Fähr-Unglück vor Fehmarn

Begonnen von Albatros, 09 Oktober 2010, 08:02:21

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Albatros

Schiffs-Unglück in der Ostsee vor Fehmarn: Eine Fähre mit 236 Menschen an Bord ist in der Nacht nach einer Explosion in Brand geraten.

http://www.bild.de/BILD/news/2010/10/09/faehrunglueck-fehmarn/passagiere-nach-explosion-gerettet.html

:MG:

Manfred


t-geronimo

Puh, wenn ich mir die brennenden Fahrzeuge an Deck anschaue, war das auf alle Fälle mal ein ziemlich ernstes Unglück!
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Hastei

da bin ich aber mal auf die Ursache gespannt.

Hastei

hansmann


Albatros

Zitat von: Hastei am 09 Oktober 2010, 15:09:03
da bin ich aber mal auf die Ursache gespannt.

Hastei

Ja aber mich interessiert auch immer der weitere Fortgang eines solchen Unglücks.

Das Schiff war recht neu, also feuerhemmende Materialien, Sprinkleranlagen, eventuell sich automatisch schließende Abteilungen und trotzdem brennt

das Schiff nach kurzer Zeit über fast die gesamte Länge.

:MG:

Manfred

Captain Hans

@ Manfred

das Problem bei Fähren sind die großen über die ganze Länge des Schiffes
verlaufenden Fahrdecks, in denen sich das Feuer trotz automatischer Sprinkleranlagen
schnell ausbreiten kann.
Das brennbare Material sind die Fahrzeuge und deren Brennstofftanks, oder die
Gasflaschen in den Campingwagen.

Gott sei Dank wurden diese Fährenunglücke in den letzten Jahren sehr viel geübt.

Gruß

Hans
,Nur wer sich ändert,bleibt sich treu"!!!
,,Nicht was du bist,ist das was dich ehrt,wie du bist,bestimmt den Wert"!!!

Langensiepen

das Problem bei Fähren sind die großen über die ganze Länge des Schiffes
verlaufenden Fahrdecks, in denen sich das Feuer trotz automatischer Sprinkleranlagen
schnell ausbreiten kann.


Wenn hier unterstellt wird das das durchgehende nicht unterteilte Autodeck  üblich ist, so ist das schlicht falsch. 42 Jahren im Schiffbau ,davon einige Jahre im Fährschiffbau (Seebeck , SUAG) , lassen mich zu einer ganz anderen Erkenntnis kommen. Die Problematik der durchlaufenden Deck(s) oberhalb des Vermessungsdecks ist lange bekannt und spätestens nach dem Unfall Herald of Free Enterprise ( ich habe  bei der SUAG die Vorentwürfe für das Verschlusssystem Fahrzeugdeck bearbeitet ) wurde an Lösungen gearbeitet. Auf vielen Fähren ( wahrscheinlich auf allen neueren ) sind die Fahrbahnen bereits unterteilt , wo in der Vergangenheit nicht oder unzureichend  waren  die Versicherungen und die Eigner die Bremser. Es war ihnen schlicht zu teuer. Wie das ablief an Hand eines Beispielt aus den End 90ziger : Wir hatten bei B+V für die Marine eine pneumatisch aktivierbare Dichtung   (PAD) entwickelt die mit Ausnahme der BRD Seestreitkräfte sich in einer Reihe von Marinen bewährt hat. Auf Basis dieses Verschlusssystems wurden Tore für die Autodecks entwickelt und zusammen mit einem deutschen Seeversicherungsunternehmen ein Bruttotyp  auf der Messe Schiff & Maschine vorgestellt. Die Resonanz bei den Werften war positiv, was ich von den Reedereien nicht behaupten konnte. Unser wie auch andere Systeme verlangten 2 Mann zusätzlich während der Be- und Endladung. Die Versicherungen waren auch nicht bereit Preisnachlässe für so ausgerüstete Fahrzeuge zu gewähren. Da die Klasse keine Vorschriften erließ (Wie es heute damit steht weiß ich nicht) tat sich damals nichts. Mittlerweile sind die Autodeck unterteilt und wenn es sich um Systeme die vom Deck bis zur Decke reichen handelt sind sie auch feuerfest. Auf Fähren die ich in den letzten Jahren benutzt haben waren überall feuerfeste, teilweise gasdichte Schließanlagen vorhanden
Bei der Fähre im vorliegenden Fall entstand der Brand wohl auf dem freien Deck, was sich wohl kaum verhindern lässt. .. .aber wie gesagt, ich bin ja kein Handelsschiffsexperte.
So, das war`s von hier:  :W/(

Captain Hans

#8
@Bernd Langensiepen

Juppie, nach 1 ½  Jahren Ruhe ist er wieder da und kotzt ohne richtige Ahnung rum.
Hab schon darauf gewartet. :ROFL:

Aber wie du schon selbst sagts ,,Du bist kein Experte für die Handelschiffahrt"

Schuster bleib bei deinen Leisten und bleib bei deiner Historie der Kaiserlichen und Reichsmarine usw. – da hast du Ahnung.

Vielleicht solltest du mal erst anfragen wenn du meinst etwas besser zu wissen als ich.
dann könnten wir ja die Nachweise für unsere Ansichten aufführen und eine wertvolle
Diskusion für unsere Mitglieder führen.

Aber hier zu behaupten das alle Fähren nach dem Unglück der ,,Harold of Free Enterprise" brandsichere Unterteilungen auf den Fahrdecks bekommen haben ist wohl die Krönung der Unwissenheit. (Und das noch mit dem Smiley)das sind meine smileys :](*,) :](*,)

Ich habe von 1995 bis 2004 rund 60 Fähren ausgerüstet, keine einizige hatte solche Unterteilung in den Fahrdecks.
Es gibt weltweit ein paar Tausend Fähren, die meisten genügen nicht einmal normalen Brandbestimmungen. (siehe MAIF Reports – hatte ich dir schon mal empfohlen)

Es stimmt allerdings, daß es auf manchen Fähren Unterteilungen mit wasserdichten und feuerschotten der Klasse B15 bis B45 gibt, z.B: Kühlräume) Sogar Fahrstühle von einem Deck zu anderen (siehe Transeuropa) . Dies waren separate Räume aber das eigentliche Fahrdeck war riesig und estreckte sich oft über die ganze Schiffslänge.
Rechne dir mal die Länge eines ICCs aus und dann vergleich das mal mit der Länge der Länge der Doppelenderfähren wie ,,Schleswig Holstein" oder ,,Deutschland"
Oder unterteilst du den Zug auch mit deinen brandfesten Schotten.
So hat auch diese Fähre ,,Lisco Gloria" als Kombi RoRo Fähre keine solche Unterteilung.
Wie du auf den folgenden Bildern sehen kannst hat sie auch ein oberes offenes Fahrdeck
das über eine Rampe vom unteren befahren wird.( Man parkt dort gerne LKWs mit Gefahrengüter)
Allerdings gibt es auf vielen Fähren zwischen den Fahrdecks, Unterteilungsräumen,
und in den Zwischendecks Feuerschotten unterschiedlichster Art bis B45.
Letztere bestehen garantiert zwischen den Fahrgastdecks und den Fahrdecks.

Als zertifizierter Brandmeister (Landesfeuerwache 2 Hamburg) ist mir deine Aussage, daß man bei Brand auf einem offenen Deck nichts machen kann, äußerst schleierhaft und unverständlich.
Du solltes dich mal mit den Löschmitteln auf diesen Decks auseinandersetzen.(allerdings sieht es bei einer Explosion übel aus)

Wenn du schon über brandfeste Schotten redest dann solltest du ja als großer Schiffsbauer wissen was z. B.: die Bezeichnungen A... ,F15, B15, B45 usw. bedeuten.

B45 z.B.:heißt nichts weiter, als das das Schott 45 Minuten eine Temperatur von 1200 Grad Cel. aushalten kann bevor es zusammenbricht.
Aber selbst bei geringeren Temperaturen kann das Feuer in benachbarte Räume überspringen. (Dazu jede Menge Beipiele in den Unfallberichten der SeeBG und des Germanischen Lloyds und anderen Klassefikationsgesellschaften)
Ich könnte dir solche Vorgänge, die wir auf Feuerhulken in Southhampton und Glasgow erlebt haben, zu hunderten beschreiben
Absolut feuerfeste Schotten gibt es überhaupt nicht!!!!!!!   

Wie ich schon vermutet habe, wurde die Explosion durch einen LKW, wahrscheinlich beladen mit explosiven Gefahrengut, ausgelöst.

An Hand der folgenden Bilder kann selbst, ein Laie erkennen wo die Ursprungsexplsion
statt gefunden hat und wo das Feuer ins untere Deck durchgeschlagen ist und schließlich
das gesamte Fahrdeck in Brand gesteckt hat - wast ja nach deiner Meinung nicht möglich ist .







Der link mit dem Bericht zeigt ebenfalls, daß das Fahrdeck nicht unterteilt ist, denn die
gewaltigen Löschwassermengen, die nun frei in dem großem Deck umherschwabbeln (siehe Stabilitätsreduzierung durch freie Flüssigkeitoberflächen), verrringern die metazentrische Höhe der Stabilität des Schiffes derart, daß es kentern könnte.
(Wär doch bei deinen kleinen Unerteilungen keine Gefahr – oder????)
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/6/0,3672,8118822,00.html

In einem hast du allerdings Recht, nähmlich, daß sich Reeder gegen jede Bauvorschrift, die zur Sicherheit des Schiffes dient, mit aller Macht wehren. So auch zum maßiven Einbau von B 45 Schotten, da diese wahnsinnig teuer sind.

Zum Abschluß:

Ich bin gerne bereit mit dir Fakten und qualifizierte Meinungen zu diskutieren, aber nicht in diesem Ton.
Damit gehst du mir und vielen, vielen anderen hier nur auf die Nerven.


Wünsch dir ein fröhliches Wochenende

Hans

Oder soll ich auch sagen: "So das wärs nun aber endlich von mir" :W/(






,Nur wer sich ändert,bleibt sich treu"!!!
,,Nicht was du bist,ist das was dich ehrt,wie du bist,bestimmt den Wert"!!!

Langensiepen

#9
Wenn ich mir so meinen Beitrag durchlese, dann ist der noch recht moderat und sachlich gehalten ohne Sie persönliche anzugreifen, was auch nicht Gegenstand meines Schreibens war. Aggressiv sind doch Ihre Auslassungen mir gegenüber. Diese dazu noch plump und arrogant. Können Sie eigentlich keine Kritik ertragen selbst wenn sie ruhig und sachlich vorgebracht wird? Rasten Sie eigentlich immer gleich aus wenn Sie einen Beitrag von mir sehen? Anscheinend haben Sie hier das Meinungsmonopol. Muß ich mir von Ihnen den Mund verbitten lassen? Wenn ich mir so Ihre Beiträge ansiehe fragt ich mich was ist eigentlich davon ``Expertenwissen`` . Alles was über das persönlich Erlebte ( Darstellung die ich mit Interesse lese) hinausgeht ist Allgemeines gepaart mit Linkhinweisen. Das kann jeder etwas Informierte auch. Anfangs hatten Sie lustig drauflos schwadroniert was mehr an `He lücht` als an fungiertes Wissen erinnerte. Das Ergebnis war in vielen Fällen maritimer Unsinn. Allein die Tatsache lang im maritimen Geschäft gewesen zu sein bedingt in keiner Weise Sachkompetenz in diesbezüglichen Fragen. Bei B+V kenne ich z.B. auch nur 3-5 Leute die mehr als über das Tagesgeschäft hinaus über den Schiffbau Auskunft geben könnten. Ich sehe bei Ihnen nicht den Experten sondern mehr  ``Käpt Hans vertellt``  Mein Beitrag war selbstreden nicht für Sie bestimmt, wer wagt es  denn schon Ihnen zu widersprechen. Letztlich sollten Sie auch nicht Dinge aus dem Zusammenhang reißen. Vieles was Sie mir in Ihrem letzten Beitrag böswillig unterstellen habe ich überhaupt nicht geäußert. Beispiel: Ich schrieb ``Bei der Fähre im vorliegenden Fall entstand der Brand wohl auf dem freien Deck, was sich wohl kaum verhindern lässt.`` Da war der Sachstand von gestern Nachmittag.Da steht nichts davon das man sie nicht BEKÄMPFEN kann, sondern das man sie durch technische Mittel wohl nicht VERHINDERN kann. Ist Ihnen der Unterschied nicht klar? Aber sicher doch, somit wieder ein Beispiel Ihrer Polemik, die teilweise an Arroganz nicht zu übertreffen ist. Ich schrieb: ``Die Problematik der durchlaufenden Deck(s) oberhalb des Vermessungsdecks ist lange bekannt und spätestens nach dem Unfall Herald of Free Enterprise ( ich habe  bei der SUAG die Vorentwürfe für das Verschlusssystem Fahrzeugdeck bearbeitet ) wurde an Lösungen gearbeitet.``
Sie machen daraus: ``Aber hier zu behaupten das alle Fähren nach dem Unglück der ,,Harold of Free Enterprise" brandsichere Unterteilungen auf den Fahrdecks bekommen haben ist wohl die Krönung der Unwissenheit.``  Wollen Sie den Text nicht lesen oder sind Sie so voller Bösartigkeit das sie nicht anders können.Ich schrieb das man seit diesem Vorfall an einer Lösung ARBEITET. Und Sie machen daraus das allen Unterteilungen bekommen hätten. Soll man auf so was verdrehtes noch antworte ? Die Krönung der Dummdreistigkeit dies hier aus Ihrer Feder:
``Dann noch das Unglück der "Harold of Free Enterprise" mit Brandbekämpfung in Verbindung zu bringen zeigt doch nur, daß er diesen Unfall überhaupt nicht kennt oder etwas total durcheinander bringt.``Wo steht denn irgendwas davon, dass ich die Fähre im Zusammenhang mit Brandbekämpfung benannt habe. Nebenbei hab ich alle Bauaufsichten von Townsend und später P&O bei der SUAG in guter Erinnerung. Bleibt nicht aus bei einem solch kleinen Laden. Capt. Graham Boxhall ,der die Harold damals auch als Kapitän geführt hat ist ein guter Freund und Flandern-Mitforscher. Bei diesem Hintergrund ist wohl davon auszugehen, dass ich mit den Umständen der Tragödie bestens vertraut bin. Sie haben die fatale Neigung mir Aussagen zu unterstellen die nie gefallen sind. Dinge zu verdrehen die so nicht geschrieben worden sind. Absicht? 
Alles was Sie nicht kennen gibt es nicht. Selbstredend gibt es z.B. in Kanada  Eisenbahnfähren mit Brandschutzunterteilung, hab im Freundeskreis einen Kapitän der diese Dinger fährt. Wo soll denn da bitte das Problem liegen?
Ich habe mich in meinen zur Frage stehenden Ausführungen nicht im Ton vergriffen, sondern Sie.  Aber warum sollten Sie auf Inhalte eingehen. Nun denn dies hier in einem Ihnen wohl mehr angepassten Ton: :O-
Käpten Schlau weiß alles, da kann man 40 Jahre Schiffbaukonstruktuer gewesen sein, alles vergebens. Da kann man Fähren konstruiert haben, Hans kennt sich besser aus. Hans hat recht auch wenn er oft Scheiß zusammen schreibt ( zb Kümos , Reedereigeschichte, usw). Mach weiter Hans und bleib unser maritimes Universalgenie ausse Karibik.  :=D>

Was zu sagen war ist gesagt. Das letzte Wort gehört Ihnen, ich werd`s nicht lesen.  :ROFL:


Albatros

In Costa Rica ist es jetzt so ca. 02:30 da warten wir mal noch ein bisschen ab, da wird schon noch eine Antwort kommen.

Zum Unglück selber, es gibt Zeugenaussagen die Vermuten lassen das ein Aggregat ( ich nehme mal an ein Kühlaggregat ) eines

LKW gebrannt haben soll. Die Besatzung hatte wohl noch versucht das Fahrzeug zu löschen was aber leider misslang.

http://www.n24.de/news/newsitem_6374253.html 

:MG:

Manfred


Albatros


redfort

Zitat von: Albatros am 10 Oktober 2010, 10:32:47
In Costa Rica ist es jetzt so ca. 02:30 da warten wir mal noch ein bisschen ab, da wird schon noch eine Antwort kommen.

Zum Unglück selber, es gibt Zeugenaussagen die Vermuten lassen das ein Aggregat ( ich nehme mal an ein Kühlaggregat ) eines

LKW gebrannt haben soll. Die Besatzung hatte wohl noch versucht das Fahrzeug zu löschen was aber leider misslang.


:MG:

Manfred

Dann höchstens eine Stand- oder die altmodischen Gasheizungen. Denn Kühlaggregate ( Thermo-King)  schaltet bei Fehlermeldung ( Heißlaufen oder wenn das Kondenzwasser nicht abläuft ) automatisch ab um sowas zu vermeiden.
Gruss
Axel
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Albatros

Nun geschehen Unglücke glaube ich deshalb nicht selten weil ein technischer Fehler auftritt, der z.B. das automatischen Abschalten verhindert haben könnte....?

:MG:

Manfred

redfort

Zitat von: Albatros am 10 Oktober 2010, 19:39:16
Nun geschehen Unglücke glaube ich deshalb nicht selten weil ein technischer Fehler auftritt, der z.B. das automatischen Abschalten verhindert haben könnte....?

:MG:

Manfred

Mal abwarten was die Brandexperten herausfinden, alles andere ist Rate mal mit Rosenthal ! :-D :MG:

@ Cap. Hans,
haben eigentlich diese Fähren auch CeCon-Anschlüsse, meine damit Netzanschlüsse für solche Aggregate ? Kann mir kaum vorstellen das solche Dieselaggregate während der Überfahrt auf Eigenbetrieb laufen dürfen!

Gruss
Axel
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

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