Seegefecht vor Texel

Begonnen von Mark Alt, 17 November 2021, 17:34:47

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Mark Alt

Moin,

ich probiere die Ereignisse im Seegefecht vor Texel vom 17. Oktober 1914 zu rekonstruieren, was mir aber immer problematischer erscheint nach den wenigen Quellen die ich gefunden habe. In diesem Gefecht trafen 1 britischer Leichter Kreuzer und 4 Zerstörer, alle moderne Einheiten, auf die 4 veralteten Torpedoboote von Korvettenkapitän Georg Thiele, die Minen in den Gewässern der Downs legen sollten. Die deutschen hatten keine Chance und wurden alle Torpedoboote innerhalb von einigen Stunden versenkt.

Es fällt mir schwer festzustellen, wie die nach Norden flüchtenden Torpedoboote aufgestellt waren. Dazu habe ich zwei Karten im Netz gefunden, eine ist im Wikipedia-Artikel Gefecht vor Texel, eine andere auf BritishBattles. Zusätzliche Informationen erhält nur die erstere, hier werden die Namen von links nach rechts (West nach Ost) so angegeben:

S 118, S 117, S 115, S 119

Eine kurze, handgeschriebene Erklärung zur Karte gibt es auch, leider kaum zu lesen. Diese Angaben können nicht alle stimmen, da S 119 als Führerschiff sicherlich nicht auf den rechten Flügel Stand. Es muss S 115 gewesen sein, die hier schnell bekämpft, aber erst wesentlich später versenkt wurde. Demnach S 119 soll sich mitte rechts positioniert haben.

Auf den linken Flügel steht die S 118, wie die Skizze es angibt, etwas abwerts von den anderen drei Booten, da Probleme hatte mit den Triebwerken. Dieses Problem bei ihr erwähnt Otto Groos Der Krieg zur See / Der Krieg in der Nordsee Bd. 2 (Seite 191-201) und Naval Staff Monographs Vol. XI (Seite 117-119) auch.

Laut Groos wurde S 115 schnell versenkt, dann S 117 auch. (Naval Staff Monographs erwähnt auch so, dass die beiden Flügelboote schnell bekämpft wurden.) Dann soll Thiele durch Zuruf S 118 dazu aufgefordert haben, sich aus dem Gefecht auszuziehen, und probieren, ein Funkspruch abzugeben. Laut der beiden britischen Skizzen waren nur die beiden Torpedoboote in der Mitte so nah zueinander, dass Zurufe möglich sein konnten. Auf der Karte fuhren die beiden einige Zeit in ötlicher Richtung, dann scheidet eine, die hier als S 115 angegeben wird, nach Norden aus, wird aber schnell versenkt, die andere geht noch eine Weile weiter, bis am Ende nach mehrmaligen Kreislauf untergeht.
Wie aus der Beschreibung von Groos zu entnehmen ist, sollten/müssten diese Boote in der Mitte S 118 und S 119 gewesen sein. Dann aber die Aufstellung:
S 117, S 118, S 119, S 115.

Oder war S 118 doch am linken Flügel (und doch nicht schnell bekämpft) und trotz der großen Entfernung zurufbar? Dann wäre die Aufstellung:
S 118, S 117, S 119, S 115.

Laut Groos sprangen etwa 40 Leute von S 118 ins Wasser, aber da die britischen Zerstörer sich zu den verbliebenen zwei (!) Torpedoboote wandten, wurden sie nicht gerettet. Erst am nächsten Tag rettete ein holländisches Fischerboot die letzten zwei Überlebenden. Dass sollte zum linken Flügelboot eher passen.

Weiss jemand Bescheid, wie die Aufstellung der deutschen Boote aussah?

Andreas

Urs Heßling

moin, Andreas,

die von Dir erwähnte Skizze befindet sich nicht im deutschen Wiki-Artikel, sondern nur im englischen, siehe Skizze
Betr. der Unsicherheiten der Anordnung gebe ich Dir recht.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Mark Alt

Danke für die Antwort, Urs.
Bei mir erscheint auch schon im deutschen Artikel die Skizze  :wink:

Die Anordnung des linken Flügels lässt sich sicherlich nicht feststellen nach diesen Quellen. Rechts haben die Briten sicherlich S 115 und S 119 verwächselt. Die war als letzte um 16:30 GMT versunken.

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