Planmäßige U-Bootrettungsübung in der russischen Nordflotte mit "AS-34"

Begonnen von Kaschube_29, 22 April 2013, 22:08:33

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Kaschube_29

Moin Moin,

in der vergangenen Woche wurde in der russischen Nordflotte eine U-Bootrettungsübung durchgeführt:

Quelle vesti.ru vom Freitag, den 19.April 2013 (06.59):

In der Nordflotte wurden U-Bootrettungsmethoden durchgearbeitet

Autor: Dmitrij Wysozkij (Дмитрий Высоцкий)

Angehörige der Nordflotte übten die Hilfeleistung an ein havariertes Unterseeboot. Entsprechend der Übungslegende legte sich das Unterseeboot auf den Grund und die Besatzung mußte in einem Tieftauch-Bathyskaph evakuiert werden. In diesen Situationen hat die Zeit die vorrangige Bedeutung.

Insgesamt 15 Minuten wurden gebraucht, um Tieftauch-Bathyskaph aus dem Wasser herauszuholen. Vor den Rettern wurde eine schwierige Aufgabe gestellt – in der Tiefe ein Unterseeboot zu finden und deren Besatzung an die Oberfläche zu bringen.
Der autonome Rettungsapparat ist befähigt, auf eine Tiefe von 1.000 m zu tauchen und dort an das havarierte Unterseeboot anzudocken. In einem Tauchgang kann es 20 Personen an die Oberfläche bringen. Die Technik ist zuverlässig und in der gesamten Nutzungszeit gab es nicht eine Havarie.

Diese Übung ist maximal an die Realität angenähert. Deshalb lief schon einige Stunden vor ihrem Beginn ein Diesel-Unterseeboot des Projekts ,,Varshavyanka" (,,Bapшавянка") in ein Marine-Übungsgebiet in der Nähe der Halbinsel Rybatschij  ein und legte sich auf den Grund. Das Havariesignal von ihm war der Start für die Übung der Rettungskräfte der Nordflotte.

Das Rettungs-Klein-U-Boot durchkämmt Quadrat für Quadrat den Bereich auf der Suche nach dem Unterseeboot. Von den Kameras, die am Bathyskaph montiert sind, kommt immer ein Bild. Die Sicht beträgt ungefähr 5 Meter und auf einem der Monitor erscheint der U-Bootturm.
,,Entfernung bis zum Objekt 3 Meter, ich setze die Untersuchung des Objektes fort."

Nachdem die Querstrahlmotoren abwechselnd eingeschaltet wurden, um keinen Zusammenstoß zuzulassen, lief der Rettungsapparat zum vorderen Bereich des Unterseebootes. Mit einem weißen Kreis hervorgehoben gibt es dort den Bereich des Lukensülls, auf dem der Bathyskaph aufsetzen sollte. Später an der Oberfläche bekannte der Kommandant, dass dies nicht beim ersten Mal klappte.
,,Alles wird nicht in Eile erledigt, alles wird vorsichtig gemacht, mit Bedacht; eine derartige Arbeit gestattet keine Eile", erzählte Konstantin Wilman (Koнстантин Вильман), der Kommandant des tieftauchenden Rettungs-Klein-U-Bootes  ,,AS-34" (,,AC-34").

Auf den Druckausgleich geht fast eine Stunde und dann kommt der langerwartete Moment. Auf das Signal vom Bathyskaph mit dem Klopfen wird vom Unterseeboot geantwortet – die Luke kann geöffnet werden. In der großen Tiefe beginnen die U-Bootfahrer mit dem Umsteigen.
In der Zwischenzeit beginnt an der Wasseroberfläche die Rettungsschiffsabteilung mit einer Umgruppierung. Entsprechend dem Übungsszenarium benötigen die U-Bootfahrer medizinische Hilfe. Und man bereitet sich vor, zum havarierten Unterseeboot Stromkabel zu ziehen. Aber die Hauptarbeit war fast abgeschlossen und man mußte nur noch auf das Auftauchen des Bathyskaphs warten.

,,Ich bewerte sowohl die Handlungen des Personals des Unterseebootes, wie auch der Rettungskräfte recht hoch, obwohl es Momente gab, auf die man noch mal achten muß", merkte der Chef des Stabes der Nordflotte Nikolaj Jewmenow (Hиколай Евмонов) an.
Im Übungsgebiet hatte sich das Wetter deutlich verschlechtert, der Seegang verstärkte sich. Aber das Auftauchen verlief normal und einige Minuten später hat der Bathyskaph bereits seinen Platz im Laderaum des Rettungsschiffs eingenommen. Die ,,Magnitogorsk" (,,Maгнитогорск"), die die Rolle des ,,havarierten Unterseebootes" spielte, nahm ebenfalls Kurs auf die Basis.

Hier die russische Meldung (mit fast 3-minütigem Video nach cirka 20 Sekunden Werbung:
http://www.vesti.ru/doc.html?id=1077202

Zuvor wurden auf der Seite des russischen Verteidigungsministeriums auch andere Teilnehmer der Übung genannt:

Quelle mil.ru vom Dienstag, den 16.April 2013 (18.55):

Eine Rettungsschiffsabteilung der Nordflotte lief zu einer Übung auf See aus

Eine Rettungsschiffsabteilung der ,,Verwaltung für Such- und Havarie-Rettungsarbeiten" (UPASR = Upravleniye poiskovykh i avariyno-spasatel´nykh rabot [УПАСР = Управлениe поисковых и аварийно-спасательных работ]) der Nordflotte mit dem Rettungsschiff ,,Georgiy Titov" (,,Георгий Титов"), dem Schlepper ,,Pamir" (,,Памир") , dem hydrographische Schiff ,,GS-278" (,,ГС-278")  und dem Küstenminensucher ,,Polyarnyy" (,,Полярный")  lief für die Durchführung der Übung auf See aus.

Während der Übung werden die Besatzungen der Rettungsschiffe in Zusammenarbeit mit den Kräften der Such- und Rettungssicherstellung der Marinefliegerkräfte der Nordflotte die Suche und Hilfeleistung gegenüber der Besatzung eines entsprechend der Übung havarierten Unterseebootes, das auf dem Grund in einer Tiefe von rund 100 m liegt. Das eine Notlage erleidende Unterseeboot wird das dieselelektrische Unterseeboot ,,Magnitogorsk" (,,Магнитогорск") imitieren.

Für das Absuchen des Bereiches der küstennahen Zone werden an der Übung schiffsgestützte hydrologische Mittel, die unbemannten ferngesteuerten Unterwasserdrohnen ,,Venom" und ,,Tiger" beteiligt, wie auch die Piloten der normbarischen Druckanzüge ,,Hardsuite-1200".
Hauptetappe der bevorstehenden Übung wird die Durcharbeitung der Handlungen zum Bergen der Besatzung des ,,havarierten" Unterseebootes an die Oberfläche mit Hilfe des tieftauchenden Rettungs-Klein-U-Boot ,,AS-34" (,,AC-34")  und die Erweisung medizinischer Hilfe gegenüber den U-Bootfahrern mit Hilfe von Dekompressionsausrüstung der Rettungsschiffe der ,,Verwaltung für Such- und Havarie-Rettungsarbeiten" der Nordflotte.

Diese Übung ist eine der Hauptvorhaben der Gefechtsausbildung des Personals der ,,Verwaltung für Such- und Havarie-Rettungsarbeiten" der Nordflotte im Winterausbildungszeitraum und wird auf regulärer Grundlage mehrere Male im Jahr durchgeführt.
Pressedienst des Westlichen Militärbezirks

Hier die russische Originalmeldung: http://function.mil.ru/news_page/country/more.htm?id=11719295@egNews

Beteiligt an dieser Übung waren:
- Rettungsschiff ,,Georgiy Titov" (,,Георгий Титов"); NATO-Bezeichnung: "Rudnitskiy"-Klasse;
- Schlepper ,,Pamir" (,,Памир"); NATO-Bezeichnung: "Ingul"-Klasse;
- hydrographisches Schiff ,,GS-278" (,,ГС-278"); NATO-Bezeichnung: "Finik"-Klasse;
- Küstenminensucher ,,Polyarnyy" (,,Полярный"); NATO-Bezeichnung: "Sonya"-Klasse;
- Diesel-U-Boot  ,,Magnitogorsk" (,,Магнитогорск"); NATO-Bezeichnung: "Kilo"-Klasse;
- Rettungs-Klein-U-Boot "AS-34" ("AC-34"); russisches Projekt 1855.

Die "AS-34" war seinerzeit auch an der untergegangenen "Kursk" ("Kypcк") im August 2000, konnte aber damals aus technischen Gründen nicht andocken. Anschließend durchlief die "AS-34" eine durchgreifende Modernierung und konnte ab dem Jahre 2008 wieder eingesetzt werden.

Übungen dieser Art werden inzwischen regelmäßig in der russischen Seekriegsflotte durchgeführt.

Bis dann,

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

olpe

Hallo,
danke für die Mühe und die Übersetzung  top :MG: ... interessantes Video !
Grüsse
OLPE

Baunummer 509

Hallo,

auch von mir Danke.
Immerhin hat man die Lehren aus der Kursk Katastrophe gezogen. War das nicht ein typgleiches Rettungsgerät dass bei der Kursk nicht funktioniert hat?

RonnyM

...bin ich blind :? Kann kein Vidio finden. Nur links die Bilder anklicken klappt. :MS:

Andere Frage: In den Übungen liegt das U-Boot ja immer schön grade auf Grund. Was ist, wenn das Boot auf Grund schlägt und sich auf die Seite legt oder sogar auf den Turm landet :?

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Baunummer 509

Wenn Du das lesen kannst, vermutlich nicht.   :-D


Einfach den Link hier anklicken: http://www.vesti.ru/doc.html?id=1077202 und dann im Bild unten rechts auf das kleine, rote Symbol mit dem Abspiel - Pfeil klicken.

RonnyM

...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Kaschube_29

Moin Moin,

zu der Frage von


Zitat von: JotDora am 25 April 2013, 08:18:27
Hallo,

auch von mir Danke.
Immerhin hat man die Lehren aus der Kursk Katastrophe gezogen. War das nicht ein typgleiches Rettungsgerät dass bei der Kursk nicht funktioniert hat?

kann hier gesagt werden: die "AS-34" ("AC-34") war an der seinerzeitigen Rettungsaktion der russischen Seekriegsflotte im August 2000 selbst beteiligt und versuchte sechs Mal, anzudocken, was aber aus technischen Gründen nicht gelang.
Daraufhin wurde das Rettungs-Klein-U-Boot auch einige Jahre später in der Bauwerft generalüberholt.

und dann die Frage von RonnyM:
Zitat von: RonnyM am 25 April 2013, 10:26:27

Andere Frage: In den Übungen liegt das U-Boot ja immer schön grade auf Grund. Was ist, wenn das Boot auf Grund schlägt und sich auf die Seite legt oder sogar auf den Turm landet :?

Grüße Ronny

Bei Übungen ist es meist einfach. Auch bei (gewissen) Schräglagen soll das Andocken funktionieren, versichern die Konstrukteure. Auf den Beweis dazu sollte man es aber nicht unbedingt anlegen...

Bis dann,

Kaschube_29

Besser ist es allerdings,
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

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