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Flotten der Welt => Die Deutsche Kriegsmarine => Deutsche Kriegsmarine - U-Boote => Thema gestartet von: Wiking am 17 Juni 2023, 16:16:06

Titel: U 9
Beitrag von: Wiking am 17 Juni 2023, 16:16:06
U 9 sicher eines der erfolgreicheren Boote des Typ II .

Denn U 9 konnte auf 19 Unternehmungen 7 Schiffe mit zusammen 16.668 BRT versenken. Außerdem wurde 1 U-Boot mit 552 ts versenkt und 1 Torpedoboot mit 412 ts beschädigt,
siehe hier https://historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/beschreibung.php?lang=1
hier https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?active_duik=result und hier http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/U_9     

Erste Feindfahrt.....

Das Boot lief am 25. 08. 1939 zu seiner ersten Feindfahrt schon vor Beginn des Krieges aus Wilhelmshaven aus.
Das Boot betrieb wohl Aufklärung vor der britischen Küste  und kehrte am 15.09. in Kiel zurück.

Laut KTB  soll es zu folgenden Ausfällen auf dieser Fahrt gekommen sein......

außerhalb des Druckkörpers eine undichte Stelle zwischen Auspuffrohr und Kühlmantel. Die Folge ist, das der B.B.-Motor beim Tauchen sehr leicht mit Wasser voll läuft, und dass unter Wasser dauernd ein kleiner Strahl Wasser ins Boot kommt. Nach genauem Absuchen festgestellt, das Abhilfe nicht geschaffen werden kann. Es muss so weitergefahren werden.

Pressluftgruppe 4 in der wasserdichten Back scheint undicht zu sein. Es steigen dauernd kleine Luftbläschen vorn auf, die bei dem ruhigen Wetter verräterisch sind.

Lasse Fl.Gr. 4 durch geöffnete Entlüftung abblasen. Blasenbildung und Luftblubber sind beseitigt.

Kreiselkompass ausgefallen. Weitergesteuert nach Magnetkompass. 

Siehe hier http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Original_Kriegstagebuch_U_9_-_1._Unternehmung

Ich fürchte als Besatzungsmitglied hätte mich ein ungutes Gefühl beschlichen.... :MV: aber das Boot kehrte ja zurück.


Wiking :MG:


Titel: Aw: U 9
Beitrag von: wirbelwind am 18 Juni 2023, 14:39:39
Hallo,

sein Schicksal ereilte U 9 unter Kaleunt Heinrich Klapdohr am 20.08.1944 im Hafen von Konstanza durch Bomben sowjetischer Flieger. Es gab wohl Überlebende, darunter den Kommandanten.
Stellt sich mir die Frage, ob U 9 über die Elbe, Straßentransport bis Ingolstadt, danach Fahrt auf der Donau bis ins Schwarze Meer gelangte oder über eine andere Route.
Das Boot gehörte zur 30.U-Boot Flotillie, der außerdem noch die Boote U 18, U 19, U 20, U 23 und  U 24 angehörten. Alle vom Typ II B.Interessanterweise versenkten sich am 25.08.44 U 18 und U 24 im Hafen von Konstanza selbst.Die restlichen U-Boote der Flottilie versenkten sich am 10.09.1944 vor der türkischen Küste ebenfalls selbst

MfG Wirbelwind
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 22 Juni 2023, 15:16:07
Zitat von: wirbelwind am 18 Juni 2023, 14:39:39Stellt sich mir die Frage, ob U 9 über die Elbe, Straßentransport bis Ingolstadt, danach Fahrt auf der Donau bis ins Schwarze Meer gelangte oder über eine andere Route.

MfG Wirbelwind

https://dubm.de/das-eiserne-kreuz/

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Urs Heßling am 22 Juni 2023, 15:26:21
moin,

Zitat von: wirbelwind am 18 Juni 2023, 14:39:39Stellt sich mir die Frage, ob U 9 über die Elbe, Straßentransport bis Ingolstadt, danach Fahrt auf der Donau bis ins Schwarze Meer gelangte oder über eine andere Route
Es gab über Land keine andere Route.
Navigatorisch wäre es für Schnellboote und Räumboote möglich gewesen, über den Rhein Rohe-Kanal zum Mittelmeer und nach dessen Durchqueren und dem Passieren von Dardanellen und Bosporus ins Schwarze Meer zu gelangen, aber die Passage der Letzteren war für kriegsschiffe untersagt.

Gruß, Urs
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: wirbelwind am 24 Juni 2023, 10:56:34
Hallo Urs,
danke für die Infos.In irgend einem Buch, kein wissenschaftliches Werk, habe ich mal gelesen, dass versucht wurde, zumindest ein dt. Schnellboot über die von Dir beschriebene Wasserroute ins Mittelmeer zu bringen.
Leider soll der verantwortliche Planungsoffizier die wechselnden Wasserstände bei trockenheit nicht beachtet haben. Diese Fahrt des getarnten Schnellbootes dauerte dann ein Vielfaches an Zeit in Relation zum Straßentransport.
MfG Wirbelwind
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 29 Juli 2023, 17:01:07
Zweite Feindfahrt.....

Diesmal unter Wolfgang Lüth, zu der Zeit Oberleutnant zur See.

Das Boot versenkte auf dieser Fahrt zwei Neutrale ( Schweden ) die auf dem Weg zwischen Schweden und den Niederlanden waren.

Das Boot wurde beim Auslaufen am 17.01.1940 aus Brunsbüttel vom Schlepper "Eisfuchs" geschleppt.
Als die Schlepperverbindung gelöst war wurde ein Eisschuh an den Schlepper abgegeben.

Siehe hier.... http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_2._Unternehmung_Seite_1

Eisschuh?....Ok wird irgendwas gewesen sein was das Boot oder Teile vom Boot vor dem Eis geschützt hat aber etwas genaues kann ich mir darunter jetzt nicht vorstellen.
Hat da jemand eine Beschreibung oder Zeichnung ?

Wie schon beschrieben versenkte das Boot ja zwei Schiffe auf der Fahrt.

Zum einen am 18.01.1940 den kleinen schwedischen Dampfer Flandria 1179 Tons, Länge 70 Meter (17 Tote und 4 Überlebende )
https://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?31402
https://uboat.net/allies/merchants/ship/182.html

und am 19.01.1940 den ebenso kleinen schwedischen Dampfer Patria 1188 Tons, Länge 65 Meter ( 19 Tote und 4 Überlebende )
https://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?89431
https://uboat.net/allies/merchants/ship/186.html

Der Kommandant von U 9 schätzte die Schiffe auf
Flandria 4000 Tons und 110 Meter Länge
Patria auf 8-10.000 Tons und 140 Meter Länge und 20-25 Meter Breite, die Patria war aber nur 10 Meter Breit.

Das überrascht mich jetzt schon wie man so daneben liegen konnte auch wenn die Sicht ganz sicher nicht die Beste war.

The survivors from Flandria (Master Albert Emil Rönne) were picked up from a raft by the Norwegian steam merchant Balzac after two days. The master and 16 crew members were lost.

Siehe hier.... https://uboat.net/allies/merchants/ship/182.html

Das grenzt wohl an ein Wunder das die das bei den Temperaturen die geherrscht haben müssen überlebt haben.

Wiking :MG:



Titel: Aw: U 9
Beitrag von: jost_brune am 29 Juli 2023, 18:05:32
Im Link Bild 1 U 410 mit Eisschuh am Bug

https://www.uboatarchive.net/U-371A/U-371U410Photos.htm
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 30 Juli 2023, 09:08:13
Zitat von: jost_brune am 29 Juli 2023, 18:05:32Im Link Bild 1 U 410 mit Eisschuh am Bug

https://www.uboatarchive.net/U-371A/U-371U410Photos.htm

Hallo,

bedanke mich für deinen Link.  :TU:)

Also zum Schutz des Bugs und wohl auch der Torpedorohre ( Mündungsklappen ).

Der Eisschuh wird einiges gewogen haben und so stelle ich mir die Übergabe an den Eisbrecher Eisfuchs nicht so einfach vor.

https://forum-marinearchiv.de/smf/index.php?action=dlattach;attach=170225;image

Wiking  :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 06 August 2023, 16:59:54
Dritte Feindfahrt

11.02.1940. http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_3._Unternehmung_Seite_5

An dem Tag versenkt U 9 den kleinen Estnischen Dampfer Linda.
https://uboat.net/allies/merchants/ship/241.html
https://www.wrecksite.eu/wreck.aspx?60481

Hier wird das Schiff als Linda Imperial bezeichnet. https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?active_duik=result

Das Schiff war auf dem Weg vom englischen Blyth nach Göteborg.
War es zu diesem Zeitpunkt nicht noch so das nach der Prisenordnung nur Handelsschiffe kriegführender Nationen oder mit Ladung aus oder für kriegführende Nationen versenkt werden durften und auch nur dann, wenn für die Sicherheit der Besatzung des Handelsschiffes gesorgt war?
Das Boot unter Oberleutnant Lüth hatte ja schon auf seiner zweiten Feindfahrt zwei Neutrale versenkt.
Neutrale, als was konnte man denn Estland zu dem Zeitpunkt bezeichnen?

Die Linda war im übrigen auch mal bei der Götterflotte der DG Neptun als Hermes unterwegs.
Gebaut und für diese Reederei bis 1914 gefahren.

Als weiteren Erfolg auf dieser Feindfahrt kann das Boot die Versenkung der San Tiburcio verbuchen. Der Tanker lief am 4 Mai 1940 auf eine Mine die U-9 am 10.02. gelegt hatte.
https://uboat.net/allies/merchants/ship/316.html

Wiking :MG:

Titel: Aw: U 9
Beitrag von: wirbelwind am 06 August 2023, 19:01:05
Hallo,
die Karriere von Wolfgang Lüth scheint so manches nicht negativ beeinflußt zu haben. Neben den bereits unter seinem Kommando erfolgten Versenkungen von neutralen Schiffen sank im Februar 41 U 43 im Hafen von Lorient wegen Nachlässigkeit. Kommandant: Kaleu Lüth.Später war er neben Brandi der einzige Brillantenträger der U-Boot-Waffe bzw. der DKM.
MfG Wirbelwind
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: ARANTALES am 07 August 2023, 19:49:07
Hallo Wiking,

Danke für die Meldung:
ZitatHier wird das Schiff als Linda Imperial bezeichnet. https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?active_duik=result

Das Schiff nennt LINDA. Im Masterdatei wurde es korrigiert.
Habe eine Weile suchen mussen wo dieses IMPERIAL her kam. Antwort: ASS, das Buch in die 1983 Ausgabe. Lange her...
Da stehen U-Angriffen am 11/02/40 dokumentiert mit neben 2 Sätzen untereinander die 3 Wörter 'LINDA', 'IMPERIAL' und 'TRANSPORT'. Da ist - falscherweise - 'IMPERIAL' als Nachname der 'LINDA' in DUIKBOOT gerutscht.
Bei U53 steht der Name vom angegriffenem Dampfer, IMPERIAL TRANSPORT, berits richtig in DUIKBOOT ins HMA.


TW,

ASS gibt AN1769 als QUADRAT für U9's Angriff auf die LINDA.
Aus KTB U9 und die Torpedoschußmeldung in ASS geht hervor U9 machte während die 3.Feindfahrt alle Positionsangaben laut 'alte' Quadratkarten, wobei ein Quadrat definiert wurde von nur ein Buchstabe und bis zu 4 Ziffern.
Das Quadrat laut KTB und Schußmeldung, E1769, hat 5851N-0154E als Mittelpunkt, und diese liegt in AN4237 auf die 'neue' Quadratkarten.

Anbei eine stark reduzierte Abbildung einer 'alte' Quadratkarte die dem Quadrat 'E' zeigt, sei es nur oberhalb 58°N. 'E' reichte von 56 bis 62°N, und von 6°O bis 4°W. 'E' war unterteilt in 3000 Kleinstquadrate, links unten anfängend (E1) bis ganz rechts oben (E3000).

Met vriendelijke groeten,
Walter
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: TW am 08 August 2023, 18:06:45
Zitat@TW,
Das Quadrat laut KTB und Schußmeldung, E1769, hat 5851N-0154E als Mittelpunkt, und diese liegt in AN4237 auf die 'neue' Quadratkarten.

Danke, Walter, ist geändert.
--/>/> https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/ausgabe.php?where_value=268&lang=1
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 17 August 2023, 17:58:46
Vierte Feindfahrt....

Immer noch unter Oberleutnant Lüth.

Ohne besondere Vorkommnisse aber mit Fragen von meiner Seite.

Kriegstagebuch der Fahrt Seite 2...

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_4._Unternehmung_Seite_2

Dort wird beschrieben das bei 2 x GF ( ich nehme an Große Fahrt ) eine höhere Fahrt nicht gelaufen werden kann da beide Maschinen laden müssen.

Ich interpretiere das so, dass mehr Leistung nicht zur Verfügung stand, die Diesel also am Anschlag waren, richtig ?
Und wie nannte sich denn die nächst höhere Fahrstufe nach GF ?

Und wie immer schade das ich keine passende Karte finden kann, weder in meiner Literatur noch im Internet aus der hervorgeht welches die befohlenen Wege waren, wie z.B..... Kurs nach Eingang Weg 2.
Oder wo die Leuchtschiffe, Feuerschiffe standen

Schiffsort durch Anloten der kleinen Fischerbank zu kontrollieren,...... da kann ich was mit anfangen, sollte nordöstlich der Doggerbank liegen.

Wiking :MG:

Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 18 August 2023, 14:37:47
Zitat von: Wiking am 17 August 2023, 17:58:46Vierte Feindfahrt....

Und wie nannte sich denn die nächst höhere Fahrstufe nach GF ?
 
Wiking :MG:


Äußerste Kraft..... https://img.fotocommunity.com/maschinentelegraph-im-u-995-laboe-d0ac628b-413d-40f1-af39-a4b77b835c95.jpg?height=1000

Der Maschinentelegraph ist jetzt von U 995 Typ VII C/41 , ich denke die könnten auf dem Typ II gleich gewesen sein.

Wiking
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 04 September 2023, 15:57:07
Fünfte Feindfahrt wieder unter Lüth,im Rahmen der Unternehmung Weserübung.

Ein Beispiel wie U-Boot Kommandanten/Besatzungen einen Angriffserfolg wohl falsch Beurteilt haben.

Auf Seite 7,8 und 10 des Kriegstagebuches von U 9 ist dies zu sehen.

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_5._Unternehmung_Seite_7
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_5._Unternehmung_Seite_8
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_5._Unternehmung_Seite_10

Bei HMA – Duikboot wird der Angriff dem Polnischen Zerstörer ORP Błyskawica zugerechnet.

https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?site=2&var1=wert1&var2=wert2

ORP Błyskawica
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C5%82yskawica_(Schiff)

Auf Seite 5 noch interessant das die Ergänzung Proviant und Brennstoff durch die Bremse erfolgte.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_5._Unternehmung_Seite_5

Bremse
https://de.wikipedia.org/wiki/Bremse_(Schiff,_1931)




Wiking  :MG:


Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 12 September 2023, 17:42:32
Sechste Feindfahrt, weiter unter dem Kommandanten Wolfgang Lüth

Beim Auslaufen lief das Boot wohl gleich dem Sperrbrecher "9" ins Heck.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_6._Unternehmung_Seite_1
Sperrbrecher 9
https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/HWHTPX3KEL7L6OSI56EOQPVK52NLWA3C

U 9 versenkt am 09.05.1940 die Doris, ein Boot der Französischen Circé-Klasse.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_6._Unternehmung_Seite_3

Obwohl die Doris aufgrund eines defekten Motors nur halbe Fahrt machen konnte, zwar abtauchen aber nicht wieder auftauchen konnte, ging die Besatzung freiwillig mit dem Boot auf Feindfahrt!
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Doris

Im HMA bei Duikboot wird der Angriff hier beschrieben.
https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?site=3&var1=wert1&var2=wert2

0049 am 11.05.....Schuß mit G 7e auf 6000 t Tanker
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_6._Unternehmung_Seite_5
Im weiteren schriebt Lüth ins Kriegstagebuch......
Treffer Vorkannte Brücke nach 31 Sek. gleich 465 m, sehr laute Detonation, kein Feuerschein, weißliche breite und niedrige Wolke hüllt das Schiff ein. Darüber etwa 30 m hohe schmale schwarze Rauchwolke, als sie sich verzieht, sinkt das Heck weg, der Bug folgt. Etwa 1 Min. nach dem Schuß nichts mehr vom Schiff zu sehen. Bis zum Sinken heult der Tanker laut mit seiner Sirene.

Tatsächlich war es der kleine Neutrale Estnische Tanker Viiu. 15 Seeleute getötet, 5 konnten gerettet werden.
https://uboat.net/allies/merchants/ship/318.html

1400 am 11.05.1940..... Schuß auf 4000 t bewaffneten engl. Dampfer,
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_6._Unternehmung_Seite_6

Dabei handelte es sich in Wirklichkeit um den 1.930 BRT kleinen britischen Dampfer Tringa.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Tringa

Duikboot dazu https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?site=3&var1=wert1&var2=wert2

Es entsprach wohl der damaligen Marinepraxis, dass die Kommandanten ihre Versenkungszahlen durch Schätzungen hochrechneten.

Dazu passt, am 11.05. schreibt Lüth.... Ich schoß, weil ich nicht weiß, wann Antwerpen in deutscher Hand sein kann und wann der letzte Dampfer aus der Schelde rauskommen kann. Wenn die Schelde gesperrt ist, dann komme ich nicht mehr zum Schuß.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_6._Unternehmung_Seite_5

Lüth war überzeugter Nationalsozialist ........ https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_L%C3%BCth   Zitat.......
Warum die Bundeswehr auf dem Gelände in Mürwik mit einem Gedenkstein bis heute an diesen Mann erinnert, erschließt sich mir nicht......Zitat Ende.
Das ist mir auch unverständlich.
https://upgr.bv-opfer-ns-militaerjustiz.de/uploads/Dateien/Pressemitteilungen/IgfG20190901Lueth-Anstoss.pdf

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 24 September 2023, 17:45:01
7. Feindfahrt, wieder unter Lüth. Das Boot operierte im Ärmelkanal.
Auf dieser Fahrt ist das Boot wohl nur mit Glück der Versenkung entgangen.

16.05.01940 Auslaufen auf Weg 1, hier habe ich einmal eine Skizze ( siehe Anhang ) angefügt die zeigt wie Weg 1 und 2 verliefen. Die in der Skizze eingezeichneten Sperren 5a und 6a die Weg 1 und 2 blockieren sind erst später gelegt worden. Zur Tarnung wurde der Weg 2 mit einer für den Gegner sichtbaren Scheinsperre geschlossen.

Im Operationsgebiet verstopfen im flachen Wasser mehrmals die Ansaugfilter der Diesel fürs Kühlwasser.

Siehe Kriegstagebuch U 9
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Original_Kriegstagebuch_U_9_-_7._Unternehmung

Zitat....
Am 23.05.1940 versenkte U 9 die SIGURD FAULBAUMS. Die SIGURD FAULBAUMS war ein deutsches Schiff, das in Brügge beschlagnahmt wurde.

Besonders den Erfahrungsbericht beachten, zeigt er doch unter welchen Schwierigkeiten das Boot operierte und welche Schäden auch durch die WaBo Angriffe davon getragen wurden.Auch in Hinblick auf die Besatzung ist der Erfahrungsbericht interessant.....

Zitat....
Es ist  anzunehmen, daß die Besatzung einer ähnlichen schweren Probe während ihrer ersten Kriegsfahrten nicht so gut bestanden hätte, da hierzu viel Erfahrung, Ausbildung und vor allem festgefügte Kameradschaft vorhanden sein muß.


gez. Lüth


Dampfer SIGURD FAULBAUMS
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/ausgabe.php?where_value=361&lang=1

https://uboat.net/allies/merchants/ship/322.html

https://warspot.ru/6348-volfgang-lyut-i-ego-evreyskoe-sudno

Wiking :MG:

Webaufnahme_24-9-2023_16335_.jpeg
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 29 September 2023, 15:50:55
Zitat von: jost_brune am 29 Juli 2023, 18:05:32Im Link Bild 1 U 410 mit Eisschuh am Bug

https://www.uboatarchive.net/U-371A/U-371U410Photos.htm

Im Anhang ein weiteres Foto zu einem Eisschuh.

Eisschuh II.jpeg
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 30 September 2023, 15:49:29
8. Feindfahrt

Im Mai 1942 außer Dienst gestellt, zerlegt, und über die Elbe und Donau in das Schwarze Meer verbracht.
Unter Kapitänleutnant Hans-Joachim Schmidt-Weichert, lief U 9 am 11.11.1942 von Konstanza aus. Nach 20 Tagen lief U 9 am 01.12.1942 wieder in Konstanza ein.

Kaum nennenswerte Vorkommnisse .


bis auf siehe hier... http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_8._Unternehmung_Seite_15

Zitat....
1720 - Vorlage Offz. FT.: 1138/24/170. SSD Gkados U 9 von 30. U-Flo. 2. A.d.U-B. drahtet mit Gkados 4738 M Größte Tauchtiefe der dort eingesetzten Boote ist mit Sicherheit A bis A plus 20 m. Tiefen darüber hinaus gefährden Boot, da äusseres Abgasventil gegen den Wasserdruck schließt. Tiefen über A plus 20 m müßen aus Sicherheitsgründen und Festigkeitsgründen vermieden werden. Zitat Ende.....

Das Boot hatte am 11.11. einen Alarm z. Übung. Tieftauchversuch. Erreichte dabei eine Tiefe A+26.

Nach der Fahrt....

Stellungnahme des Admiral Schwarzes Meer

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_8._Unternehmung_Seite_23

zu dem Zeitpunkt war Admiral Schwarzmeer, Vizeadmiral Robert Witthoeft-Emden

https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Witthoeft-Emden

https://www.armedconflicts.com/viceadmiral-t164691

Witthoeft-Emden konnte ich im HMA nicht finden.

Chef der Operationsabteilung Konteradmiral Godt

https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=16666&lang_cl=1

https://de.wikipedia.org/wiki/Eberhard_Godt

https://uboat.net/media/men/commanders/godt2.jpg

Feindliche Luftaufklärung der Russen flogen häufig....

https://de.wikipedia.org/wiki/Berijew_MBR-2

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 06 Oktober 2023, 11:21:53
Die neunte Feindfahrt , Kommandant auf dieser Fahrt Schmidt-Weichert, Hans-Joachim
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=51275&lang_cl=1

Auf Seite 7 des Kriegstagebuches,  Boot wird mit Wasserbomben angegriffen und Seite 8 die festgestellten Schäden.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_9._Unternehmung_Seite_7
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_9._Unternehmung_Seite_8

Seite 13 und 14, 3 Torpedos G 7 e geschossen, Fehlschüsse, alle laufen im Bogen nach Backbord weg.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_9._Unternehmung_Seite_13
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_9._Unternehmung_Seite_14
Und das obwohl die Torpedos zuvor gezogen und geregelt wurden.

Auf Seite 16 Stellungnahme des Flottillenchefs zum K.T.B. von U 9
Fehlschüsse evtl. durch Verbiegen des G.A.-Ruders bei Anschlag an Verkleidungsklappe erklärbar.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_9._Unternehmung_Seite_16

Wiking  :MG:

Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 13 Oktober 2023, 10:24:37
10. Feindfahrt wieder unter Kapitänleutnant Hans-Joachim Schmidt-Weichert
Boot lief am 03.02.1943  von Constanța aus und am 03.03.1943  wieder in Constanța ein.
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=51275&lang_cl=1

Das Kriegstagebuch zeigt das schon ein gewisser Druck auf die Kommandanten ausgeübt wurde zu Erfolgen zu kommen.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Original_Kriegstagebuch_U_9_-_10._Unternehmung

Seite 8 und 9 im Kriegstagebuch
11.02.43 - 04.25 - Eingang FT: 2237/10/145. An alle Boote. Ob.d.M. drahtet: Unsere Ostfront steht im schwerem Kampf, deshalb ist jeder noch so kleine Erfolg der Seestreitkräfte wichtig. Härtester Einsatz ist erforderlich, um den Kameraden an der Landfront zu helfen. Nutzt jede Chance an den Feind zu kommen. Zusatz: Voller Einsatz, Erfolg mit allen Mitteln. Flo-Chef.

Seite 10,
12.02.43 An alle Boote von U-Chef.  Bei Schüssen auf Zerst. und schnelle Ziele auch aus spitzer Lage Dreierfächer schiessen, nicht warten bis Gegner abzackt.

22.42 - Eingang FT: 2128/12/180. An Alle Boote von Flo-Chef. 1.)  Ab sofort direkte taktische Zusammenarbeit durch Aufklärungsmeldungen bei allen einigermassen lohnenden Zielen, ohne Rücksicht auf Einpeilgefahr. Kurze klare Meldungen, möglichst Kurzsignal oder Auka.  Auf ihn mit allen Aalen.

Auka ( ? )


10.02.43 17.00 - Art. an der Küste werden beobachtet. Fu.M.G. zeigt keine Ortung.
Siehe hier.... http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_10._Unternehmung_Seite_8

Da wird wohl ein FuMB Gerät gemeint sein oder?

Im weiteren Kriegstagebuch...
Das Boot hat mehrere Angriffe von russischen Flugzeugen unbeschadet überstanden.

Da das Boot keinen Erfog hatte fiel die Beurteilung der Fahrt durch den Flottillenchef entsprechend aus.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_10._Unternehmung_Seite_33
Z.B. Wenn ein Ziel zu sehen ist, drauf operieren, nicht unter Wasser auf einen "Wunsch-Zerstörer" warten !

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 19 Oktober 2023, 16:31:51
11. Feindfahrt

U 9, unter Kapitänleutnant Hans-Joachim Schmidt-Weichert, lief am 17.04.1943 von Konstanza aus.  Nach 23 Tagen und zurückgelegten 2.622,4 sm über und 275,9 sm unter Wasser, lief U 9 am 10.05.1943 wieder in Konstanza ein.

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Original_Kriegstagebuch_U_9_-_11._Unternehmung

Es wurden auf der Fahrt vier Torpedos geschossen, ohne Erfolg.

Die Beurteilung nach der Fahrt durch den Flottenchef.....
Im Allgemeinen wurde vernünftig operiert, die Unternehmung macht trotzdem in der Durchführung einen etwas laschen Eindruck. Insgesamt zu langes und zu häufiges Unterwasserstehen (mehr als doppelte Unterwasserstrecke, als gleichzeitiges, gleich lange unter gleichen Verhältnissen operierendes "U 19"!), wenig Zähigkeit bei der Verfolgung.

Siehe hier
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_11._Unternehmung_Seite_27
Da fehlt es nicht an deutlichen Worten.

Und auch die Stellungnahme des Kommandierenden Admiral Schwarzes Meer zum Kriegstagebuch "U 9" 4. Feindfahrt fällt nicht besser aus.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_11._Unternehmung_Seite_28

Aber......
Das Kriegstagebuch zeigt gewisse Ermüdungserscheinungen des Kommandanten, (siehe Einzelbemerkungen des Flottillenchefs) zurückzuführen auf die Folge anstrengender Einsätze ohne dazwischenliegenden Urlaub. Der Kommandant ist durch den Flottillenchef energisch belehrt worden.

Und dann schicken sie ihn eine Woche später wieder raus.

Was war passiert?


12.04.1943
Übungen mit  Schiff 19. Schiff 19 war das Lola, ein dt. U-Bootjäger ?

18.04.1943
0437 - Aus rw. 40 Grad kommend Torp.-Laufbahn gesichtet. Boot dreht nach St.B. aus der Bahn heraus, dabei 4-Fächer erkannt, 1 achtern, 3 vorn vorbei. Mit G.F. Kurs 220 Grad abgelaufen. Gegner nicht erkannt.

26.04.1943
1718 - CL 9479. rw. 340 Grad Fahrzeug in Sicht. Als U-Boot ausgemacht und als "U 19" erkannt.
Boote treffen sich bei Sonnenuntergang, Erfahrungsaustausch. "U 19" war über Op.-Gebiet "U 9" nicht unterrichtet .

05.05.1943
1222 - Auf Gefechtsstationen. Geleit besteht aus: 1 Tanker 7000 t, 4 M.-Boote (T-Klasse), 2 Kanonenschnellboote, 2 Flugzeuge Typ MBR 2. Aufstellung der Sicherung: 2 Flugzeuge vorn über dem Geleit, 1 Kanonenboot vorne als Feger, je 2 M.-Boote an beiden Seiten sichernd, 1 Kanonenboot achtern als Feger. Abstand der Sicherung 20-30 hm. Boot steht vor dem Geleit. Geleit macht Zacks bis zu 8 Dez. vom Grundkurs 320 Grad, Fahrt etwa 7-9 sm. Absicht: Angriff aus vorlicher Stellung bei der herrschenden völlig öligen-ruhigen See, Windstille und der starken vorlichen Sicherung wenig erfolgversprechend. Daher bei Herannahen der vorderen Sicherung auf 20 m gegangen, um nach Überlaufenwerden aus querab oder achterer Position zum Schuß zu kommen.


1430 - Boot wird von M.-Boot überlaufen.
1435 - CL 9628. Mündungsklappen geöffnet und auf Sehrohrtiefe gegangen. Geleit steht etwa rw.
300 Grad, E= 3500-4000 m. Auf Angriffskurs gegangen und aus achterlicher Stellung Lage 110 Grad, Vorhalt 13 Grad, Streuwinkel x Grad, Tiefe 3 m bei Eigenkurs 290 Grad 3-Fächer auf Tanker geschossen (1441 Uhr).

1442 - Wegen des ruhigen Wassers und Herannahen eines Flugzeuges mit AK auf 75 m gegangen. Nach 10 Min.4 sek. Detonation gehört, etwa 5 Min. später langezogenes, berstendes Geräusch wahrgenommen. Im Horchgerät hin- und herlaufende Schraubengeräusche, die langsam auswandern.

6.5.1943
1512 - Schuß Rohr 1, G 7e, E= 800-900 m, Tiefe 1, kein Vorhalt, Gegnerlage Bug rechts 100, Schußkurs 182 Grad. Torp. im Horchgerät verfolgt, anscheinend durchgebrochen und dann untersteuert.


Wiking  :MG:

Boot musste öfter vor Flugbooten vom Typ MDR 6 und MBR 2 tauchten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Tschetwerikow_MDR-6
https://de.wikipedia.org/wiki/Berijew_MBR-2
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 26 Oktober 2023, 16:08:40

12. Feindfahrt, das Boot operierte im Schwarzen Meer, vor Suchumi

Also nach 8 Tagen ging es schon wieder raus.

Und diesmal wurde es richtig eng.....


Zitate aus dem Kriegstagebuch....

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_12._Unternehmung_Seite_1

28.05.1943

1515 - Alarm vor schnellen russ. U.-Jäger rw. 320°, E= 40-50 hm, Kurs S, hohe Fahrt. Fahrzeug war im Sehrohr nicht ausgemacht worden. Boot geht mit AK auf Tiefe a. Auf a-20 in unmittelbarer Nähe des Bootes Detonationen von 2 Wabos, die aber noch über dem Boot liegen. Jäger wirft in mehreren Anläufen insgesamt 8 z.T. gut liegende Wabos. Boot versucht mit wechselnden Kursen u. Fahrtstufen in SW-licher Richtung zu entkommen.

noch 28.05.1943

1630 - Im Horchgerät werden näherkommende Dieselgeräusche u. mehrere Fahrzeuge ausgemacht, die schnell näher kommen. Boot geht auf Schleichfahrt, Tiefe a+10. Angriffssehrohr, Sprachrohr, Tür und einige Stängedurchführungen der Torp.-Waffe machen Wasser, Stevenrohre werden bis zur Begrenzung nachgezogen und halten einigermaßen dicht, Abgasventil leckt leicht. Wegen Horchverfolgung Lenzen bis auf das Äußerste beschränkt, daher Boot durchgesackt bis a + 32. Trotz starker Brummtöne und Summens beider E-Masch. auch bei Schleichfahrt wird Boot mit LF und HF auf Tiefe = a gebracht und sackt dann langsam wieder tiefer.


1635 - 2 Boote haben St.B. u. B.B. achteraus Aufstellung genommen. Boote horchen und laufen nacheinander mit 90° Schneidungswinkel ihrer Kursen zum Wabowurf an. Mit GF und kleinen Kursänderungen bis zu 60° gelingt es Schneidungspunkte immer hinter dem Boot zu halten. Boote werfen anfangs je 1 Wabo, dann Serien bis zu 5 mit verschiedenen Tiefeneinstellungen. Boot zeigt starke Erschütterungen, hat aber keine Ausfälle. Da Leckwasser zunimmt (am Schluß 12-1500 l) wird mit Hilfe Lenz- und Trimmpumpe aus Torp.-Zelle gelenzt. Boot wird durch die laufenden Pumpengeräusche immer wieder erfaßt und erhält insgesamt im 2. Anlauf 25 Wabos die z.T. unmittelbar hinter dem Heck des Bootes lagen. Boot läßt sich nur mit starker Achterlastigkeit halten.


1805 - Schraubengeräusche verschwinden langsam.

2000 - Qu. CL 6934, getaucht. Boot geht auf Sehrohrtiefe und läßt sich dort selbst mit HF nur schlecht halten. Draußen Ende der Abenddämmerung. Im Horchgerät werden voraus wieder lauter werdende Schraubengeräusche ausgemacht. Boot geht wieder auf Tiefe-a. Es folgen dann mehrere Wabos in größerer E. Horchgeräusche verschwinden langsam. Im Horchgerät starke Knackgeräusche, GHG durch Wabos nur noch bedingt einsatzklar, fällt teilweise ganz aus.

Nach der Feindfahrt .....

Die Bewertung durch den Flottenchef fiel diesmal deutlich besser für den Kommandanten  aus.
Zitat....Die Unternehmung wurde unter vollen Einsatz des Bootes und seiner Mittel von Anfang bis Ende gut und überlegt durchgeführt. Die bei letzter Fahrt bemängelte "devensive Mentalität" scheint überwunden.....

siehe hier http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_12._Unternehmung_Seite_33

und hier http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_12._Unternehmung_Seite_34

Stellungnahme Marinegruppe Süd ......
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_12._Unternehmung_Seite_35


Diesmal war auf Sowjetischer Seite auch eine Consolidated PBY ,,Catalina" beteiligt.


Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 03 November 2023, 16:18:21
Vor der 13. Fahrt gab es eine Verlegungsfahrt zur großen Werftliegezeit vom 16.06.43 -17.08.43.
In dieser Zeit hatte die Besatzung Heimaturlaub.

Die 13. Feindfahrt wieder unter Kapitänleutnant Hans-Joachim Schmidt-Weichert  und einem neuen LI.

Diese Fahrt zeigt wohl wie wichtig eine gute Ausbildung und Erfahrung der LI sein konnte.

Seite 17 Kriegstagebuch.....
Nach der großen Werftliegezeit in Galatz ging das Boot nach kurzer Ausbildung für den neuen L.I. und die z.Teil neuen Besatzungsangehörigen am 26.8. auf Unternehmung. Durch kleinere Umbauten, Neuanbordgabe von Geräten und Mehrausrüstung mit Proviant (30 tg. früher 24 tg.) seit der der Ballastung durch UAK war das Boot im Anfang der Reise zu schwer. Trotzdem in den Reglern nur 300 ltr. Wasser gefahren wurden bei gelenzten Bilgen konnten im Anfang der Reise überhaupt nur 2 Rohre bewässert gefahren werden. Dieser Umstand machte dem neuen L.I. bei dem mißlungenem Angriff auf den Zerst.-Verband am 28.8. in der Tiefensteuerung des Bootes viel zu schaffen.

Stellungnahme des Flottenchefs dazu...Seite 20, Neuer L.I. des Bootes hat verabsäumt, das Übergewicht an Flottille zu melden bzw. durch Ausbau von Trimmgewichten selbst auszugleichen.

LI eventuell Hagemann, Heinrich ?
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=18902&lang_cl=1

Und der Kommandant......
Zitat Kriegstagebuch Seite 20, Der Kommandant hat es nicht verstanden seine große Chance beim Angriff auf den Zerstörerverband zum Erfolg auszuwerten. Trotz unglücklicher Umstände kann ihm ein Vorwurf wegen ungeschicktem und unentschlossenem Verhalten in diesem Falle nicht erspart werden. Der Kommandant scheidet nach dieser Fahrt, zum Teil aus gesundheitlichen Gründen, aus dem Flottillenverbande aus zur weiteren Verwendung in der U.-Bootwaffe.
Seite 21 Die Unentschlossenheit hat den Kommandanten um einen möglichen Erfolg gebracht, der den Gegner wahrscheinlich zur Einstellung von Angriffen auf unsere Bosporus-Geleite mit Überwasserstreitkräften veranlaßt hätte.

Die weitere Verwendung von Kapitänleutnant Hans-Joachim Schmidt-Weichert  war zunächst Kompaniechef U-Ausbildungsabteilung Plön.

Was war passiert....
Angriffsversuch auf russische Zerstörer darunter der Großzerstörer Charkov der Leningrad Klasse.
Siehe Seite 4 http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_13._Unternehmung_Seite_4

Kriegstagebuch
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Original_Kriegstagebuch_U_9_-_13._Unternehmung

Leningrad Klasse
https://de.wikipedia.org/wiki/Leningrad-Klasse

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 09 November 2023, 14:33:57
Die 14 Feindfahrt vom 02.10.1943 - 06.11.1943  , jetzt unter Oberleutnant Heinrich Klapdor zuvor 1 WO auf U 9.
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=27750&lang_cl=1
 
Das Boot operierte im Schwarzen Meer vor der Kaukasus Küste. U 9 konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen.

Noch bei der Ausrüstung zur Fahrt wurde das Boot angegriffen und kam mit viel Glück ohne Schaden davon.

28.09.1943
13.00 - Fliegeralarm. Boot wird im Hafenbecken I von 2 Torpedoflugzeugen im Tiefflug angegriffen. Versuche auszuweichen. Erster Torpedo wird an Stb. geworfen, Abstand 50 m. Grundgänger. Boot kommt durch AK zurück 5 m vor der Pier zu stehen. 2. Anflug von Bb. quer zum Boot 4 Bomben und ein Torpedo fallen zu kurz, deshalb kein Ausweichmanöver eingeleitet. Bordwaffenbeschuß von beiden Maschinen. Boot hat keine Treffer. Besatzung unverletzt. Abschuß beider Flugzeuge beobachtet.

Am 29.10.43 Angriff auf einen Tanker.
Schuß aus Rohr I, Tiefe 2 m, AZ, Lage rechts 110 Grad, Fahrt 8 sm. Vorhalt Grün 14,5 Grad. E. geschätzt 2500 m.
Starke Detonation nach 4 Minuten, errechnete Entfernung 3600 m. Starke Erschütterung im ganzen Boot. Mit Sicherheit Torpedodetonation, da keine Wabos geworfen. Treffer wahrscheinlich. Am Ziel keine Beobachtung einer Sprengwolke.

Hierzu das Kriegstagebuch Seite 56 Stellungnahe des Flottillenchefs zum K.T.B.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_14._Unternehmung_Seite_56
Und im HMA...
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/ass/ausgabe.php?where_value=4408&lang=1

Und weiter Stellungnahe des Flottillenchefs .... Die Unternehmung war die erste des bisher als WO auf gleichem Boot eingesetzten Oblt.z.S. Klapdor als Kommandant. Die hätte ihrer Anlage und Durchführung entsprechend ein zählbaren Erfolg verdient, der durch mehrfaches Pech verhindert wurde.

Vielleicht noch interessant....

Das Boot wurde auf der Fahrt unter anderem von einer Douglas Boston III angegriffen, hiervon wurden gut 3ooo Maschinen an die UdSSR im Rahmen des Leih- und Pachtvertrages geliefert.
https://vvsairwar.com/2018/01/09/the-douglas-a-20-havoc-boston-in-soviet-service/
https://www.youtube.com/watch?v=DIMhaLC89BU

Und eine Erkenntnis nach der Fahrt war.....Boot liegt trotz des vergrößerten Turmes und der beiden MG 38 gut in der See. Die Krängungsbewegungen sind nicht mehr so hart, wie vor dem Umbau.

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 14 November 2023, 15:09:07
15. Feindfahrt

U 9 lief wieder unter Oberleutnant zur See Heinrich Klapdor, https://uboat.net/media/men/commanders/klapdor_heinrich.jpg
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=27750&lang_cl=1  am 28.11.1943 von Konstanza aus. Das Boot operierte im Schwarzen Meer und vor der Kaukasus Küste. Am 16.12.1943 wurde in Feodosia Brennstoff und Motorenöl aufgenommen. Nach 27 Tagen und zurückgelegten 3.073,7 sm über und 258,6 sm unter Wasser, lief U 9 am 25.12.1943 wieder in Konstanza ein. Nach der Fahrt ging das Boot, zum Wechseln der Batterie und dem Einbau eines neuen 2-cm-Geschützes, in die Werft.

Siehe hier....http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/U_9

Durch einen starken Schmierölverlust an beiden Dieseln wurde bereits am 4. Seetage Unternehmung in Frage gestellt. Reparatur mit Bordmitteln nicht möglich. Nach Anfertigung Ölauffangvorrichtung wurde ein großer Teil des Öles aufgefangen, was den Gebrauch eines Diesels zurzeit ermöglichte. Die Unternehmung wurde mit einem Diesel fortgesetzt.

Siehe hier....http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_15._Unternehmung_Seite_31

U 9 konnte auf dieser Fahrt keine Schiffe versenken oder beschädigen.

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 20 November 2023, 14:37:54
Zitat von: Wiking am 14 November 2023, 15:09:0715. Feindfahrt

U 9 lief wieder unter Oberleutnant zur See Heinrich Klapdor, https://uboat.net/media/men/commanders/klapdor_heinrich.jpg
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=27750&lang_cl=1  am 28.11.1943 von Konstanza aus. Das Boot operierte im Schwarzen Meer und vor der Kaukasus Küste. Am 16.12.1943 wurde in Feodosia Brennstoff und Motorenöl aufgenommen. Nach 27 Tagen und zurückgelegten 3.073,7 sm über und 258,6 sm unter Wasser, lief U 9 am 25.12.1943 wieder in Konstanza ein. Nach der Fahrt ging das Boot, zum Wechseln der Batterie und dem Einbau eines neuen 2-cm-Geschützes, in die Werft.

Siehe hier.... http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/U_9

Durch einen starken Schmierölverlust an beiden Dieseln wurde bereits am 4. Seetage die Unternehmung in Frage gestellt. Reparatur mit Bordmitteln nicht möglich. Nach Anfertigung einer Ölauffangvorrichtung wurde ein großer Teil des Öles aufgefangen, was den Gebrauch eines Diesels zurzeit ermöglichte. Die Unternehmung wurde mit einem Diesel fortgesetzt.

Siehe hier.... http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_15._Unternehmung_Seite_31

U 9 konnte auf dieser Fahrt keine Schiffe versenken oder beschädigen.

Wiking :MG:

Habe die Links korrigiert.

Wiking
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 24 November 2023, 15:06:36
Auf der 15. Feindfahrt war ja schon an beiden Dieselmaschinen folgendes aufgetreten.....

Durch einen starken Schmierölverlust an beiden Dieseln wurde bereits am 4. Seetage das Unternehmung in Frage gestellt. Reparatur mit Bordmitteln nicht möglich. Nach Anfertigung Ölauffangvorrichtung wurde ein großer Teil des Öles aufgefangen, was den Gebrauch eines Diesels zurzeit ermöglichte. Die Unternehmung wurde mit einem Diesel fortgesetzt.

Nach der Fahrt ging das Boot, zum Wechseln der Batterie zur Dieselreparatur und dem Einbau eines neuen 2-cm-Geschützes, in die Werft.

Doch was geschah auf der 16. Feindfahrt?
Schon kurz nach dem Auslaufen traten wieder Maschinenstörungen auf, was den Rückmarsch bedeutete.

Zitat....Im Laufe der Abendstunden wurden die terminmäßigen Öluntersuchungen durchgeführt, bei denen sich ergab, daß Stb.-Diesel 20 v.H. und Bb.-Diesel 7 v.H. Wasser im Schmieröl aufwiesen. Daraufhin wurden beide Diesel auf Dichtigkeit durch Abdrücken geprüft. Stb.-Diesel lecken 5 Zylinderbuchsen .....

Zitat..... Bb. Diesel  Öluntersuchung ergibt 7 v.H. Wasser im Schmieröl trotz Ölwechsel. Diesel wird nochmals abgedrückt. Ergebnis: Alle sechs Zylinder sind leck. Schmierölwechsel durchgeführt.

Siehe hier....
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_16._Unternehmung_Seite_4
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_16._Unternehmung_Seite_6

Also wenn nach einem Werftaufenthalt mit Reparatur beider Diesel, auf beiden Dieseln alle Zylinder Leck sind könnte man meine ich Sabotage zumindest in Betracht ziehen.


Um einmal einen Endruck zu bekommen wie es in einem Typ II innen aussah hier ein ähnliches Boot, es war ein Prototyp der deutschen U-Boot-Klasse II .

Ab 7 : 23  Inside Vesikko https://www.youtube.com/watch?v=K2MISpCg2SI

Bis zu 4 Wochen auf so einem Boot mit 25 Mann, mag ich mir gar nicht vorstellen.

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: wirbelwind am 25 November 2023, 10:07:21
Hallo,
vielleicht ist das von mir zu einfach gedacht. Nach einer Reparatur an beiden Dieselmotoren gehe ich davon aus, dass beide anschließend auch werftseitig abgedrückt werden, um erneute Probleme mit der Schmierung zu vermeiden. Entweder wurde das Abdrücken unterlassen, nicht richtig durchgeführt oder die Undichtigkeiten entstanden durch einen schleichenden Prozess.
MfG Wirbelwind
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 29 November 2023, 14:47:34
Zitat von: wirbelwind am 25 November 2023, 10:07:21Hallo,
Entweder wurde das Abdrücken unterlassen, nicht richtig durchgeführt oder
MfG Wirbelwind


Könnte sein, auch hier wird 1944 ein Fachkräftemangel geherrscht haben, wo sollten die auch alle
herkommen. Überall wurden diese benötigt, Marine, Handelsschifffahrt, Werften, Motorenhersteller und ständig hat es durch Kriegseinwirkungen immer mehr Verluste gegeben.
Ein weiterer Grund wird hier genannt..... Störanfälligkeit meist durch großes Alter der Anlage.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_17._Unternehmung_Seite_16

17. Feindfahrt

U 9, unter Oberleutnant zur See Heinrich Klapdor, lief am 23.03.1944 von Konstanza aus. Das Boot operierte im Schwarzen Meer. In Feodosia wurde am 30.03.1944 Brennstoff, Schmieröl und Proviant übernommen. Dort erlebte das Boot einen Luftangriff bei dem es beschädigt und der Kommandant verwundet wurde. Nach dem Auslaufen, und einen Zwischenstopp in Jalta, lief U 9 am 02.04.1944 zu Reparaturen am Diesel, in Sewastopol ein. Nach 14 Tagen und zurückgelegten 1.390,3 sm über und 73,4 sm unter Wasser, lief U 9 am 06.04.1944 wieder in Konstanza ein.

Siehe hier http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/U_9

28.03.1944
Ob. Maat Wilhelms vermutl. Lungenentzündung. Fieber bis 40,8, Puls 118, kein Rückgang
Diesen Ob.Maat konnte ich im HMA nicht finden.

Angriff auf das Boot im Hafen von Feodosia 31.03.1944

1355 - 18 russische Schlachtflieger vom Typ "IL 2" greifen unter Jagdschutz den Hafen von Feodosia an. Der Angriff wurde im Tiefflug 150-200 m in 3 Wellen aus der Sonne geflogen. Sämtliche Fla-Waffen des Bootes eröffneten sofort das Feuer. Die Schlachtflieger warfen leichte Bomben im Reihenwurf in unmittelbarer Nähe des Bootes. Einschläge in 1-10 m Entfernung. Die Geschoßgarben der 2 cm-Waffen lagen in 2 der angreifenden Maschinen gut deckend. Beide Flugzeuge brannten, eins stürzte ab, von Angehörigen der Besatzung beobachtet. Eine andere Maschine stürzte über Land ab, was vom Boot aus nicht beobachtet werden konnte.-
Ich vermute, daß das die 2. in Brand geschossene Maschine war. Der Kommandant schoß mit der vorderen 2 cm und wurde dabei durch Bombensplitter verwundet. Er wurde ins Feldlazarett eingeliefert und war nicht mehr einsatzfähig. Durch einen Bombentreffer an Bb.-Seite am Bug, entstand eine Beule mit einem 10 cm langen Riß im Druckkörper in Höhe der Wasserlinie. Die Schweißnaht ist aufgeplatzt. Rohre mit druckfestem Kabel des G.H.G.´s wurde durchschossen. Tauchzelle 3 Bb. Unterwassertreffer.

Boot über Wasser voll fahrbereit. Unter Wasser bis Sehrohrtiefe beschränkt.

Siehe hier http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_17._Unternehmung_Seite_11

Wegen Ausfall des Kommandanten beim Fliegerangriff auf Feodosia am 31.3.1944 wird das Kriegstagebuch vom I.W.O.: Lt.z.S. Dehrmann weitergeführt.
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=9516&lang_cl=1


05.04.1944
Oblt.z.See Hayen als Überführungskommandant eingestiegen. 
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=32643&lang_cl=1

https://uboat.net/men/commanders/691.html

Stellungnahme des Kommandierenden Admiral Schwarzes Meer
Das Verhalten des Kommandanten beim Luftangriff auf das Boot in Feodosia war schneidig, aber nicht zweckmäßig. Der Kommandant brauchte nicht selber die 2 cm bedienen. Wäre das Boot nicht tauchunklar geworden, was den Abbruch der Feindfahrt erforderlich machte, so hätte sich durch den Ausfall des Kommandanten ein erheblicher Nachteil ergeben, da der junge I. W.O. die Feindfahrt nicht hätte fortsetzen können.
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_17._Unternehmung_Seite_18

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 05 Dezember 2023, 15:38:44
18. Feindfahrt

U 9, unter Kapitänleutnant Klaus Petersen, lief am 26.04.1944 von Konstanza aus. Das Boot operierte im Schwarzen Meer und vor der Kaukasus Küste. Nach 32 Tagen, lief U 9 am 28.05.1944 wieder in Konstanza ein.

Klaus Petersen
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=43106&lang_cl=1
https://uboat.net/men/commanders/919.html
http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Klaus_Petersen

02.05.1944
1341 - Auf Gefechtsstation. Um genügend Passierabstand zu haben, etwas abgestaffelt, dabei durch das Sehrohr beobachtet, daß Gegner um 1-2 Dez. zackt. Als Gegner Lage 25 hat, auf Angriffskurs gedreht. Als Boot auf Angriffskurs liegt, ist Gegner durchgewandert. Nachgedreht. Kurz vor beabsichtigter Schußabgabe stellte ich fest, daß der Vorhalt falsch eingestellt war. Dadurch wanderte der Gegner erneut durch. Etwa gleichzeitig änderte er seinen Kurs um 2. Dez., indem er abzackte. Dadurch wurde die Lage für einen Schuß zu stumpf.

Dazu Stellungnahme des Flottillenchefs zum K.T.B.
S. 7, 1341 Uhr: Bedauerlicher Versager des W.O. So etwas darf auf Frontbooten nicht mehr vorkommen.


05.05.1944
1120 - SW 1-2, Seeg. 1, o (m), Sicht 3 sm. Aufgetaucht zum Feuerüberfall auf Kleinfahrzeug. Feuer eröffnet mit 2 cm-Zwilling und 1 M.G. 15. Angangs - E= 6 hm. Gegner dreht gleich ab, zeigt Heck und läuft zur Küste. Treffer mit beiden Waffen erzielt. Schuß-E = 15 hm. Gegner sackte - vor allen Dingen achtern - tiefer und qualmte weiß. Er erwiderte das Feuer mit einem etwa 1,3 cm MG .

1132 - Artillerieeinschlag etwa 200 m achteraus (Kaliber um 7,5 sm), vermutlich von Landbatterie. Alarm !

1133 - Wassereinbruch durch Turmluk. Angeblasen. Es stellte sich heraus, daß achtern auf dem Lukrand eine M.G.-Patronenhülse klemmte. Nach deren Beseitigung geflutet.

Bemerkung von mir, innerhalb von gut 10 Minuten - Verschossen: 420 Schuß 2 cm, 320 Schuß M.G.-Munition.

Dazu Stellungnahme des Flottillenchefs zum K.T.B.
S. 10, 1133 Uhr: Nach Artilleriegefechten immer Lukrand und seine Umgebung nach Patronenhülsen absuchen. Für das Boot wäre eine sehr gefährliche Situation entstanden, wenn U-Jäger in der Nähe gewesen wären.  

07.05.1944
1137 - Gute Sicht, Seeg. 0-1, CL 6653. Schuß aus Rohr III, T III, MZ ein, Lage links 115, Vg 12 sm, Tiefe 3 m, E= 23 hm. Fehlschuß infolge Vorhaltefehler, da W.O. statt aus Vorhaltetafel mit Vt 30 sm/h, den Wert aus Vorhaltetafel Vt 40 sm herausgenommen hat. Nachprüfung des Koppelbildes ergab außerdem eine um 2 sm höhere Gegnerfahrt. Es hat sich dabei um dasselbe Fahrzeug wie am 2.5. gehandelt. Nach 4 Minuten 20 Sek. heller, harter Aufschlag ohne Detonationserscheinung zu hören. Nach weiteren 10 Minuten dumpfe Detonation zu hören.

Bemerkung von mir auch hier hat der WO wieder falsch gehandelt.

13.05.1944
0800 - Musterung der Besatzung: Bekanntgabe des tödlichen Unfalls des Flottillenchefs.
Korvettenkapitän Rosenbaum, Helmut
https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/R/RosenbaumH.htm
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=47755&lang_cl=1

23.05.1944

1400 - Triebswerkskontrolle ergibt Grundlager 4 Bb.-Diesel ausgeschlagen. Mit Bordmitteln nur bedingt für L.F. zu reparieren.

Der Kommandant hierzu.....
Der maschinelle Zustand des Bootes war unbefriedigend. Besonders ungünstig wirkte sich aus:

a.) Die Diesel waren laufend reparaturbedürftig.

http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/KTB_U_9_-_18._Unternehmung_Seite_43


Was hier im Kriegstagebuch der 18. Feindfahrt mir auffällt sind die erwähnten  Einsatzbeschränkungen beim Zaunkönig.


U 9 konnte auf dieser Unternehmung 1 Torpedoboot mit 490 ts beschädigen.

https://uboat.net/allies/merchants/ship/3247.html

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 08 Dezember 2023, 11:25:04
19. und letzte Feindfahrt

U 9, nun wieder unter Oberleutnant zur See Heinrich Klapdor, lief am 15.07.1944 von Konstanza aus. Das Boot operierte im Schwarzen Meer und vor der Kaukasus Küste. Nach 27 Tagen, lief U 9 am 11.08.1944 wieder in Konstanza ein.
Siehe hier http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/U_9
Ein Kriegstagebuch zur 19 Feindfahrt liegt nicht vor.
Aber U 9 konnte auf dieser Unternehmung keine Schiffe versenken oder beschädigen.
Die letzte Feindfahrt und das Ende des Bootes können hier nachvollzogen werden.
https://historisches-marinearchiv.de/projekte/duikboot/eingabe.php?site=6&var1=wert1&var2=wert2

https://de.wikipedia.org/wiki/U_9_(Kriegsmarine)

U 9 konnte auf 19 Feindfahrten 7 Schiffe mit zusammen 16.668 BRT versenken. Außerdem wurde 1 U-Boot mit 552 ts versenkt und 1 Torpedoboot mit 490 ts beschädigt.

Indienststellung war am 21.08.1935

U 9 wurde am 20.09.1944 um 10:30 Uhr bei einem sowjetischen Luftangriff auf Konstanza durch Bombentreffer zerstört.

Das Boot hatte in seiner gut 9 jährigen Dienstzeit 12 Kommandanten wobei Lüth sicher der bekannteste war.

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: Wiking am 17 Januar 2024, 11:56:30
Im Anschluss der ersten Feindfahrt gab der LI einen Technischen Beitrag zum Kriegstagebuch ab.
Siehe Anhang......
Ich nehme an das der LI auf der Fahrt Oberleutnant ( Ing. ) Brinkner war.
Aber das passt nicht mit der Besatzungsliste von U-9
https://historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/eingabe.php?active_cl2=result
Und hier auch nicht
https://www.historisches-marinearchiv.de/projekte/crewlisten/ww2/ausgabe.php?where_value=7167&lang_cl=1

Oder habe ich etwas übersehen?

Wiking :MG:
Titel: Aw: U 9
Beitrag von: ARANTALES am 17 Januar 2024, 13:19:07
Grüß Wiking,

Ja, Brinker Rolf (nicht Brinkner) wird in keine hier vorliegende Unterlage als LI U9 angegeben.

Im Gegenteil: für den Zeiträum 16-22/01/40 (die 2.Feindfahrt U9) geben sämtliche Unterlagen Karl-Heinz Wiebe als LI U9. So in die HMA Crewlisten, http://www.ubootarchiv.de/ubootwiki/index.php/Wiebe,_Karl-Heinz, F.Almeida's 'Estudo'-Datei und die französische 'WASt'-Liste zu U9.

Rolf Brinker wird erwähnt als LI U13 bis 01/40 (HMA Crewliste, Almeida's 'Estudo'-Liste) oder bis zum 11/01/40 (fr.WASt). Stieg er dann um auf U9 für die 2.Feindfahrt dieses Bootes ohne dass dies von die obige Unterlagen erfasst wurde?

Mvg,
Walter