Das 1. vom Graf Spee gekaperten Schiff war nicht die Clement

Begonnen von Daniel, 05 März 2008, 21:18:04

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Spee

@Daniel,

"artillándose someramente" bedeutet: leicht bewaffnet.

Dankeschön  :-) !
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Mario

Wobei ich beim besten Willen keinen rechtmäßigen Grund für die Kaperung eines rotspanischen Schiffes erkennen kann.
Soweit mir bekannt ist, oblag es den deutschen, französischen, britischen und italienischen Kriegsflotten, den Nachschub aus Drittländern nach Spanien zu unterbrechen. Mit viel Voreingenommenheit und wenig Neutralität wurde diese Aufgabe "erledigt".  :x

Spee

@Mario,

genau deshalb steht da auch "Akt der Piraterie" und nichts anderes war es.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Spee

Servus,

gerade passend gefunden:


Aufzeichnung des Legationssekretärs Ripken (Pol. Abt.)

BERLIN, den 3. Januar 1937
zu Pol. I 234 g

Herr Korvettenkapitän Schubert vom Oberkommando der Kriegsmarine suchte mich heute auf und teilte mir mit, daß das Oberkommando der Marine die Absicht habe, wegen der bisher verweigerten Herausgabe des restlichen Teiles der Ladung des Dampfers Palos sowie des spanischen Passagiers schärfere Maßnahmen zu ergreifen. (1)

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(1) Am 24. Dezember 1936 wurde der deutsche Dampfer Palos durch Seestreitkräfte der Spanischen Regierung beschlagnahmt. Das Schiff selbst wurde später freigelassen, aber ein Teil der Ladung und ein spanischer Passagier wurden festgehalten. Im Januar 1937 beschlagnahmten deutsche Seestreitkräfte drei spanische Schiffe. Als die geforderte Freilassung der Ladung und des Passagiers der Palos nicht gewährt wurde, wurden die drei Schiffe den spanischen Rebellen übergeben.
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Dem Herrn Reichskriegsminister solle hierüber morgen vormittag Vortrag gehalten und seine Zustimmung zur Absendung folgenden Funkspruchs des Befehlshabers der Panzerkreuzer in den spanischen Gewässern an den Roten Spanischen Machthaber in Bilbao erbeten werden:

"Nachdem trotz wiederholter Aufforderung die Verletzung deutschen Hoheitsrechts durch Freigabe Passagier und Restladung Dampfer Palos noch nicht wiedergutgemacht ist, sieht sich die Deutsche Regierung gezwungen, ihre Maßnahmen zu verschärfen, falls bis zum ... mittags Übergabe Passagier und Restladung nicht erfolgt ist."

Als solche schärfere Maßnahmen, die indessen nicht bekannt gegeben werden sollen, sind vorgesehen:
1. Ausdehnung der bereits jetzt beobachteten Kaperei auf geleitete rote spanische Dampfer;
2. Maßnahmen gegen rote spanische Seestreitkräfte an der spanischen Nordküste;
3. Eventuell Beschießung eines roten spanischen Hafens.
Als Frist für das Einsetzen dieser Maßnahme sind drei Tage vorgesehen.

Über die Frage, ob auch die Beschießung eines roten spanischen Hafens dem Herrn Reichskriegsminister als schärfere Maßnahme vorgeschlagen werden solle, besteht, wie mir Kapitän Schubert mitteilte, im Oberkommando der Kriegsmarine zur Zeit noch keine völlige Klarheit.

Das Oberkommando der Kriegsmarine beabsichtigt mit dieser vertraulichen Mitteilung über ihre Absichten, noch bevor sie dem Herrn Reichskriegsminister vorgetragen worden sind, dem Auswärtigen Amt die Möglichkeit einer Stellungnahme zu geben. Kapitän Schubert bat mich, die Auffassung des Auswärtigen Amtes über die beabsichtigten Maßnahmen dem Oberkommando der Kriegsmarine bis Montag vormittag 11 Uhr, wenn möglich, bekannt zu geben. Eine schriftliche Stellungnahme wird nicht erwartet.

Kapitän Schubert machte mir im Anschluß hieran die Mitteilung, daß bereits am 20. Dezember 1936 der deutsche Dampfer Pluton von einem roten spanischen Kriegsschiff auf hoher See in der Nähe der spanischen Nordküste durch einen scharfen Schuß vor den Bug angehalten und gezwungen worden ist, Kurs auf Bilbao zu nehmen. Nachdem die Pluton diesen Kurs zwei Stunden lang eingehalten hatte, ist sie ohne Angabe der Gründe von dem Kriegsschiff entlassen worden und hat ihre Fahrt auf Vigo fortgesetzt. Dort ist von dem Kapitän der Pluton erst am 28. Dezember angeblich dem Deutschen Konsul gegenüber gesprächsweise von dem Zwischenfall Kenntnis gegeben worden. Das Oberkommando der Kriegsmarine hat, wie Kapitän Schubert mir erklärte, heute erst Mitteilung davon erhalten. (1)


RIPKEN

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(1) Eine handschriftliche, der Aufzeichnung beigefügte Notiz lautet:
Sofort dem Herrn R.M. vorzulegen. Es handelt sich um die sehr ernste Frage, ob wir, wie die Marine plant, zu direkten kriegerischen Aktionen schreiten wollen oder ob wir uns damit begnügen, den bisherigen Kaperkrieg in erweitertem Umfang fortzusetzen. Die vorgeschlagene Mitteilung (Ultimatum) an die roten Befehlshaber in Bilbao erscheint mir an sich unbedenklich, da sie offen läßt, worin die Verschärfung bestehen soll. Gaus 3.1. 10 Uhr 15.
Ein Vermerk in der Handschrift Neuraths lautet:
Mit Ultimatum einverstanden. Dagegen nicht mit Beschießung spanischen Hafens.
Darunter befindet sich ein Vermerk in unbekannter Handschrift:
Herrn M.D. Gaus mitgeteilt 4.1.
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Trifft es zu, daß die "Königsberg" im Januar 1937 den spanischen Dampfer (rot natürlich) "Sotona" beschossen hat?
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

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