Das russische atomgetriebene tieftauchende Klein-U-Boot "Losharik" ("Лошарик")

Begonnen von Kaschube_29, 30 Oktober 2012, 19:11:00

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Kaschube_29

Moin Moin,

am gestigen Tage wurde auf der Internetausgabe der russischen Zeitung "Izvestiya" (,,Известия") von einer kürzlichen Fahrt russischer Unterseeboote und dieselelektrischer Eisbrecher im nördlichen Eismeer berichtet:

Quelle izvestia.ru vom Montag, den 29.Oktober 2012 (00.01):

Der militärische Atom-Bathyskaph ,,Losharik" (,,Лошарик") wurde in der Arktis erprobt

Alexej Michajlow (Aлексей Михайлов), Wladimir Woloscin (Bладимир Волошин)
Foto: ITAR-TASS/ Moschkow Nikolaj (Moшков Николай)

Das einzigartige Unterseeboot nahm Proben vom Grund des Nördlichen Eismeeres, die die Zugehörigkeit des Mendeleyev-Rückens  zu Rußland nachwiesen

Das tieftauchende Atomanlage (glubokovodnaya atomnaya stantsiya [глубоководная атомная станция]) des Projekts 10830 ,,Kalitka" (,,Kaлитка"), die gemäß ihrer ungewöhnlichen Konstruktion den Spitznamen ,,Losharik" (,,Лошарик") erhielt, nahm im Rahmen der Expedition ,,Arktis-2012" ("Arktika-2012" [,,Apктика-2012"]) an Unterwasserbohrarbeiten im Mendelejew-Sockel  im Nördlichen Eismeer teil.
Wie der ,,Izvestiya" (,,Известия") im Verteidigungsministerium erzählt wurde, half das U-Boot, Bohrarbeiten zu korrigieren, die von den dieselelektrischen Eisbrechern ,,Kapitan Dranitysn" (,,Капитан Драницын") und ,,Dikson" (,,Диксон") für die Bestimmung der äußeren Grenze des russischen Kontinentalsockels durchgeführt wurden.
,,Durch die gemeinsame Arbeit wurde eine große Menge an geologischem Material gewonnen. Es wurden mehr als 500 kg Bruchstücke von klassifizierten Gesteinsarten eingesammelt. Die Ergebnisse der Expedition legen die Grundlage für den Antrag an die UN-Seerechtskommission zur Bestätigung der Verlängerung des russischen Kontinentalsockels, der führte wegen fehlender geologischer Muster abgewiesen und auch entsprechend dann das Recht der vorrangigen Ausbeutung der Vorräte des Kontinentalsockels mit sich führt", erzählte der Gesprächspartner gegenüber der ,,Izvestiya".
Er fügte hinzu, dass der Mendelejew-Rücken (Mendeleyev khrebet [Meнделеев хребет)] und der Lomonosow-Rücken (Lomonosov khrebet (Ломоносов хребет) gemäß den Angaben des Verteidigungsministeriums über Erdöl- und Erdgasvorräte in einem Umfang von mehr als 5 Milliarden Tonnen Treibstoff verfügen.
Während der Expedition wurde der gesamte Rücken untersucht; es wurden drei Quellen in zwei Gebieten mit entsprechender Probenname vom Grund durchgeführt. Mit Hilfe der ,,Losharik" (,,Лошарик"), die mit Greifarmen ausgestattet ist, konnte man den Grund mit einer Waschvorrichtung (einer Vorrichtung zur Säuberung des Gesteins von Bodenschichten), einem Telegreifer (große Schaufel mit einer Fernsehkamera) und einer hydrostatischen Rohr aufnehmen.
Die Arbeiten wurden in einer Tiefe von 2,5 km bis 3 km Tiefe im Verlauf von 20 Tagen durchgeführt. Durch den Atomreaktor und den einzigartigen Titanrumpf konnte sich das Boot viel länger unter Wasser aufhalten, als zivile Bathyskaphe, die mit Akkumulatorenbatterien ausgestattet sind.
Nach den Angaben eines Expeditionsteilnehmers wurde im Laufe der Arbeiten das System für die externe Beleuchtung beschädigt, die es dem U-Boot gestattet, den Boden in der Tiefe ,,zu sehen" und unterschiedliche Gegenstände zu finden. Außerdem mußten die Greifarme instandgesetzt werden, mit deren Hilfe das U-Boot Bodenproben und andere Objekte vom Meeresboden aufnehmen konnte.
Gegenwärtig wird die ,,Losharik" (,,Лошарик") zur technischen Begutachtung in der 42.Werkhalle der Werft ,,Sevmash" (,,Севмаш") vorbereitet. Da die ,,Losharik" (,,Лошарик") mit einem Kernreaktor ausgestattet ist, muss das Boot nach jeder Fahrt ins Dock verbracht werden und kleine Defekte werden dort beseitigt.
,,Im Verlauf der Instandsetzung wurde der technische Klarstand des U-Bootes wieder hergestellt und die Baugruppen und Maschinen (darunter die Wellen und die Schrauben) überprüft. Obwohl die Tiefe für dieses Boot nicht so groß war, muß doch trotzdem der Schiffskörper gerichtet werden. Während einer der Tauchgänge fiel das Außenbeleuchtungssystem aus, das wir auch gleichzeitig auswechseln", erklärte die Quelle aus dem Verteidigungsindustriekomplex.
Wir der ,,Izvestiya"-Gesprächspartner erzählte, ist der Rumpf der ,,Losharik" (,,Лошарик") aus hochfestem Titan hergestellt, weshalb es deutlich schwieriger ist, die Einbeulungen des Rumpfes zu beseitigen, als es bei einem gewöhnlichen Stahlrumpf der Fall ist. Träger der ,,Losharik" (,,Лошарик") ist ein umgebautes strategisches Unterseeboot des Projekts 667 ,,Kalmar" (NATO-Bezeichnung: "Delta-3"), dem die Startvorrichtungen für die ballistischen Flugkörper demontiert wurden; der Bathyskaph wird unter dessen Rumpf befestigt.
,,Im Februar diesen Jahres haben wir die «Losharik» («Лошарик ») bereits instandgesetzt. Wir bereiteten es für den Nordpol vor. Es wurde zusätzliche bathymetrische Ausrüstung für die seismologische Erkundung des Meeresbodens angebaut – darunter ein Polygraph (eine Vorrichtung für das Messen der bodennahen Ablagerungen), ein Seitensonar und so weiter. Damals wurden auch die Ersatzteile und die Titanplatten für die erneute Instandsetzung vorbereitet. Wir haben auch das Träger-U-Boot nachgerüstet und auf ihm ein mehrstrahliges -Echolot eingebaut", setzte der Vertreter des Verteidigungsministeriums fort.
,,Die Notwendigkeit für eine derartigen Apparat ist sehr hoch. In Rußland können neben der «Losharik» («Лошарик») nur noch die tieftauchenden Klein-U-Boote vom Typ «Mir» («M») in einer Tiefe von 2 – 3 km arbeiten. Während der vorhergehenden Expedition unter der Leitung von Arthur Tschilingarow (Артур Чилингаров) wurden beide «Mir» («Mир») eingesetzt. Aber nun mußten wesentlich schwierigere und länger dauernde Unterwasserarbeiten durchgeführt werden. Dafür verfügen die «Mir´s» nicht über die notwendige Autonomie. Deshalb wurde entschieden, die «Losharik» («Лошарик») einzusetzen", erklärte der Gesprächspartner der ,,Izvestiya" (,,Известия").
Nach den Worten des Vertreters des Verteidigungsministeriums ist es folgendermaßen: wenn die ,,Mir" (,,Mиp") mit Akkumulatorenbatterien arbeitet, die eine Arbeit im Verlauf von 72 Stunden sicherstellen, dann ist die ,,Losharik" (,,Лошарик") im Vergleich dazu ein vollwertiges Unterseeboot mit einem Atomreaktor. Er gestattet die autonome Arbeit des Bathyskaphs im Verlauf von einigen Monaten. An Bord gibt es Platz für die Besatzung, um sich zu erholen, Arbeitsräumlichkeiten, eine Kombüse und so weiter. Hierbei wird die Regeneration der Luft und des Wassers nicht schlechter sichergestellt, wie es auf einem Raumschiff im Weltraum ist.
,,Die «Mir» («Mир») sind von ihrer Art her Ausflugs-Bathyskaphe. Sie verfügen über schwache Greifarme, über eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit und zusätzliche Mittel für die Bathymessung kann man nicht unterbringen", erklärte der Vertreter des Verteidigungsministeriums.
Gegenwärtig geht die ,,Losharik" (,,Лошарик") gemeinsam mit dem Träger in den Bestand der ,,Hauptverwaltung für Tiefwassererforschungen"  des Verteidigungsministeriums ein, die direkt dem Verteidigungsminister Anatolij Serdjukow (Aнатолий Сердюков) unterstellt ist. In den militärisch-industriellen Kreisen wird das GUGI inoffiziell als Unterwasseraufklärung bezeichnet.

Hier die Originalmeldung: http://izvestia.ru/news/538268

Anmerkung: die ersten Meldungen über die "Losharik" tauchten vor rund 10 Jahre auf. Das Bild in dem "Izvestiya"-Artikel ist aber KEIN "Losharik", sondern ein Rettungs-U-Boot des Projekts 1855 "Priz"!!!
Die Russen wollen mit diesem Einsatz ihren Anspruch auf weite Gebiete der Arktis untermauern.


Bis dann,

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Kaschube_29

Als Ergänzung zur letzten Meldung hier die (meines Wissens) erste Erwähnung dieses atomgetriebenen Klein-U-Bootes in der russischen Fachzeitschrift ,,Sudostroyeniye" (,,Cyдocтpoeниe"):

,,Sudostroyeniye" (,,Cyдocтpoeниe") Ausgabe 5/2003, Seite 48:

Ein spezielles Unterseeboot, das für wissenschaftlich-technische Ziele und die Rettung von Menschen in Extremsituationen vorgesehen ist, wurde vom Bauplatz in der Werkhalle Nr. 42 des Föderalen Staatlichen Einheitsunternehmens Produktionsvereinigung ,,Nördliches Maschinenbauunternehmen" (FGUP PO = federalnoye gosudarstvennoye unitarnoye predpriyatiye proizvodstvennoye obyedineniye ,,Severnoye Mashinostroitel`noye Predpriyatie" [ФГУП ПO = фeдepaльнoe гocyдapcтвeннoe yнитapнoe пpeдпpиятиe пpoизвoдcтвeннoe oбъeдинeниe ,,Ceвepнoe мaшинocтpoитeльнoe пpeдпpиятиe"]) zu Wasser gelassen. Für die Besonderheiten seiner Konstruktion, die sphärische Segmente einschließt, gaben Werftarbeiter ihm den Spitznamen ,,Kugelpferdchen" (,,Losharik" [,,Лoшapик"]). Der Auftrag wurde noch zu sowjetischer Zeit auf Kiel gelegt.

Anmerkung: Dieses "Kugelpferdchen" ist unter anderem ein in Zeichentrickfilmen zu findendes Tier.

Ergänzungen zum letzten Einsatz des "Losharik" findet man auch auf dem russischen Marineportal flot.prom (oder auf lenta.ru):

Die ,,Losharik" (,,Лoшapик") geht in den Bestand der russischen Nordflotte ein. Die Tieftauchanlage mit der Nummer (,,AS-12" [,,AC-12"]) ist in der Lage, auf Tiefen von bis zu 6.000 m abzutauchen. Der Rumpf der Anlage ist aus kugelförmigen Abteilungen zusammengesetzt, in denen das Prinzip eines Bathyskaphs realisiert ist. Sie sind innerhalb der Außenhülle untergebracht. Gerade dank dieser Konstruktion erhielt die Anlage die Bezeichnung (,,Losharik" [,,Лoшapик"]) - in Anlehnung eine eine Person in russischen Zeichentrickfilmen - ein Pferdchen, das aus Kugeln zusammengesetzt ist.
Träger der (,,Losharik" [,,Лoшapик"]) ist das Spezial-Atom-Unterseeboot ,,BS-136" ,,Orenburg" (,,BC-136" ,,Opeнбург") , das ein komplett umgebautes U-Boot des Projetks 667BDR ,,Kalmar" (,,Kaлмарь" [NATO-Bezeichnung: "Delta-3"]) ist (auf dem Kriegsschiff wurden die Schächte für ballistische Raketen demontiert). Die Tieftauchanlage wird unter dem Rumpf des Trägers befestigt. Die ,,Losharik" (,,Лoшapик") geht in den Bestand der ,,Hauptverwaltung für Tiefwassererforschungen" (GUGI = Glavnoye upravleniye glubokovodnykh issledovaniy [ГУГИ = Главноe управлениe глубоководных исследований]) des russischen Verteidigungsministeriums ein und ist direkt dem Verteidigungsminister unterstellt.

Hier diese russische Originalmeldung: http://www.flot.com/news/navy/?ELEMENT_ID=127040

Anmerkung: Diese U-Boot- Huckepack-Konstruktion ist im Moment das Heiligste des Heiligsten in der Russischen Seekriegsflotte.

Einen schönen Abend wünscht

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Albatros

Hallo,

mal wieder ein sehr interessanter Beitrag von Dir...... top

Habe mal ein paar Bilder und Skizzen zum Atom-Bathyskaph ,,Losharik" zusammen gesucht von denen ich hoffe das sie das ,,richtige" Boot zeigen.

http://img221.imageshack.us/img221/3687/subyankeestretchwithuni.jpg

http://img593.imageshack.us/img593/4112/losharik2.jpg

die Kugeln von denen die Rede war?

http://topwar.ru/uploads/posts/2012-10/1351501813_spherical-elements-dsrv.jpg

Das Boot

http://militaryrussia.ru/i/284/358/FXjjF.jpg

http://nord-news.ru/img/newsimages/20121029/1_8bc7287b5296.jpg

Wie es arbeitet

http://militaryrussia.ru/i/284/358/w6XjF.jpg

Hier eine Seite zu den russischen Spezial-U-Booten

http://www.globalsecurity.org/military/world/russia/plsn.htm

Technische Details sind allerdings Mangelware....wäre schob interessant etwas mehr darüber zu erfahren.

:MG:

Manfred

Kaschube_29

Moin Manfred,

also: einiges ist richtig, anderes nicht; fangen wir einmal an; diese beiden Links sind meiner Meinung nach richtig:
Zitat von: Albatros am 31 Oktober 2012, 10:38:19
Habe mal ein paar Bilder und Skizzen zum Atom-Bathyskaph ,,Losharik" zusammen gesucht von denen ich hoffe das sie das ,,richtige" Boot zeigen.

http://img221.imageshack.us/img221/3687/subyankeestretchwithuni.jpg

http://img593.imageshack.us/img593/4112/losharik2.jpg


Hier wird der "Losharik" dargestellt.


ABER: Anders ist es bei diesen Darstellungen:
Zitat von: Albatros am 31 Oktober 2012, 10:38:19

Das Boot

http://militaryrussia.ru/i/284/358/FXjjF.jpg

http://nord-news.ru/img/newsimages/20121029/1_8bc7287b5296.jpg

Wie es arbeitet

http://militaryrussia.ru/i/284/358/w6XjF.jpg


Hier wird aber nicht die "Losharik" gezeigt, sondern das Projekt 1910 (NATO-Bezeichnung: "Uniform"-Klasse) , von dem inzwischen auch drei Einheiten gebaut wurden, die aber nicht alle aktiv sind.

Bezüglich der "Losharik" habe ich noch einen vielversprechenden russischen Text gefunden, den ich aus Zeitgründen vermutlich erst morgen hier einstellen werde.


Bis dann,

Kaschube_29
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Kaschube_29

So,

inzwischen habe ich den versprochenen Beitrag auf "lenta.ru" übersetzt:

Quelle lenta.ru vom Montag, den 29.Oktober 2012 (14.57):

Die Eisfahrt der ,,Losharik" (,,Лошарик")

Rußland weitet die arktische Zone mit Hilfe einer Tiefwasseranlage aus.

Ende September 2012 fand die Forschungsexpedition ,,Arktis-2012" ("Arktika-2012" [,,Apктика-2012"]) statt, mit deren Arbeitsergebnissen man einen Antrag an die UN-Seerechtskommission zur Ausweitung der unter russischer Kontrolle befindlichen arktischen Zone stellen will.
An der Expedition nahmen die Eisbrecher ,,Kapitan Dranitsyn" (,,Kaпитан Драницын") und ,,Dikson" (,,Диксон"), als auch die einzigartige atomgetriebene Tiefwasseranlage (glubokovodnaya atomnaya stantsiya [глубоководная атомная станция]) ,,AS-12" (,,AC-12") des Projekts 10831 ,,Kalitka" (,,Калитка") teil, die unter dem Spitznamen ,,Losharik" (,,Лошарик") bekannter ist. Letzte hat sich mit dem Aufsammeln von Gesteinsproben in einer Tiefe von 2,5 – 3 km in einem Zeitraum von 20 Tagen beschäftigt.
Ziel der Aktion war die Präzisierung der Grenze des Kontinentalschelfs in hohen Breiten in der Arktis. Mitte Oktober erzählte Jurij Kusmin (Юрий Кузьмин), der Hauptingenieur von ,,Sevmorgeo" ([,,Ceвморгео] das ist die Gesellschaft, die die Forschungsarbeiten organisiert), in einem Interview gegenüber ,,RIA Novosti", dass in einer Tiefe von 2 – 2,5 km drei Kerne mit einer Länge von entsprechend 60, 30 und 20 cm entnommen wurden. Mit dem Aufsammeln der Muster war die ,,Losharik" (,,Лошарик") beschäftigt. Nach den Worten der Quelle aus dem russischen Verteidigungsministerium gegenüber der Zeitung ,,Izvestiya" (,,Известия") wurden die Arbeiten in einer Tiefe von 2,5 – 3 km durchgeführt.
Die Tiefwasseranlage ,,AS-12" ([,,AC-12"] ,,Losharik" [,,Лошарик"], Werksnummer  210, NATO-Bezeichnung ,,NORSUB-5") ist der russischen Nordflotte angegliedert, aber nicht dessen Führung unterstellt. Das Kriegsschiff geht in den Bestand der ,,Hauptverwaltung für Tiefwasserforschungen" des russischen Verteidigungsministeriums ein, die als ,,Unterwasseraufklärung"  bekannter ist. Der Rumpf der Anlage ist aus hochfestem kugelähnlichen Abteilungen aus Titan zusammengesetzt, in denen das Prinzip des Bathyskaphs realisiert ist. Alle Abteilungen sind untereinander mit Durchgängen verbunden und innerhalb der Außenhülle angeordnet.
Gerade wegen der Besonderheiten der Konstruktion haben die Schiffbauer des Sewerodwinsker Unternehmens ,,Sevmash" (,,Ceвмаш") die ,,AS-12" (,,AC-12") als ,,Losharik" (,,Лошарик") in der Entsprechung mit einer Person in einem Zeichentrickfilm – einem Pferd, das aus Kugeln zusammengesetzt ist. Die technischen Eigenschaften der ,,AS-12" (,,AC-12") sind eingestuft. Es wird angenommen, dass die ,,Losharik" (,,Лошарик") eine Länge von 79 m und eine Breite von 7 m hat, während seine volle Wasserverdrängung rund 2.000 t beträgt. Die Anlage kann auf Tiefen von bis zu 6 Kilometern abtauchen und eine Fahrt von bis zu 30 kn entwickeln.
Eine der Kugeln der Tiefwasseranlage wird von einem Atomreaktor mit der Dampferzeugungsanlage ,,E-17" (,,Э-17") und einem Getriebe mit einer Leistung von 10.000 – 15.000 PS auf die Welle. Es wird angenommen, dass das Kriegsschiff mit einer Schraube in einer ringförmigen Kortdüse ausgestattet ist. Die Anlage ist mit Greifarmen, einer Waschvorrichtung (einer Vorrichtung zur Säuberung des Gesteins von Material der Bodenschichten), einem Telegreifer (eine große Schaufel mit einer Fernsehkamera) und einer hydrostatischen Rohr ausgestattet. In den Bestand der Besatzung gehen 25 Offiziere ein.
Die ,,Losharik" (,,Лошарик") ist in der Lage, sich einige Monate im getauchten Zustand zu befinden. Die Tiefwasseranlage verfügt über Abteilungen für die Entspannung der Besatzung, Arbeitsräume und eine Kombüse. Im Februar 2012 durchlief das Kriegsschiff eine Instandsetzung und die Vorbereitung zur Fahrt an den Nordpol. Insbesondere erhielt die ,,AS-12" (,,AC-12") zusätzliche bathymetrische Ausrüstung für die seismologische Erkundung des Meeresbodens, worin ein Profilograph (eine Vorrichtung zur Messung der Dicke der Bodenablagerungen) und ein Seitensichtsonar eingingen.
Mit dem Entwurf des Kriegsschiffs beschäftigte sich von 1988 bis in die 1990-er Jahre das Petersburger Maschinenbaubüro ,,Malakhit" (SPMBM ,,Malakhit" = Sankt-Peterburgskoye morskoye byuro mashinostroyeniya ,,Malakhit" [CПМБМ ,,Малахит" = Санкт-Петербургское морское бюро машиностроения ,,Малахит"]). Das abschließende technische Projekt 10831 (1083K) wurde im Mai 1992 vorgestellt und geschützt. Der Bau der ,,Losharik" (,,Лошарик") erfolgte in der 42.Werkhalle von ,,Sevmash" vermutlich im Zeitraum von 1990 bis zum Jahre 2003. Mitte der 1990-er Jahre hatte das Projekt mit einer unzureichenden Finanzierung zu kämpfen. Die russische Führung versuchte die USA zum Projekt hinzuzuziehen. Bei einer amerikanischen Finanzierung wäre die ,,Losharik" (,,Лошарик") ein Rettungsschiff geworden, aber die USA verzichteten auf die Teilnahme am Projekt.
Für die Tiefwasseranlage ,,AS-12" wurde auch der Umbau des strategischen Atomunterseebootes des Projekts 667BDR ,,Kalmar" (,,Kaльмар") ,,K-129" (vor Umbau in der NATO als "Delta-3"-U-Boot klassiziert) durchgeführt, das Träger für die ,,Losharik" (,,Лошарик") wurde. Alle Arbeiten zum Umbau der ,,K-129" wurden auf dem Schiffinstandsetzungswerk ,,Zvezdochka" (sudoremontnyy zavod ,,Zvezdochka" [cyдоремонтный завод ,,Звёздочка"]) in den Jahren 1994 – 2002 durchgeführt. Insbesondere wurden auf dem Atomunterseeboot die Schächte für die ballistischen Flugkörper demontiert. Außerdem wurde die Konstruktion des Unterseebootes verstärkt, die nach unbestätigten offiziellen Angaben bis auf eine Tiefe von 1.000 m abtauchen kann. Die Tiefwasseranlage ,,Losharik" (,,Лошарик") wird unterhalb des Trägers befestigt. Die ,,K-129" wird gegenwärtig im Bestand der russischen Nordflotte als ,,BS-136" ,,Orenburg" (,,БС-136" ,,Оренбург") geführt.
Die Fotografie der ,,Orenburg" (,,Оренбург"), die im Rahmen der Expedition ,,Arktika-2012" am Nordpol auftauchte, wurde Mitte Oktober 2012 veröffentlicht. Die Außenansicht der ,,Losharik" (,,Лошарик") ist eingestuft und es gibt keine öffentlich zugänglichen glaubwürdigen Fotografien der Tiefwasseranlage. Tiefwasseranlagen wie die ,,AS-12" (,,AC-12") gibt es nicht in anderen Ländern der Welt.
Im Laufe der Expedition in die Arktische Zone wurden an der Tiefwasseranlage die Greifarme und das System für die Außenbeleuchtung beschädigt. Die technische Wartung der ,,Losharik" (,,Лошарик") wird in der 42.Werkhalle von ,,Sevmash" (,,Ceвмаш") durchgeführt. Neben einer kleinen Instandsetzung wird auf dem Kriegsschiff der Rumpf gerichtet, der durch den großen Druck in einer Tiefe von 3 Kilometern deformiert wurde. Nach den Worten der ,,Izvestiya"-Quelle ist es wesentlich schwieriger, die Deformation des Rumpfes der ,,AS-12" (,,AC-12") zu beseitigen, als es bei einem gewöhnlichen Unterseeboot der Fall wäre. Außerdem werden im Laufe der Instandsetzung unterschiedliche Baugruppen und Mechanismen überprüft, in erster Linie die Wellen und die Schrauben.
Neben der ,,Losharik" können in einer Tiefe von einigen Kilometern nur die Tiefwasseranlagen ,,Mir" (,,Mир") arbeiten, aber sie sind nicht für einen langen Aufenthalt unter Wasser ausgelegt. Insbesondere stellen die Akkumulatorenbatterien der ,,Mir´s" die Arbeit der Anlage nur im Verlauf von 72 Stunden sicher. Außerdem sind die Greifarme der ,,Mir" nicht in der Lage, das Heben von schweren Gegenständen vom Meeresboden sicherzustellen. Dank der Atomantriebsanlage kann sich die ,,Losharik" (,,Лошарик"") einige Monate unter Wasser aufhalten. Während der Expedition ,,Arktika-2012" hat die Anlage ,,AS-12" (,,AC-12") vom Boden des Nördlichen Eismeers rund 500 Kilogramm an Mustern gehoben.
Alle Gesteinsmuster, die im Laufe der Expedition in die Arktis gehoben wurden, sind bereits an das ,,Allrussische wissenschaftliche Gramberg-Forschungsinstitut für Geologie und Mineralvorräte der Weltmeere" (,,Vserossiyskiy nauchno-issledovatelskiy institut geologii i mineralnykh resursov Mirovogo okeana imeni Gramberga" [,,Всероссийский научно-исследовательский институт геологии и минеральных ресурсов Мирового океана имени Грамберга"]) und das ,,Allrussische wissenschaftliche geologische Karpinskiy-Forschungsinstitut" (,,Vserossiyskiy nauchno-issledovatelskiy geologicheskiy institut imeni Karpinskogo" [,,Всероссийский научно-исследовательский геологический институт имени Карпинского"]) übergeben worden. Die Ergebnisse ihrer Forschungen werden Anfang 2013 veröffentlicht. Dank der Erforschung der Bohrkerne will Rußland die Zugehörigkeit des Lomonosow-Rückens und des Mendelejew-Rückens an das russische Kontinentalschelf beweisen.
Im Jahre 2014 werden die Ergebnisse der Erforschungen die Grundlage des Antrags an die UN-Seerechtskommission um die Erweiterung der russischen arktischen Zone sein. Bereits früher hatte Rußland einen derartigen Antrag abgegeben, aber die UN-Kommission hat diesen abgelehnt, indem sie sich auf die unzureichenden geologischen Forschungen bezog. Gegenwärtig gehören Rußland in Übereinstimmung mit der internationalen UN-Konvention nur die 370-km Zone  der Arktis. Über derartige Zonen verfügen auch die USA, Kanada, Norwegen und Dänemark (über Grönland, das ein halbautonomes Gebiet von Dänemark ist).
Die gültige UN-Konvention zum Seerecht erlaubt den Ländern, Forderungen zur Erweiterung ihrer arktischen Zone von mehr als 370 km einzureichen, aber hierfür ist es notwendig, die territoriale Zugehörigkeit von in hohen Breiten befindlichen Teilbereichen des Schelfes nachzuweisen. Offizielle Forschungsarbeiten, deren Ziel die Begründung von Ansprüchen auf arktische Territorien sind, werden von Rußland, Norwegen, Kanada und Dänemark durchgeführt. Faktisch erhält ein Staat, der die Erweiterung der arktischen Zone erreicht, das vorrangige Recht zur Erschließung von Naturschätzen des Schelfs (reiche Vorräte an Öl und Gas).
In den letzten Jahren hat Rußland der Erschließung der arktischen Zone mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Insbesondere ist es geplant, auf Nowaja Semlja (Hoвая Земля) eine Gruppe von Überschall-Abfangjagdflugzeugen vom Typ MiG-31 zu stationieren, die in den Bestand der von Rußland geschaffenen Raketenabwehr eingeht. Außerdem wurden auf dem Kernübungsgebiet von Nowaja Semlja die subkritischen Kernversuche wieder aufgenommen.
Schließlich will Rußland entlang der Nord-Ost-Passage (des kürzesten Wegs zwischen Ostasien und Europa) einige Militärobjekte für die Stationierung von Kriegsschiffen der Seekriegsflotte und des Grenzschutzdienstes schaffen. Die Verstärkung der militärischen Präsenz in der Arktis ist ein Teil der Politik, die von Rußland in den internationalen Streitigkeiten bezüglich der Zugehörigkeit der arktischen Territorien unterstützt wird.
Wasilij Sytschew (Bacилий Сычев)

Hier der russischsprachige Originalbericht: http://lenta.ru/articles/2012/10/29/losharik/

Im Text wurde auch auf die russische Zeichentrickfigur des "Kugelpferdchens" ("Losharik") abgehoben; hier eine Ankündigung des entsprechenden Films von der russischen Wikipedia: http://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A4%D0%B0%D0%B9%D0%BB:%D0%9B%D0%BE%D1%88%D0%B0%D1%80%D0%B8%D0%BA.jpg

So, das war die Übersetzung. Nicht alles, was darin erwähnt wird, ist so richtig. Die Tauchtiefe des Trägerschiffs "Orenburg" ist sicherlich nicht auf 1.000 m erhöht worden (aber ca. 400 - 500 m sind schon anzunehmen).
Quintessenz: Die Russische Föderation wird sich in der Arktis nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und ich erwarte, dass jeder Anrainerstaat seinen Sektor von den eigenen Wirtschaftszonen in Richtung Nordpol erhalten wird.

So, das war´s

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Albatros

Danke für die Übersetzung...... top

Das gute an der Sache ist das Russland seine vermeintlichen Rechte mit wissenschaftlich fundierten Ergebnissen versucht zu belegen und nicht mit militärischen.
Denn alle anderen genannten Staaten werden dies ebenfalls bis 2014 zu belegen versuchen, man darf gespannt sein was die UN-Seerechtskommission 2014 entscheiden wird und wie das verhalten der Beteiligten dann sein wird.
Es wäre auch interessant zu erfahren ob der Spitzbergenvertrag in irgendeiner Weise eine Rolle bei der Vergabe der Rechte spielt.

Zum Boot ,,Losharik" selber, interessant das es als ,,Kriegsschiff" bezeichnet wird.
Über Energie verfügt es ja Dank des Reaktors genug und muss daher auf arbeiten die Energieaufwändig sind nicht verzichten.
13 Jahre Bauzeit, da werden wohl die finanziellen Mittel gefehlt haben.

:MG:

Manfred

olpe

Hallo,
auch von mir ein  top :MG: an @Kaschube_29 für die Übersetzung und die Arbeit.
Unten einige vertiefenden Bilder zu der Fahrt von BS-136 "ORENBURG" und der mitgeführten AS-12 "LOSHARIK" [BN-220]:
Anmerkung: ich habe wider besseren Wissens an der AS-12 den Spitz- bzw. Kosenamen "LOSHARIK" angehängt ... @Kaschube_29 wies ja bereits auf die Besonderheiten hin ...
Grüsse
OLPE

Albatros

Zeigen die Aufnahmen denn jetzt tatsächlich das Boot aufgetaucht am ,,Nordpol" und wenn ja , welcher Nordpol ist denn gemeint ,Geographischer Nordpol, Magnetpol oder ist es nur der küstenfernste Punkt im Nordpolarmeer.
Da ja das Wasser nur mit Eisschollen bedeckt ist wäre das schon interessant zu erfahren, ebenso den Zeitpunkt der Aufnahmen.

:MG:

Manfred

Trimmer

Ist eine sehr interesante Frage von Manfred zumal man bei Nordpol III im Hintergrund einen (Atom ? ) Eisbrecher sieht. Irgendwo habe ich gelesen das die Eisstärke am Nordpol wieder bei ca. 4 m liegt.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Kaschube_29

Moin Moin,

für die Russen zählen solche Findigkeiten wie "magnetischer Nordpol" eher weniger. Für sie zählt nur der geographische Nordpol.

Und auf Bild 3 ist aus der Ferne sicherlich die "Kapitan Dranitsin" ("Капитан Драницин") zu sehen, die für sich auch schon recht imposant ist (Länge: 132 m; im Vergleich dazu die Längenangabe für einen russischen Atomeisbrecher, wie z. B. "Rossiya" ["Poccия"]: 148 m).

Ich werde aber noch einmal in den Meldungen recherchieren.

Bis dann,

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Kaschube_29

Moin Manfred,

Zitat von: Albatros am 04 November 2012, 11:47:32
Zeigen die Aufnahmen denn jetzt tatsächlich das Boot aufgetaucht am ,,Nordpol" und wenn ja , welcher Nordpol ist denn gemeint ,Geographischer Nordpol, Magnetpol oder ist es nur der küstenfernste Punkt im Nordpolarmeer.
Da ja das Wasser nur mit Eisschollen bedeckt ist wäre das schon interessant zu erfahren, ebenso den Zeitpunkt der Aufnahmen.

:MG:

Manfred

ich habe noch einmal nachgeschaut: als Zeitpunkt für den Aufenthalt am Nordpol wird in russischen Meldungen der 27.September 2012 angegeben. Gesprochen wird immer vom Nordpol, der im russischen mit dem geographischen Nordpol gleichzusetzen ist.

Bis dann,

Kaschube_29

P.S.: Die Vorbereitungen zu dieser Expedition laufen schon seit dem vergangenen Jahr; so wurde bereits in russischen Meldungen über die bevorstehende Ausstattung der beiden dieselelektrischen Eisbrecher berichtet.
Die "heiße Phase" dieser Expedtion unter dem Namen "Arktis-2012" ("Arktika-2012" [,,Apктика-2012"]) begann am 10.August 2012 (mit dem Auslaufen der Eisbrecher) und endete am 11.Oktober 2012. Die Bilanz in Form einer Pressekonferenz wurde am 31.Oktober gezogen.

Russischsprachige Quelle hierfür ist: http://www.flot.com/news/navy/?ELEMENT_ID=127505
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Albatros

Kommt ein bisschen mit Verspätung aber möchte mich noch für Deine Antwort bedanken.

:MG:

Manfred


olpe

Zitat von: Albatros am 31 Januar 2015, 13:48:55
Ist es die Losharik ?
Hallo,
... nun, die Möglichkeit ist durchaus gegeben ... Beim Vergleich der bisher zugänglichen Bilder mit dem zu sehenden  --/>/> Bild fällt die Turmform insbesondere auf ... hier und im Bereich der Heckflosse gibt es Übereinstimmungen ... Ich würde zu 51% auf die AS-12 tippen ...  :-)
Grüsse
OLPE

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