SMS Emden - Familienforschung

Begonnen von akiobi, 05 Februar 2025, 09:39:17

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

akiobi

Hallo liebes Forum,
mein Großvater mütterlicherseits, geb. 1890, war 1913 in Wilhelmshaven in der II. Werftdivision stationiert. Im Frühjahr 1913 wurde er zur SMS Emden nach Ostasien/Tsingtau abgeordnet, Abfahrt ab Bremerhaven mit der "Königin Luise" 15. April, Ankunft in Tsingtau 29.04.1913. In den Personallisten der "Emden" wird er als Heizer bzw. Oberheizer (Luckner, Kaperfahrten "Emden") geführt
Ich habe versucht, beim Bundesarchiv Daten zu seinem Dienstantritt in Wilhelmshaven zu bekommen. Aber leider gab es dort keine Personalunterlagen über ihn.
Weiß vielleicht jemand im Forum, wie lange jemand in der Marine mindestens ausgebildet worden sein musste, bevor er einem Schiff zugeteilt wurde? Dann wäre ein Rückschluss auf seinen spätesten Diensteintritt in die kaiserliche Marine möglich.
Ich habe im Internet nach Besoldungstabellen aus der Zeit vor dem Ausbruch des I. Weltkrieges gesucht. Bislang habe ich nur Übersichten über die Besoldung des Heeres gefunden. Kennt jemand Quellen (Bücher oder online--Quellen), die die Bezahlung der Marineangehörigen zur damaligen Zeit zeigt?
Ich bin für jeden Hnweis dankbar.
viele Grüße
akiobi

akiobi

Sorry, da hat sich ein Tippfehler eingeschlichen. Die Ankunft war am 29.05.1913.
akiobi

joern

Zitat von: akiobi am 05 Februar 2025, 09:39:17"Emden" wird er als Heizer bzw. Oberheizer (Luckner, Kaperfahrten "Emden") geführt


Hallo akiobi,
ist hier das Buch von R.K.Lochner "Die Kaperfahrten des kleinen Kreuzers Emden"gemeint?
In dieser Aufzeichnung geht hervor, dass die Ausbildung der Heizer 3 Monate dauerte bevor die Bordtätigkeit begann:
Heizerausbildung
In dem Buch von Neudeck "Das kleine Buch der Marine" kann man einiges zur Bezahlung finden, allerdings mehr zu den Zuschlägen. Das Buch gibt es auch online.
Hat dein Großvater den Krieg überlebt?
Grüße Joern


akiobi

Vielem Dank für die Hinweise, Jörn!
Das ist genau das Buch, das ich meinte (war von mir nicht sehr präzise beschreiben). Ich habe es vor rund 40 Jahren gelesen und in meinem Bestand. An das Detail konnte ich mich nicht mehr erinnern.
Ich habe mich in der letzten Zeit mehr mit der Besatzungsliste und den Ausführungen über die Opfer des Gefechtes bei Cocos-Keeling bzw. über das Schicksal der Überlebenden befasst. Über den Landungszug findet man ja viele Veröffentlichungen, über die Unverletzten, die nach Malta transportiert wurden, weniger und noch spärlicher wird es bei den Verletzten.
Mein Großvater hat das Gefecht am 09.11.1914 überlebt. Er gehörte allerdings zu den Verletzten. Er wurde mit allen anderen Überlebenden nach Ceylon gebracht, ist im Hospital behandelt und dann in ein Gefangenenlager auf Ceylon gebracht worden. Der Aufenthalt hat aber nicht sehr lange gedauert. 1915 ging es dann nach Australien. Den Rest des Krieges hat er dort als Kriegsgefangener verbracht und ist erst wieder 1919 zu Hause angekommen. Durch die vierjährige Gefangenschaft ist ihm wohl manches erspart geblieben. Die Gefangenschaft im WWI war wohl um Klassen erträglicher als in WWII (z. B. in Russland).
Viele Grüße
akiobi

joern

Hallo akiobi,
wie ist dein Großvater denn von Australien wieder nach Deutschland gekommen? Laut P.G.Huff konnten Offiziere schon 1919 die Heimreise antreten, da sie die Reise selber bezahlten. Die Rückreise der Mannschaftsdienstgrade soll erst 1920 stattgefunden haben.
Grüße Joern

akiobi

Hallo Jörn,
wie er die Rückfahrt organisiert hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe dazu weder mündliche Familienüberlieferungen noch Dokumente.
Aber dass er erst 1920 wieder in Deutschland war, kann ich definitiv ausschließen.
Er war gelernter Elektriker. Nach seiner Rückkehr hat er an verschiedenen Elektrifizierungsprojekten im Rheinland und in Westfalen teilgenommen. D. h. er hat wohl die Strom-Überlandleitungen mit verlegt, mit denen kleinere Orte und ländliche Regionen ans Stromnetz angeschlossen wurden. Ein solches Projekt diente der Stromversorgung des linken niederrheinischen  Gebietes durch den Klever Reichswald bis zur deutsch-niederländischen Grenze bei Elten. Es gibt ein Foto im Familienbesitz, auf dem er mit anderen Handwerkern abgebildet ist und sie vermutlich auf das Projektende im Ort Elten anstoßen. Auf dem Foto ist eine Tafel mitabgebildet, die den Schriftzug trägt: "Elten 1919". Im September 1920 hat er im Sauerland im Raum Menden geheiratet. Seine Ehefrau, gebürtige Mendenerin, hat er wohl bei einem anderen Elektrifizierungsprojekt kennengelernt.
Ich habe mal irgendwo im Netz gelesen, dass die Kriegsgefangenen in Australien für die Arbeiten, die sie verrichteten, auch eine Vergütung bekamen. Da er vier Jahre dort verbringen musste, hatte er vielleicht genug angespart. Außerdem waren die Australier ja auch daran interessiert, dass alle Deutschen möglichst schnell das Land verließen. Ehrlich gesagt, kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass die ehemaligen Kriegsgefangenen den Rücktransport aus der privaten Schatulle -dauerhaft- bezahlen mussten. Dass sich die Rücktransport einige Monate hinzogen, lag wohl daran, dass erst ausreichende Transportkapazitäten nach Australien gelangen mussten. 
Ich bin bisher davon ausgegangen, dass er einen der Dampfer, über die Fr. Meier, Frachter Fürth, in seinem Tagebuch berichtet, benutzt hat. (https://frachtdampferfuerth.com/2022/07/09/kursk-zwei/)
Das Buch von Huff kenne ich nur dem Namen nach. Vor ein paar Tagen habe ich dazu eine Fernleihebestellung aufgegeben.
Viele Grüße
akiobi

Impressum & Datenschutzerklärung