Hallo zusammen
Mir ist aufgefallen, daß Sich hier scheinbar niemand für die franz. Flotte in WK2 interressiert. Wie seht Ihr z.B. die franz. Schlachtschiffe im Vergleich mit den anderen insbesondere den deutschen? Es war ja eigentlich sehr wahrscheinlich daß Schiffe aus diesen beiden Marinen im Krieg direkt aufeinander treffen würden. Wie hätte sich z.B. eine Dunkerque oder eine Richelieu gegen eine Bismarck oder eine Scharnhorst geschlagen?
Bitte meldet Euch! :)
Gruß
Reiner
Hallo Reiner ,
meinst Du das in Bezug auf die Website Marinearchiv ?
Weil dort noch keine Einträge zu finden sind ??
Die französischen Schlachtschiffe waren ihren deutschen (und italienischen) Pendants überlegen. Die Richelieus hatten nach der Yamato die beste Deckspanzerung, einen guten Seitenpanzer und den besten Torpedoschutz von allen Eingeiten (grösste Tiefe und viele Unterteilungen, sowohl gefüllte als auch leere) Dazu kam noch der Gebrauch von Ebonite-Schaum um Wassereinbrüche zu verhindern. Lediglich gegen eintauchende Granaten war der Schutz nicht so gut, da hier der Seitenpanzer nicht weit genug nach unten ging und das T-Schott nicht stark genug war. Die SA war ebenfalls gut geschütz. Die beiden waren nach den Iowas und SH und GU ebenfalls die schnellsten Schiffe.
Nachteilig war die extreme Dispersion der SA und die nicht gelungenen Mehrzweck 15,2er. Die Qualität der Feuerleitung ist mir unbekannt, allerdings hatten die E-Messer mit 14 Metern eine sehr grosse Basislänge.
Die Franzosen waren die besten Schlachtschiffbauer Europas, was hierzulande nat. wenige wissen/glauben.
Gut sahen sie auch aus.
Die Algerie war den Hippern ebenfalss überlegen.
@Lutscha/Reiner: Bei den 38igern der Franz. Schalchtschiffe handelte es sich doch um Vierlinge. Ich habe mal gelesen, dass die zu je 2 geteilt waren um so nicht einen Totalausfall bei einem Turmtreffer zu risikieren. Was wisst Ihr da?
@Scharnhort66
Nein, so war das nicht gemeint. Ich geh davon aus ,daß Ihr die Seiten schon irgendwann noch mit Leben erfüllen werdet. :wink:
Ich weiß natürlich, daß das unwahrscheinlich viel Arbeit ist.
Ich dachte eher an solch eine Diskussion wie sie hier im Forum eigentlich über alle möglichen Schiffe aus fast allen Flotten geführt wurde und wird. Nur über die französischen redet praktisch niemand.
Aber das scheint sich ja jetzt zu ändern.
Wäre nämlich schade wenn die in meinen Augen sehr schönen und sicher auch kampfstarken Schiffe hier so ein Schattendasein führen würden.
Gruß
Reiner
@Lutscha
Meinst Du, eine Vittorio Veneto war einer Richelieu wirklich unterlegen??
Ich stimme Dir in Bezug auf Hipper und Algerie voll und ganz zu.
Und schön waren sie wirklich :)
Gruß
Reiner
Zu den 38ern: Ausm dem Kopf waren die Türme durch einen 50mm dicken Splitterschutz getrennt. Gelagert waren die Rohre in Paaren. Erwähnenswert war hier noch der beliebige Ladewinkel, der sich bei grossen Entfernungen bezahlt gemacht hätte. Für mehr details bei navweapons gucken.
Ja, die VV war in jeder Hinsicht, ausgenommen der Gürtelpanzerung und Durchschlagskraft der SA bei Seitenpanzern unterlegen.
Das heisst aber nicht, dass sie auf jeden Fall verloren oder nur geringe Chancen gehabt hätte.
Sachen wie Taining und Feuerleitequipment kann ich nicht beurteilen, Probleme hatte die Richelieu mit der Dispersion und eine Zeit lang mit den Granaten. Die Italiner hatten eine schlechte Qualitätskontrolle bei den granaten, was ebenfalls zu grosser Dispersion führte.
DAs hier sowenig über die Franzosen gesprochen wird, liegt wohl daran, daß diese Kriegsflotte im 2. WK so gut wie gar nicht in Erscheinung getreten ist. Bis auf einen Vergleich der Fakten (Panzerung, Kaliber usw) kann man nur noch spekulieren.
Von einem Verglich der einzelnen Schiffe auf dem Papier habe ich noch nie viel gehalten. Dann hätte die Royal Navy ja auch 1940 gleich komplett aus dem Mittelmeer verschwinden müssen.
Zu der Aufstellung der Hauptartillerietürme bei den französischen Schlachtschiffe ist festzustellen, daß die Türme so weit wie möglich voneinander entfernt aufgestellt wurden, damit ein einzelner Zufallstreffer nicht gleich beide Türme außer Gefecht setzen konnte.
Tja, die Franzosen !
Selbst auf der Website liegen sie brach :cry:
Moin, moin zusammen!
Habe mir bei der letzten Sammelbestellung auch ein kleines Profile der "Strasbourg" mitbestellt; auch bei mir gibt es Informationsbedarf über unsere Nachbarn. Die acht 33-cm-Geschütze auf dem Vordeck erscheinen mir schon respekterheischend - aber die hinteren 13-cm-Geschütze? Einen Gegner frontal anzunehmen, ist für mich plausibel - auch ein Parallelgefecht macht Sinn. Aber wenn der Gegner von achtern aufläuft und einer von vorne und dann noch einer seitwärts....? Überlegungen eines Laien ...
Auf Aufklärung oder Erklärung freut sich,
mit einem lieben Gruß
der Wilfried
PS: aber schmuck sieht sie schon aus ... :D
@Wilfried,
mit drei Einheiten am Hals hat jeder ein Problem, siehe "Graf Spee".
Durch die sehr hohe Geschwindigkeit von 31kn+ konnte sich die "Straßbourg" solchen Konstellationen entziehen und sich die Gegner nacheinander aussuchen oder einfach ablaufen.
Moin Thomas,
ich hätte doch zu Ende lesen sollen; in diesem Falle siegt Geschwindigkeit über Bestreichungswinkel ... :D
Mit einem lieben Gruß
der Wilfried
Aufgrund erhöhter Verwirrtheit editiert.
@Lutscha
Nix verstehen :?: :?:
Gruß
Reiner
Kein Wunder, ich hab im falschen Thread replied... ^^
@Mario,
Bitte nicht despektierlich werden!
Du übergehst die Seeschlacht auf der Reede von Koh Chang, wo es den Franzosen gelang, ein artilleristisch überlegen ausgestattetes Panzergeschwader der königlich thailändischen Marine in die Schranken zu weisen (ich glaub 1941).
Im Ernst: Gerade Zerstörer und U-Boote der Vichy-Franzosen hatten in der Levante und im Bereich Nordafrika eine ganz gute Performance. Mit der Ausnahme von Mers-El-Kebir..
Gruß
vom Leutnant
@Leutnant Werner,
ich denke, sogar bei Mers-el-Kebir war's nicht schlecht. Unter den gegebenen Bedingungen mit einem Schlachtschiff und 5 Zerstörern noch ausbrechen und nach Toulon fahren... nicht einfach.
Ich denke wenn die franz. Flotte nicht vollkommen unvorbereitet gewesen wäre, hätten sich die Briten eine blutige Nase geholt. Die waren schon nicht schlecht, die französischen Schiffchen :!:
Gruß
Reiner
Hallo Kapitän,
kann deine Bilder leider nicht sehen. Aber die Beschreibung ist schon recht gut, da kann man sich schon was vorstellen. :MLL:
Gruß
Sven
Servus allerorten!
Hatte ein paar Tage lang Rechnerprobleme, da kam's mir zugute, dass ich neulich in Toulon das Werk von Contre-amiral Alex Wassilieff, "Un pavillon sans tache" (Die unbeschmutzte Flagge); "vom Waffenstillstand bis zur Selbstversenkung" gefunden habe.
Wassilieff ist beides, Zeitzeuge und Historiker, das Buch ist aus dem Jahr 1986.
Die ersten 60 Seiten warn schon mal spannend, wenn ichs dann zuende habe, gibts ne Book-Review.
Ciao,
Harold
... naja, die Euphorie einer "Renaissance" wurde dann doch nicht so ganz durchgehalten, wie sie diese Wochenschau verspricht:
http://www.ina.fr/archivespourtous/index.php?vue=notice&from=fulltext&full=renaissance+marine&num_notice=1&total_notices=1
Sehenswert allemal - Danke an ardu aus dem frz. Schwesterforum!
(und wenn man Lust hat, stöbert man nach diversen Suchbegriffen weiter - Achtung: zeitintensiv!!!)
Harold