellt und werd heute abend mal nachlesen.

Mit besten Grüßen

Ulli