Projekt 613 NATO Code WHISKEY

Begonnen von hillus, 28 September 2011, 09:24:25

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Albatros

Zitat von: Albatros am 29 September 2011, 21:48:09


Zu dem Vorfall "WHISKEY on the rocks"

Könnte es sein das auf dem beteiligten Boot mal vor dem Zwischenfall in Schweden Atomare Torpedos an Bord waren und daher immer noch Strahlung gemessen werden konnte?
Ich kann mir nämlich nicht vorstellen das diese Boote auf so einer Mission im Jahre 1981 mit diesen Torpedos unterwegs gewesen sein könnten.
Die  Torpedos sollen ja derart gestrahlt haben das es geradezu Lebensgefährlich für die Besatzung gewesen sein soll.

:MG:

Manfred

Wäre das eine Möglichkeit oder ist dies ausgeschlossen? Denn immerhin wurde die angebliche Strahlung nur von Außen gemessen, da entsprechende Geräte nicht an Bord mitgenommen werden durften.

:MG:

Manfred


hillus

Hallo Manfred,

vorweg nochmals auch die Auffassung von meinem Kumpel Kaschube_29. Wir haben eigentlich alles in unseren Sammlungen zu "WHISKEY on the rocks", wie es seitdem so geschrieben wurde. Tatsache ist, dass soviel Vermutungen, Unsinn bis hin zu Unwahrheiten geschrieben wurden, dass die Suche nach der absoluten Wahrheit schwerfällt. Hinzu kommt der historische Zeitpunkt. Es waren die Zeiten des kalten Krieges und beide Lager übertrafen sich mit Übertreibungen. Nur wenn der Fakt nicht zu verheimlichen war, mußte die Wahrheit an die internationale Öffentlichkeit.
Zum Fakt. Die Russen wären natürlich sehr ungeschickt, wenn sie noch heute diese Tatsachen über die Mitführung von Atomtorpedos bis hin zu einzelnen Booten, die sie an Bord hatten, preisgeben würden. Diese Geheimnisse werden wohl für immer in den Panzerschränken bleiben. Siehe vergleichbar die Ermordung von John F. Kennedy. Fakt ist, dass wohl alle auf Gefechtspatrouillen geschickten Boote solche Dinger an Bord hatten. Kaschube_29 schrieb ja schon, dass es in der Kuba Krise 1962 so war. Gesichert ist der Fakt bei den militärpolitischen Krisen, wo die Sowjets oder heute die Russen aktiv mitgemischt haben. Über eine überhöhte Strahlung der T-V Torpedos ist keine offizielle Meldung bekannt. Weder Apalkow noch Schirokorad erwähnen diese Möglichkeit. Möglich ist aber alles! Ich werde diesbezüglich nochmals meine russischen Partner anfragen. Da ihre Dienstgrade aber ab Kapitän zur See bis Admiral reichen, glaube ich nicht an eine konkrtete Antwort. Die setzen ihren Ruhestand nicht aufs Spiel. Es war schon im Vorwort zu meinem und Axel Engels Buch über die U-Boote der Baltischen Flotte eine sagenhafte Darstellung, die Konteradmiral I. I. Zverev über den operativen Dienst auf den U-Booten niederschrieb. Das gibt es bis heute nicht oft.
Also, viel mehr als ich hier geschrieben habe, wird wohl nicht möglich sein, incl. der Versuche 1955 bei Novaya Zemlya!

Danke für Deine Neugier. Nur schade, dass ich nicht viel mehr nachweisen kann, obwohl das Wenige manche trotzdem nicht wissen konnten!

Beste Grüße von hillus bzw. Jochen

Albatros

Hallo Jochen ( hillius )

Wieder mal sehr interessant Deine Antwort.....

Zitat von: hillus am 30 September 2011, 21:57:08

Fakt ist, dass wohl alle auf Gefechtspatrouillen geschickten Boote solche Dinger an Bord hatten.

Frage, U 137 ( "Whiskey on the Rocks" ) befand sich auf einer Gefechtspatrouille oder als was sonst könnte man diese Mission bezeichnen ?

:MG:

Manfred




hillus

Hallo Manfred,

die tatsächliche taktische Nummer von "U 137" war S-363. Das zur Einleitung.
Das heute in Schweden mit der PTNR 137 als Museumsschiff stehende U-Boot ist nicht das ehemalige havarierte Boot, sondern ein anderes von der Baltischen Flotte zur Verfügung gestelltes U-Boot, das zum Verschrotten anstand, dessen taktische Nummer aber unbekannt ist.
Nach http://russian-ships.info/ war S-194 von 1995 bis 2005 als Museumsboot in Schweden Nach neueren Informationen ist S-194 am 05.02.2007 westlich von Thyboroen, dem Südwestausgang des Skagerrak, auf dem Weg von Gdynia nach Bangkok zur weiteren Verwendung als Museumsschiff im Schlepp gesunken.
Nach den offiziellen Meldungen der Baltischen Flotte hatte S-363 den Auftrag einer Navigationsbelehrungsfahrt. In der Regel waren das aber Aufklärungsfahrten mit unterschiedlichem Inhalt und Verfahrensweisen, d. h. über Wasser oder unter Wasser. Diesen Einsatz als Navigationsbelehrungsfahrt zu bezeichnen fällt schwer zu glauben, denn Kapitän 3. Ranges (bei uns Korvettenkapitän) Guschtschin war ein erfahrener Kommandant und war zuvor nur auf WHISKEY-Booten 2.  und 1. Wachoffizier und damit durchaus vertraut mit der Ostsee. Was letztlich unter Wasser als Navigationsbelehrungsfahrt gilt, ist schwer nachzuvollziehen. Das trainiert man doch in den verschiedenen Ausbildungsstufen und -varianten!!!

Ich glaube, der Fachmann wird sich kaum dieser Darstellung anschließen!

hillus - Jochen








Albatros

Hallo Jochen,

Gut, also sagen wir Aufklärungsfahrt, da wo das Boot auf dem Felsen lag kommt man nicht hin wenn man sich verfährt...... :MZ:
Zeigt also mit welcher Überheblichkeit hier eine damalige Supermacht ans Werk gegangen ist. Ist schon an Frechheit kaum noch zu überbieten mit solch einem Boot dort im wahrsten Sinne des Wortes ,,aufzutauchen".  :O/S

:MG:

Manfred

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