Zeebrugge 1918

Begonnen von Teddy Suhren, 06 Dezember 2006, 21:56:26

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Teddy Suhren

Hai

Kennt oder hat jemand Bücher über den Zeebrugge Raid der Engländer 1918?
Es gibt ein Buch von Deborah Lake, kann jemand was dazu sagen?
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Langensiepen

#1
für ein britisches Buch sehr informativ und modern geschrieben. Was auf deutscher Seite ab ging nicht so ergiebig. Liegt auch daran das der lieber Freund aus Zeebrügge die deutsche Seite `bearbeitet `hat und das in der ihm eigenen Oberflächlichkeit. Was die von ihm zugelieferten  `Foto`angeht, so habe ich bisher nicht glauben können das man solchen Schrott auch noch druckt. Wer also die Vergänge auf deutscher Seite kennt ist mit dem Buch nicht schlecht bedient. Es bleibt wieder ein Mal die große Frage. Wann schreibt mal wer in deutsch was nettes zum Thema?
BERND

Torpedo

Mein Opa war Seeflieger und als solcher in Ostende und Zeebrügge stationiert. Aus irgendeinem Grund war er am Tag des Raids nicht da, kam aber am nächsten dorthin. Von ihm habe ich ein Buch von Karl Bartz - Zeebrügge; allerdings 1938 erschienen.

Die Marineaktivitäten in Flandern (aus wissenschaftlich-deutscher Sicht) wären wirklich mal ein interessantes Thema. Bernd, wir haben doch das KTB, ich muß allerdings gestehen, dass ich noch nicht reingesehen habe  :roll:
Uli "Torpedo"   [WoW Nic: Torpedo_uas]

"Man muss seine Geschichte kennen, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen"

Restaurierungsbericht des SEELÖWE, 20er Jollenkreuzer Baujahr 1943
http://facebook.com/r167seeloewe

Langensiepen

Ja Uli, über das Flandern Korps gibt es an Akten ALLES von Boots KTBs, den der Marineinfanterie, der Flieger, über abgehörte Funksprüche, der Erschießung `` meines`` Capt. Fryatt, das Postbuch bis hin zum Pferdeverkauf. So gut ist kein Schauplatz von 14/18 aktenmäßig vorhanden. Aber - meine alte Hassnummer – lieber noch ein BISMARCK Buch oder ne Untersuchung warum die Japaner am dem oder dem Tag des Jahre 1942 dies oder jenes hätten machen sollen um den Krieg zu gewinnen.. ( Ist ungerecht von mir ,aber ehrlich ) . Amateurschreiber wie unsereins werden sich nicht die Mühe machen Freiburg jahrelang abzugraßen oder bei den Amis sich die Filme kaufen. Im Internet ist über das Thema Flandern Korps  nur Scheiße vorhanden. Was bisher in deutsch erschien ist für den technischen Ablauf brauchbar. Auch die Briten ( Mrs.Lake ) verlassen nun den Pfad der Legenden.  Also Uli, legt dein B Boot beiseite und schreib mal was  ( Nee, ist Spaß, bau mal weiter ) BERND

Teddy Suhren

Hai

Bis jetzt hab ich drei Bücher gefunden:

Lake - Zeebrugge and Ostende Raids 1918
Carpenter - Blocking of Zeebrugge
Pitt - Zeebruegge: Eleven VC's before Breakfast

Wenn ich die Kurzbeschreibungen lese ist aus Informativer Sicht das erstgenannte am ehesten zu empfehlen, oder?
Ich wollte keine weitere Geschichte über JEB Stuart lesen.
Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Langensiepen

Knapp und einfach: ja: Lake - Zeebrugge and Ostende Raids 1918
BERND

Hastei

Hallo,

das Buch Zeebrugge 1918 kenne ich nicht, aber ich habe das Buch "Zeebrugge"
von Karl Bartz , 1938.  Wie alle Bücher in der damaligen Zeit geschrieben, hat es heute,
wo alles in Frage gestellt wird, was wir jemals mit dem Schwert unternommen haben, keine
Chance , veröffentlicht zu werden.
Noch ein ,meiner Meinung nach,  interessantes Buch über das Thema :
Marinekorp Flandern , 1997 , von dem Belgier Johan Ryheul. Ich finde es sachlich,objektiv
und vor allen Dingen -tolle Bilder.

Gruß Hastei

Langensiepen

#7
Noch ein ,meiner Meinung nach,  interessantes Buch über das Thema :
Marinekorp Flandern , 1997 , von dem Belgier Johan Ryheul. Ich finde es sachlich,objektiv

Das Buch ist, halten zu Gnaden , ein Beispiel wie ein Buch zum Thema WK1 knapp 100 Jahre danach NICHT sein soll. Wäre es das geblieben was es mal war, eine Zeitungsbeilage in Flandern, so wäre die Sache in Ordnung. Der Autor ist ein Exporte für den 14/18 Luftkrieg und darüber bringt er Gutes. Auch das Thema schwere Artillerie ist gut vertreten. Was aber den `Rest `des Flandernkorps angeht, ist das Buch mehr als ungenügend. Kein einziger Hinweis oder eine Darstellung, die den Sachstand von , na sagen wir mal nach 1970 , enthält. Die Liste der Fehler ist Legion, sein Sachverstand bei U- oder T-Boot mäßig. So erfährt der Leser eigentlich nur, was er aus Literatur der 20- 30ziger schon erfahren hat. Überhaupt kein einziges Mal eine kritisches Herangehen an die Sache oder mal was neues. Dabei ist die Aktenlage des Flandern Korps in Deutschland, GB, FR und Belgien eine der besten überhaupt.   Das er Freiburger Material nicht benutzt hat obwohl  viele Flandernforschern nur einige Km von ihm entfernt wohnen mag ja noch angehen. Was aber nicht nachvollziehbar ist, ist das noch nicht mal das deutsche Seekriegswerk  von ihm benutzt wurde. Ich hatte gehofft, das ein flämischer Autor mehr auf die Situation seiner Landsleute eingehen würde und nicht altbekannten Quark aufwärmt. Wenn dies ein britisches Buch wäre könnte man zur Tagesordnung übergehen und sagen, na bald kommt was besseres. Für Deutschland war es das aber, denn hier gibt der Markt nicht Raum für 2 Bücher zu dem Thema. . Schade. Das dann die Verkaufszahl dreistellig blieb spricht für sich.  Ich hatte mir das Buch gekauft, leider war es `eingeschweißt `,sonst hätte ich mir das Geld gespart. 
BERND
PS: Über seine Maltechnik schweigen wir mal. Hätte er doch aus dem Gröner geklaut, hier hätte ich es verstanden.

Hastei

Hallo Langensiepen,
das ist aber eine harsche Kritik! Also, ich nehme das sachlich und objektiv zurück.Trotzdem, ein schönes Buch !Ich hatte das Buch kurz nach Erscheinen gekauft
und fand es gut. Kann mich allerdings nicht mehr so recht erinnern. Detail, die nicht richtig sind,verfälscht oder gar falsch, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Es beeindruckte mich eben durch die Größe und die vielen guten Fotos.  Ich werde es mir nochmal vornehmen
Wenn ich jedes Buch, das ich besitze , so kritisch beurteilen würde, von der Arbeit der Recherche abgesehen, hätte ich wohl nur ein paar Wenige und nicht  über 500. Wie Du an meinem Alter erkennen wirst, habe ich schon Bücher bekommen, als kaum was auf dem Markt war. Da war man froh, wenn man überhaupt was bekam . Heute ist das anders, man kann gute Qualität erwarten,
viele Quellen stehen nun zur Verfügung und-  die Bücher sind ja nicht billig.

Gruß  Hastei

Torpedo

Hallo Hastei,

das Ärgerliche - und da verstehe ich Lasi voll und ganz - ist, dass es über das Thema Flandern gute Quellen gibt und ein wenig Recherche Wunder bewirkt hätte. So ist es nur ein besserer Bildband mit ein paar oberflächlichen Erläuterungen. Gut als Einführung, aber nicht für ernsthaftes Interesse. Das Problem ist aber, dass die Kaiserzeit (im Gegensatz zum 3. Reich) in unserem Land erst langsam an Interesse in der breiten Bevölkerung gewinnt und damit auch solcherlei Themen. DAFÜR ist aber JEDES Buch gut, wenn es Interesse nach mehr weckt.
Wenn DU dich für diesen Teilbereich näher interessierst, schreib Lasi mal an wie man dort eigene Recherchen betreiben kann, was wirklich Spaß macht, da man hier völliges Neuland betritt.
Uli "Torpedo"   [WoW Nic: Torpedo_uas]

"Man muss seine Geschichte kennen, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen"

Restaurierungsbericht des SEELÖWE, 20er Jollenkreuzer Baujahr 1943
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Langensiepen

#10
Hallo Hastei, Tach nach Velbert oder so in die Gegend. Ich bin ja kaum messbar jünger wie du und da ich die Sommerferien von 1953 bis 1959 immer bei der Familie in Grüten ( Tappers Kneipe gehörte`uns`) und Mettmann verbringen konnte, haben wir uns wahrscheinlich mal auf Schloß Burg, dem Zoo von W. an der Wupper oder im Cafe L. in Velbert getroffen. Will damit sagen, das wir zwei beide wohl Marinebucherfahrungsmäßig dicht zusammen liegen. Die Kritik galt dem BUCH und nicht dir! Ein Buch das nach 1970 über Marine WK1 geschrieben wurde und NICHT auf Archivmaterial der beteiligten Länder zurückgegriffen hat gehört in die Tonne getreten. Wir in der BRD haben , anders als in GB oder USA , nicht die Möglichkeit jedes Jahr zum Thema  x Neuerscheinungen uns rein zu ziehen. Schreibt also wer was zum Thema XY, so war es das. Aus, Ende, Schluß.Es kommt nichts mehr nach. So ist es immer eine Zitterpartie ein neues deutsches kaiserliches Marinebuch in die Hand zu nehmen. Es gibt Neuerscheinungen, die einem das Herz erfreuen. Der Hauschild Verlag steht z.b. dafür oder auch Schröder sei U-Boots Buch oder auch Lochner, die Artikel im Hamburger Rundbrief..... Leider gibt es dann aber Druckwerke die lieber nicht durch die Rotationsmaschine gelaufen wären. Dazu  gehören u.a.  FLANDERKORPS, FELDGRAU IN JERUSALEM und die Erzeugnisse von H. Bendert. Es sind Bücher der Art; schnell irgendwo was abgeschrieben,  ex und hopp. Ohne Nachprüfung die 1919 bis 1940 ( danach war ein anderer Krieg an der Reihe ) erschienene völkische Sülze ( Auf See unbesiegt !) nur in ein neues Sprachkleid gedrückt. Da kann man sich lieber das Original rein ziehen und sich bei der BfZ oder dem IWM die nötige Fotos besorgen. Ich kann auch die Verlage nicht verstehen solch Müll in die Welt zu setzen. Geld machen kann man damit ja nicht.
Ja ich bin zornig auf diese Verlage, den sie machen es dem ehrlich arbeitenden Autoren fast bis ganz unmöglich in deutsch lesbares Neues auf den Markt zu bringen. Die Guten wandert also aus ( auch ein Spiegelbild der BRD Gesellschaft) und so erscheint in den USA bald ein Buch über den Grabenkrieg 14/18 ,über die SEYDLITZ und wohl auch über die GOEBEN.
BERND







Hastei

Hallo Langensiepen,

erst möchte ich mal sagen, das Velbert  von uns beinahe eingemeindet wurde, also mehr
ein Vorort von Wuppertal ist. Genaugenommen bin ich erst Elberfelder und dann Wuppertaler.
So,
dann verstand ich mich auch nicht in der Kritik, sondern habe schon erkannt, das die Kritik dem
Buch galt. Außerdem ist es doch auch Sinn des Forums, sachlich zu diskutieren .
Ich denke im prinzip wie Du, denke aber, das die Verlage mit solchen Büchern nicht unbedingt
Fachleute, oder Hobby-Historiker  ansprechen wollen. Sie wollen also verkaufen. Ein Leser,der
sich nicht so mit Geschichte auskennt, ist natürlich begeistert und hat vielleicht auch kein Interesse,
so in die Materie einzudringen. Das ist auch ein Grund, warum ich mir im Fernsehen keine Sendungen
über  WkI und WK II ansehe. Neulich bei N 24 Stuka-Storie, tolle Filmaufnahmen ,aber wenn
ich höre ,Terrorbomber Ju 87 über London und Bilder sehe wie SM 79 , also it. Torpedobomber
in der Ostsee poln. Schiffe angreifen, nein das tue ich mir nicht an.
Gruß aus Vohwinkel

      Hastei

Langensiepen

#12
Tach, nach Elberfeld! Stimme dir auf der ganzen Linie zu, mit der kleinen Einschränkung, das die betr. Verlage ( ich kenne deren ``Innenleben``  recht gut )  die Titelauswahl  teilweise aus dem Ärmel schütteln. Es fehlen gute Lektoren. Was uns da so angeboten wurde! Da war einer mit Doktortitel der zum Halbmond & Co.. diffusen Kram  anmerkte, aber einen großen Schnitzer der uns unterlaufen war überhaupt nicht bemerkte. Da war ein anderer, dem ich harrklein erklären musste, das man als Zivilmensch , mit dem nötigen Kleingeld,  im Winter 14/15 problemlos mit der Bahn von Berlin nach Istanbul fahren konnte. Ich habe mit Verlagschef Dr. R. der damals für das FLANDERNKORPS verantwortlich zeichnete mich lange über dies `Buch `unterhalten , richtig erklären warum Mittler sich daran die Finger verbrennten wollte, konnte er mir auch nicht geben.
Nun, aber vielleicht erleben wir zwei alte Männer doch noch andere Zeit.
BERND
PS: Wuppertal -Vohwinkel  :-D  :-D  1647 siedelte als Halfmann ein Goddert Langensypen auf den Nasnaken. Das ist da wo heute die Kreuzung Gruitener Str / Kampfbahn ( Bahnhof Vohwinkel ) sich befindet. Danach wurde Generationen lang bei Sonnborn, Tesche, Luntenbeck und Varresbeck das kahle Feld beackert, erst mit Herrn Napolibum gings ab nach Langenberg. Elf Generationen später sind wir dann in Hamburg angekommen.  8-) Du siehst, ich rücke dir immer näher auf den Pelz  :-D

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