Gliederung von Stäben der Geschwader, Divisionen und AufklärungsgruppenIn sehr vielen Plänen deutscher Kriegsschiffe der kaiserlichen Marine stößt man unweigerlich in den einzelnen Deckszeichnungen auf Kammern für Offiziere des Stabes. Ein Blick in den
Gröner offenbart, dass fast jeder Panzerkreuzer bzw. Schlachtkreuzer bis einschließlich
S.M.S. Seydlitz für einen großen Stab eingerichtet war. Bei den Linienschiffen waren dies nur ein bis zwei Schiffe einer Klasse.
Hier eine Auflistung nach Schiffsklassen und der Größe der Stäbe gemäß
Gröner
Der Grund dafür, dass (fast) jeder Panzerkreuzer/Schlachtkreuzer für einen Stab eingerichtet war, liegt an Gliederung der Flotte. Hierbei bestand jedes Linienschiffs-Geschwader aus zwei Divisionen zu je vier Linienschiffen. Einer jeden Division war ein leichter Kreuzer als Signalwiederholer zugeteilt. Dazu kamen noch sechs weitere Kreuzer. Hiervon waren in der Regel zwei große Kreuzer. Insgesamt wurden diese Kreuzer in zwei Aufklärungsgruppen von je einem großen und zwei kleinen Kreuzern aufgeteilt. Dies erklärt, warum die die großen Kreuzer für die Aufnahme von Stäben eingerichtet waren. Wann genau die Änderung der Aufklärungsgruppen, in welchen dann homogene, das heißt nur große oder kleine Kreuzer, enthalten waren, stattfand kann ich nur vermuten, das dies zwischen 1906 und 1908 erfolgte, weil seitdem auch der eine oder andere kleine Kreuzer zur Aufnahme eines kleinen Stabes eingerichtet wurde. Der erste als Führungsschiff gekennzeichnet kleine Kreuzer war die
S.M.S. Cöln. Der erste für einen Stab eingerichtete kleine Kreuzer war
S.M.S. Stralsund, wobei im
Gröner keine Angabe für Stärke des Stabes zu finden ist.
Im Buch
Modernes Seekriegswesen findet sich folgende Gliederung eines Stabes (Geschwader) inkl. der Stellenzahl der Decksoffiziere, Unteroffiziere und Mannschaften.

Diese Gliederung deckt sich mit der im Buch
Das kleine Buch von der Marine. Zusätzlich findet sich hier die Stellenbesetzung eines Divisionsstabes. Die Rangniedrigeren Stellen sind leider nicht angegeben.

Admiralstabs- und Flaggoffiziere können auch mehrere im Stab vorhanden sein. Im Falle des Flottenflaggschiffs
S.M.S. Friedrich der Große waren dies drei Asto's und zwei Flaggleutnants.
Schiffe, welche von vorneherein für die Aufnahme von Stäben vorgesehen waren, hatten durchaus mit Platzproblemen zu rechnen. So kam es dann vor, das Unteroffiziere/Mannschaften ihre Hängematten in den Fluren vor den Offizierskammern hatten.
Als Besonderheit sehe ich
Chef des Stabes. Dieser hatte im Gegensatz zum ersten Offizier ein eigenes Bad, welches nicht unbedingt an seinen Schlaf- und Arbeitsraum grenzte, sondern in der Nähe auf einem Flur lag.