Otto Hahn

Begonnen von Albatros, 29 Mai 2008, 22:46:37

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Ralph

Hallo,
Die Übersetzung wäre der Lacher auf jeder Karnevalsitzung. Einfach köstlich.
In den "Castoren" ware zwar die Brennstäbe der "Otto Hahn" aber meines Wissens keine aus Karlsruhe. Von Karlruhe kamen Glasperlen in welche "Radioaktive Abwässer" eingeschmolzen wurden. Da es mit den "Blühenden Landschaften" nicht geklappt hatte sollte der Osten wenigstens eine "Strahlende Zukunft" bekommen. Kein anderes Bundesland wollte den Abfall haben.
Der Bericht über die "Otto" ist Prima, weiter so.
Gruß Buschi

Ulrich Rudofsky

 :MLL: :MLL: :MLL: Cock hat ja auch dazu noch zwei Bedeutungen!   In der Bismarck-Saga gibt's ja auch Gotenhafen = Gothic Harbour und "Feind hat EM2" = "enemy has 2 radar". 
Ulrich Rudofsky

Teddy Suhren

Hai

Leider ein wenig off Topic:
@Urs: Bist du fündig geworden. Gibts im Netz eine Beschreibung der Rettungsaktion der Commandante Lyra?
@Jane: Hat Lehmann Willenbrock was dazu erzählt?
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Albertus

Hallo nochmal   :O/Y

In jeder 4-Stunden-Wache kam ein Assi in unsere Strahlenschutz-Abteilung um Wasserproben zu ziehen, die nur ein ,,Strahi" (Strahlenschutz-Ingenieur) auswerten und protokollieren durfte.
Dem Element Wasser wurde auf der ,,Otto Hahn" eine ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Das Schiff besaß zwei Wasserkreise, (Sekundär und Primärdampfkreis). Ein Ing. Assi war ausschließlich damit beschäftigt ständig beide Kreise zu überwachen und zu warten.

Wie schon erwähnt, habe ich während meiner Dienstzeit auf der ,,Hahn" einen Strahlenalarm erlebt.
Einige Ings. und Assis hatten eine Reparatur im Reaktorbereich zu erledigen.
Sie mussten dafür durch eine spezielle Kugelschleuse die zum Sicherheitsbehälter des Reaktors führte. (Diese Schleuse durfte ich nicht mehr passieren).
Aus Sicherheitsgründen durfte man nur im Verband (mindestens zu zweit) diese Schleuse passieren. Es kam selten vor, dass Kollegen den Reaktorbereich betreten mussten. War dies der Fall, konnte man eine betriebsame Anspannung im gesamten Maschinenbereich spüren. Alle anwesenden Wachgänger gingen während der Reparaturarbeiten in ,,Gib acht Stellung".

Völlig unerwartet kam es bei jener Überarbeitung zu einem ohrenbetäubenden Lärm. Strahlenalarm! Dieser war auf dem ganzen Schiff zu hören und galt für die ganze Besatzung. Neben der normalen Bootsrolle gab es auf der ,,Hahn" auch eine Strahlenrolle. Die Besatzung musste sich mit ihren jeweiligen Aufgaben an einem festen Punkt an Deck versammeln.
Für die Kollegen in der Reaktoranlage galt es nun schnellstens aus diesem Bereich zu uns in den Strahlenschutz zurückzukehren. Für den Mega-Sprint hatten sie nur eine einzige Minute Zeit! Eine Minute nach dem Strahlenalarm, war die Schleuse aus Sicherheitsgründen für den Leitstand nicht mehr zu öffnen.
In großer Hitze ließen die Männer ihr Werkzeug und Gerät fallen und rannten die Treppe hinauf...
Die Entfernung zu uns war beachtlich. In der Hektik war die Schleuse korrekt zu bedienen, niemand hatte in der brenzligen Situation praktische Erfahrungen, alle kannte ,,nur" die Theorie. Entkräftet und durchgeschwitzt erreichten die Kollegen in den letzten Sekunden unseren Strahlenschutzbereich, die Panik war ihnen ins Gesicht geschrieben. Für alle Beteiligten war es das erste mal, so etwas erleben zu müssen.
Wie sich später herausstellte hatte es sich um einen Fehlalarm gehandelt.
Vermutlich war einer der Leute zu nahe an ein Elektronikteil gekommen und hatte so den Alarm ausgelöst. Stunden später erfolgte die notwendige Reparatur ganz ohne spektakuläre Komplikationen. Jener glimpflich verlaufene Zwischenfall hatte noch lange Zeit für heftige Diskussionen innerhalb des Maschinenpersonals gesorgt. Für mich waren es Gänsehaut-Erinnerungen!

JANE

richelieu

Sehr interessant!

Von Euch haben wir also die Vorgaben in Kraftwerken "geerbt".
War im KKS (Kernkraftwerk Stade). Habe an einigen stellen ein Dejavu!

Robert

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Teddy Suhren am 10 Februar 2012, 16:09:15
Gibts im Netz eine Beschreibung der Rettungsaktion der Commandante Lyra?

meine Suche war bisher erfolglos :-( Vielleicht in einem Zeitungsarchiv  :? Sicher im Logbuch (wenn es noch "irgendwo" existiert :|)

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Ulrich Rudofsky

Commandante Lyra.....siehe USS Milwaukee III  http://www.hazegray.org/danfs/cruisers/cl5.txt 
Ulrich Rudofsky

Urs Heßling

moin,

das war wohl ein Namensvorgänger ...

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Captain Hans

@Jane

war ein paar Tage an der Küste und komme erst jetzt dazu deinen wirklich interessanten Bericht zu lesen top top top

viele Grüße

Hans
,Nur wer sich ändert,bleibt sich treu"!!!
,,Nicht was du bist,ist das was dich ehrt,wie du bist,bestimmt den Wert"!!!

Albertus

Hallo miteinander!

Als Ehemalige möchte ich anmerken, dass man die ,,Otto Hahn" nicht allzu sehr personifizieren sollte. Hier meine ich nicht den Namensgeber des Schiffes , sondern den Kapitän Lehmann-Willenbrock. Das Schiff als solches war immer und überall die Attraktion, nicht der Kapitän und sein Personal.
Verständlich, das ein einzigartiges Schiff einen bedeutsamen Kapitän braucht! Zu keiner Zeit in der ich mich mit der ,,Hahn" beschäftigte (ob nun Bord, oder bei einem späteren Treffen mit Kollegen) wurde die berufliche Vorgeschichte des Kapitäns fokussiert!
Wie auch schon zuvor geschrieben, war seine Vergangenheit nie ein Gesprächsthema für ihn. Offensichtlich war wohl gerade dieser Umstand DAS, was ihn besonders auszeichnete, sonst wäre er nicht Kapitän des Schiffes geworden.

Für mich wird die Personifizierung um den einstigen Kapitän spannend, wenn man die damaligen Wünsche Adenauers - ein deutsches Atom-U-Boot besitzen zu wollen – etwas näher unter die Lupe nimmt. Leider weiß ich nicht, ob die Akten dazu immer noch als ,,geheim" gehandelt werden. (?)
Bei den damaligen Gegebenheiten hätte nicht nur der Reaktor der ,,Otto Hahn" in ein großes U-Boot gepasst, alles andere passte auch schon perfekt ins Zeitfenster. 8-)
Sogar der Kapitän ...  :wink:

Moin, moin
Jane

Albatros


Hallo Jane,

da ich auch einer derjenigen war die nach Deiner Tätigkeit auf dem NS "Otto Hahn" nachgefragt hatten, möchte ich mich auch für Deine interessanten Berichte bedanken.
Und wie nicht anders zu erwarten mit einer kleinen Nachfrage.
Gab es auch eigentlich auch medizinisches Personal an Bord ?

Und zu einem Abschnitt Deines letzten Beitrages

Zitat von: Albertus am 11 Februar 2012, 13:56:39
Hallo miteinander!


Für mich wird die Personifizierung um den einstigen Kapitän spannend, wenn man die damaligen Wünsche Adenauers - ein deutsches Atom-U-Boot besitzen zu wollen – etwas näher unter die Lupe nimmt. Leider weiß ich nicht, ob die Akten dazu immer noch als ,,geheim" gehandelt werden. (?)
Bei den damaligen Gegebenheiten hätte nicht nur der Reaktor der ,,Otto Hahn" in ein großes U-Boot gepasst, alles andere passte auch schon perfekt ins Zeitfenster. 8-)
Sogar der Kapitän ...  :wink:

Moin, moin
Jane



würde dies hier passen....http://forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,16474.0.html

:MG:

Manfred

Albertus

#26
Ihr Lieben,

es freut mich wenn Euch mein kleiner Exkurs auf die einstige ,,Otto Hahn" gefallen hat.  :-)
Manfred, einen gemusterten Arzt gab es definitiv nicht, auch wenn es öfters mal im Netz geschrieben steht. Klar waren immer wieder mal Ärzte an Bord, sie fuhren aber allesamt als Gäste mit, hatten keinerlei Aufgaben zu erledigen. Wie schon angedeutet, war es ja nicht sonderlich schwierig Familienangehörige, oder mal den eigenen Hausarzt ,,für lau" mit auf die Reise zu nehmen. Ich meine, die damalige großzügige Gastfreundschaft wurde ziemlich arg überstrapaziert.

Meine Tätigkeit als 20 jähriges Mädel im Reaktorbereich des Schiffes war seinerzeit schon ein ungewöhnliches, argloses Wagnis seitens der Verantwortlichen. Aus heutiger Sicht sowieso!
Aufgrund des Jobs war ich tagsüber von der übrigen Besatzung isoliert.
Kontakte zu den anderen Frauen waren nur in der Freizeit möglich, dass hat mir als seinerzeit weder gefallen noch mental gut getan.
Die angedachten Konsequenzen vieler Bordkollegen, besonders meiner Geschlechtsgenossinnen, waren immer wieder gern diskutierte Dauerbrenner, hauptsächlich in Hinblick auf meinen späteren Nachwuchs. Mit Phantasie und Ausdauer prognostizierte man mir mindestens grasgrüne Mutantenbabys ...  :-D
Irgendwie gehörte ich nicht dazu, in meinem weißen, atomaren Riesenreich bekam man vom täglichen Bordleben nichts mit. So war ich für Rest der Crew eigentlich immer eine Exotin. Hinsichtlich dieser Umstände gab es bei meinem Einstieg ja leider noch keine Erfahrungswerte, da musste das Janchen folglich alleine durch...
Vielleicht werden die zur See gefahrenen User wissen- und verstehen was ich meine und wie ich mich in dieser Situationen fühlte. (?)
Ich wollte irgendwann nur noch nach Hause!  :cry:

Euch nette Abendgrüße
Jane

PS. Manfred, danke für den Link, die Diskussion war bisher an mir vorbei gegangen.

Falls noch nicht bekannt, hier ein informativer Link eines Kollegen:

http://www.henningullrich.de/html/daoh.htm

Captain Hans

@ Jane
toller und sehr interessanter Bericht top

ich glaube, ich kann dich sehr gut verstehen :wink:

liebe Grüße

Hans
,Nur wer sich ändert,bleibt sich treu"!!!
,,Nicht was du bist,ist das was dich ehrt,wie du bist,bestimmt den Wert"!!!

Baron

Hallo Jane,
ich möchte mich ganz spät auch noch einmal für Deine interessanten Berichte bedanken, durch die ich, Google machts möglich, erst auf dieses Forum gestoßen bin.
Ich habe ca 1978 auf Einladung meines guten Freundes Axel Technow, damals 1. Ing. auf dem Schiff, eine Besichtigung der Maschinenanlage durchgeführt und bin auch im Sicherheitsbehälter gewesen. Der Reaktor war abgeschaltet. Habe mir natürlich trotzdem 3 Millirem "eingefangen". Da ich nach "Harrisburg" der Kernspaltungenergie (nicht der Fusionsenergie) kritisch gegenüberstand, haben wir damals eine etwas kontroverse Diskussion über den Sinn der "Otto Hahn" geführt. Habe Tage danach sogar ein Gedicht über diesen Besuch geschrieben, allerdings erst vor kurzem , nachdem ich es wiederfand, ergänzt. Mein Freund, Dein damaliger Kollege, ist viel zu früh vor 15 Jahren verstorben. Auch sein damaliger Chief Steffenhagen ist nicht alt geworden.
Dir wünsche ich jedenfalls ein langes Leben.
Beste Grüße
Baron

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