Giftmunition in Nord- und Ostsee

Begonnen von weers, 03 November 2009, 19:36:47

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weers

Moin  zusammen,

vielleicht hat irgendjemand Informationen darüber, welche Schiffe nach Kriegsende mit Giftmunition beladen und in den Meeren versenkt wurden. Konkret: Gibt es verlässliche Informationen über die Positionen - oder bleibt das ein Geheimnis der Royal Navy?

Insbesondere interessiert mich hierbei die Leipzig.

Gruß,
Arnold

Erling Skjold

Hallo,
Try this link: http://www.gbg.bonet.se/vrak/
It's in Swedish, but gives rather good overview :-)

MfG
Erling

weers

Hallo Erling,

herzlichen Dank für den informativen Link. Ich vergaß zu erwähnen, dass ich eine Anfrage auch im Forum der Wehrmacht gestartet hatte.

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/wbb2/thread.php?threadid=9003

Dort sind inzwischen solide Antworten eingetrudelt. Die  genaue Position der Leipzig habe ich aus den dort gesammelten Links entnehmen können. Ich hatte immer gedacht, dass der Kreuzer weiter in der Nordsee liegt....

Gruß,
Arnold

ufo

Soweit ich weiss sind verlaessliche Positionen entschieden die Ausnahme. Navigation ist je nach Ansichtssache eine Wissenschaft, die auch eine Kunst ist oder eine Kunst, welche sich wissenschaftlicher Methoden bedient. Und vermutlich wurde noch nichtmal jedesmal zum Sextant gegriffen, wenn der Stoepsel gezogen wurde. So vermute ich, dass die Siegemaechte da wenig geheim halten. Die wissen das auch nicht mehr.

Groessere Giftwracks duerften bekannt sein, weil die durch die Fischerei relativ genau zu lokalisieren sind. Wer mal ein 20.000 Euro Netz drangegeben hat, merkt sich die Stelle.

Aber die zahllosen 'Kleinversenkungen' in requirierten Hafenschuten, oder auch einfach von Booten ueber die Seite sind kaum bis gar nicht dokumentiert. Warngebiete auf Seekarten sind oft erst in den 50ern und 60ern nach Verletzungen von Fischern markiert worden.

Ein Verein versucht jetzt das Problem in der Ostsee durch genau Kartierung in den Griff zu kriegen. Ehrbares Ansinnen!
http://www.yellow-cross.de/html/der_verein.html
Liest man sich ein wenig durch deren Seiten, wird auch klar, warum das Problem so garstig ist: es gibt praktisch keine Dokumentation dazu – weniger aus Boesswilligkeit des fiesen Ivan oder des perfieden Albion als vielmehr aus mangelnder Navigation, aus dem Verlust von Archiven, aus hundert anderen ganz banalen Gruenden.

Eine etwas zynische Anmerkung zu der 'oekologischen Zeitbombe': ein guter Freund von uns, seines Zeichens Meeresbiologe meinte mal seufzend zu dem Problem mit der Gasmunition "Man muesste mal wieder Gelbkreuz versenken! Das ist das einzige, was Fischer draussen haelt! Oekologische Paradise da unten, wo der Mist liegt." Tja, auch'n Aspekt. Passt zu den Greenpeace Aktionen der letzten Jahre Naturschutzgebiete mit Steinen als Netzreisser zu verlegen. Als sie das in Deutschen Gewaessern machten (Syltriff) wurde ja prompt von Vater Staat gemault und sie mussten abbrechen. In Schweden sind sie willkommen mit ihrem Granit.

@Erling
Thanks for the link!

Ufo

kalli

Literaturhinweis dazu:

Ludwig Dinklage, Hans Jürgen Witthöft "Die Deutsche Handelsflotte 1939-1945"- die Schicksale aller Seeschiffe über 100 BRT.
In desr Auflistung des Verbleibs sind auch jene Schiffe erfasst, die mit Gasmunition versenkt wurden. Ist eine ziemlich große Anzahl. Die Positionsangaben sind allerdings spärlich. Mal als Beispiel : Balkan ex Clanwood, 2180t, 17.11.1945, im Skagerrak mit Gasmunition versenkt. Bei einigen anderen Schiffen sind die Angaben etwas detaillierter.


Olaf Berg Nielsen


Das Problem im Ostsee ist nicht die Gebiet, die auf eine Seekarte eingetragen ist und wo Fisherei verboten ist. Die sowjetische Behörden hat deutsche Kriegsgefangene erlaubt gerade von Abfahrt von deutsche Hafen (Russ. Zone) die Granate ins Wasser zu schmeissen. Deswegen passiert es jedes Jahr dass viele Gasgranaten ins Netz kommen und  der Fang destruert werden muß und das Boot gereinigt werden muß. Fischermenn aus Bornholm kennen dazu und weiss wie man es behandlen soll, aber andere kommen in Schwierigkeiten. In 1984 bekamen das Mannschaft auf der färöische Trawler "Haldarf Tendur" ein Gasgranat mit Arsen ins Netz und drei Mann wurde schwer verbrannt und Blind. In 2007 hat der Kutter "Capricorn" aus Nexø Senfsgas ins Netz bekommen und Fang verloren und der Kutter mußte gereinigt werden.

Tak Erling for det svenske link. Danke für das schwedische Link -habe Schwedisch in die Schule gelernt und kann es noch sprechen und lesen.

Gruß Olaf aus Dänemark

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