Wo ist die "München"?

Begonnen von Gebirgsmarine, 11 Dezember 2013, 12:27:57

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Gebirgsmarine

Hallo Forumsfreunde!

Heute ist wieder ein interessanter Artikel in der Bremerhavener NORDSEE-ZEITUNG
erschienen. Eine Art Nachruf auf ein Schiff und seine unglückliche Besatzung, den ich euch nicht vorenthalten möchte.

VERSCHWUNDEN  IM  ATLANTIK

Vor 35 Jahren sinkt Frachter "München" im Sturm - Erfolglose Suchaktion mit Schiffen und Flugzeugen.

Von Wolfgang Ehrecke

BREMERHAVEN. Es sieht aus wie der ganz normale Start einer Routine-Tour: Am 7. Dezember 1978 läuft die "München" aus Bremerhaven aus.
Ziel: Der US-Hafen Savannah. Doch diese 62. Atlantiküberquerung des 261,4 Meter langen Frachters endet fünf Tage später in einer Tragödie: Nach einem SOS-Ruf am 12. Dezember 1978 verliert sich die Spur der "München" im stürmischen Meer.
Wurden Schiff und Mannschaft Opfer einer "Monsterwelle"?

WO IST DIE "MÜNCHEN"?

Kaum ein Schiffsunglück in der Nachkriegszeit beschäftigt die Deutschen so sehr wie der Untergang des Frachters der Combi-Line, eines Gemeinschaftsunternehmens von Hapag-Lloyd und der niederländischen Holland-Amerika-Lijn.
Zehn Tage dauert die Suche. Gut ein Dutzend Flugzeuge, darunter Marine-Maschinen aus Nordholz, und gut 100 Schiffe durchkämmen nördlich der Azoren den Atlantik.
Vergeblich.
Keiner der 28 Menschen an Bord überlebt. Nur wenige Wrackteile werden gefunden.
Die "München" ist an der Weser bestens bekannt: Sie kommt regelmäßig nach Bremerhaven, Bremen ist ihr Heimathafen. Der Großteil der Mannschaft stammt aus der Seestadt und dem Elbe-Weser-Raum.
Schwere Maschinen- und Stahlprodukte hat die "München" auf ihrer letzten Fahrt an Bord. Sie ist ein ganz spezielles Schiff: Die Fracht ist in großen schwimmfähigen Leichtern untergebracht, die vom bordeigenen Portalkran übers Heck an Bord gehievt werden. Dieses Transportssystem, LASH (Lighter Aboard Ship - Leichter auf hochseetüchtigem Schiff) genannt, gilt in den siebziger Jahren als erfolgversprechend. Es funktioniert auch abseits gut ausgestatteter Seehäfen.
Den Siegeszug des Containers kann LASH freilich nicht aufhalten.
Erst 1972 ist die 26000 PS starke "München" in Antwerpen vom Stapel gelaufen. Ein moderner, großer Frachter. So sieht die Crew im Dezember 1978 wenig Anlass zur Sorge, als sich das Schiff dem Atlantik nähert. Dort tobt ein Orkan, die Wellen türmen sich mitunter 16 Meter hoch.
Eine routinierte Crew kommt selbst damit zurecht.
Am frühen Morgen des 12. Dezember 1978 empfängt der Funker eines griechischen Frachters ein SOS-Signal der "München".
Eine der größten internationalen Rettungsaktion läuft an. Eine wenige Stunden früher aufgefangene Positionsmeldung der "München", in der von Schäden an Bord und von ganz anderen Koordinaten die Rede ist, wird zunächst nicht berücksichtigt.
GPS-Navigation und GPS-Rettungsbojen gibt es damals in der zivilen Schifffahrt noch nicht.
Womöglich suchen die Retter deshalb im falschen Gebiet. Die unermüdliche Arbeit bleibt ohne Erfolg.
Am 3. Januar 1979 findet im Dom zu Bremen eine Gedenkfeier statt. 2000 Menschen nehmen daran teil.
Anderthalb Jahre später verkündet in Bremerhaven das Seeamt den Abschlussbericht über den Totalverlust der "München".
Die Behörde geht davon aus, dass extrem schlechtes Wetter, sowie eine Verkettung unglücklicher Umstände zum Untergang des Leichterträgerschiffs führten. Eine genaue Ursache ist nicht zu ermitteln. "Der große Kran könnte sich durch Brecher losgerissen und so zum Untergang beigetragen haben", nennt Klaus-Peter Kiedel, im Deutschen Schiffahrtsmuseum für das Archiv verantwortlich, eine der Erklärungen, die seitdem im Umlauf sind.
Andere Experten gehen davon aus, dass eine bis zu 30 Meter hohe "Monsterwelle" die "München" traf, das weit vorn sitzende Deckshaus zerstörte und Energienetz sowie Antrieb außer Gefecht setzte.
Manöverierunfähig hat selbst ein Großfrachter heftigem Seeschlag auf Dauer wenig entgegenzusetzten.

Viele Grüße

Gerhard

oefi

Hallo,

da kann ich mich noch gut dran erinnern. RIP

Gruss

Andreas

smutje505

Hallo Gerhard ...war die Pamir nicht auch in diesen Seegebiet in einen Orkan gekommen!
In den Orkantagen im Dezember 1978 sind da nicht auch weitere Schiffe anderer Nationen verschwunden?
RIP

Urs Heßling

moin,

Zitat von: smutje505 am 11 Dezember 2013, 15:26:37
...war die Pamir nicht auch in diesen Seegebiet in einen Orkan gekommen!
Die letzte bekannte Position der "München" war 46°15'N / 27°30'W , nördl. der Azoren
Die letzte bekannte Position der "Pamir" war 35°37'N / 40°20'W, westsüdwestl. der Azoren
Distanz: ca. 860 sm
RIP :MG: denen, die mit beiden untergingen.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Peter K.

Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

jockel

Interessante Daten und Fakten zum Untergang der MS "München"


:MG:



Gruß
Klaus

smutje505

Hallo Klaus wirklich ein interessanter link...Danke.. top

Rheinmetall

Hallo Freunde !

Vom Schicksal der "München" habe ich erst vor zwei Jahren erfahren.
Dieses Bild hier habe ich damals beim Ehrenmal in Laboe gemacht.



"Keine Blume ziert die Stelle, und kein Hügel deckt den Ort, nur des Meeres ew`ge Wellen ziehen brausend drüber fort."

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

AND1

Die München ist in der Biskaya gesunken durch Monsterwelle von achtern ist an Hand eines gefundenen Rettungsbootes festgestellt worden. :MG:

Ingo

Wo ist denn bei dir die Biskaya? Das ist das Seegebiet "zwischen" Frankreich und Spanien.
Die München ist mitten im Atlantik untergegangen, geschätzt ca. 500-600 sm oder noch weiter von der Biskaya entfernt.

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