U-Bootbunker in der Pawlowskij Bucht

Begonnen von hillus, 31 Mai 2014, 12:10:33

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Trimmer

Hallo Tostan - nun möchte ich doch noch ein paar Sachen "rein werfen " . Als Erstes- es war zumindest inden 70ziger Jahren schon möglich Atombunker zu bauen welche auch einem direkten Treffer überstanden. Zumindest wurde mir das von ehemaligen Kollegen des Spezialbaus Magdeburg versichert welche hier am Bau von A- Bunkern beteiligt gewesen sind.
Zweiten -  Du hast natürlich völlig Recht wenn man solche Bunker in Gebieten bauen würde wo zumindest etwas Industrie angesiedelt ist. Aber damit erhöht sich auch zwangsläufig die Zahl der Mitwisser. Beispiele haben ja immer den leichten Geschmack das sie hinken aber sieh Dir bitte mal an wo die DDR A-Bunker gebaut hat siehe Bunker Wohlenberg, Hahnekopp oder Prenden. Alle eigentlich ein Gegenden wo "der Hund begraben ist"
Willst Du nun Bunker für U-Boote bauen kommen da noch viel mehr Probleme schon alleine der Logistik dazu - also z.B. Straßen, Schiene aber auch Unterkünfte . Und schon diese Logistik verlangt viel mehr " Spielraum " bei der Marine als beim Heer.

Waren nur mal so ein paar Gedanken

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Tostan

Hallo,

Zitat von: der erste am 04 Juni 2014, 10:06:01
1960 wurde bei Widjajevo begonnen, eine unterirdische U-Boot Basis zu bauen. Geplant war, das die Boote in Unterwasserlage einfahren.
http://www.gradremstroy.ru/news/podzemnaya-baza-podvodnyx-lodok-vidyaevo.html

Der Artikel ist leider wenig fundiert. Ich würde ihn auch unter "Gerücht" einordnen. Aber anders kann es ja auch gar nicht sein, falls der Bunker existiert und noch in Betrieb ist.

Zitat von: hillus am 04 Juni 2014, 18:41:00
So wie ich mich erinnern kann, warst Du schon einmal im Bunker von Balaklawa oder???

Immer wenn ich in Balaklawa war, also bisher 3 mal. Und Balaklawa war immer auf dem Programm, wenn ich auf der Krim war - zumindest nachdem ich den Shop der der dortigen Sektkelterei "entdeckt" hatte ;)

Zitat von: Trimmer am 04 Juni 2014, 19:04:39
Hallo Tostan - nun möchte ich doch noch ein paar Sachen "rein werfen " . Als Erstes- es war zumindest inden 70ziger Jahren schon möglich Atombunker zu bauen welche auch einem direkten Treffer überstanden. Zumindest wurde mir das von ehemaligen Kollegen des Spezialbaus Magdeburg versichert welche hier am Bau von A- Bunkern beteiligt gewesen sind.

Um es mit Radio Jerewan zu sagen "Im Prinzip ja, aber...." Nicht ohne Grund wurden in A-Bunkern häufig alle geräte etc. schwingend installiert, um die Erschütterungen einer A-Bombe aufzufangen. Was passiert in dem Fall mit so einer "Gigantischen Badewanne" im Bunker? Weiterhin mussten ja U-Boot-Bunker auf Meeresspiegelniveau gebaut werden, was bei "normalen" A-Bunkern nicht unbedingt der Fall ist. Damit ist man bei der Wahl des Standortes etwas eingeschränkt. Es muss Bergig sein. Zu steile Berge bringen wieder die Gefahr von Felsabbrüchen bei einem direkten Treffer, zu flach und die Schutzwirkung ist eingeschränkt. Balaklawa(ok, gebaut schon ende der 50er - nicht in den 70ern) war z.B. nur bei einem direkten Treffer bis 100kt sicher - H-Bomben sind bis zu 500 mal so stark(~ 50MT bei der Zar-Bombe)!

Zitat von: Trimmer am 04 Juni 2014, 19:04:39
Zweiten -  Du hast natürlich völlig Recht wenn man solche Bunker in Gebieten bauen würde wo zumindest etwas Industrie angesiedelt ist. Aber damit erhöht sich auch zwangsläufig die Zahl der Mitwisser. Beispiele haben ja immer den leichten Geschmack das sie hinken aber sieh Dir bitte mal an wo die DDR A-Bunker gebaut hat siehe Bunker Wohlenberg, Hahnekopp oder Prenden. Alle eigentlich ein Gegenden wo "der Hund begraben ist"

Da hast du schon Recht, aber die Kola-Halbinsel ist nicht mit der DDR zu vergleichen. Es gibt da Industrie und große Städte. Aber die Bewegungsfreiheit der Bewohner war enorm eingeschränkt, extrem weit mehr als in der DDR. Und viele Bewohner waren eh beim Militär oder in dessen "Dunstkreis" beschäftigt.

der erste

Nicht alles sind Gerüchte. Auf den folgenden Links sind einige Aussagen und Bilder zu den nicht vollendeten Bunkerbauten in Pawlovsk, Poljarny und Ara Guba. Das sie im Endeffekt nicht vollendet wurden bzw. nur teilweise in Betrieb gingen, hing wohl zum einen mit den enormen Kosten und auch mit der Verteilung der Mittel zusammen. Die sowjetische Marine schaffte es z.B bis zum Schluss nicht, für ihre Flugdeckkreuzer Pieranlagen in der Nordflotte und in der Pazifikflotte zu bauen. Ebenfalls konnten viele landungsschiffe nicht vernünftig festmachen, sie lagen einfach auf dem Strand. Zum anderen meldeten die Amerikaner Bedenken an, da der Bau von Bunkeranlegen für strategische U-Boote gegen den Artikel 25, Absatz V des Vertrages über die Kürzung und Begrenzung strategischer Angriffswaffen verstößt und sie selber solche Anlagen nicht haben. Siehe hier:

Договор СНВ-1
Заявления, письма
Одностороннее заявление Американской стороны о подземных сооружениях прилегающих к акваториям, где совершают плавание подводные лодки, оснащенные пусковыми установками БРПЛ

Американская Сторона считает, что строительство любых дополнительных подземных сооружений, которые прилегают к акваториям, где совершают плавание подводные лодки, оснащенные пусковыми установками БРПЛ, и которые по своим габаритам и конфигурации сопоставимы с подземными сооружениями, находящимися в непосредственной близости от губы Ара, базы подводных лодок Ягельная и базы подводных лодок Павловское, вызвало бы озабоченности в отношении соблюдения обязательства, предусмотренного в пункте 25 статьи V Договора о сокращении и ограничении стратегических наступательных вооружений. Со своей стороны, Соединенные Штаты не имеют таких подземных сооружений, не планируют их строительство и не будут строить никакие такие подземные сооружения в период, пока остается в силе Договор по СHВ. Американская Сторона исходит из того, что Советская Сторона проявит аналогичную сдержанность.


Nordflotte http://forums.airbase.ru/2009/06/t67471,2--foto-podzemnykh-baz-vmf.html
Zu Pawlovsk http://4-e.livejournal.com/229433.html
Hier die Bilder http://aja-scavesova.livejournal.com/44572.html

Die unvollendeten Bunker wurden dann wohl als Lager für Raketen, Torpedos und anderes benutzt.

Trimmer

Hallo Tostan - wenn Du diese " Badewanne " hermetisch abschließt z.B. Schleusentore - passiert im inneren des Bunkers erst mal gar nichts. Die Änderungen an der Außenwelt sind dann ein ganz anderes Problem. Felsabbrüche - ok aber der Bunker wird ja nicht nur eine Felshölle sein sondern auch von innen verstärkt . Spritzbeton plus Armierung ala Tunnelbau oder auch Berkwerk. Sieh Dir mal die Bauweise des Ostwalls an. Gut, war nicht A- Sicher aber von der Bauweise her wird sich bis auf die hermetische Verschließung nicht viel geändert.
So nund damit kommen wir wieder zur " Entdeckung". Um so einen Koloß zu bauen brauchst Du jede Menge Beton und Stahl d.h. entweder Stahl/Walzwerk aufbauen oder heran transportieren.Betonwerk vielleicht nicht ganz so auffällig aber auch für Beton brauchst Du Material.
Spätestens in dieser Kette findet man garantiert eine Lücke auch wenn es eine " geschlossene Stadt " ist. Da lasse ich die SAT-Aufklärung bewußt schon aus.
Eine weitere Frage. Wenn Du so ein Projekt in einer Stadt planst - planst Du automatisch den Tod  aller Leute ein die nicht im Bunker sind - zumindest sehr bedenklich.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Tostan

Zitat von: Trimmer am 05 Juni 2014, 10:31:24
Hallo Tostan - wenn Du diese " Badewanne " hermetisch abschließt z.B. Schleusentore - passiert im inneren des Bunkers erst mal gar nichts. Die Änderungen an der Außenwelt sind dann ein ganz anderes Problem. Felsabbrüche - ok aber der Bunker wird ja nicht nur eine Felshölle sein sondern auch von innen verstärkt . Spritzbeton plus Armierung ala Tunnelbau oder auch Berkwerk. Sieh Dir mal die Bauweise des Ostwalls an. Gut, war nicht A- Sicher aber von der Bauweise her wird sich bis auf die hermetische Verschließung nicht viel geändert.

Das Problem ist der Untergrund selbst. Eine Atomexplosion verursacht im Prinzip ein Erdbeben..... je näher am Epizentrum(also an der Oberfläche unterhalb des Explosionsorts) desto heftiger. Und dann die U-Boote im engen Kanal..... Erdbeben musste man bei den Weltkriegsbunkern nicht einplanen....

Zitat von: Trimmer am 05 Juni 2014, 10:31:24
So nund damit kommen wir wieder zur " Entdeckung". Um so einen Koloß zu bauen brauchst Du jede Menge Beton und Stahl d.h. entweder Stahl/Walzwerk aufbauen oder heran transportieren.Betonwerk vielleicht nicht ganz so auffällig aber auch für Beton brauchst Du Material.
Spätestens in dieser Kette findet man garantiert eine Lücke auch wenn es eine " geschlossene Stadt " ist. Da lasse ich die SAT-Aufklärung bewußt schon aus.

Trotzdem wurden Bunker mehr oder weniger geheim gebaut. Und die Situation in Balaklawa, wo zig Touristen de facto gleich nebenan sind, ist da weit heilker als auf der Kola-Halbinsel wo sich ohne Genehmigung niemand im Umkreis von hunderten von Kilometern bewegen durfte.

Zitat von: Trimmer am 05 Juni 2014, 10:31:24
Eine weitere Frage. Wenn Du so ein Projekt in einer Stadt planst - planst Du automatisch den Tod  aller Leute ein die nicht im Bunker sind - zumindest sehr bedenklich.

Diese Städte waren aufgrund des dort eh angesiedelten Militärs Ziele mit hoher Priorität. Ein Bunker mehr oder weniger würde daran nichts ändern.

hillus

#20
Moin,

ich muss noch einmal auf die sowjetischen U-Bootbunker zurückkommen. Es geht vor allem um den von Holger (der erste) angegebenen Link  http://4-e.livejournal.com/229433.html.

Die dort gezeigte Zeichnung entstammt aus SOVIET MILITARY POWER Jahrgang 1986. Damit betreiben die Russen eine Irreführung. Diese Zeichnung ist die nachgezeichnete Skizze eines US-Satellitenfotos und wurde einfach übernommen mit falschen "Zutaten".
(Zur Anmerkung, da bis heute fast keine Satelliten-Aufklärungsfotos der USA veröffentlicht wurden bzw. werden, bediente man sich dieser Form der Wiedergabe eines Satellitenfotos in den Fachzeitschriften. Vgl. die Zeichnung der USN des Stützpunktes Cam Ranh!

Diese waren sehr wirklichkeitsnah, aber es wurden dann Extras zur Verwirrung eingebaut. Hier im Falle der TYPHOON-Boote und des Ein-und Auslaufens von DELTA IV- und OSCAR-Booten.)
Das stimmt natürlich nicht!!! Diese einem Satellitenfoto entlehnte Skizze stellt somit den Tunnelbau in der Gremicha-Bucht dar, also bei der Nord Flotte und nicht der Pazifik Flotte. Dieses Tunnelprojekt ist nicht fertiggestellt worden, jedoch war man schon recht weit gekommen. Nach der Baueinstellung soll ein Tunnelteil zur Lagerung von Raketenteilen für Schiff-Schiff-Raketen benutzt worden sein. Er flog Mitte der 80-ziger Jahre durch Explosion in die Luft.

Anmerkung:
Die Experten sind sich nicht sicher, ob es auch dieser U-Boot-Tunnel gewesen ist. Die Schiff-Schiff-Raketen waren nachweislich auch in einem Felsentunnel gelagert!!! :? :?


hillus

Janes defence weekly berichtete damals am 14.07.1984:
"Am 13.05.1984 explodierte ein unterirdisches Raketendepot bei Sewerodwinsk. Dabei wurde der gesamte Vorrat an SAN-1, SAN-3, SSN-3, SSN-12 und SSN-22 Raketen zerstört, bei Nachexplosionen dann die SAN-6, SAN-7 und ein großer Teil des SSN-19 Vorrates.
Erst am 18.05.1984 hatte man das Feuer unter Kontrolle. Es soll ca. 200 Tote und die gleiche Anzahl an Verletzten gegeben haben."

Im Ergebnis dessen mussten alle anderen Flotte wesentliche Teile ihrer Raketenvorräte an die Nord Flotte abgeben!!!

Hinweis: Bei Seweromorsk ist natürlich eine weit dehnbare Angabe!!





olpe

Hallo,
zum U-Boot-Bunker in Pavlovsk hier noch einige Bilder, hinterlegt in einem russ. YouTubeClip ... und netter Musik ...  :-)
Grüsse
OLPE

der erste


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