Hubschrauberträger der Mistral-Klasse für die Rote Flotte ?

Begonnen von Albatros, 23 November 2009, 20:02:04

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TomBorkum

@Urs: Moin

Si,  - Du hast gefragt, ich geantwortet.
Aber , auch gut - ich klink mich hier aus!

Scheinbar sind wir auf ein blödes Nebengleis abgerutscht.

Sorry

Gruß
Tom

olpe

Zitat von: TomBorkum am 22 März 2014, 00:50:47
... ich klink mich hier aus!
Scheinbar sind wir auf ein blödes Nebengleis abgerutscht.
Hallo,
... es freut mich, dass das Nebengleis ohne weitere Entgleisungen erkannt wurde  top ...
Ein Wiedereinklinken in den fachlichen Inhalt des thread-Themas würde ich aber durchaus begrüßen ...
Grüsse
OLPE

Big A

Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

AND1

http://www.spiegel.de/politik/ausland/krim-krise-frankreichs-deal-ueber-kriegsschiffe-mit-russland-in-gefahr-a-960738.html
Russland giert nach französischen Hightech-Kriegsschiffen, zwei Exemplare sollen geliefert werden. Doch nun torpediert die Krim-Krise den Milliarden-Deal, Paris spekuliert bereits über eine Annullierung. Die Reaktion aus Moskau ist giftig.
Der Stolz der französischen Marine trägt klangvolle Namen: "Mistral", "Tonnerre", "Dixmude". Dahinter verbergen sich moderne Schiffsplattformen, einsetzbar als Transporter, Hubschrauberbasis, Hospitalschiff oder schwimmende Kommandozentrale. Zwei dieser Hightech-Kriegsschiffe sollen an Russland gehen. Der Vertrag über den Bau und die Lieferung wurde 2011 als "Jahrhundertgeschäft" gepriesen.




Im März 2014 klingt das anders. Erst "verurteilte" Frankreichs Außenminister Laurent Fabius die Intervention Russlands, dann stimmte Paris für den Ausschluss Moskaus aus dem G 8-Club der Mächtigen. Als weitere Sanktion ist jetzt auch ein Auslieferungsstopp oder eine Streichung des Milliardengeschäfts nicht mehr tabu.

Dabei ist es ein Abkommen, von dem beide Seiten profitieren sollten: Der 1,2-Milliarden-Euro-Deal sicherte auf Jahre Arbeitsplätze für die Traditionswerften von Saint Nazaire. Für Moskaus Marine war der Handel ein strategischer Coup, weil sie damit von einer Nato-Nation zwei fortschrittliche Kommando- und Landungsschiffe erwarb.

Der Transfer "sensibler militärischer Technik" wurde nicht umsonst 2012 von den USA und den baltischen Ländern gerügt. Zumal Georgien sich nach dem Angriff Moskaus 2008 durch die Lieferung der Landungsschiffe direkt bedroht sah - ausgeliefert werden die Plattformen der "Mistral"-Klasse daher ohne Bewaffnung.

Die Herstellung der Träger, die 450 Marinesoldaten und 16 Spezialversionen der Kampfhubschrauber Ka-29 und Ka-52K an Bord nehmen können, verlief seither nach Plan: Im Februar 2012 wurde der erste Transporter auf Kiel gelegt, im Juni 2013 folgte das Schwesterschiff. Im Oktober lief die "Wladiwostok" vom Stapel (Einsatzort Pazifik). Auch die Arbeiten an der "Sewastopol", die ausgerechnet die Schwarzmeerflotte verstärken soll, gehen voran.

Annullierung des Rüstungsabkommens möglich

Nun funkt Russland mit seinem harten Krim-Kurs selbst dazwischen. "Wenn Putin weitermacht wie bisher", orakelte Fabius Anfang der Woche, könnte Frankreich eine Annullierung des Rüstungsabkommens "ins Auge fassen". Der folgenreiche Kurswechsel könne aber nur fällig werden, so Fabius, wenn sich die anderen europäischen Staaten auf ähnliche Strafmaßnahmen verständigen könnten. "Bisher sind wir bei Niveau zwei der Sanktionen", warnte der Außenminister vergangene Woche, "das wäre das dritte Niveau der Sanktionen".

Die Drohung brachte Moskaus Führung in Rage: "Im Falle eines Vertragsbruchs wird die russische Seite ihre Rechte bis zum Ende durchsetzen", schimpfte Jurij Borissow. "Sie wird zumal auf dem Ausgleich aller ihrer Rechte bestehen", so der stellvertretende Verteidigungsminister vergangene Woche. Auf dem Spiel steht das "Ansehen und die Glaubwürdigkeit Frankreichs."

Und eine Menge Geld. Denn Frankreich müsste nicht nur die bereits angezahlten mehr als 600 Millionen Euro aufbringen, bedroht wären womöglich auch Hunderte von Arbeitsplätzen in Saint Nazaire. Eine Belastung mehr im gegenwärtigen Krisenklima, zumal die Stadt zur politischen Heimat von Premier Jean-Marc Ayrault zählt.

"Das ist einzig eine Angelegenheit Frankreichs"

Die Schiffe der heimischen Marine zu übergeben, wäre genauso wenig eine Alternative: Zusätzliche Transporter passen nicht zum langfristigen Ausrüstungskonzept, außerdem fehlen die Mittel im strapazierten Militärbudget. Die EU-Partner sind nicht bereit, für den Verdienstausfall einzuspringen. "Das ist einzig eine Angelegenheit Frankreichs", heißt es dazu aus Berliner Kabinettskreisen.
Vorerst setzt Paris daher auf eine diplomatische Lösung. Über eine mögliche Aussetzung der Lieferung der Hubschrauberträger werde erst im Herbst entschieden, erklärte Jean-Yves Le Drian. "Die Auslieferung des ersten Schiffes wird im Oktober fällig und deshalb stellt sich die Frage eines Stopps auch erst im Oktober", beschwichtigt der Verteidigungsminister.

Moskau dagegen verschärft den Ton. "Entweder ihr haltet euch an eure vertraglichen Auflagen und liefert die Schiffe zu den abgesprochenen Terminen oder ihr gebt das Geld zurück", wetterte Vizepremier Dmitrij Rogosin, zuständig für die Rüstungsindustrie. Zugleich ließen die am Bau beteiligten russischen Unternehmen wissen, dass sie die Herstellung auch allein stemmen könnten.

"Wir haben die wichtigsten Pläne", zitierte die Zeitung "Iswestija" eine der Partnerfirmen. "An einem Mistral ist nichts kompliziert, das ist wie eine banale Autofähre - ein Schlepper mit Motor und einem Deck für Hubschrauber oder Panzer. Wenn die russische Marine es wünschen sollte, dann bauen wir die Schiffe eben selbst."

der erste

Wobei der Begriff "giert" wohl etwas zu hoch geschraubt ist. Der Kauf dieser Schiffe ist in Russland seit Beginn umstritten.

Tostan

Der begriff "giert" ist schon richtig, nur der Satz ist etwas zu lang. "Russland giert nach Hightech-Kriegsschiffen" ist schon richtig. Sie müssen nur nicht unbedingt aus Frankreich(bzw. aus dem Ausland) kommen. Der Kauf von Militärtechnik im Ausland ist ja allgemein in Russland verpönt, und dann gleich ein Geschäft in dem Umfang - das war ein Schlag ins Gesicht der Russischen Rüstungsindustrie. Wenn man allerdings sieht, wie sich russische Rüstungsprojekte entwickeln .... gigantische Verzögerungen, Leistungen nicht wie versprochen etc. pp. Siehe z.B. Schwierigkeiten und Verzögerungen bei den U-Booten Projekt 955 / Projekt 677 / Projekt 885, auch bei den Überwasserschiffen gibt es Verzögerungen etc. Dagegen verlief der Bau der Mistrals richtig flott und planmäßig.

Zitat von: AND1 am 30 März 2014, 22:38:33"Wir haben die wichtigsten Pläne", zitierte die Zeitung "Iswestija" eine der Partnerfirmen. "An einem Mistral ist nichts kompliziert, das ist wie eine banale Autofähre - ein Schlepper mit Motor und einem Deck für Hubschrauber oder Panzer. Wenn die russische Marine es wünschen sollte, dann bauen wir die Schiffe eben selbst."

Das halte ich für ein sehr vollmundiges Versprechen, das so nicht einzuhalten ist. Sollte das Geschäft mit Frankreich nicht zustande kommen, wird die Russische Flotte vermutlich noch sehr lange auf ihre Hubschrauberträger warten müssen. Wenn an einem Mistral nichts kompliziert ist, wieso dann der gigantische Preisunterschied zu einer banalen Autofähre? Und wenn man so an den Bau rangeht sollte man evtl. mal die Briten fragen - die haben ja bei der HMS Ocean auch beim Bau gespart und sich an zivilen Schiffen orientiert - was wohl einen signifikant erhöhten Wartungs- und Instanthaltungsaufwand nach sich zog....

Albatros

Das zweite hintere Rumpfteil eines Mistral – Hubschrauberträgers ist laut ,,STIMME RUSSLANDS" am Mittwoch in St. Petersburg vom Stapel gelaufen. Nach Angaben eines französischen Diplomaten ist der Verkauf der Träger an Russland vorerst weiterhin nicht von den EU-Sanktionen betroffen.

http://german.ruvr.ru/2014_04_30/EU-Sanktionen-vorerst-ohne-Auswirkungen-auf-Mistral-Deal-0954/

:MG:

Manfred

hillus

Moin Manfred,

hatte wieder einmal Zeit, ins Forum zu schauen. Natürlich werden sich viele fragen, liefern die Franzosen oder nicht! Da versteckt man sich sehr schnell hinter solche Informationen, wie Du sie uns in Deiner Mitteilung von

http://german.ruvr.ru/2014_04_30/EU-Sanktionen-vorerst-ohne-Auswirkungen-auf-Mistral-Deal-0954/

mitlesen lässt. Solche Mitteilungen taugen recht wenig, weil die Franzosen

A) sich relativ wenig in ihre Geschäfte reden lassen und die EU da oft keine Rolle spielt. (Im Gegensatz zu Deutschland!!!)
B) Es geht hier nicht um Kleinigkeiten, denn bei Nichtlieferung käme, soweit ich mich im Vertragsrecht auskenne und das eigentlich recht gut, auf die Franzosen eine tüchtige Vertragsstrafe zuzüglich der Rückzahlung der bisher von Russland getätigten Zahlungen zu.
C) Ich meine, darüber war man sich von vornherein im Klaren. Wie Holger schreibt, war das Geschäft mit den Franzosen von Anfang an umstritten. Noch heute gibt es russische Kommentare, ja das hätten wir auch selber machen können, wobei diese Meinung beim derzeitigen know how und Tempo des russischen Kriegsschiffsbaus recht abenteuerlich ist.
D) Ich erinnere an die Meldung von Kaschube_29, wie die Generalüberholung des Trägers ADMIRAL DER FLOTTE KUZNETSOV bis heute hinausgezögert wurde, obwohl diese schon längst fällig gewesen wäre!

Nur ein paar Überlegungen, denn der Bau der MISTRAL's erfolgt nicht im vertragslosen Raum!!

Bis denne!

Jochen




hillus

Hier noch einige Ergänzungen:

Das heute am 30. April 2014 zu Wasser gelassene 2. Rumpfteil des universellen Landungsschiffes (russisch - УДК - UDK) der MISTRAL-Klasse soll in den nächsten 3 Wochen zur französische Werft in St. Nazaire  erfolgen.

Die Beförderung des Rumpfteiles zur französische Werft, wo das Kopplungsmanöver mit dem Bugteil des Schiffes sein wird, ist bis zum 16. Juni 2014 eingeplant.
Das Rumpfteil hat eine Länge von 94 Meter und hatte beim Stapellauf eine Masse von 6400 Tonnen.

Das zweite Schiff der MISTRAL-Klasse für die Bedürfnisse der russischen Kriegsmarine war in Frankreich am 18. Juni 2013 auf Kiel gelegt worden.
Den Vertrag über die Lieferung von zwei Hubschrauberträgern der Mistral-Klasse haben Russland und Frankreich im Juni 2011 unterschrieben, der einen Umfang von 1,2 Milliarden Euro für Russland beinhaltete. Die Option von zwei weiteren Schiffen ist derzeit nicht relevant.

Bis denne!

Jochen

Kaschube_29

Moin Moin,

hier der dazugehörige Fernsehbericht auf dem Sender "Zvezda" ("Звезда") zum Stapellauf des Heckteils der "Sevastopol´" ("Cевастополь"):

http://tvzvezda.ru/news/forces/content/201404301640-n2bn.htm

... und hier auf dem "5.Kanal": http://www.5-tv.ru/news/83910/

Bis dann,

Kaschube_29
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

RUDIGERA

Hallo Fachleute !

Hab ich das richtig verstanden? Der eine Teil wird in St.Petersburg montiert und dan nach Frankreich zur Endmontage transportiert??
Geht das mit Schiffen auch so "einfach" wie mit den Airbusteilen?? Auf welcher Route werden die Transporte durchgeführt,wieviele Schlepper,u.s.w.?? :? Könnt ihr mir da mal auf die Sprünge helfen? :roll:

Gera  :MG:
Gruß aus Österreich

olpe

Zitat von: RUDIGERA am 01 Mai 2014, 23:43:18
Der eine Teil wird in St.Petersburg montiert und dan nach Frankreich zur Endmontage transportiert??
Geht das mit Schiffen auch so "einfach" wie mit den Airbusteilen?? Auf welcher Route werden die Transporte durchgeführt,wieviele Schlepper,u.s.w.?? :? Könnt ihr mir da mal auf die Sprünge helfen? :roll:
Hallo,
bautechnisch ist eine solche Verfahrensweise nicht ungewöhnlich ... Hier beispielhaft drei Bilder vom Bau des ersten Schiffes, der "VLADIVOSTOK":
Grüsse
OLPE


AndreasB

Zitat von: hillus am 30 April 2014, 18:28:51
B) Es geht hier nicht um Kleinigkeiten, denn bei Nichtlieferung käme, soweit ich mich im Vertragsrecht auskenne und das eigentlich recht gut, auf die Franzosen eine tüchtige Vertragsstrafe zuzüglich der Rückzahlung der bisher von Russland getätigten Zahlungen zu.

Ich vermute mal der Vertrag enthaelt eine 'Force Majeure' Klausel welche die Franzosen fuer wirksam erklaeren koennen wenn es denn soweit kommt (wenn keine Force Majeure Klausel in dem Vertrag ist lachen die Russen und die franzoesischen Anwaelte haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Danach ginge es dann vor ein Schiedsgericht. Und vor Gericht und auf hoher See...

Alles Gute

Andreas

olpe

Zitat von: JotDora am 02 Mai 2014, 13:52:30
Form follows function. Igitt  flop
Hallo,
... jo ... :-D ... Einen Designpreis werden die MISTRAL's ( --/>/> wikiD) sicher nicht gewinnen, egal ob der Schiffsname französisch oder russisch an der Bordwand steht ... 
Grüsse
OLPE

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