Fragen "S 106" und "Fl. D 110"

Begonnen von Brandenburger, 21 August 2008, 13:05:02

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TD

Hallo Reinhard,

da sind nun eben für Wesis schätze au einer anderen Welt !

Dank dafür !!

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Ottocar

#16
Zitat von: TD am 31 August 2008, 09:27:24
Guten Morgen,

lese eben durch Zufall bei Dr. Meyer:

¶ HEIDI (1936, Travemünde, Schlichting) lo t Tgf.; 75 PSe; 12,o m L., 3,5 m Br.; PMS; erb. f. Luftwaffe, Flug¬betriebsboot FL. D 1..; 5.1945 + Wiecker Bucht; 8.1945  , 1.1948 Emil Messerschmidt, Born/Darß, PMS HEIDI; 11.1971 §, Sportboot; 3-199; P-930

Kann mir alten Wesi einmal einer die Bedeutung von 3-199 und P - 930 erklären ?

Gruß Theo

Hallo Theo,
einiges ist ja hier schon zur Bedeutung der Schiffspassnummern der DDR-Schiffe gesagt, besser geschrieben worden, einfacher wäre zu sagen, das diese Nummern ähnlich zu betrachten sind wie eure "Euro-Nummern" an den "Westschiffen" diese Nummern identifizierten eure Schiffe, so wie die Passnummern unsere Schiffe. Einige der DDR-Schiffe hatten übrigens auch diese Euro-Nr. und zwar dann, wenn Sie als "West-Fahrer" in der BRD, in die Schweiz sowie nach Österreich fuhren. Die Länder-Kennnummer der DDR begann mit 82400xx (statt der Kreuze standen dann 2 Ziffern für das jeweilige Schiff) - Wenn du mehr über die "Lesbarkeit" der DDR-Registrier- sprich Pass-Nummern wissen willst, dann besuch mich auf meiner Seite unter folgendem Link - dort habe ich alles grafisch dargestellt - so das es auch ein  :-D "Westler" versteht.  :lol:
http://www.ddr-binnenschifffahrt.de/technik-registrierung.htm

Zu deinen erfragten Reg.Nr. noch folgendes: die 3-199 ist eine Registriernummer der DSU-Personenschiffahrt, dabei steht die 3 für Personenschiff als Bauart und die 199 ist eine fortlaufende Reg.Nr. diese galten zwischen 1953 und 1957, danach wurde mit GRündung der VEB Weißen Flotte ein neuer Reg.Nr. Kreis geschaffen - dabei bekam eben das Schiff "Heidi" nunmehr die neue Nr. P (für Personenschiff) und die fortlaufende Reg. 930 (dabei stehen alle 900er Nummern für private Schiffe mit Einsatz im Flottenbereich Küste.
Diese Reg.Nummern behielten diese Schiffe immer - auch wenn Sie in einen anderen Flottenbereich wechselten. zb. nach Dresden oder sonstwohin, sie wurde nur geändert, wenn das Schiff an eine staatliche Reederei verkauft oder einem anderen Betriebszweck zugeordnet wurde.

Im übrigen sind die "Nachschlagewerke" des Dr. Meyer sehr hilfreich, zumindestens zu 75% !!  8-) jedoch mit äußerster Vorsicht zu geniessen !! - Diese Bücher sollten kein Dogma darstellen und die Angaben sind immer nochmals zu hinterfragen oder abzuklopfen.

MfG Uwe

TD

#17
Hallo Uwe,

Dank für die ausführliche und für einen Westler sogar verständliche Erklärung.

In meiner Jugend fuhren im Güterdienst von Brüssel/Antwerpen nach Strassburg DDR- Schiffe seltsam getarnt in der  "Devisenschiffahrt". Mein Freund Floran van Otterdyk hatte damals in Belgien bei seinen Nachforschungen vermutlich Stasi-Kontakte. Vielleicht kann er dazu hier noch etwas schreiben.

ZitatIm übrigen sind die "Nachschlagewerke" des Dr. Meyer sehr hilfreich, zumindestens zu 75% !!  cool jedoch mit äußerster Vorsicht zu geniessen !! - Diese Bücher sollten kein Dogma darstellen und die Angaben sind immer nochmals zu hinterfragen oder abzuklopfen.
Lloyd's ist kein Dogma, Gröner ist kein Dogma und bei der Bibel gibt es auch noch Zweifel !

Es ist immer einfach bei den heutigen Möglichkeiten 10 Jahre und mehr nach Erscheinen von Büchern zu Themen welche noch nicht abgeschlossen sind große Funde zu machen !
Hier im Westen kaum da immer noch alles weggeworfen wird, aber im Osten tun sich so viele Quellen auf die bei der Faktensuche vor 20 Jahren und mehr nicht z. V. standen.

Ich kenne in Deutschland keinen Mann der soviel Material zur Kriegsmarine, Dienstflotten, Parteifahrzeugen, Reedereien und Sachen zwischen 1800 (?) und 2008 gesammelt hat wie Dr. Meyer.
Leider, leider konnte ich ihn bisher nicht dazu bringen hier bei uns einzusteigen !
Nicht weil er zu alt ist, er hat immer noch keine Zeit vor lauter Sammel- und Sortierarbeit mit der neuen Technik für Themen um welche die allermeisten Forscher bis heute ein Bogen machen  mangels Sachverstand.

Uwe, ich kann nicht beurteilen wie weit nun die moderne DDR- Binnenschiffahrt bei Dr. Meyer gut oder weniger gut wegkommt, aber ich hatte z. B. voreinigen Tagen ein Schiff aus der Mitte des 18. Jahrhunderts welches bei ihn noch als estnischer Leichter in den 30 er Jahren ermittelt wurde.
Teilweise wissen die Menschen heute gar nicht mehr wie Dr. Meyer und viele andere Freunde in den 60er und  70 er Jahren in der DDR die fleißigsten Mitarbeiter im Grönerkreis waren , in einer Zeit wo jeder 2. Brief in den Westen verschwand und wo Mitbürger die sich um die faschistische Hitlermarine kümmerten einen stillen Mitforscher hatten.
In der damaligen Zeit hat ein Herr Mahlo, zwei mal im Jahr bei mir knapp 14 Tage Urlaub gemacht und alles Erreichbare in dieser Zeit gesammelt und auch abgeliefert.
Ich werde nie vergessen wie dieser alte Mann sich fröhlich mit einer Tasche voller Bücher am Zug nach Leipzig verabschiedete und plötzlich ein Raunen und Zischen über den Bahnsteig ging und er dann leise sagte ,, Stasi fährt mit".
Trotzdem hat er alles incl. Korrekturseiten zum DDK. Bd. 4  eisern mit nach Dresden genommen.
Ich will hier keine alten Geschichten erzählen, ich möchte nur klar machen unter welchen Druck vor der Wende
Daten zusammen getragen wurden die dann natürlich auch im Grundstock des Datenwerkes einflossen. 

Gruß

Theo

...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Ottocar

#18
Hupps !!, das hat gesessen.
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht - ich habe ebenfalls sehr großen Respekt vor der Arbeit von Herrn Dr. Meyer und seine fachkundigen Sammlungen sind auch für mich der Hintergrund vieler Recherchen. Nur ... wie du schon selber schriebst, lieber Theo ... 10 Jahre danach sind eben 10 Jahre weitere Erkenntnisse von vielen Gleichgesinnten die in den Archiven so wie wir fündig geworden sind. Und sicherlich wird es auch einen Autor freuen, wenn seine Bücher nicht nur Buchmaterial sind, sondern auch Leitfaden für weitere Überarbeitungen und Ergänzungen. Damit bleibt seine Arbeit doch lebendig und ist nicht nur totes Papier.

Zum Thema "Devisienschifffahrt"...was meinst du mit "getarnten Schiffen ??

Vielleicht meinst du damit die Reedereifahrten die im Auftrage der großen deutschen Firmen wie Neckermann, Henkel, Audi usw. durchgeführt wurden -- immerhin wurden ja 3/4 der damals bei den großen Versandhäusern angebotenen Waren in der DDR hergestellt -- die nach 1990 dann ja keiner mehr haben wollte, da Sie nun zu teuer waren .. aus den schon bekannten Gründen.
Die Schiffe waren, dem Konkurenzkampf geschuldet, eben in den Fahrten billiger als die Angebote der freien Patrikuliere in Westdeutschland (System der Marktwirtschaft). Heute fahren nun polnische und tschechische Schiffe, eben weil wiederum billiger, sich den Hintern wund und die deutschen Schiffseigner gehen leer aus ! -- Gerade hier in Berlin ist dies besonders stark zu beobachten.
Wenn ich die polnische Schiffsflotte recherchieren wollte, dann hätte ich die innerhalb von kurzer Zeit schon alle komplett zusammen, da hier ja fast kein deutsches Schiff mehr anzutreffen ist.

Zurück zur Thematik Westverkehr:
da wir selbst eine Zeitlang "Westfahrer" waren, weiß ich auch aus eigenem Erleben, wo da die Probleme langen. So fuhren wir häufig Waschmittel aus Genthin nach Hamburg, wobei die Hälfte der Ladung dann in Magdeburg gelöscht wurde und dort in den DDR-Handel ging ---

(für den Intershop - natürlich gegen harte Mark - bei einem Umtauschkurs von 1 zu 6 sicherlich kein Problem - für Ostler schon, zumal in den Firmen in einem Monat 1 Woche für den DDR-Binnenmarkt und 3 Wochen für Exporte in die Bundesrepublik gearbeitet wurde - leicht zu sagen, ist es dann "im Osten gabs nischt zu koofen")

--- in der Schleuse wurden mein Vater damals von einem Zöllner gefragt was er geladen hätte ? ... daraufhin sagte mein Vater scherzhaft: "3 Laderäume mit ""HENKEL"" und 3 Laderäume ohne "HENKEL" - bezugnehmend auf die damals übliche Verpackung der Waschmittel in der BRD - was uns bereits einige Stunden später auf der Elbe einen Besuch eines WS-Bootes einbrachte. Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille - ebenso mußten wir "zwangsweise" Autoteile in der BRD laden und nach Frankreich fahren, da das deutsche Autowerk durch die Partikuliere bestreikt wurde, die für höhere Löhne kämpften - die DDR Reederei wurde damals durch die Westfirma unter "Androhung des Entzugs der Frachtkonzession" zu diesen Transporten verpflichtet und somit als "Streikbrecher" missbraucht.

So hat eben jedes Ding zwei Seiten - nur die eine darzustellen ist eben nur die halbe Wahrheit - im übrigen möchte ich abschließend zu dieser Thematik noch anführen, das auch die Kollegen der westdeutschen "Schlapphut-zunft" mehrfach "Gäste" an Bord waren, wenn wir in Hamburg lagen, und deren "Angebote zum !! goldenen Sprung !! waren unzweifelhaft ebenso nicht gerade ehrenhaft. - der einzige Unterschied war eben, das die offizell kamen und nicht bei Nacht und Nebel.

Nach diesem Abstecher in die Jahre der "deutschen Zweistaaterei" sollten wir nun  gemeinsam weiterrecherichen wo unsere Schiffsflotte so verblieben ist.

Mit lieben Grüßen, Uwe

TD

Hallo Uwe,

auch nichts für Ungut.

Wenn ich nicht der Ansicht wäre das in der heutigen Zeit Einzelkämpfer keine Chance haben wäre ich hier auch nicht so oft zu sehen.

Mit der Schiffahrt Belgien-Strassburg muß ich noch warten bis Floran erreichbar ist.

Er war damals beim Lloyds Anversius (?) und erzählte die Sache.

Gruß

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Ottocar

Hallo Theo,
heute mal von mir eine Frage zur Mithilfe - wie in den letzten Themen besprochen, hatten wir uns ja über die Sammlungen von Dr. Meyer verständigt. Ich suche schon seit langer Zeit ein paar Verbleibe von 67m Motorschiffen, die in Rosslau gebaut wurden - für die damalige BRD. Dort auch längere Zeit im Einsatz waren und dann Stück für Stück verschwanden. Da mir die Daten für den "Westbereich" nicht so geläufig sind, hier mal meine Frage: (Sorry, wenn dies nicht ganz zu eurem Themengebiet gehört - aber ich wuste sonst niemenden mehr den ich noch fragen könnte)

Gibt es Nachschlagewerke von Herrn Dr. Meyer zur Binnenschiffsflotte ? Wenn ja wie lautet der Buchtitel ?
Wenn du (ihr) über diese Bücher verfügst, suche ich den Verbleib folgender Schiffe - vielleicht kannst du oder einer der anderen Forenmitglieder mal nachschauen oder hat einen Tipp für mich:

alle Schiffe gebaut auf der DDR-Werft Rosslau um 1957:
Bau-Nr. 2804 / Bauname: Millerntor / letzte Reg. in Belgien als HEMLA / EU-Nr.: unbekannt
Bau-Nr. 2806 / Bauname: Breithorn / letzte Reg. in der Schweiz als "Alchimist Zug (Tanker) / EU.Nr.: 7000548
Bau-Nr. 2808 / Bauname: Germania / letzte Reg. unbekannt (ev. als Express ??) in der Schweiz / EU.Nr.: unbekannt
Bau-Nr. 2818 / Bauname: Marietta  / letzte Reg. als Schleppkahn "Rheinland 15" / EU.Nr.: 4019780
Bau-Nr. 2823 / Bauname: Wellingsbüttel / letzte Reg. als MELLINA (Tanker) / EU.Nr.: 4600540
Bau-Nr. 2825 / Bauname: Bienenbüttel / letzte Reg. als KAI (Tanker) / EU.NR.: 4303780
Bau-Nr. 2828 / Bauname: Hannelore K / letzte Reg. als VTG 18 bzw. Margus (Tanker) / EU.Nr.: unbekannt
Bau-Nr. 2842 / Bauname: Irma K / letzte Reg. als HEROS (Tanker) / EU.Nr.: 4002680
Bau-Nr. 2843 / Bauname: Erna K / letzte Reg. als TREMACO (Tanker) / EU.Nr.: 4002670
Bau-Nr. 2845 / Bauname: Käte K / letzte Reg. als Käte (Tanker) / EU.Nr.: 4002xxx (1981 ins Ausland verkauft)

Danke im vorab für alle Infos
MfG Uwe

Chrischnix

Moin Jungs

Da ist ja etwas hochgekommen, was an mir irgendwie vorbeigegangen ist !
Hatte für die DB gerade FL.D 110 zu fassen, da dachte ich mir:
SPATZ, da war doch was ?
Kommt mir alles sehr gelegen !!

Grüße:
Chrischnix
Schöne Grüße
Christian

Alles ist gut,
nur nicht überall,
nicht immer,
nicht für alle !

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