Versuchsballon (CL) 1935

Begonnen von Urs Heßling, 04 Mai 2015, 23:43:46

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Huszar

Hallo,

Hier wurde schon die Tromp ins Spiel gebracht (neben einer Capitani Romani). Etwas Ähnliches haben wir auch mit Tenryu (3200t), Yubari (2900t), Gotland (4800t), Mogador (2900t), Tashkent (2900t) etwas später eine Shimakaze (2600t). Beachtenswert ist, dass alle dieser Einheiten eigentlich Flottillenführer und keine "Kreuzer" waren, und sich eher weniger mit solchen rumbalgen sollten. Mit der überlegenen Artillerie (entweder an Zahl und/oder Kaliber), waren sie prinzipiell Zerstörer-Zerstörer  :-D

Bezeichnend ist allerdings, dass keine Seemacht ca.4000t-Kreuzer gebaut hat, die nächste Grössenordnung ist ca. 5000t (Condottierie I+II, Kuma/Nagara/Sendai, Pluton als Minenkreuzer), und die wirklich brauchbaren leichten Kreuzer bewegten sich in 6000-7000t.

Zu unsere Fragestellung:
Wenn nicht nach Belieben Kreuzer gebaut werden dürfen, und die Wahl zwischen 1*8000t oder 4*4000t besteht, würde ich ohne grösseres Nachdenken den grossen nehmen. Der (die) 4000-Tonner sind möglichen gegnerischen Kreuzern (Fr, GB, SU) keinesfalls gewachsen, und verglichen mit den Zerstörer-Zahlen... Was hat England? 150 Stück? 200? Dazu etwa 60 Franzosen... Den 4000-Tonner halte ich a, für eine Tonnageverschwendung und b, weder Fisch noch Fleisch.
Dann schon eher einen einzigen, wirklich brauchbaren "echten" Kreuzer mit ca. 8000t bauen. Allerdings die Linie K->L->N weiterverfolgen, und die Probleme mit dieser Reihe endgültig abstellen.

Wenn allerdings nach Belieben gebaut werden kann, UND genügend brauchbare 8000t+ Kreuzer vorhanden sind (Emden und die K's nicht gerechnet 8-10 Stück), DANN würden 4000-Tonner einen Sinn machen. Besser gesagt zwei: Flak-Kreuzer für die Flotte und Spähkreuzer für die PzSchiffe. Dann aber mit Technik von 1940-1942...

mfg

alex
Reginam occidere nolite timere bonum est si omnes consentiunt ego non contradico
1213, Brief von Erzbischof Johan von Meran an Palatin Bánk von Bor-Kalán

Sven L.

Zitat von: Urs Heßling am 04 Mai 2015, 23:43:46
Ich habe mich schon lange über die scheinbare Nutzlosigkeit der deutschen Leichten Kreuzer gewundert.
Deswegen an dieser Stelle die Frage:
Was bringt dem DR/der Reichsmarine hier mehr,
1 LKrz. von 8.000 t oder
2 schnelle Minenkreuzer à 4.000 t (vgl Brummer/Bremse) (.. und wenn dem zugestimmt wird)

Bevor wir von Nutzlosigkeit sprechen, müssen wir uns vor Augen halten, zu welcher Zeit die lt. Kreuzer gebaut wurden.

Die dt. Marine war nach 1918 praktisch "Kastriert" worden und kämpfte um ihre Daseinsberechtigung. Im Laufe der Zeit wandelte sich das Konzept des aufklärenden lt. Kreuzers immer mehr einem Kampfschiff - weltweit - da die Aufklärung immer mehr von den der Fliegerei übernommen wurde. Das die dt. Kreuzer im Laufe ihrer Lebenszeit größeren Verbrauchsbegrenzungen unterlagen, sei der im Laufe der Zeit hinzugekommenen zusätzlichen Gewichte geschuldet, weshalb alle Kreuzer nach und nach umgebaut werden sollten bzw Karlsruhe 1939 umgebaut worden ist.

Jetzt zu der Frage, die Urs stellte.

Bevor man die Frage beantworten kann, muss man eigentlichen wissen, wie das Einsatzkonzept der dt. Marine sein soll und welche Schiffstypen (allgemein) für das Konzept benötigt werden. Langfristig gesehen (m.M.n.) würden beide Tyen Sinn machen. Wenn man vom gegebenen Zeitpunkt ausgeht, macht der 8.000t Kreuzer mehr Sinn, zumal die kleineren Minenkreuzer später in kürzerer Zeit gebaut werden könnten.
Die dt. Marineleitung wollte die lt. Kreuzer auch als Raider verwenden.  Der 8.000 t Typ könnte dies u.U. auch allein fahrend bewerkstelligen, wogegen, wenn man statt der Minenkreuzer Spähkreuzer in die Planung nimmt, diese als Unterstützung für die Panzerschiffe im Ozeanischen Handelskrieg sieht bzw. verwendet.

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Um nochmal auf den Spähkreuzer zu kommen. Im Hadeler in Tabelle 3.232a auf den Seiten 316 und 317 finden sich Angaben zu zwei Spähkreuzer.  Ich gebe mal die technischen Daten desjenigen mit 15 cm Hauptartillerie wieder.


















Länge KWL (m)138,0
Breite KWL (m)13,9
Seitenhöhe (m)7,45
Konstruktionstiefgang (m)4,35
Maschinenleistung88.000 davon
         (WPS)1/10 Motoren
Dauerhöchstgeschwindigkeit (kn)37,5
Besatzung305
Hauptartillerie Anz.xKal. (cm)6x 15
Nebenartillerie2x 8,8
Torpedorohre2x 5
Panzer max. Deck (mm)15
Panzer max. Seite (mm)20
Fahrstrecke bei 19 kn (sm)6.400
Konstruktionsverdrängung (t)4.343
Einsatzverdrängung (t)4.981
Grüße vom Oberschlickrutscher
Sven


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Solange man seinen Gegner nicht bezwungen hat, läuft man Gefahr, selbst bezwungen zu werden.
Clausewitz - Vom Kriege

Peter K.

Zitat... Tromp ... zwei 15cm Doppeltürme als Buggeschütze ...

Während in einem internen Papier des Konstruktionsamtes vom 01.07.1937 noch von "6 - 15,2 cm S.K. für 60° Erhöhung in 3 Doppeltürmen" geschrieben wird, heisst es in einem späteren, sehr detaillierten vom 01.04.1938 "sechs 15 cm S.K. L/50 in 3 Doppellafetten". Für jede Doppelafette wären 2 elektrisch betriebene Munitionsaufzüge vorhanden.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Bergedorf

Moin,

mal ne dumme Frage:

Hätte man nach den damaligen Vertragsbedingungen ein nur leicht bewaffnetes geschütztes Spähschiff bauen können, das zwar Seetüchtigkeit, Panzerung und Geschwindigkeit eines Kreuzers hatte, jedoch nicht in diese Kategorie gefallen wäre?

Gruß

Dirk

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