Welches Beute – U – Boot ?

Begonnen von TD, 30 März 2012, 20:59:06

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TD

Welches Beute – U – Boot  ?

Halle zusammen,

finde eben im KTB der KMD Lübeck anhängenden Eintrag.
In den späteren Einträgen gibt es keine Meldungen mehr über diesen Vorgang !
Welche Beute – U – Boot kann es wohl gewesen sein ?

Sicher kein bereits in Dienst befindliches Boot, sonst hätte man sicher dessen Kennung genannt und eine zivile Firma hätte Order bekommen sich bei der Marine zu melden.

Danke, schönes Wochenende

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Rheinmetall

Hallo Theo !

U B (ehemals HMS Seal / Porpoise-Klasse) wurde am 31. Juli 1941 von der Kriegsmarine außer Dienst gestellt.
Vielleicht konnte anschließend die KMD Lübeck über das Boot verfügen, da es ja nur sehr begrenzten Wert für die Deutschen gehabt hatte.
Es wurde ja auch erst am 3. Mai 1945 in der Heikendorfer Bucht (bei Kiel) selbstversenkt.

Gruß,
         Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

TD


Hallo ? ( Rheinmetall)

Dank Dir schon für diese erste Vermutung.
Die KMD Lübeck hat auf keinen Fall vorher etwas mit diesem U-Boot- zu tun gehabt.
Die Drängerwerke müssen das U-Boot ja wohl direkt vom OKM z.V. bekommen haben mit der Auflage sich mit der KMD Lübeck ( ist eben die höchste KM Stelle damals dort gewesen) in Verbindung zu setzen.
Wäre die KMD näher mit dem U-Boot befasst gewesen hätte sie sicher nicht den schwammigen Ausdruck Beuteboot benutzt.
Es scheint ja auf jeden Fall ein a. D. gestelltes U-Boot gewesen sein, sonst hätte sich eben Kommandant XX vom U-Boot U XXX bei der Dienststelle gemeldet.
Hier sieht es ja so aus als wenn die Drängerwerke das U-Boot mit einer Werftbesatzung ( KMW Kiel ? ) bekommen hat, vielleicht wurde da Boot ja sogar zur Firma geschleppt.
Kommt hier noch die spezielle Frage.

Wurde UB 1945 im Hafen, in der Werft oder ggf. noch mit eigener Kraft fahrend selbstversenkt.

Wir machen weiter...

Theo
...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

SchlPr11

Hallo,

UB lag am 19.07.1942 bei Indienststellung der HUGO ZEYE in der Rostocker Neptunwerft.
Dafür gibt es diesen Fotobeleg vom Bb-Vorschiff des U-Bootes. Die Flutschlitze identifizieren das Boot eindeutig. Eine Verwendung zu diesem Zeitpunkt ist allerdings unbekannt. Ebenso gibt es bislang keine Angaben zu dem Rumpf dahinter mit der aufgeschnittenen Außenhaut dahinter. Auf der Warnow vor dem Gehlsdorfer Ufer wird friedensmäßig gesegelt.

Möglicherweise steht Theos Notiz über Dräger in Verbindung zur Neptunwerft.

REINHARD

bettika61

Zitat von: TD am 30 März 2012, 20:59:06
Welches Beute – U – Boot  ?

Halle zusammen,

finde eben im KTB der KMD Lübeck anhängenden Eintrag.
In den späteren Einträgen gibt es keine Meldungen mehr über diesen Vorgang !
Hallo,
Zum gesuchten U-Boot kann ich nichts beitragen, aber zum für die Drägerwerke genannten Mitarbeiter "Dr.Meyer-Windhorst":
Dr. August Meier-Windhorst war führend tätig bei Menschenversuchen mit KZ-Häftlingen .
Es wurden "Belüftungsversuche"  mit Frauen von Außenlagern des KZ Neuengamme durchgeführt,um zu erforschen ,,wie lange Menschen in einem gasdichten Luftschutzraum ohne Belüftungsanlage überleben können".
https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=http://media.offenes-archiv.de/ha3_5_1_2_thm_2409.pdf&ved=2ahUKEwiq6sbrscreAhUC2KQKHThqA8MQFjACegQICRAB&usg=AOvVaw2T1trYrd01XRGFKp9Ab_3W
Die Drägerwerke hatten in Hamburg Wandsbek einen Standort, der mit Häftlingen eines KZ-Außenlagers von Neuengamme arbeitete.https://de.m.wikipedia.org/wiki/KZ-Außenlager_Hamburg-Wandsbek
Grüße
Beate

,,Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." George Santayana

JensA

Noch eine Foto von "UB" auf selbem Platze in Rostock, möglicherweise am 14.12.1942 in Verbindung mit der Indienstellung des M 344 aufgenommen.

Kann jemand das Schiff hinter dem Boot identifizieren?

Jens

SchlPr11

Hallo,
auf beiden Fotos aus der hiesigen Neptunwerft liegt UB neben den nicht fertig gestellten Neubau für die Türkei - SALON. Über den ganzen Krieg nur Füllarbeit zur Fertigstellung als S-Bootbegleitschiff WINDHUK.
REINHARD

JensA

Hallo Reinhard,

Vielen Dank für den Auskunft.
Handelte sich ursprünglich um ein ziviles Schiff oder ein Kriegsschiff?

mfg:
Jens

Lothar W.

Hallo Jens,

laut Gröner war die "Salon" als Passagierschiff für die türkische Reederei "Denizbank-Denizyollari Idaresi" vorgesehen gewesen. Der Neubau wurde am 31.03.1940 von der Kriegsmarine erfasst und als Wohnschiff vorgesehen. Das Schiff wurde aber nicht fertiggestellt und wurde später sowjetische Beute.

Gruß
Lothar

kalli

#9
Zitat von: Lothar W. am 01 März 2020, 14:11:13
Hallo Jens,

laut Gröner war die "Salon" als Passagierschiff für die türkische Reederei "Denizbank-Denizyollari Idaresi" vorgesehen gewesen. Der Neubau wurde am 31.03.1940 von der Kriegsmarine erfasst und als Wohnschiff vorgesehen. Das Schiff wurde aber nicht fertiggestellt und wurde später sowjetische Beute.

Gruß
Lothar

Etwas abschweifend vom Thema kurz noch zu SALON und WINDHUK. Eine ausführliche Schiffsbiografie befindet sich in Trifonow/Parolow ,,Morskoj Flot SSSR Trofei i Reparazii" Band 1, S. 105 ff.
WINDHUK war ein Reparationsschiff und wurde im Rahmen der Reparationsleistungen zum Passagierschiff PPIMORJE in Rostock ausgebaut. 1950 kam es in den Bestand der fernöstlichen staatlichen Reederei. Ende September 1951 war sie in Wladiwostok und auf der Primorsker Line eingesetzt. 1976 Verschrottung in Sakaide/Japan.
Das Bild stammt aus oben genannten Buch und zeigt PRIMORJE Anfang der 60-er Jahre.

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