Russische Flußkanonenboote der Lange & Böecker - Werft in Reval

Begonnen von Glasisch, 15 Juli 2012, 09:37:13

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Glasisch

Zitat von: olpe am 18 Juli 2012, 22:35:59Hallo @TD, hier nun der Lebensweg der Boote, die es a) in die Quelle des Berezhnoy und b) bis 1939 geschafft haben. Aus: "Korabli i Suda VMF SSSR 1928-1945" ("Kriegs- und Hilfsschiffe der sowjetischen Seekriegsflotte 1928-1945" S.S. Berezhnoy, Moskau 1988, S. 120ff: Typ ,,K" – 4 Einheiten (Anm. OLPE: Reihenfolge der Namen und Bezeichnungen wie in der Quelle... diese ist etwas gewöhungsbedürftig, ich habe diese aber so gelassen ...). Hier das erste Boot:

Hallo Olpe und die Anderen, die sich für dieses Thema interessieren,

ich habe es unwissend, genau so wie Du, gemacht, jedoch in Polnisch, als Fußnote, denn ich erhielt zur Korrektur einen Beitrag von Ukrainer Roman Lapschin über den Monitor Udarnyj, dee er für "Okręty Wojenne schrieb. Ganz am Anfang stieß ich auf seine Behauptung, das die Dniepr Flotttille in den Jahren 1928/29 mit 4 Flußkanonenbooten der "Bekker" - Klasse verstärkt wurde. Da ich mich etwas für die Rote Marine interessiere, stellte ich fest, daß es so eine Klasse eigentlich nicht gab, aber die Boote bestimmt etwas mit der Revaler Werft Lange und Boecker zu tun haben werden, Es begann also die große Suche in allen moeglichen Quelle, russischen, Bei Breyer - Soviet Naval Development, Band 1. Als ich mich ganz verfahren habe, dann mußte ich auf die Experten im FMA zurückgreifen, die mir auch geholfen haben, also besten Dank! Ihren Einsatzspiegel begrenzte ich aber nur auf den Dnepr und die Mandschurei, Siehe unten:

Fußnote Nr. 3 - Sprawa podanego przez autora typu wydaje się być nieco dziwna, bo oficjalnie takiego, dot. rzecznej kanonierki nie było, a zastosowane przez autora pojęcie Bekker (ros. Беккер) wskazuje na stocznię Langego & Böckera w Rewlu (Tallin) na zlecenie GWIU (Gławnoje wojenno – inżyniernoje uprawlienije), która w latach 1916-1917 dla carskiej floty śródlądowej zbudowała serię 9 kanonierek rzecznych o numeracji №1-№ 9; 24 t, 20,4x3,18x0, 61 m, silnik benzynowy o mocy 2150 KM = 12,5 węzłów. Uzbrojenie: 2 - 76 mm, 2 karabiny maszynowe, 8 min, 14 ludzi. Były to: do 03.02.1919 r. Kanonierska Łodka № 1 (do 04.04.1919 r. Internazionał, do kwietnia 1920 r. Storożewoje Sudno № 1, do 15.08.1929 r. Kanonierskaja Łodka № 1, do 21.08.1934 r. K-1 [w tym okresie w składzie Dnieprowskiej Flotylli Wojennej], do 15.04.1937 BK-105) od 10.02.1944 r. BK-71 w składzie Amurskiej Flotylli Rzczecznej. M.in. udział w Operacji Mandżurskiej (09.-20.08.1945 r.). Kanonierska Łodka № 8 (do listopada 1919 r. Posyłnoje Sudno № 309, do 20.08. 1920 r. Istriebitiel № 309, do 15.08.1929 r. Kanonierskaja Łodka № 309, do 21.08.1934 r. K-3 [w tym okresie w składzie Dnieprowskiej Flotylli Wojennej], do 15.04.1937 BK-107) od 10.02.1944 r. BK-73 w składzie Amurskiej Flotylli Rzczecznej. M.in. udział w Operacji Mandżurskiej (09.-20.08.1945 r.). Kanonierska Łodka № 6 (do listopada 1919 r. Istriebitiel № 311, do 15.08.1929 r. Kanonierskaja Łodka № 311, do 21.08.1934 r. K-4 [w tym okresie w składzie Dnieprowskiej Flotylli Wojennej], do 15.04.1937 BK-108) od 10.02.1944 r. BK-74 w składzie Amurskiej Flotylli Rzecznej. M.in. udział w Operacji Mandżurskiej (09.-20.08.1945 r.). Kanonierska Łodka № ? (do 21.08.1934 r. K-5 [w tym okresie w składzie Dnieprowskiej Flotylli Wojennej], do 15.04.1937 BK-109) od 10.02.1944 r. BK-75 w składzie Amurskiej Flotylli Rzczecznej. M.in. udział w Operacji Mandżurskiej (09.-20.08.1945 r.). za Biereżnojem Korbali i wspomagatielnuje suda ... patrz bibliografia

Gruß
Micha
PS - zusätzlich, der Wahrheit willens, konfrontierte ich die sowjetisch - russische Version der Kämpfe auf dem Dnepr mit Jürg Meisters Darstellung aus "Der Seekrieg in den osteuropäischen Gewässern" ergänzt, berichtigt mit Fußnoten des besten vielleicht Marineexperten der russischen Neuzeit, seit 1991, Mirosław Morosow.
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

Glasisch

Zitat von: TD am 18 Juli 2012, 23:06:58
Hallo Olpe, ja das nenne ich mal ein bewegtes Schiffsleben !! So ein altes Boot bei Kriegsende 1945 noch in Asien bei den Kämpfen in den letzten Tagen des Krieges gegen die Mandschurei !

Gibt es eigentlich von diesen Kämpfen in der Mandschurei auch etwas in deutscher Sprache ?

nicht das ich wüßte, das ist in Deutschalnd und auch in Polen noch ein ungeschriebenes Blatt.
Ich bin mal bei den warsailors darüber gestossen. Theo, für die Sowjets war der Dolchstoß kein Ruhmesblatt. Sie haben den Japaner 1941 beschwichtigt und bis 1945 eine gute Miene zum boesen Spiel gemacht. Ja, ich weiß, das war Stalins Politik  und irgendetwas hat er sich dabei schon gedacht, um die letzten noch verbliebenden Imperialisten (Japan) ging es hier am wenigsten


ZitatHat es jeweils zu
"Kriegs- und Hilfsschiffe der sowjetischen Seekriegsflotte 1928-1945" S.S. Berezhnoy, Moskau 1988
eine Übersetzung gegeben?
weder in Deutschland noch in Polen oder England/USA
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

bodrog

Hallo Glasisch,

die Boot werden auch im Conway 1906-21 erwähnt bei Russian Navy (river guard boat 1916). Hier die Angabe, dass sie einen Buffalo Benzin-Motor mit 150 HP hätten - erscheint mir auch glaubwürdiger.

MfG

Ulli

Glasisch

Hallo bodrog.
diesen Conway habe ich nicht. Ich muß mal nachsehen, ob ich ihn nicht von unserem Darius als PDF bekommen habe? Danke für die Berichtigung.
Gruß
Micha  :MG:
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

olpe

Hallo,
Hier das zweite Boot nach o.g. Quelle (Berezhnoy ... die Daten des Baubeginns des Bootes sind nicht ganz stimmig mit denen der Werft Lange & Böcker in Reval ...):

No. 73 (bis 15.04.1937 - BK-107, bis 21.08.1934 - K-3, bis 15.08.1929 KL No. 309, bis 20.08.1920 - ISREBITEL' No. 309, bis 11.1919 - PS No. 309 , bis 09.02.1919 - KL No. 8), seit 10.02.1944 - BK-73.
Kiellegung 1913 im Auftrag der GVIU (Anm. OLPE: GVIU = Glavnoe voenno-inzhenernoe Upravlenie = militär[technische] Hauptverwaltung), Stapellauf 1913, in Dienst 1914. Ende 07.1918 per Eisenbahntransport von St. Petersburg nach Nizhniy Novgorod überführt und als KL (Anm. OLPE: KL = kononerskaya Lodka = Kanonenboot) in den Bestand der Volga-Flottille eingegliedert. 09.02.1919 umklassifiziert in ein PS (Anm. OLPE: PS = Posyl'noe Sudno oder Pogranichnoe Sudno = Aviso/Depeschenboot oder Grenzwachboot), und weiter umklassifiziert 11.1919 in ein Istrebitel'(Anm. OLPE: Istrebitel' = Jäger).Teilnahme am Bürgerkrieg: Kampf an der Vyatka und der Kama am 05./06.1919. 31.07.1919 an die VKVF übergeben (Anm. OLPE: VKVF = Volzhsko-Kaspiyskaya Voenneya Flotiliya = Volga-Kaspi-Flottille) und danach am 05.07.1920an die MSKM (Anm. OLPE: MSKM = Morskie Sily Kaspiyskogo Morya = Seestreitkräfte des Kaspischen Meeres). 20.08.1920 Rückklassifiziert als KL, aus dem Bestand der MSKM genommen und am 15.11.1920 in den Bestand der Syr-Darya-Bootsdivision eingegliedert. Seit 17.03.1921 Syr-Darya-Flottille, 27.10.1921 an die Grenzwachflottille des Kaspischen Meeres OGPU übergeben (Anm. OLPE: OGPU = Osoboe Gosudarstvennoe Politicheskoe Upravlenie = staatliche politische Sonderverwaltung) und aus dem Bestand der RKKF gestrichen (Anm. OLPE: RKKF = Raboche-Krest'yanskiy Krasnyy Flot = Rote Arbeiter- und Bauernflotte). 08.1922 mit der Eisenbahn nach Petrograd überführt und wiederum der MPO OGPU (Anm. OLPE: MPU OGPU = MorPogranOkhrana Osobogo Gosudarstvennogo Politicheskogo Upravleniya = Grenzwachflottille der staatlichen politischen Sonderverwaltung) übergeben. 15.08.1929 zurück in die RKKF, umklassifiziert in ein BKA (Anm. OLPE: BKA = Bronekater = gepanzertes Boot) und der DVF zugeteilt (Anm. OLPE: DVF = Dneprovskaya Voennaya Flotiliya = Dnepr-Flottille). Große Werftliegezeit 1930-31. 18.03.1934 per Eisenbahntransport aus Kiev nach Khabarovsk transportiert und am 03.04.1934 in die AKF (Anm. OLPE: AKF = Amurskaya Krasnoznamennaya Flotiliya = Rotbanner Amur-Flottille) eingegliedert. 24.10.1940 an die OFI zum Abbruch übergeben (Anm. OLPE: OFI =Otdel Fondovogo Imushchestva = Verwertungsgesellschaft), aber danach erneute Rückkehr in den Kampfbestand der Flotte. Hat am Großen Vaterländischen Krieg teilgenommen: Angriffsoperation auf die Mandschurei am 09.-20.08.1945.



Hier ein Bild von Booten im Stützpunkt. Auffallend und ein Merkmal: der Deckseinzug zum Heck ...
Grüsse
OLPE

TD

Lieber Olpe,

und wieder habe ich Dir für diese interessante Arbeit zu danken.

Hab doch irgendwie geahnt dass noch lange nicht alle Tage Abend bei den Schiffen war !!

Gruß

Theo

...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Glasisch

,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

olpe

Hallo,
nicht zu danken ... ich tue nur meinen bescheidenen Beitrag, um das FMA weiterhin als gern genutzte und gern besuchte maritim-fachliche Plattform zu stärken ...

Vor der Beschreibung des dritten Bootes hier noch einige vertiefende links zu den russischen/sowjetischen Monitoren, Flusskanonen- und gepanzerten Booten aus dem Werk:
А.В. Платонов "Советские мониторы, канонерские лодки и бронекатера" Часть I и Часть II (A.V. Platonov: "Sowjetische Monitore, Flusskanonen- und gepanzerte Boote". Teil I und II.

Die im Thread beschriebene Bootsserie ist in den Rissen auch dabei ...


Und weiterhin:

Grüsse
OLPE

TD

Ach Olpe
was tun solche Worte

Hallo,
nicht zu danken ... ich tue nur meinen bescheidenen Beitrag, um das FMA weiterhin als gern genutzte und gern besuchte maritim-fachliche Plattform zu stärken ...


gut !

Gott sei Dank haben wir unter uns etlicher solch guter Seelen.

Schönes Wochenende

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Bars

Zitat von: Bekoe am 15 Juli 2012, 12:33:48


24 т, 20,4x3,18x0,61 м. Бенз. — 2, 150 л.с.=12,5 уз. 2 — 76 мм, 2 пул.



Was die Motoren angeht- die Boote haben 2 Benzinmotoren je 150 PS gehabt. So steht es, zumindestens, im Text.

Glasisch

#25
Hallo Jungs,
gute Männer, gute Männer muß man haben!
Gruß
Micha  :MG:
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

olpe

Hallo,
@TD ... @Glasisch ...  :MG:


Zitat von: Bars am 20 Juli 2012, 23:33:44
Zitat von: Bekoe am 15 Juli 2012, 12:33:48
24 т, 20,4x3,18x0,61 м. Бенз. — 2, 150 л.с.=12,5 уз. 2 — 76 мм, 2 пул.
Was die Motoren angeht- die Boote haben 2 Benzinmotoren je 150 PS gehabt. So steht es, zumindestens, im Text.

Bezogen auf die Motorisierung verhält es sich noch etwas anders:
Es waren 2 Benzinmotoren vom Typ "Buffalo" eingebaut, die je auf eine Welle arbeiteten. Jeder Motor besaß 75 PS. Des weiteren existierte ein Hilfantrieb "Skripe" mit 5-7 PS.

Два двигателя «Буффало» по 75 л. с, работали на бензине или керосине. Кроме того, имелся один вспомогательный двигатель «Скрипе» на 5—7 л. с.

Grüsse
OLPE

Glasisch

Hallo,
um die ganze Sache dieser Flußkanonenboote zu vervollkommnen, nachstehend der endgültige Verbleib, den man sogar auf der hervorragenden Seute sov-navy nicht finden kann. Quelle, S. Breyer, Soviet Warship Development, Volume1: 1917-1937, Conway Maritime Press, London 1992. (siehe Umschlagseite):
№ 1 --> International -  01.11.1940 von der Liste gestrichen und verschrottet.
№ 2 --> Kommunist - 02.04.1951 - von der Liste gestrichen und verschrottet.
№ 3 -->  Istrebitel № 310 - im August 1922 nach Petropawlowsk Kamtschatskij versetzt, weiterer Verbleib?
№ 4 --> PS №  307  + 22.04.1921 nach einem Unfall auf der Amu - daria
№ 5 --> Proletarij + 03.08.1919 nach einem Unfall
№ 6 --> Istrebitel  № 311 - 02.04.1951 zum Verschrotten freigegeben
№ 7 --> PS № 308 ab 1921 Kaspische Flottille, dann ab August 1922 in Leningard, weiterer Verlag unbekannt
№ 8 --> PS № 309 - 02.04.1951 zum Verschrotten freigegeben
№ 9 --> Spartak - 1922 verschrottet
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

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