Z5, ex DD 572 USS Dyson, Erinnerungen in Wort und Bild. Teil 2

Begonnen von Rolfo, 09 Juli 2016, 17:40:32

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Rolfo

Lebenslauf des Zersoerers Z5 unter deutschen Flagge
17.2.1960, 0900 Uhr. Schiff durch Kommandant von der Werft übernommen.
Bundesdienstflagge gesetzt." So lautet die erste Eintragung in das erste Schiffstagebuch (Logbuch) des "Zerstörer 5".
Einige Monate der Überholung durch die Marinewerft in Charleston waren vorausgegangen; eine Zeit, in der die neue Besatzung Gelegenheit hatte, sich und das Schiff und South Carolina kennenzulernen. Am 23.2.1960 erfolgte dann die ofizielle Indienststellung durch Admiral Wagner. Die sich anschließende Ausbildung in See - noch unter fachlicher Aufsicht der Amerikaner - wurde von Norfolk, Key West, Port au Prince und San Juan ausgeführt, als Abschluß erfolgte eine Gefechtsausbildung in Guantanamo (Kuba).
Schließlich war es soweit; der entgültige Abschied der ex.USS "DYSON" von den USA war gekommen; im Juni 1960 machte sie als "Zerstörer 5" ihre erste Atlantiküberfahrt in ihre neue Heimat. Über Ponta Delgada (Azoren) ging es direkt nach Bremerhaven, wo das Schiff in der Lloyd-Werft mit deutschem Gerät nachgerüstet wurde. Im Oktober verlegte "Zerstörer 5" in seinen neuen Heimathafen Flensburg und startete hier zum ersten male zu Ausbildungszwecken in die Ostsee, wo dieser "neue" Schiffstyp mit Interesse wahrgenommen wurde.
Zusammen mit ihren Schwestern "Z 4" und "Z 6" schlossen sich im neuen Jahr erste Geschwaderübungen in der Ostsee an; ein gemeinsamer Schießabschnitt, dem unzählige folgen sollten, führte die Schiffe in die Nordsee, wo gemeinsam ein Havarist gesucht wird, den "Zerstörer 5" findet, der jedoch inzwischen keiner Hilfe mehr bedarf. Eine erste Aufklärungsfahrt in die östliche Ostsee endet mit einem Besuch Kopenhagens. Für "Zerstörer 5" ist "High Jink" das erste NATO-Manöver, in dessen Verlauf die Ostsee und norwegische Gewässer befahren werden. Unzählige Manöver mit verbündeten Marinen werden ihm folgen und die ersten aufgesuchten Häfen werden zu vertrauten Kulissen werden. Das erste nationale Manöver "Wallenstein IV" führt die drei Flensburger Fletcher zusammen in die Nordsee.
Im Frühjahr 1966 überquert "Zerstörer 5" ein letztes mal den Nordatlantik, um gemeinsam mit "Z 4" die Gefechtsausbildung in Norfolk zu absolvieren. Ein Aufenthalt in Kingston/Jamaica entschädigt die Besatzung für das strapaziöse Quartal.
Im August 1966 beginnt die erste Depotinstantsetzung in der Kieler Howaldtswerft; innerhalb von 14 Monaten wird das außer Dienst gestellte Schiff generalüberholt. Seit Indienststellung sind 145 000 Seemeilen gefahren.
Nach erfolgter Seeklarbesichtigung ist "Zerstörer 5" Anfang 1969 wieder einsatzbereit und unternimmt mit "Z 1" und "Z 4" eine Ausbildungsreise nach Alicante und Lissabon. Es folgen Übungen in norwegischen Gewässern und in der Ostsee. Im Herbst dann eine Geschwaderreise rund England mit Amsterdam als Endziel. Zwischendurch immer wieder Artillerieschießen, Rollendienst, Gefechtsausbildung, Torpedoschießen.
Im gleichen Jahr wird "Zerstörer 5" mit seinen beiden Flensburger Schwestern nach Kiel verlegt und mit den 3 Kieler Zerstörern zum 3. Zerstörergeschwader zusammengefaßt.
1970 führt eine Sturmreise die Fletcher durch die Biscaya nach Las Palmas; nach Aufklärungsaufträgen in der Ostsee und - wie immer zwischendurch - Fahrten für Lehrgänge von Marineschulen; dann im gleichen Jahr wieder Außerdienststellung und Depotinstandsetzungsperiode.
Darauf beginnt wieder das mühselige Laufenlernen eines Kriegsschiffes nach einem langen Werftaufenthalt mit neuer Besatzung, das dieses Mal sein Ende in einer Ausbildungsreise mit "Z 3" und "Z 4" nach Cadiz findet. Eintragung im Logbuch 1972: "Beim Ankern in der Aalbaek-Bucht ging der Steuerbord-Anker verloren."
1973 suchen Schiff und Besatzung zum ersten Male die Schiffsicherungslehrgruppe in Neustadt auf, um hier Vorausbildung für die Gefechtsausbildung in Portland/England zu betreiben, die im Februar beim COST (Commander Operational Sea Training) stattfindet. Nach erfolgreichem Abschluß dieser höchsten Ausbildungsstufe ist eine Mittelmeerreise nach Toulon und Ceuta (Nordafrika) ein willkommener Ausgleich. Danach bestimmen wieder Pflichtaufgaben wie Aufklärung, Schießen und diverse Schiffsvermessungen den Alltag. Eine Ausbildungsreise in norwegische Gewässer folgt 1974, Lissabon, Cadiz und Kopenhagen werden 1975 angelaufen. Die nordischen Häfen Deammen und Göteborg stehen im folgenden Jahr im Programm ebenso wie Kopenhagen, Brest und Vigo.
Alle - nach Außerdienststellung von "Z 1" und "Z 6" verbliebenen - vier Fletcher machen 1977 eine gemeinsame Reise mit Aufenthalt in Aalborg; im gleichen Jahr nimmt "Zerstörer 5" als erste deutsche Einheit an den "Catham Navy Days" in Großbritannien teil.
Das Jahr 1978 ist gekennzeichnet durch eine erneute Gefechtsausbildung in Portland und eine außergewöhnliche Reise mit Schiffen anderer Geschwader durch das Mittelmeer. Historische Stätten in Griechenland und in der Türkei können durch Besatzungsangehörige besichtigt werden. Ein Aufstieg auf den Ätna/Sizilien bleibt für viele ein unvergeßliches Erlebnis.
1979 platzt die Teilnahme an einer SEF (Ständige Einsatzgruppe der Flotte) wegen schwierigen Eisverhältnissen im Frühjahr, das NATO-Manöver "Bright Horizon" beendet eine weitere Fahrensperiode. Bei HDW in Kiel findet bis zur Jahreswende 1980 die voraussichtlich letzte erweiterte Zwischeninstandsetzung des "Zerstörer 5" statt.
Material wieder in Schwung gebracht, warten jetzt auf Schiff und Besatzung neue Aufgaben, die zu bewältigen sind, um der eigentlichen Aufgabe, der Sicherung des Friedens, gerecht zu werden - zu der auch der "Zerstörer 5" in den zurückliegenden zwanzig Jahren geholfen hat beizutragen.

Post Visits

Port Au Prince - Haiti
 































Port Visit San Juan – Puerto Rico
















































Port Visit Hamilton - Bermuda





















Port Visit Ponta Delgada – Azores














 

Z5 – Das Schiff














 
Rohrmeister auf Z5


























































 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 



   

It's nice to be important, but it's more important to be nice.

didi1

Hallo Rolfo,
einfach toll deine Berichte.
Ich habe die Fletcher noch in Kiel 1967 sehen dürfen.

Gruß
Ditmar
Gruß Ditmar

Darius


Bugsierstefan

Moin,

top    Einfach Klasse!!!!!!

Bitte weiter so! Und vielen Dank dafür!

Viele Grüße  :MG:

Trimmer

Hallo Rolfo - dem  kann ich mich eigentlich nur anschliessen - einfach  top

:MG: Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

2M3

Moin Rolfo,
tolle Bilder, Danke fürs Eintellen. Frage, auf einem Foto vom Torpedorohrsatz sind an der Bordseite noch zwei 20mm Oerlikon-Zwillinge zu sehen. Habt ihr die damals noch an Bord gehabt und wie lange?

Gruß Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

smutje505


Rolfo

Danke fuer die "Kudos" von Smutje, 2M3, Trimmer, Bugsierstefan, Darius, didi, RonnyM .
Strolling down memory lane, still without a cane, brings back many wonderful flashbacks to a time long gone.
I highly recommend other members of the Marinearchiv to join me combating forgetfulness. Keep your brain young, leave your kids and grand kids with a record of the time when you were young.
It's nice to be important, but it's more important to be nice.

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