Enteignung von Schiffe in der NS Zeit

Begonnen von Albertus, 15 Juli 2011, 22:44:58

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Albertus

Hallo in die Runde!

Wie ging eigentlich die Enteignung kleinerer Schiffe in der NS Zeit vonstatten?
Wie hatte man sich kleinerer Schiffe und Boote bemächtigt?
Gab es dazu einen Erlass, den man sich nicht entziehen konnte?
Wurden die Schiffseigner finanziell abgefunden, wenn deren Boote für den Kriegseinsatz konfisziert wurden?
Immerhin entzog man ja auf diese Weise einer großen Schar von Eignern und Seeleuten die Existenzgrundlage.
Wie wurde aus Fischerbooten, Seebäderschiffen u.a. Minenleger/sucher/versorger gemacht?
Die Schiffe mussten doch sicherlich umgerüstet werden...

Das Thema interessiert mich. Wer erklärt mir das Prozedere, verweist mich auf bereits bestehende Threads, oder kennt einen Link?

Seid gegrüßt

Jane

Wilfried

Moin Jane,

ich denke, daß Standardwerk zu diesem Thema ist noch nicht geschrieben; ich greife einmal in mein Regal, in dem sich Bände befinden, die in Kapiteln darauf eingehen.
Die deutsche Handelsflotte 1939-1945 - Dinklage / Witthöft - ist hier sehr ergiebig; sie schildert die unterschiedlichen Weisungen, wie bei Kriegseintritt zu verfahren sei. Antiquarisch zu bekommen.

Interessant könnte das Verfolgen dieses Links sein? http://www.documentarchiv.de/ns/1933/deutsche-hoheitszeichen-schiffe_erl.html

Das nächste Werk steht auf meiner Wunschliste, dürfte auch einige Aspekte beinhalten.
http://www.dsm.museum/service/publikationen/aktuelle-neuerscheinungen/die-deutsche-handelsschifffahrt-im-nationalsozialismus.411.de.html

Sicherlich gab es jede Menge Erlasse, Verordnungen und Durchführungsbestimmungen; da wäre Freiburg wohl die erste Adresse. Eventuell einmal eine Themananfrage im Archiv des DSM in Bremerhaven. Man ist dort sehr kooperativ. In den Büchern über deutsche Reedereien findet man immer mal wieder kurze Abrisse. Die Publikationen zum Unternehmen "Seelöwe", der geplanten Landung in England wird wohl auch Beachtung zu schenken sein.
Inwieweit der Roman "Haie und kleine Fische" auf Tatsachen oder nur fiktiv sich an ihnen orientiert, kann ich nicht beurteilen.

Mit einem lieben Gruß
der Wilfried





... Tradition pflegen, bedeutet nicht, Asche aufzubewahren sondern Glut am Glühen zu halten ...
http://www.passat-verlag.de
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http://www.forum-marinearchiv.de - wenn Marine Dein Ding ist!

Albertus

Hallo Wilfried,

Du setzt mit dem Link und Buchtipp eine viel-versprechende Spur, klingt gut!  top
Halte schon länger Ausschau nach verlässlichen Quellen zu diesem Teil unserer regionalen Küsten-Geschichte.
Bin immer wieder verwundert, dass es so wenig Informationen zu diesem Thema gibt, waren doch abertausend Küstenbewohner davon betroffen.
Merkwürdig ist auch, dass Autoren, die solche Themen in jüngster Zeit aufgreifen, sehr jung sind, (dies bitte nicht als Vorurteil gegen junge Wissenschaftler werten). Speziell bei Publikationen aus dem DSM fällt mir diese Gegebenheit auf.

Am liebsten wären mir Zeitzeugenberichte damaliger Eigner und Fahrensleute konfiszierter Seebäderschiffen, Fischkutter, oder andere norddeutsche "Schlickrutscher".
Ich gehe davon aus, dass man die einstigen (See)Leute nicht in den Dienst der Wehrmacht stellte und sie auf ihr schwimmbares Eigentum beließ ... (?)
Werde mal die Tage bei Meister Bredow in Altenbruch reinschauen, vielleicht kann man dort auch einiges dazu erfahren.

Danke Wilfried für Deinen weiterführenden Beitrag.

Liebe Grüße und halt' Dich fuchtig  :wink:
Jane

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