Sitte und Anstand an Bord in besetzten Häfen

Begonnen von TD, 25 Mai 2009, 10:25:09

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TD



Guten Morgen zusammen,

heute Nacht habe ich mir einige Fotoangebote zu Kriegsschiffen im Internet angesehen.

Es ist vollkommen klar das in Küstennähe oder Sichtweite nackt an Deck geduscht wurde oder
bei Sonnenschein dort einige Sonnenanbeter ohne Handtuch rum liefen.

Aber in den kleinen frommen italienschen Häfen 1944/45 wie ich es schon öfter sah hat mich doch gewundert.

Wie war das wohl geregelt bzw. sicherlich  festgelegt ß

Wir beim Bund wurden ja in den drei Monaten Grundausbildung in Norddeutschland  bei jeder Gelegenheit
ermahnt in bewohnten Gebieten ordentlich und ruhig zu sein.

Beim Geländemarsch bei 30 ° mußte vor Annäherung an jedes einzelstehende Haus und jeder Person die als Marscherleichterung
geöffnete  Hose geschlossen werden und beim Sport durfte nicht einmal mit blanken Oberkörper gespielt werden.

Wie schon geschrieben, ich habe mich nur gewundert.

Gruß

Theo

...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Ulrich Rudofsky

Also eins ist auch beim US Militär klar:  man darf ohne Hemd oder Hose nicht herumlaufen:  Sonnenbrand und Sonnestich können bestraft werden.  Grund: "destruction of government property *) " (Beschädigung von Staatseigentum) oder "rendering one's self unfit for duty" (sich  dienstunfähig machen).  Dazu gehören auch Kater und Tripper.......

Obwohl der US Verteidungungsminister vorige Woche diesen kühnen Soldaten in der rosa "I Love NY" Unterhose lobte, ist er "out-of-uniform" und das ist ein "No-No"; also er ist bestrafbar unter den US Regeln mit mindestens Artikel 15.    http://www.foxnews.com/images/533513/1_21_a450.jpg

Die "out-of-uniform" Regel wurde auch gegen einige USN/USAF PLAYBOY BUNNIES angewendet :MS:  http://www.zimbio.com/Michelle+Manhart/articles/13/Michelle+Manhart+posing+nude+Playboy+magazine 


*) NB: Jawohl, ein Soldat/Matrose wird  hier als Staatseigentum eingestuft und in einem Truppentransport ist man nicht Passagier sondern einfach Fracht. 
Ulrich Rudofsky

Hastei

hallo Theo,
im besetzten Ausland bin ich nie gewesen, aber bei Auslandsbesuchen gab es schon Informationen.
Landgang nur in Uniform und das wurde geprüft,wenigstens die ersten Stunden. Aber, ich fand mich mal plötzich auf dem Hauptbahnhof in Buenos Aires wieder,
in Arbeitsklamotten. Waren zwar sauber, blaues Hemd, weiße Hose und Schiffchen, aber eben keine Ausgeuniform. Hatte mich um eine junge Dame gekümmert und war so ins plaudern gekommen, dass ich Zeit und Ort vergaß. Sie kannte den Weg nicht zum Bahnhof.
Und dann habe ich mal was unschönes erlebt. War auch Anno 1970 ,in Lissabon.  Damals war es ja toll, als Junge lange Haare zu haben,
fanden wohl die kleinen Mädchen. Aber ,zur Uniform passt das nicht, früher nicht und heute kein Thema. Da waren also paar Lords,die bestanden darauf ,ihr
langes Haare zu behalten .War ja auch gerichtsmäßig ihnen zugestanden worden. (Hatte nicht Schmidt darauf den Haarerlass gemacht? )
Also kein Landgang ! Da haben sie also auf der Back gesessen, mit ihren Schächtelchen Bier und haben,je längen der Abend dauerte,ihren Unmut zum Ausdruck gegeben.. weder B.d.W. noch O.v.D. kriegten die Sache so richtig unter Kontrolle. Zum Glück lagen wir an einer Stelle im Hafen, wo kein Publikumsverkehr herrschte,wäre total peinlich gewesen.


das von mir und schöne Grüße

vom Hastei

kalli

@Theo,

ich glaube nicht, dass man die Friedensmaßstäbe und Vorschriften über korrekten Umgang auf Kriegszeiten übertragen kann.
Dazu gibt es leider viel zu schlimme und nachgewiesene Dinge. Da ist ein nackter A...h in einer katholischen Gegend wohl noch das geringste Übel.
Aber hat wohl auch nicht jeder Seemann gemacht. Es gibt eben wie auch heute solche und solche.

Peter K.

Also zumindest unter Seglern gilt es auch heute noch als unseemännisch, mit nackten Oberkörper in eine Marina ein- oder auszulaufen ...
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

TD

Dank Allen !

Ist ja doch sehr interessant wie weit der Bogen sich spannen läßt.

Ich sehe ohne den geringsten Anstoß wenn z. B. im Russlandfeldzug sich Soldaten nach 50 oder noch viel mehr km Gewaltmärschen oder Panzerbesatzungen u. a. 30/40 ° Hitze  sich nackt in irgendwelche Flüsse oder Seeen stürzen.

Und sicher hat es das bei den anderen Feldzügen auch gegeben.
Aber wenn Schiffe nach längeren Seemarsch in Häfen einlaufen muß es ja nicht unbedingt sein das einige Seeleute sich lückenlos braun zeigen.

Anderseits waren die Jungs ja oftmals noch sehr jung und suchten die ganz große Freiheit ohne Hemd und Hose.

Vielleicht sieht man das aus heutiger Sicht  auch etwas falsch. Ich war auch ganz überrascht auf Narvik- Fotos junge Seeleute vor und neben General Dietl bei Besichtigungen mit Zigaretten im Mund oder in der Hand zu sehen.

Gruß

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

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