Bedeutung der russischen Schwarzmeerflotte

Begonnen von Trimmer, 07 Juni 2014, 11:22:16

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Trimmer

Ich muß jetzt mal etwas "ketzerisch "nachfragen. Welche Bedeutung hat eigentlich die russische Schwarzmeerflotte noch. ??? Will sie - die Flotte - ins Mittelmeer und weiter muß sie immer durch den Bosporus also durch einen " Flaschenhals " welcher durch die NATO - Türkei - eigentlich erfolgreich verschlossen werden kann.
Einige Aufgaben vielleicht noch im Schwarzen Meer aber ansonsten sehe ich eigentlich keinen Sinn darin die Schwarzmeerflotte großartig zu erweitern.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

olpe

Hallo,
ich sehe die Rolle der heutigen und auch künftigen russischen Schwarzmeerflotte zweigeteilt:

  • Zum Einen als Teil des neugebildeten Militärbezirkes West  --/>/> (siehe post) und einem daraus resultierenden sehr engen Zusammenwirken aller Streitkräfteteile in diesem Großraum - zuzüglich Teile des Schwarzmeerraumes in Form der Wirtschaftszone - in direkter Unterstellung der Führung des Militärbezirkes

  • Zum Zweiten als Mittel der Durchsetzung russischer Außenpolitik im Zuge des Strebens von einer Mittelmacht zu einer Großmacht (incl. power protection) unterhalb der Schwelle einer militärischen Auseinandersetzung. Ziel ist eine Einflussnahme insbesondere auf die Mittelmeerregion (als Kernziel des zaristischen Russlands, der Sowjetunion und jetzt der russischen Föderation). Eine militärstrategische Rolle würde ich der Schwarzmeerflotte hierbei primär nicht zuordnen wollen, eher eine geopolitische ...
Unabhängig davon ist die bisherige Ausstattung mit weitgehend veraltetem Schiffsmaterial diesen Zielen nicht förderlich. Ich gehe davon aus, das der Zulauf von modernen Einheiten sowie die Modernisierung von vorhandenen Schiffen in den nächsten Jahren für die Schwarzmeerflotte einen effektiveren Einsatzrahmen geben wird.
Grüsse
OLPE

Tostan

Zitat von: Trimmer am 07 Juni 2014, 11:22:16
Will sie - die Flotte - ins Mittelmeer und weiter muß sie immer durch den Bosporus also durch einen " Flaschenhals " welcher durch die NATO - Türkei - eigentlich erfolgreich verschlossen werden kann.

Zitat von: olpe am 07 Juni 2014, 16:16:37
... unterhalb der Schwelle einer militärischen Auseinandersetzung.

Solange sich die Türkei nicht im Krieg befindet, regelt der Vertrag von Montreux die Durchfahrt durch den Bosporus. Man kann die Durchfahrt russischer Kriegsschiffe auch nicht in folge irgendwelcher Sanktionen o.ä. verbieten.
Gleichzeitig regelt dieser Vertrag auch den Aufenthalt fremder Kriegsschiffe im Schwarzen Meer. Da die anderen Anrainer-Flotten mehr oder weniger klein sind, ist das Schwarze Meer durch den Vertrag quasi ein "Russischer Teich". Würde sich wohl erst ändern, wenn die NATO-Anrainerstaaten ihre Flotten aufrüsten, aber die haben wohl alle finanziell kaum Spielraum.

Somit ist die Schwarzmeerflotte auch die logische Wahl, falls im Mittelmeer mal verstärkte russische Präsenz nötig ist.... Wenn sie denn passende Einheiten hätte....

The Voice

Moin!
Da die Russische Seekriegsflotte im Mittelmeer recht aktiv ist, ist eine Flotte und Stützpunkte im Schwarzen Meer wichtig.
Warum?
- Über die Zukunft des russischen Stützpunktes in Tartus, Syrien, ist hier an anderer Stelle ausgiebig diskutiert worden.
- Limassol auf Zypern entwickelt sich zwar zu einem festen Anlaufhafen, hier dürfte aber die Schaffung einer landgebundenen Logistik scheitern.
- Ägypten wurde mit dem Hinweis auf vergangene Kooperation zwar kontaktiert, jedoch ist ein russischer Flottenstützpunkt am Suezkanal dort nicht gewollt.

Seit 2013 passieren pro Woche ein bis zwei Kriegsschiffe den Bosporus. - Zumeist sind es Landungsschiffe.
Zu den momentanen Aufgaben der Flotte, gestützt auf das Schwarze Meer sind:

- Waffentransporte nach Syrien durch Landungsschiffe
- Rückführung von syrischen Systemen zur vertraglich garantierten Instandsetzungen, ebenfalls durch Landungsschiffe
- Versorgung des Stützpunktes in Tartus
- See-seitige Sicherung der C - Waffentransporte aus Syrien
- Lieferung von Material der Russischen Truppen, die die C - Waffen maßgeblich sichern und transportieren
- Aufklärung im Mittelmeer und im Schwarzen Meer
- Ausbildungsfahrten im Mittelmeer und im Schwarzen Meer

Gruß: Uwe
In God we trust - all others we track

Trimmer

Hallo Uwe und alle Anderen - leuchtet mir alles in Friedenszeiten ein aber spätestens wenn.... ist doch da Schluß oder sehe ich es falsch. Ja und der Hinweis auf die Verträge hätte sich ja dann auch erübrigt. Wenn ich jetzt ganz böswillig bin - das selbe Problem in der Ostsee wo es schon mal in grauer Vorzeit gelang die russische Flotte zu blockieren.

Gruß - Achim  -Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

The Voice

Hallo Achim,
Zunächst: Wahr gesprochen!
Doch lass uns Deinen Begriff "Friedenszeiten" beleuchten:
Ist Friede Abwesenheit von Krieg, haben wir keinen Frieden im Mittelmeer!
- Libyen hatte einen furchtbaren Bürgerkrieg, auch heute ist das Land nicht stabil,
- in Syrien tobt ein Bürgerkrieg mit > 160.000 Toten,
- Ägypten stand vor einem Bürgerkrieg und ist alles andere als stabil.
- Im Schwarzen Meer gab es in Georgien einen militärischen Konflikt,
- In der Ukraine wird gekämpft.
Alles aktuell oder vor wenigen Jahren
In all diesen Konflikten werden russische Interessen berührt, sei es auch nur, dass sich tausende von russischen Bürgern sich dort aufhalten.

Solltest Du jedoch einen globalen Konflikt ("WW III") gemeint haben, muss ich Dir recht geben. Dort könnte sich Russland auf den Schutz seiner Seegrenze beschränken.

Gruß: Uwe
In God we trust - all others we track

Trimmer

Hallo Uwe - ich bin mit meinen Gedanken von diesem Artikel ausgegangen wo u.a. auch eine Einschätzung des Stützpunktes auf der Krim steht.

http://www.glaronia.com/2012/12/01/geo-strategie-russland-kontert-den-us-raketenabwehrschild-auf-den-meeren/

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

The Voice

Hallo Achim,
Ja, legt man den Artikel als Grundlage, hat man natürlich ein anderes Bild, denn die lokalen Konflikte spielen dort keine Rolle, es geht um globale Ausmaße.

Aber hier gehe ich mit einem Satz im Artikel nicht konform:
ZitatDer globale Raketenabwehrschild soll nach einem atomaren Erstschlag des Pentagons einen Zweitschlag der Russen oder der Chinesisch verhindern.
Der Schild (der noch sehr löcherhaft ist) soll auch vor Schwellenländern wie Iran, Nordkorea, ja sogar Pakistan und Indien schützen.
Auch geht es nicht rein gegen Nuklearwaffen, sondern auch gegen ballistischen Flugkörpern mit konventionellen oder B / C - Gefechtsköpfen

Gruß: Uwe
In God we trust - all others we track

Trimmer

Hallo Uwe - bitte verüble es mir nicht aber diesen " Schutzschild " halte ich für " geistigen Dünnsch..."   Wie weit will man diesen " Schirm " aufspannen ohne das man trotzdem selbst noch " Regenspritzer " abbekommt ??? Ja und dann haben wir ja noch die Unstimmigkeiten .
Das fängt an das man sich schon darüber streitet wie man ihn finanzieren will
Dann gab ( ob noch ??? ) Verhandlungen von Seiten der NATO = Deutschland, Frankreich, GB und USA mit China und Russland. Wie ist der Stand  Bedrohung durch den Iran ??? Bis hin das die Türkei wohl chin. Technologie in  das NATO - System integrien möchte

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

#9
Zitat von: Trimmer am 08 Juni 2014, 15:01:30
Hallo Uwe - bitte verüble es mir nicht aber diesen " Schutzschild " halte ich für " geistigen Dünnsch..."   

http://www.abendblatt.de/politik/ausland/article1702501/Gemeinsame-Raketenabwehr-Russland-sagt-ja.html

Damit gehe der kalte Krieg "engültig zu Ende", sagte Bundeskanzlerin Merkel.

Da sah die Welt noch anders aus, aus dieser Zeit stammen auch Verträge wie der mit den Mistral`s, den würde es Heute so nicht mehr geben!

:MG:

Manfred


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