Ausbringung der Minenfelder vor Konstanza 1941

Begonnen von AquaNaut, 16 Mai 2011, 22:30:29

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Zerstörerfahrer

Bei den ebenfalls 1941 von den Bulgaren geworfenen Sperren S38 und S39 kamen Vickers-Minen zum Einsatz. Von daher ist Peters Vermutung durchaus schlüssig.
S38 350 Vickers-Minen, 25 EMA und 580 Sprengbojen
S39 250 Vickers-Minen, 420 Sprengbojen

Grüße
René

Darius

Hallo zusammen,

zwei Bemerkungen  bzgl. der Artikel in OW:
a) Es sind keine Namen & Positionen der einzelnen Sperren angegeben,
b) Bzgl. der eingesetzten Minentypen:
Zitat"... Das Minenfeld bestand sowohl aus rumänischen, unter Vickers-Lizenz bei dem Rüstungsunternehmen Resista gebauten,  mit 250kg Sprengstoff bestückten Minen, welche von der Amiral Murgescu geworfen wurden, als auch aus deutschen Minen vom Typ UC, welche von der Regele Carol I geworfen wurden..."
(OW 53, S. 45)

http://3.bp.blogspot.com/_p3Q0eKo0OeI/TUww9oVewnI/AAAAAAAAQhM/DEmZXK7xrMI/s1600/mine-layers%2B%2527Carol%2527%2Bin%2Bthe%2Bport.jpg

:MG:

Darius

AquaNaut

@ Peter: Vielen Dank für die genaue erklärung der Abkürzungen.

@ René: Ich habe Igor gefragt ob er die Quelle seiner Informationen bekanntgeben kann.
Ich würde auch gerne wissen woher die Informationen stammen.

Wenn wir was neues finden werde ich euch natürlich informieren :)
Aktuell haben wir jedoch noch wenige konkrete Hinweise, und auf dem Meer nach
Wracks zu suchen gleicht der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.
Manchmal sucht man Jahre.

Wir hatten bei der Recherche zum Minentreffer von R36 in den KTBs der Seekriegsleitung
Informationen gefunden, bei denen es um die Bestellung der Minen 1944 ging.
Leider lag unser Fokus auf R36 somit habe ich die Info nur überflogen.
Der Hersteller und die Verfügbarkeit wurden dort diskutiert. Ich werde versuchen bei meiner
Nächsten Recherche die Stelle im KTB nochmal genauer zu studieren. Leider wird das
Archiv in Freiburg gerade renoviert. Es gibt erst im September wieder freie Plätze.

Gute Nacht
Elmar

igor

Elmar, R.36 auf eigene mine 29.4.43 gesunken in 44.18 N - 28.49,4 E laut 3 R-flotilla KTB. Aber nicht ganz boot, heck war in Linz geschleppen und brechen.
Bulgarische minensperre S-39 aus 250 minen and 400 (nicht 420) sprengboen besteht. Minen waren "B-36", aber das ist bulgarische Bezeicheng fur Wickers Elia. Diese sperre besteht aus 6 stuck (5 minenstucke und eine SB). Geworfen in 4 anlaufen (4 tage).
Sperre S-38 aus 313 "B-38" (ebenfalls Wickers), 25 EMA und 598 SB besteht. 9 stuck, 5 anlaufen (5 tege).
Unterschieden zwischen B-36 und B-36 weiss ich nicht.
Qulle ist sovietische geheim buch uber minensperren in Schwarzmeer, in 1941-44 durch Achsenmachte geworfen. Diese mit rumanische "Minen Tagebuch" zusammentreffen.

Zerstörerfahrer

Hallo Igor,

das stimmen unsere Quellen wohl nicht überein.

(aus Sperrkarte Gruppe Süd)

Grüße
René

igor

Uber mysterios mine UC - ist das alte deutsche U-bootmine aus Erste Weltkrieg?
Und eine neue Ratsel fur mich - irgendein sperrmittel typ "D". SB oder mine, ich verstehe nicht. Erste wurf 30.1.43.

Laut bulgarische minensperre ich denke dass Gruppe Sud karte moglich annahernd Zahlen geben. Diese zwei sperre sehr kompliziert waren.

AquaNaut

In Bezug auf R36:

Wir hatten am 22.10.2009 nach dem Wrack von R36 gesucht. Wir haben  auch ein Wrack gefunden.
Leider war es nur ein Haufen Eisenspanten, vermutlich nicht aus dem 2. Weltkrieg!
Nach dem Tauchgang sind wir am 22.10.2010 ins "Bundesarchiv Militärarchiv" in Freiburg gegangen,
um mehr über den Minentreffer auf R36 zu erfahren.

Wir haben im Archiv den Bericht über den Minentreffer gefunden (RM70-28).
Wie Igor geschrieben hat geht daraus klar hervor, dass nur das Vorschiff gesunken ist.
Der Rest wurde durch R165 eingebracht.
Wir schätzen die Dimension auf,
Länge 12...15 m
Breite 5,79 m
Höhe 3,77 m.
Die Wrackteile sind durch die Explosion vermutlich stark beschädigt. Ich gehe daher nicht davon aus,
dass wir das Vorschiff finden können.

Mit den Daten aus dem Bericht haben wir den Fahrweg vor dem Minentreffer abgeschätzt s. Bild.

Gruß Elmar




Peter K.

Die Vickers-Minen scheinen nun ja ziemlich gesichert zu sein, nur die UC-Minen sind weiterhin unklar.
Auch ich hatte schon IGOR´s Gedanken, dass es sich dabei um eine Mine aus dem Ersten Weltkrieg handeln könnte, allerdings ist mir eine derartige Bezeichnung nicht bekannt! Vielleicht sind auch nur jene Minen gemeint, die damals mit den UC-Booten gelegt worden sind?

ZitatUnd eine neue Ratsel fur mich - irgendein sperrmittel typ "D". SB oder mine, ich verstehe nicht. Erste wurf 30.1.43.
Gemeint ist vermutlich die Sprengboje (Spr.B.) Typ D, das von der Kriegsmarine am häufigsten verwendete Räumschutzmittel ...
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

igor

Zitat von: Peter K. am 22 Mai 2011, 23:32:48
Die Vickers-Minen scheinen nun ja ziemlich gesichert zu sein, nur die UC-Minen sind weiterhin unklar.
Auch ich hatte schon IGOR´s Gedanken, dass es sich dabei um eine Mine aus dem Ersten Weltkrieg handeln könnte, allerdings ist mir eine derartige Bezeichnung nicht bekannt! Vielleicht sind auch nur jene Minen gemeint, die damals mit den UC-Booten gelegt worden sind?

ZitatUnd eine neue Ratsel fur mich - irgendein sperrmittel typ "D". SB oder mine, ich verstehe nicht. Erste wurf 30.1.43.
Gemeint ist vermutlich die Sprengboje (Spr.B.) Typ D, das von der Kriegsmarine am häufigsten verwendete Räumschutzmittel ...
In sowjetische quelle diese Minen (UC) wie "durch deutsche U-boote in WWI benutzte" beschriebt.
Uber "D" Peter höchstwahrscheinlich recht. Nie andere Sprengboje in diese sperren geworfen, nur geringe Anzahl Reissboje.

AquaNaut

Ein Freund aus Holland hat mir geschrieben, dass es sich bei den UC-Minen um Minen aus dem 1. Weltkrieg handelt.
"UC is a German mine type of the WW I time."

Ich werde Ihn noch fragen ob er die Aussage belegen kann.

Schorsch

#25
Hallo zusammen,

zu den UC-Minen heißt es bei Albin Günther ,,Die Entwicklung der Seemine von 1777 – 1945" auf den Seiten 7 und 8 sinngemäß: Die von Ubooten zu werfende UC-Mine (Ubootsmine für C-Boote) war eine verkleinerte EMA ohne Schußsicherheitseinrichtung. Sie war mit einer runden Ankerplatte  und einer Ankertautrommel ausgerüstet. Parallel zu den Stuhlbeinen waren vier, mit Scharnieren am Anker, nach außen abklappbare Schienen von 1,75 m Länge befestigt. Diese Führungsschienen mit ihren Rollen erleichterten die Bewegung der Minen in dem Minenschächten der UC-Boote. An Stelle der Salzstückeinrichtung an der Verbindungsstange waren die UC-Minen mit einer Glyzerinbremse ausgerüstet. Da in den Minenschächten der UC-Boote durch das abwechselnde Trockenfallen und Benetzen der Minen mit Meerwasser sich besonders bei warmen Wetter eine Salzkruste ausbildete, die öfters zu Minenversagern führte, wurden später geschlossene, zylindrische Ankerstühle verwendet, die als UCg bezeichnet wurden und die durch das Minengefäß wasserdicht verschlossen waren. Diese Zylinder enthielten die empfindlichen Teile des Mechanismus.

Harald Bendert gibt in seinem Werk ,,Die UC-Boote der Kaiserlichen Marine 1914 – 1918" auf Seite 15 für die, in den UC-Booten verwendeten Minen, die Bezeichnung UC 120 an. Zusätzlich sind noch folgende Daten zu finden: Ladung 120 kg TNT, maximale Wurftiefe 100 m, vier Herzhörner als Zünder und das Vorhandensein eines Auftriebsentschärfers. Zur Funktion heißt es, dass nach dem Wurf die Mine auf den Grund sank, dort nach Auflösen des Salzstückes (Widerspruch zu Günther!) sich die Verriegelung zwischen Anker und Minengefäß löste und das Minengefäß am Ankertau aufstieg, bis die am Hydrostaten eingestellte Wassertiefe erreicht war.

Abbildungen gibt's auch noch. (Guckst Du --/>/> hier oder --/>/> hier!)

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

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