Raketenkreuzer"Warjag"

Begonnen von der erste, 13 April 2012, 11:32:14

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der erste

Beim Surfen in den tiefen des russischen Flottennetzes ist mir diese Seite aufgefallen. Es ist ein virtueller Rundgang über den Raketenkreuzer "Warjag", Flaggschiff der Pazifikflotte.
http://encyclopedia.mil.ru/encyclopedia/museums/varyag.htm

smutje505

#1
Hallo der erste ich habe ein Bild von 1965 wo wir nach Baltisk gefahren sind-uns wurde gesagt es wäre der Zerstörer Warjag-war das der Vorgänger?

hillus

Lieber Hartmut,

das ist weder ein Zerstörer noch ein Schiff mit dem Namen VARYAG. Das ist eine schwimmende U-Bootbasis, also ein U-Bootbegleitschiff, wie es die Seekriegsflotte für ihre U-Boote in allen Seegebieten zur Verfügung hatte. Erst mal soviel. Jetzt muß ich noch ein wenig schauen, was Du für eine Klasse vor der Linse gehabt hast. Aber immer schön, wenn es solche Fotos gibt.

Auf dem Foto handelt es sich um die DON-Klasse vom Projekt 310. Davon wurden sechs Einheiten zwischen 1957 und 1960 auf Stapel gelegt und auch fertiggebaut.

1. DMITRIY GALKIN
2. FYODOR VIDYAYEV
3. MAGADANSKIY KOMOMOLETS ex PB-3
4. KAMCHATSKIY KOMSOMOLETS ex BATUR
5. VIKOR KOTELNIKOV
6. MAGOMED GADZHIYEV

eine modifizierte Einheit Projekt 310-A
1. NIKOLAY KARTASHOV

Viele Grüße

Jochen

smutje505

Hallo Jochen ich danke dir für die umfangreiche Aufklärung  top :MG: über meinen.... "Zerstörer Warjag"....(werde Namen ändern).

Urs Heßling

moin,

Zitat von: hillus am 13 April 2012, 18:55:31
...
2. FYODOR VIDYAYEV + Juli 43
...
5. VIKTOR KOTELNIKOV
6. MAGOMED GADZHIYEV + 12.5.42

U-Boot-Kommandanten bzw. -Divisionschefs der Nordflotte im 2. Weltkrieg.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

hillus

Lieber Urs,

Dein Beitrag ist wohllöblich, aber er hat einen schwerwiegenden Fehler!

Die Namen sind richtig, sie sind ja auch von mir! :MLL: :MLL:

Aber mit der Division hast Du Dich vertan.
1. Die Organisation der U-Boote in der Nord Flotte, adäquat zu den anderen Flotten, hatte in der Brigade die höchste Form einer Verbandsbildung. Diese konnte sich noch unterscheiden in Form einer Selbstständigen oder auch Sonderbrigade. Mit der Bezeichnung ,,Sonder..." bzw. ,,Selbstständige..." war der Selbstständigkeits- bzw. Sondercharakter eindeutig zum Ausdruck gebracht. Bei normal unterstellten Schiffsverbänden wäre der Zusatz zum höheren Kommando notwendig.

2. Die Brigaden waren untergliedert in Abteilungen, die im Russischen als "diwision" bezeichnet werden und nicht mit dem Terminus "diwisija", der Division; verwechselt werden dürfen. Erst mit der Restrukturierung der sowjetischen Unterwasserstreitkräfte im März 1951 wurde diese "diwisija" über die Brigade gestellt. Später erfolgte dann die Schaffung der U-Bootseskadra, die über die "Diwisija" gestellt war und darüber dann letztlich die sogenannte U-Bootsflottille.

3. Als Ergänzung, Magomet Imanutdinowitsch Gadschijew (Ich nehme hier den  Duden Mannheim als Transkription) nur Eigennamen von Schiffen werden "englisch" behandelt) war vom Oktober 1940 bis zum Untergang mit K-23 am 12.05.1942 im Range eines Fregattenkapitäns Abteilungschef der 1. Abteilung der U-Bootsbrigade der Nord Flotte. K-23, an Bord befand sich M. I. Gadschijew, wurde am 12.05.1942 im Gebiet des Oks Fjord durch Wabo
der deutschen U-Jäger UJ 1109 und UJ 1110 versenkt.

4. Korvettenkapitän Fjodor Alexejewitsch   Widjajew ging mit SHCH-422 in der Zeit vom 02.07. und 14.07.1943 entweder durch Mine einer deutschen Flankensperre oder durch Wabo der deutschen U-Jäger UJ 1206,
UJ 1212 und UJ 1217 verloren.

5. Kapitän zur See Wiktor Nikolajewitsch Kotelnikow folgte M. I. Gadschijew auf dessen Posten als Abteilungschef der 1. Abteilung vom 11.06.1942 bis zum 14.02.1943, wo er mit K-22, er war als Vorgestzter der Fahrt an Bord,    zwischen dem 08.02. und 14.02.1943 sowie zwischen Vardö und Nordkyn durch Mine der deutschen Flankensperre NW-10 mit dem Boote verloren ging.





Urs Heßling

moin, Jochen,

Zitat von: hillus am 15 April 2012, 11:26:54
Aber mit der Division hast Du Dich vertan.
1. Die Organisation der U-Boote in der Nord Flotte, adäquat zu den anderen Flotten, hatte in der Brigade die höchste Form einer Verbandsbildung. ...
2. Die Brigaden waren untergliedert in Abteilungen, die im Russischen als "diwision" bezeichnet werden und nicht mit dem Terminus "diwisija", der Division; verwechselt werden dürfen. Erst mit der Restrukturierung der sowjetischen Unterwasserstreitkräfte im März 1951 wurde diese "diwisija" über die Brigade gestellt.

Danke  top :MG: wieder etwas gelernt  :-) und einige andere wahrscheinlich auch  :wink:

Ich hatte natürlich - und in diesem Fall falsch - die Begriffe der "Chronik des Seekriegs" genommen.

Verstehe ich Dich richtig, daß [damals] alle Unterseeboote der Nordflotte in einer Brigade zusammengefaßt waren ?

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

hillus

Lieber Urs,

zum Glück ist es so, dass wie alle voneinander lernen. Da macht es ja erst einmal richtig Spaß. Ich habe ja auch manchmal in der Schnelle des Gefechtes sogenannte "KORKEN" drin. Ja und wenn es um die Russen geht, da ist sowieso oft einiges, teilweise sogar viel falsch, in der deutschen Literatur.

P.S. Ich hatte Dir geschrieben zwecks Treff in Hannover. Ich bin ab dem 14.05. bis Anfang Juni verfügbar. Würde mich sehr freuen. Oder soll ich was in Braunschweig machen? Da wäre das Marineheim, wo wir uns treffen könnten. Ich muß mal wieder meinen Willi von U-995 anrufen, ob er noch was macht. Wenn ja, dann macht er einen Labskaus, da könnte man gierig werden!

Schönen Sonntag. Ich schreibe mal zwischendurch, denn ich habe Besuch im Haus, aber immer kann man ja nicht mitquasseln.

Gruß  Jochen

Urs Heßling

lieber Jochen,

Zitat von: hillus am 15 April 2012, 11:57:15
zum Glück ist es so, dass wie alle voneinander lernen. Da macht es ja erst einmal richtig Spaß.
top top top

Gleich noch eine Frage: Du schreibst bei V. Kotelnikov "Kapitän zur See"; in der "Chronik" ist er im Februar 1943 (+) noch "Kapitän 2. Rg." . Ich nehme an, Du bist Dir sicher ?

Zum Treffen kommuniziere ich noch einmal bei den "Hannoveranern", aber "Braunschweig" (und Labskaus  :wink: 8-) :-) ) hört sich natürlich auch gut an.

schönen Sonntag dito !

Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

hillus

Hei Urs,

ich habe mich wieder vom "Quasseltisch" weggeschlichen und schaute ins FMA. Fand Deine Zeilen vor und Ich antworte Dir sofort.

Also, lieber Urs, alles ist mit dem Rohwer/Hümmelchen auch nicht mehr zu machen. Bei aller Wahnsinnsarbeit, die Ihr Euch macht, ist immer das Problem der historischen Themen, dass sie sich auch ständig überholen und damit verbessert werden müssen. Hätte ich nicht mit Kaschube_29 die U-Boote der Seekriegsflotte, ich hätte so richtig Bock, bei Euch mitzumachen. Wir, also Axel und ich, merken besonders bei der russischen Historie über ihre Seekriegsflotte die schnelle Vergänglichkeit unserer Daten.

Deshalb nun zu Wiktor Nikolajewitsch Kotelnikow. Er wurde am 20.12.1942 zum Kapitän zur See befördert.
Interessant ist, dass mit dem Tod von Gadschijew und Kotelnikow die Weisung des Oberbefehlshabers der Seekriegsflotte, Admiral Kusnezow, dass ab sofort alle höheren Verbandsführer nicht mehr an den Gefechtsfahrten der U-Boote teilnehmen durften. Es fehlte als Ergebnis der stalinschen Repression nach wie vor an allen Ecken und Enden an erfahrenen Verbandskommandeuren und U-Bootkommandanten!

Viele Grüße  Jochen

Urs Heßling

moin, Jochen

Zitat von: hillus am 15 April 2012, 15:16:16
Fand Deine Zeilen vor und Ich antworte Dir sofort.
tak  top

und (sorry, nochmal) Frage 1 (s.o.) ?
Zitat von: Urs Hessling am 15 April 2012, 11:46:51
Verstehe ich Dich richtig, daß [damals] alle Unterseeboote der Nordflotte in einer Brigade zusammengefaßt waren ?
nun laß die Damen nicht allein  :MZ: und geh mal zurück zu K.u.K. (Kaffee und Kuchen) !

Gruß, Urs
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hillus

#11
Hallo Urs,

was Neues, jetzt bin ich auf dem Sprung zum Bahnhof, um meine Gäste wieder nach Hause zu bringen!!!

Hier die Antwort:


Die auf Anordnung des Befehlshabers der Nord Flotte im Januar 1941 erfolgte Umbildung der U-Bootsbrigade war am 14.02.1941 abgeschlossen. Dabei kam es zur Umwandlung der 2. Abteilung in die 3. Abteilung.
Mit Kriegsbeginn am 22.06.1941 waren 15 Boote im Bestand: Ein Boot Typ D Serie I, sechs Boote Typ SHCH Serie X, sechs Boote Typ M Serie XII. sowie die im Sommer 1940 von der Baltischen Flotte zur Nord Flotte überführten zwei Boote des Typs K Serie XIV.

Die Brigade war am 19.06.1941 disloziert in
Poljarnyj         SHCH-401 und SHCH-403 (Tjuwa Bucht), SHCH-404, SHCH-421 und SHCH-422
                                (Olenja Bucht), K-1, M-174,in Reparatur bei KRASNYY GORN waren M-171 und   
                                M-173.
Murmansk         K-2 in der Garantieüberholung, SHCH-402 auf Slip und DVINA in der Überholung bzw.
                                Modernisierung
Motka Bucht      UMBA mit D-3, M-172 und M-175 in der Ausbildung
Vorposten         M-176 in der Zyp-Nawolok Bucht

Die Brigade war zunächst in vier Abteilungen gegliedert. Als Stützpunkt diente Poljarnyj. Als Werkstattschiff war PM KRASNYY GORN eingesetzt und als Stabsschiffe dienten der Zerstörer KUYBYSHEV und das Wachschiff GROZA. Die schwimmenden Basen PB UMBA und die später zur Brigade gekommene PB DVINA sowie die Küstenbasis waren ebenfalls in Poljarnyj stationiert.
Im Januar 1943 erfolgte eine Neuorganisation der Boote innerhalb der Brigade.
Am 24.07.1943 wurde die Brigade mit dem Rotbannerorden und am 03.11.1944 mit dem Uschakow Orden 1. Klasse ausgezeichnet.
Am 01.01.1945 sind noch die 1., 2., 3., 5. und die Schulabteilung im Bestand der Brigade. Während die 4. Abteilung am 14.05.1944 aufgelöst wurde, erfolgte die Neuorganisation der von der Pazifik Flotte ankommenden Boote des Typs S in der 5. Abteilung.
Aus den Beständen der aufgelösten 4. Abteilung kam es kurzzeitig zur Bildung der 6. Abteilung, die jedoch mit der bevorstehenden Übernahme von vier LEND LEASE Booten, die die neue 7. Abteilung bildeten, wieder aufgelöst wurde.
Dem Einsatzkommando der U-Bootsbrigade der Nord Flotte unterstanden die im Nordmeerraum operierenden Boote der Royal Navy:
SEAWOLF (N.47)   11.11.1941 bis 05.11.1942
SEALION (N.72)   11.11.1941 bis 05.11.1942
STURGEON (N.73)   11.01.1942 bis 17.01.1942
TIGRIS (N.63)   04.08.1941 bis 20.10.1941
TRIDENT (N.52)   10.08.1941 bis    11.1941

Jetzt springe ich in mein Auto und bringe die Gäste zum Bahnhof!!!

Jochen

P. S. Nachschlag: Es gab also nur eine Kampfbrigade! Was es dazu noch gab, war die Schulbootbrigade der U-Boote der Nord Flotte vom 06.10.1941 bis 20.01.1942.

Urs Heßling

moin, Jochen,

Zitat von: hillus am 15 April 2012, 11:57:15
P.S. Ich hatte Dir geschrieben zwecks Treff in Hannover. Ich bin ab dem 14.05. bis Anfang Juni verfügbar. Würde mich sehr freuen. Oder soll ich was in Braunschweig machen? Da wäre das Marineheim, wo wir uns treffen könnten. Ich muß mal wieder meinen Willi von U-995 anrufen, ob er noch was macht. Wenn ja, dann macht er einen Labskaus, da könnte man gierig werden!

mach doch bitte einfach einmal einen konkreten Terminvorschlag  :wink: 

Vielleicht kriegen die "Hannoveraner" dann eine Fahrgemeinschaft zusammen ...

Gruß, Urs

"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

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