Panzerkutter

Begonnen von Teddy Suhren, 01 August 2005, 23:10:41

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Teddy Suhren

Hallo erstma

Freut mich hier so viele bekannte Namen zu sehen. Ich grüße euch alle!

Zum Tema der Überschrift:
Kennt jemand I Net Seiten und/oder gute Bücher zum Thema Panzerkutter der sowjetischen Flotte während des zweiten Weltkrieges?
Ich meine die mit den T34 Panzertürmen als Bewaffnung.
Ich bin kein Modellbauer aber hat jemand sowas als Modell?

Gruß
Jörg
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Peter K.

Servus JÖRG!

EInen 4-seitigen Artikel über die sowjetischen Panzerkutter mit 5 Bildern, einem Längsschnitt, einem Aufriß und 3 Querschnitten findest du in

Siegfried Breyer,
Marine-Arsenal, Sonderheft Band 16
Das "Gesicht" der Kriegsschiffe Teil 1: Masten

Etwas ausführlicher und daher zu empfehlen wäre noch

Siegfried Breyer,
Enzyklopädie des sowjetischen Kriegsschiffbaus
Band 3: Flottenbau und Plansoll
Seite 79-90

Grüße aus Österreich
Peter K.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Warjag

Es gibt sowohl gute Literatur als auch die Linke (die IMHO nicht so gut sind) aber alles, was ich kenne, ist auf russisch. In Pavlov's "Warships of the USSR and Russia 1945-1995" kann man etwas über 2 Projekte (Projekt 186 und Projekt 1125) finden. Aber ich habe gehört, dass es ein gutes Buch von Breyer gibt. Selbst habe nicht gesehen. :cry:

Zuerst ganz kurz.
Die Grundidee des Panzerkutters kam schon 1919 auf. 1920 zwei PzKutter wurden in Kolomna auf Kiel gelegt. Aber nur 1931 kamen sie als "Partizan" und "Trevoga" zur Amurflotille in Dienst.
Die neue wurden 1925 in Auftrag gegeben. Es wurde 2 Klasse der PzKut vorgesehen, großer (Projekt 1124) für Amur und kleine (Projekt 1125) für Dnepr.
Projekt 1124
Konstruktionsbüro "Rechsudoprojekt", Chefkonstrukteur J.J.Benua, 1933-34.
Für die Verkleinerung des Tiefgangs wurde dem Rumpf die grosse Fülle der Bildungen gegeben, die mit aufrechten Borden und dem flachen Deck gewährleistet sind.
Der Rumpf mit dem querlaufenden System der Schiffsgerippe wurde auf 10 Abteilungen unterteilt. Die Konstruktion des Rumpfes war gemischt. Der gepanzerte Teil wurde genietet, der nicht gepanzerte geschweißt erfüllt. Alle Details der geschweißten Konstruktionen verbanden sich mit Fugen. Die Schiffsgerippe wurde zum Panzer genietet, zur Verkleidung außer der Zitadelle geschweißt. Den mittleren Teil des Rumpfes nahm sich die gepanzerte Zitadelle ein, in der die Untertürmenabteilungen, die motorische Abteilung, die Brennstofftanks und die Funkkabine aufgestellt wurden. Im Bezirk der Brennstoffabteilung hatte der Schutz eine doppelte Dicke - zwei gepanzerte Blätter wurden untereinander genietert. Die gepanzerten Blätter dienten als Deckbelag und als Bordverschalung, die auf 200 mm niedriger die Wasserlinien herabfallend sind. Auf solche Weise nahm die Panzerung an der Versorgung der allgemeinen Haltbarkeit des Rumpfes teil.
Die Kajüten hatten die verringerten Außenabmessungen (die Höhe nur 1,55 m) und die natürliche Ventilation. Es gab die Wasserheizung und die Bullaugen. Der Hauptkommandopunkt wurde im gepanzerten Kommandoturm aufgestellt.
Die Motoren GAM-34 (wie auf der S-Booten der G-5-Klasse) wurden mit dem Kreislauf gekühlt. In der mechanischen Abteilung gab es eine Feuerlöschenstation.
1935-44 wurden in Selenodolsk (Werft No.340), Stalingrad (Werft No.264), Izhora (Werft No.363) 97 Kutter gebaut.

Technische Angaben: 41.7 t, 25.3x4.0x0.75 m, 1600 PS, 21-22 Kn, 280 sm, Panzer: Seite und Kommandoturm 7 mm, Deck 4 mm.
2-76, 3 MG, 13 Mann.

Während des Krieges gab es verschidene Variante der Bewaffnung. Einige von ihnen kann man auf der Bildern sehen.

Das war's für heute. Wenn du (oder noch jemand) Lust hat, mache ich weiter  :)
Schöne Grüße,
Dmitrij

Warjag

Noch ein bißchen Bilder :)

Alle sind aus russischen Büchern, also die Bildunterschriften sind auf Russisch :wink: Aber ich hoffe, alles ist ohne Wörter klar, oder  :)
Schöne Grüße,
Dmitrij

harold

Danke, Dmitrij!

Was mich technisch sehr interessieren würde, wäre ein Längs- und Querschnitt.
Und vom historischen Interesse her: welche Einsätze gab es? Die Kutter müssen für ihre Besatzung wegen der Raumenge ja eine rechte Plage gewesen sein...
Ciao,
Harold
4 Ursachen für Irrtum:
- der Mangel an Beweisen;
- die geringe Geschicklichkeit, Beweise zu verwenden;
- ein Willensmangel, von Beweisen Gebrauch zu machen;
- die Anwendung falscher Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Teddy Suhren

Hallo,

auch von mir DANKE. :P
Was auffällt: hohe Geschwindigkeit, kaum Tiefgang und breiter, ebener Boden. Ideal für Fluß und Uferbereiche.

Gruß
Jörg
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Warjag

Hallo,

@ Harold

Irgendwo habe ich Läng- und Querschnitte vom Projekt 1124, aber jetzt kann ich sie nicht finden :( Hier ist ein Querschnitt vom Projekt 1125 (kleiner Bruder vom Pr. 1124). Und dazu ein Übersichtsplan.

@ Jörg

Leider hatte ich heute keine Zeit, die Geschichte der Panzerkutter weiter zu schreiben. :( Auch morgen kann ich das kaum. Morgen hat mein Sohn sein erstes Halb-Jubiläum (5 Jahre)  :D Aber "Heute ist nicht alle Tage, ich komm' wieder, keine Frage" (c) Der roserote Panther.

MfG
Dmitrij
Schöne Grüße,
Dmitrij

Peter K.

Hallo zusammen!

Ich bin gerade über eine recht brauchbare Skizze des Typs BKS-1125 gestolpert ... siehe Anhang!

Quelle:
Siegfried Breyer, Enzyklopädie des sowjetischen Kriegsschiffbaus, Band 3

Grüße aus Österreich
Peter K.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Warjag

Hallo Peter,

Danke! Solche detaillierte Quershnitte habe ich noch nicht gesehen. Es lebe Breyer! :)
Diese Kutter hatten nur eine Welle (aus ökonomischem Grunde und Unifizierung mit dem Projekt 1124). Deswegen hatten sie schlechtere Manövrierfähigkeit und Lebensfähigkeit (ich bin der Richtigkeit von den Fachwörtet nicht sicher).
Die Skizze ist aber von einem verbesserten Projekt 1125u (1940).
Sehr ähnlich war auch eine kleine Serie der Panzerkutter des Projekts S-40, die Diesel-Motoren ("W-2", auch von Panzer "T-34") hatten.
Schöne Grüße,
Dmitrij

Peter K.

Vielen Dank für deine sehr informativen Ergänzungen!

Von diesem kleinen Projekt S-40 habe ich bisher noch gar nichts gehört und daß die Breyer-Skizze zum Projekt 1125u gehört, ist mir auch neu!

Nochmals herzlichen Dank!
Peter K.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Warjag

Bitte, bitte!  :D

Projekt S-40

Diesen Entwurf wurde nach einem Auftrag von NKVD im TsKB-50 als eine Entwicklung vom Projekt 1125u ausgearbeitet. Ursprünglich wurden diese Kutter für Amu-Darja-Fluss vorherbestimmt.

Nach diesem Entwurf wurden in Selenodolsk (Werft №340) 7 Panzerkutter gebaut (1942). Alle wurden ursprünglich in die Volga-Flotillie aufgenommen. Später wurden einige von ihnen in die Schwarzmeerflotte versetzt.

BKA №33 (später BKA №24, №81, №332)
1941-Frühling 1942-28.05.1942. Ab 14.9.1943 bei der Schwarzmeerflotte. 9.11.1943 wurde durch einen Minentreffer bei Kerch versenkt.

BKA №43 (später BKA №31, №21)
1941-Frühling 1942-06.1942. 8.10.1942 wurde von der deutschen Artillerie im Stalingradgebiet bei Insel Golodnyj versenkt.

BKA №44 (später BKA №32, №23, №331, BK-331)
1941-Frühling 1942-06.1942. 1.11.1942 wurde von der deutschen Artillerie bei Stalingrad versenkt. 8.11.1942 wurde gehoben und repariert. Ab 6.5.1943 bei der Schwarzmeerflotte. Ab 13.4.1944 bei der Donau-Flotillie. 18.9.1944 beim Port Lom (?) (Donau) versenkt (Navigationshavarie). 24.9.1944 gehoben, repariert und 19.7.1945 zu NKVD übergegeben.

BKA №45 (später BKA №34, №25)
1941-Frühling 1942-06.1942. 3.11.1942 wurde von der deutschen Artillerie bei Stalingrad versenkt.

BKA №53 (später BKA №81, №34, №26, №101, №82, №334)
1941-Frühling 1942-06.1942. Ab 6.5.1943 bei der Schwarzmeerflotte. Weitere Schicksal ist mir unbekannt :(

BKA №54 (später BKA №82, №101, №26, №333, BK-333)
1941-Frühling 1942-1.07.1942. Ab 6.5.1943 bei der Schwarzmeerflotte. Ab 13.4.1944 bei der Donau-Flotillie. 19.7.1945 zu NKVD übergegeben.

BKA №55 (später BKA №83, №102, №324, №323, BK-323)
1941-Sommer 1942-10.10.1942. Ab 21.3.1943 bei der Azov-Flotillie der Schwarzmeerflotte. Ab 13.4.1944 bei der Donau-Flotillie. 19.7.1945 zu NKVD übergegeben.

Die technischen Angaben:

30.0 / 33.8 t, 24.6x3.85x0.7 m, 2x500 PS Diesel-Motoren "W-2", 2.3 t Öl, 19 Kn, 125 sm (10 Kn); Panzerung: Seite 7, Deck und Kommandoturm 4 mm, Geschützturm 45 mm;
1-76.2mm "F-34" im Turm von "T-34", 1..3-12.7mm MG "DSchK"; 13 Mann.

Nach dem "reinen" Projekt 1125 wurden nur die ersten 18 (mit dem ersten nicht gepanzerten Versuchskutter also 19) Kutter gebaut. Weitere Kutter wurden nach dem Pr. 1125u gebaut. Deshalb in vielen Quellen sind die beiden diesen Projekten als Projekt 1125 bezeichnet.
Schöne Grüße,
Dmitrij

Teddy Suhren

Hallo

Edit:
Ich hab mal die Überschrift editiert.
Die passte nicht mehr so ganz zum wertvollen Inhalt. :)

Gruß
Jörg
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Warjag

@ Teddy Suhren

Danke! Wir versuchen sich nicht zu blamieren  :lol:
Schöne Grüße,
Dmitrij

Warjag

Für Harold :)

Die Längs- und Querschnitte vom Projekt 1124.

Quelle: Die Geschichte der vaterländischen Schiffbau. Bd.4. SPb, Sudostrojenie, 1996.
Schöne Grüße,
Dmitrij

Warjag

Hallo,

Und nun zu den Meerpanzerkuttern

Die Meerpanzerkutter

Die am größte Schiffe, die während des Krieges entworfen und aufgebaut wurden, waren die Meerpanzerkutter. Der Beschluss über ihren Bau wurde den 2. Februar 1942 auf Initiative von Konteradmirales I.I.Gren gefaßt. Dieser Beschluss sah den Bau zehn "kleinen Meermonitoren" vor, die auch den "Schärenmonitoren " und den "Meerpanzerkuttern" (MBK) (im Unterschied zu den Flußpanzerkuttern der Projekte 1124 und 1125) später hießen.

Ursprünglich wollte man für den Bau das Vorkriegsprojekt 138 benutzen, aber, ausgehend von den Möglichkeiten der Industrie von blockaden Leningrad, war das Projekt tatsächlich beim KB-194 in einem neuen Projekt 161 (der Hauptkonstrukteur D.N.Zagajkevich) verarbeitet worden. Dieses Projekt sah die vereinfachten Schiffslinien, die Anwendung von zwei Motoren "Packard" und die Ausrüstung aus zwei Panzertürmen mit den 76-mm Kanonen (vom Panzer T-34) vor. Eine Würde des Projektes war die verhältnismäßig mächtige Panzerung der lebenswichtigen Teile - des Rumpfes, des Kommandoturms, der Türme und der gewisse Kampfposten. Die gemeine Masse der Panzerung erreichte 37,3 % von der Standardverdrängung (das Projekt 1124 - 11,2 %, das Projekt 138 - 18,8 %).

Typschiff wurde beim Werk No.194 im Oktober 1942 auf Kiel gelegt, aber das endgültige technische Projekt wurde von Admiral Galler erst den 15. September 1943 bestätigt, also vor sieben Tagen bis zu der Unterzeichnung der Emfangsakte des Typkutters . Zu dieser Zeit befand sich im Bau die ganze Serie, die sich bald bis zu 20 Einheiten vergrößert ist. Der letzte MBK des Projekts 161 ist den 30. Oktober 1944 in Dienst genommen worden. Somit hat das Werk den ersten Kutter in 11 Monate gebaut, der Bau von allen 20 Kuttern wurde in etwas mehr als 2 Jahren beendet, die einigen von den Serienkuttern  wurden in 3 bis 6 Monaten gebaut.

Die Probefahrt des Typkutters hat den Fehlbetrag der Geschwindigkeit (13 Kn anstatt 15 Kn nach dem Entwurf) gezeigt und die Kampfnutzung - die beschränkten Möglichkeiten der Panzerkanonen beim Meerzielenschießen.
Berücksichtigend es, hat der Hauptmeerstab noch im Oktober 1943 die Entwurfsaufgabe für einen neuen MBK mit den 76..85-mm Geschützen in  Mehrzwecktürmen und mit der Panzerung, die von den Treffen der 20..37-mm  Geschosse schützt, ausgestellt.

Die Erarbeitung des neuen Projekts 186 wurde TsKB-32 (der Hauptkonstrukteur J.J.Benua) betraut. Gleichzeitig bearbeitete KB-194 nach dem selben Auftrag und unter der selben Nummer (das Projekt 186) ein Projekt der "kleinen Kanonenboote" und ein vervollkommnete Projekt 161u ("der Schärenmonitor") (der Hauptkonstrukteur J.G.Derevjanko) aus.

Nach der Betrachtung aller Projekte wurde die Präferenz dem Projekt 161u gegeben, der eine neue Nummer 186 bekommen hat. Zu den Kuttern, die nach diesem Projekt gebaut wurden, ist auch die halboffizielle Bezeichnung "die kleine Kanonenboote" (MKL) übergegangen.

Im Unterschied zu den Schiffen des Projekts 161 hatten sie eine stärkere Artillerieausrüstung. Für die ersten MKLs ist es fehlgeschlagen, die Mehrzwecktürme MK-85 zu liefern, und sie wurden mit den Panzertürmen mit den 85-mm Kanonen "S-53" ausgerüstet. Ihre Lebensfähigkeit wurde dank des Ersatzes Benzinmotoren "Packard" auf die Dieselmotoren der Firma "General Motors" wesentlich erhöht.

Der Typpanzerkutter des Projektes 186 BK-521 " Komsomoletz Armenii " wurde beim Werk No.194 31. August 1944 auf Kiel gelegt und im September 1945 der Flotte abgegeben. Der Bau ganzer Serie (58 Kutter) wurde schon nach dem Krieg beendet.

Quellen: Die Geschichte der vaterländischen Schiffbau. Bd.4. SPb, Sudostrojenie, 1996.
Burov V.N. Der vaterländische Kriegsschiffbau. SPb, Sudostrojenie, 1995.
Schöne Grüße,
Dmitrij

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