Wohnschiff URIAN

Begonnen von beck.Schulte, 17 April 2026, 12:19:18

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beck.Schulte

Nach Gröner Band 5 Seite 67 wurde das Wohnschiff URIAN am 28.2.1946 ,,re" an A/B Sven ,,zurückgegeben". Wohlweislich mit einen ,,?" versehen. Alle schwedischen Quellen berichteten davon nichts, danach war nach Verkauf 1939 das Kapitel Schweden abgeschlossen. . Wie im Gröner vermerkt, wurde die schwedische PITEA kurz vor Kriegsausbruch oder gar im Sept. 1939  an die E&M Bremerhaven verkauft , dann aber von der Kriegsmarine  ,,übernommen" Übernommen? Soll heißen, dass der just in BHV angekommene Dampfer an die KM ging und das Reich die Schweden auszahlte? Denn 1939 wollte das Reich sich kaum wegen einer Minimalforderung mit den Schweden anlegen.  Das Schiff wurde dann als Wohnschiff ausgerüstet und lag wohl bis 1945 in CUX. Da Reichseigentum britische Prise ?  Warum sollte er denn 1946 an Schweden zurück gehen? Der Dampfer war Schrottreif , nicht fahrfähig und bezahlt. Fakt ist, dass er 1949 in BHV abgewrackt wurde.  Meine Fragen: Wo lag das Schiff bei Kriegsende und wer hat was  für die Zeit 45 – 49 ?  Gruß von hier BERND

TW

#1
Warte mal, Bernd.
URIAN hieß das Schiff laut DDK Band 5, S.67 nur in der Funktion als Wohnschiff im 1. Weltkrieg. 1920 re.
Im 2. Weltkrieg ging das Schiff unter seinem schwedischen Namen PITEA an die Abwrackbetriebe in Wesermünde, usw.
Das Fragezeichen in DDK bezieht sich auf den Verbleib nach Rückgabe an Schweden. Rückgabe bedeutet nicht Rückführung, sondern nur, dass als Besitzer nun wieder die Reederei A/B Svea, Stockholm, galt.
Ich sehe das so, dass Svea die Pitea schon zum Abwracken freigegeben hatte und die deutsche Marine sie als Angarie noch einzog und weiter nutzte.
Seltsam, erst am 28.2.1946 wurde die PITEA wieder dem Eigner zurückerstattet.
Und dann dauerte es nochmal 3 Jahre bis zum Abbruch (trotz Riesenbedarf an Schrott !). Möglicherweise wollte die A/B Svea den Deutschen das wertvolle Metall nicht überlassen; konnte die Pitea aber aufgrund ihres Zustandes nicht nach Schweden zurückschleppen lassen.

Im Übrigen kann ich mich Deinen Fragen nur anschließen:
Fakt ist, dass [die PITEA] 1949 in BHV abgewrackt wurde.  Meine Fragen: Wo lag das Schiff bei Kriegsende und wer hat was  für die Zeit 45 – 49 ?
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

beck.Schulte

Gruß an den Landsmann: Deine Ausführungen sind plausibel aber....
Das Schiff lag 9.1939 in BHV.  Wie bei Abbruch üblich schon bezahlt evtl. da wohl in Devisen noch in Arbeit. Somit also noch schwedisches Eigentum. Da Schweden neutral und dem Reich ,,wohlgesonnen" , es auch keine Bannware führte, wie soll das da beschlagnahmt worden sein? Auf welche Rechtsgrundlage. Wären die Besitzverhältnisse unklar ( was nicht der Fall war) hätte das Reich es wohl kaum in Besitz genommen. Alles recht merkwürdig. Wer in alles Welt hat sich den in der Zeit  Sommer 45 bis ende 45 um die  Besitzansprüche eines  Abbruchdampfers gekümmert?
Vielleicht kommen wir der Sache ja näher. Ich hab so eine Vermutung, muss selbige aber noch abklären. 

TW

Die Angarie bzw. das Angarienrecht bezeichnet das Recht zur Verwendung fremder Handelsschiffe gegen Entschädigung im Falle eines durch Kriegshandlungen bedingten Notstandes. Das Angarienrecht gründet sich auf Völkergewohnheitsrecht und kann sowohl von kriegsführenden Parteien als auch Neutralen ausgeübt werden.
Schönen Gruß aus Stuttgart
Thomas

beck.Schulte

..das macht Sinn!  Somit werden die Schweden ihr Eigentum zurück erhalten haben. Den Dampfer dann aufgelegt (was Geld kostet) oder verkauft. Ich guck ma weiter.  Bleibt die Frage, warum in allen schwedischen Dokumenten (soweit ich sie gesehen habe)  davon nix steht ?

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