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Kriegsfischkutter (KFK)

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Scheer:
Es muß nicht immer BISMARCK sein!!!

Ich schmökere im Moment unter anderem in einem Buch von Herwig Danner über die Kriegsfischkutter. Mir waren diese Boote zwar bereits bekannt, aber die intensivere Beschäftigung mit diesem Typ fördert viel Unbekanntes zu Tage.
Hier mal der Klappentext des Buches:


Das kleinste, meistgebaute Hilfskriegsschiff
Die Kriegsmarine war 1939 in keiner Weise auf einen Weltkrieg vorbereitet und deshalb von Anfang an zur Improvisation gezwungen. Durch die erfolgreichen Feldzüge in den ersten Kriegsjahren stand sie 1942 vor der Aufgabe, den Küstenschutz auf fast 18.000 Kilometer Länge bewältigen zu müssen. Um dem drückenden Mangel an Hilfsminensuchbooten, Ujägern, Vorposten-, Hafenschutz- und Geleitbooten abzuhelfen, entstand mit 1072 zugeteilten Baunummern die größte Schiffbauserie der Seefahrtgeschichte. Von den bei Burmester in Swinemünde, bei anderen Werften, im besetzten Gebiet, ja sogar im neutralen Schweden gebauten Exemplaren gelangten 554 in den Fronteinsatz.
Die KFK bildeten den Grundbestand für den Bundesgrenzschutz See und stellten die Küstenwachgeschwader der Bundesmarine, nachdem etwa 300 dieser Kutter die deutschen Küsten von Minen freigeräumt hatten. Noch heute sind etwa anderthalb Dutzend Exemplare im Einsatz: als Hochsee-Angelkutter, als Privatyachten und Ausbildungsschiffe zur See, so zum Beispiel die NORDWIND der Deutschen Marine.


Zur NORDWIND kann ich auch einen Link anbieten:
www.janmaat.de/nordwind.htm

Chrischnix:
Hallöle Scheer

Ich habe noch etwas zu den KFK gefunden(spät ist besser als gar nicht :-D)
Schon vor dem 2. Weltkrieg hatte die damalige Reichsanstalt für Fischerei
eine Typisierung der Hochseekutter vorgenommen.Der größte war mit 24m länge der Reichsfischkutter "G"
Bevor jedoch eines dieser Schiffe gebaut worden konnte, brach der
Krieg aus.Die Marine hat die Planungsunterlagen übernommen und ließ diesen Typ als Kriegsfischkuter KFK
in über 600 Exemplaren bauen.Alle KFK waren Kompositbauten, erst Eiche , dann Kiefer auf Stahlspanten.
Nach dem Krieg wurden 200 dieser Kutter "zurückgebaut" und dienten wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung.

Diese Informationen sind dem Buch "Seefischerei, Die Männer und
Kutter von Finkenwerder" von
Heinz Linde, Willi Luther und Willy Mohr entnommen. Erschienen im Urbes Verlag.

Grüße:
Chrischnix

rosenow:
Hallo!
Hochinteressant, hatten die Briten doch auch solche Kutter als U-Bootfallen benutzt und zur Aufklärung, soweit ich weiß.
Welche Erfolge gab es durch sie zu verzeichnen? Gab es besondere Erfolge?
Im folgenden Link sind fast alle Fragen geklärt, über Einsatz, annschaft, Ausrüstung und Verluste.

Hier, schön anzusehen
http://www.ig-schiffsmodellbau.de/vorpostenboot.htm

Hier noch eine Seite mit KFK und einem Bericht aus dem Kriegstagebuch von U-251, wird Kalli und Warjag bestimmt interessieren.
http://www.bubblewatcher.de/artikel2.php?select=Kriegsfischkutter&Thema=Wracks

Hier noch ein Link von der MS Shiralee und anderen:
http://images.google.de/imgres?imgurl=http://www.starfire.demon.co.uk/nav/nav_6_kfk_tv.gif&imgrefurl=http://www.starfire.demon.co.uk/intro.html&h=44&w=125&sz=5&hl=de&start=18&tbnid=ZoDoxXe_26AheM:&tbnh=29&tbnw=84&prev=/images%3Fq%3Dkriegsfischkutter%26svnum%3D10%26hl%3Dde%26lr%3Dlang_de%26client%3Dfirefox-a%26rls%3Dorg.mozilla:de:official%26sa%3DN

Chrischnix:
Tag auch
Auf der Suche nach Daten über einen Fischkutter der meinem UrUr Großvater
gehörte, fand ich in dem Buch „Seefischerei“ von Heinz Linde/Willi Luther/Willy Mohr
eine Liste aller Fischkutter aus Finkenwerder.
Die, aus denen Kriegsfischkutter gworden sind, habe ich mir mal herausgesucht.
Diese Liste betrifft also nur die Fischkutter aus Finkenwerder (HF)
Für Interessierte:
ALT – Altenwerder Elbfischer                      SA - Amrum
BX – Bremerhaven                                    SB - Blankenese
HBK – Hamburger Küstenfischer                   SC - Büsum
HC – Cuxhaven (bis 1937)                          SD - Altona
HH – Hamburg                                          SH - Heiligenhafen
LA – Altenwerder Seefischer                       SK -  Kiel
LF – Preussisch Finkenwerder                      SL - Lübeck
NC – Cuxhaven nach dem Kriege                  SO – Niendorf/Ostsee
OB – Brake                                              SS - Schulau
PC – Cranz (bis 1937)                                TRA - Travemünde
PG – Gestemünde                                      WILL – Wilhelmsburg

So, jetzt wisst Ihr auch wofür die Buchstaben stehen. :-D
Ich dachte mir ich führ es mal auf, hat man doch dann die Möglichkeit
bei alten Fotos die Örtlichkeiten wenigstens etwas einzugrenzen.

Hier die Kutter:

HF 47 Seeadler
37,96 BRT, L: 18,65 m, gebaut 1895 /Kremer Elmshorn
6.6.1944 Kriegsverlust Frankreich

HF 65 (b) Allegro
37,48 BRT, L: 18,20 m, gebaut1884/Junge Wewelsfleth
1944 Kriegsverlust bei Dieppe

HF 177 Juliane
35,87 BRT, L: 18,27 m, gebaut 1882/Junge Wewelsfleth
1944 Kriegsverlust bei Dieppe

HF 186 Flora
35,26 BRT, L: 18,34 m, gebaut 1887/Wriede Finkenwerder
1944 Kriegsverlust Dieppe

HF 187 Avance
38,32 BRT, L: 18,26 m, gebaut 1887/Wriede Finkenwerder
1943 Kriegsverlust Dünenkirchen

HF 189 Sagitta
36,82 BRT, L: 18,32 m, gebaut 1886/Wriede Finkenwerder
1944 Kriegsverlust in Grandcamp

HF 192 Nixe
36,75 BRT, L: 18,29 m, gebaut 1887/Wriede Finkenwerder
1944 Kriegsverlust an der Kanalküste

HF 195 Nordstern
36,99 BRT, L: 17,60 m, gebaut 1888/J.Behrens Finkenwerder
1944 Kriegsverlust Dieppe

HF 218 Apollo
35,48 BRT, gebaut 1887/Wriede Finkenwerder
1944 Kriegsverlust in St. Malo

HF 283 Elbe
37,13 BRT, gebaut 1887/Wriede Finkenwerder
1944 Kriegsverlust in Granville

HF 291 Toni
8,85 BRT, L: 11,10 m, gebaut 1920/Wagria Neustadt Holstein
Kriegsverlust 1943

HF 293 Senator Burchard
50,14 BRT, L: 19,06 m, gebaut 1927/Eckmann Finkenwerder
1944 Kriegsverlust in Boulogne

HF 305 Else
Reichskutter, 35,81 BRT, L: 17,75 m, gebaut 1927/Deutsche Werke Kiel
1941 Kriegsverlust bei Cherbourg

HF 315 Goden Wind
82,68 BRT, L: 24,56 m, gebaut 1901/Peters Wewelsfleth
14.09.1943 Kriegsverlust durch Fliegerbombe bei Cherbourg

HF 325 Emil Wiese
52,39 BRT, L: 17.60 m, gebaut 1935/Eckmann Finkenwerder
1942 Kriegsverlust bei Dieppe

HF 340 Nordsee
Reichskutter 35,91 BRT, L: 17,84 m, gebaut 1920 DW Kiel
1944 Kriegsverlust bei Swinemünde

HF 369 Anna Käthe
36,03 BRT, L: 19,12 m, gebaut 1878/Koch Altenwerder
1944 Kriegsverlust bei Le Havre

HF 371 Alstertor
Komposit Kutter, 70,29 BRT, L: 22,15 m, gebaut 1922/Oertzwerke Neuhof
1944 Kriegsverlust 1944 St. Malo

HF 375 Thees Bott
65,79 BRT, L: 19,64 m, gebaut 1938/Eckmann Finkenwerder
1944 Kriegsverlust in der Außenjade

HF 376 (a) Helga
61,85 BRT, L: 19,75 m, gebaut 1941/Eckmann Finkenwerder
1942 Kriegsverlust auf dem Weg zur kanalküste


Langensiepen:
Kleine Anmerkung: PC bis 1938 HC ab 1938. Wieso denn das? Zwei Buchstaben sind Hochseefischerei, Drei Buchstaben ist Binnenfischerei.
Eingetragen wurde in den betr. Fischereiämtern. Die Kennung war durch internationale Abkommen gereglt. Für Deutschland in der HSF galt: B= Bremen , P= Preußen, O= Oldenburg usw. Der zweite Buchstabe gab den Registerhafen an. C= Cuxhaven, H= Hamburg. X= Bremerhaven. Warum nicht B ? Richtig! BB war Bremen-Bremen Und warum gab es nach 1948 keine PG Kennung mehr und warum wurde 1938 umgestellt?  :-D  und warum hieß Finkenwärder Preußen nicht = PF ? Hier wurde der Reg. Bez. gewählt...also Lüneburg. Wenn jetzt wer Opas altes Foto raussucht und sagt `` Aber Hallo auf dem Bild von 1939 hat der Dampfer aber noch PC und nicht HC, ja dann lautet die richtige Antwort:`Die Umschreibung im Register wurde Stück für Stück durchgeführt, das ja die alte Kennung nicht neigelegt wurde hatte man Zeitz.und weiter und so weiter.....noch Fragen.
Bernd ( der von 1958 bis 1978 glücklich und zufrieden in Fishtown lebte.)
PS: War ganz nett in Kiel!

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