Fregatte "Lübeck" F 214

Begonnen von Manfred Heinken, 27 Februar 2019, 16:37:25

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t-geronimo

Wer es nicht hinbekommt, kann sich auch gerne an mich wenden, dann richte ich es ein.
Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

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ufo

Zitat von: zwiebel31 am 19 August 2021, 10:54:31
Moin,
als alter Schulschifffahrer habe ich nie begriffen,weshalb alle Schulschiffe,außer der Gorch Fock, abgeschafft wurden. Weiß da jemand mehr?
Gruß Zwiebel

Mal so als eine Facette aus Crewschriften und Offizierunterlagen der Zeit:

Die beiden erfolgreichsten Schiffeversenker der Geschichte sind nicht der Torpedo und die Granate sondern Politik und Geld.

Als Schulschiff Deutschland sich dem Ende seiner Karriere naeherte, hatten die Genossen der 68er ein gutes Stueck ihres 'Langen Marsches durch die Institutionen' hinter sich gebracht. Ueber die Lebensdauer des letzten Maschienenschulschiffes der Deutschen Marine hatte sich die Gesellschaft fundamental veraendert.

In den 60 und bis in die 70er Jahre durfte ein graues Deutsches Schiff in einem Auslandshafen erwarten, dass die dort lebenden Auslandsdeutschen den Dampfer freudig begruessen wuerden, dass Kinder zur Taufe auf Deutschem Boden gebracht wuerden, dass Manschaften eingeladen, Feste gefeiert wuerden.

Ab den 80er Jahren war es nicht abwegig zu erwarten, dass in einem Auslandshafen Deutsche Friedensbewegte gegen Deutschen Miltiarismus und den militaerisch industriellen Komplex demmonstrieren wuerden.

Rissen sich in den 60er Jahren Militaerattaches Deutscher Botschaften noch um die Kriegschiffbesuche, so war 1990 die Stelle des Militaerattaches eh gestrichen und der Botschafter liess die Marine wissen, dass es ja nicht unbedingt sein Hafen sein muesse, wo die Militaristen hinfahren wuerden.

Die Schiffe waren in Deutschen Augen von Botschaftern zu Peinlichkeiten mutiert.


Und billig waren sie natuerlich nicht. Im Ideal sollte ein Schulkreuzer (fast) jede Waffenart mit sich herumschleppen und eine umfangreiche, vielfaeltige Maschienenanlage fahren.

Und so entschied man mit dem Rotstift in der Hand fuerderhin in der Flotte auszubilden. Damit war man die zunehmend problematischen Auslandsreisen los. Inzwischen erkundeten Offizieranwaerter die Welt sowieso mit TUI und spaeter Ryanair. Die Welt mit der Marine sehen war echt drittrangig geworden.

Und man sparte viel Taler, was eine Gesellschaft die sich wieder weit, weit gen Tucholsky bewegt hatte, sehr freute.



Teil einer sehr bedauerlichen Tendenz Streitkraefte zunemend als ein geschlossenes System zu fahren und mehr und mehr Gesellschaftskontakte abzubauen. Ein Trend, der auch der Royal Navy sehr zu schaffen macht.

Just my Two Pence
Ufo

maxim

Hmm, es gibt immer noch regelmäßige Besuche von deutschen Kriegsschiffen im Ausland, ich habe selbst schon einige davon miterlebt und da gab es weder Demonstrationen noch sonstige große Ansammlungen - abgesehen von den Schlangen von Leuten, die die Gelegenheit das Schiff zu besichtigen nutzen wollten.

Also so einfach - insbesondere mit den 68ern, die in der CDU/FDP-Bundesregierung der 1980er/90er sehr, sehr stark unterrepräsentiert waren - ist die Erklärung für den fehlenden Ersatz der Deutschland nicht.

bettika61

Hallo,
ZitatAm Donnerstag, den 15. Dezember 2022 um 10 Uhr, wird die Fregatte "Lübeck" in Wilhelmshaven nach 32 Jahren außer Dienst gestellt. Mit ihr wird das Kapitel der Bremen-Klasse F 122 geschlossen.
https://marineforum.online/lucky-luebeck-beendet-die-aera-der-fregattenklasse-f-122/
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

maxim

2020 konnte ich sie noch besichtigen und dachte damals, dass sie letztes Jahr außer Dienst gestellt würde:

https://www.modellmarine.de/index.php/fotogalerien/271-aktive-schiffe/5864-fregatte-luebeck-kopenhagen

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