Vermessungsschiffe ( Aufklärungsschiffe )

Begonnen von Albatros, 04 September 2010, 12:25:22

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Urs Heßling

moin,

interessant ist, was NICHT drin ist.

So wird (bewußt ?) die Tripartite-Klasse nur durch die niederländischen Alkmaars dargestellt, die belgischen und französischen Einheiten dieses erfolgreichen Projekts drei verbündeter Staaten, die auch in der Ostsee waren, fehlen.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

2M3

Zitat von: Urs Heßling am 01 Februar 2021, 15:20:01
moin,

interessant ist, was NICHT drin ist.

So wird (bewußt ?) die Tripartite-Klasse nur durch die niederländischen Alkmaars dargestellt, die belgischen und französischen Einheiten dieses erfolgreichen Projekts drei verbündeter Staaten, die auch in der Ostsee waren, fehlen.

Gruß, Urs

Moin Urs,

die wurden ja auch erst ab 1983 in Dienst gestellt, zu der Zeit als der Ersteller der Bildersammlung schon nicht mehr in einer Bordverwendung war.  :MZ:

ZitatVon 1974 bis zur Außerdienststellung 1983 war die "Hydrograph" meine "Heimat". Anschließend war ich noch kurze Zeit Kommandant der "Meteor". Danach ging's in den Stabsdienst (Bereich Aufklärung).

Gruss Frank
Flottenschule Parow 78-79, Ausbildung Ari-leicht, 25mm 2M3/M110 und 30mm AK-230, 79-82 Ari-Maat 1. MSR Abteilung/1. Flottille Peenemünde auf Proj. 89.2 MSR-lang/Kondor-II

der erste

Die Bilder in den Katalogen waren auch immer schön anzusehen. Aber mit dem täglichen Dienst bei uns (6.Flottille)hatte das nicht allzu viel zu tun. Die Kräfte der BRD, Dänemark und Schweden hatten wir im Kopf, incl. Bewaffnung und deren Reichweite. Alles andere konnte man nachschauen, allzu oft waren sie ja nicht vor unserer Haustür.

WLindemann

Moin, noch eine Bemerkung zur Bewaffnung der Aufklärungsschiffe der VM. Alle Schiffe fuhren generell ohne Artilleriebewaffnung. Für drei Schiffe war im Mobilisierungsfall eine Bewaffnung mit 25mm- Geschützen in Doppellafette vorgesehen. "Meteo" und "Komet" je ein Geschütz, die "Jasmund" konnte mit 3 Geschützen armiert werden. Für die  "Hydrograph" war keine Bewaffnung vorgesehen. Die Artilleriebestückung wurde sehr selten und nur für kurze Zeit im Rahmen von Übungen geprobt.

Grüße aus Berlin
WL

WLindemann

Nochmal moin,
zum Thema "Aufklärungsmaterial" (Beitrag von 2M3<Frank>) an Bord der Aufklärungsschiffe. Wir hatten die gleichen, offiziell vom Kommando der Volksmarine herausgegeben, Dokumente zur Schiffserkennung inkl. TTD. Zusätzlich besaßen wir ein (regelmäßig aktualisiertes) Exemplar "Weyers Flottentaschenbuch". Für die Ausbildung der Besatzung im Schiffserkennungsdienst war das alles aber nur bedingt nutzbar. Wir haben deshalb selbst eine Schiffserkennungsmappe (Schiffe und Boote des Kommandos Ostseeausgänge) angefertigt , die später auch vervielfältigt und an Schiffe der 4.Flottille verteilt wurden. Auf Grund unserer bestens ausgestatteten Fotoausrüstung und eines Fotolabors an Bord  sowie des "intensiven Kontakts" mit den gegnerischen Schiffskräften, verfügten wir über eine reiche Fotoauswahl. Viele der Fotos und Blätter mit den TTD auf der Parow-Seite stammen aus dieser Schiffserkennungsmappe. Zusätzlich haben wir für den Schiffserkennungsdienst Fotos verwendet, auf denen die Schiffe/Boote nur schlecht zu sehen waren (Nebel, teilweise Aufbauten etc.). Das war dann die zweite Stufe der Ausbildung nach der Erkennung von "Postkarten-Motiven".
Grüße
WL

WLindemann

Moin ,
bin 2M3<Frank> noch eine Antwort zu den Einsatzgebieten der Aufklärungsschiffe schuldig. Es ist in der Tat so, dass nur die "Hydrograph" die Zulassung für unbeschränkten Einsatz hatte. Sie konnte bis Windstärke 12 eingesetzt werden. Die "Hydrograph" war ein umgebauter Seitentrawler Typ "Okean", die in großer Stückzahl für die Fischereiflotte der UdSSR in der Volkswerft Stralsund gebaut wurden. Diese Schiffe waren sehr seetüchtig . Aufgrund der großen Treibstoff- und Wassertanks (185 t)waren sie wie "Stehaufmännchen". Ohne großen Wassereinbruch kenterten die nicht. D.h., die "Hydrograph" und später auch die "Jasmund" befuhren auch die Nordsee.
Die beiden Schiffe Projekt 65 ("Meteor" und "Komet" ) waren bis Wind 10 zugelassen. Ihr Einsatzgebiet beschränkte sich auf die Ostsee (einschließlich Kattegat).
Grüße aus Berlin
WL

WLindemann

So, noch einmal moin,
Urs Heßling hatte nach der Systematik der Ergebnisse der Seeaufklärung auf der Parow-Seite gefragt. Grundsätzlich ist es so gewesen, dass die VOF (Vereinte Ostseeflotten .... Volksmarine, Polnische Seekriegsflotte, Baltische Rotbannerflotte) genau abgegrenzte Verantwortungszonen hatten. Daraus leiteten sich auch die Aufklärungsbereiche ab. Für die Volksmarine war das das NATO Kommando Ostseeausgänge (COMBALTAP), also die Streitkräfte der BRD und Dänemarks. Deshalb sind diese beiden Flotten auf der Parow-Seite nicht nur mit Fotos und Daten , sondern auch mit ihren Strukturen dargestellt. Alles andere erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Schiffs- und Fliegerkräfte anderer Staaten wurden bei Flottenübungen und zufälligen Begegnungen fotografiert.

Grüße aus Berlin
WL

SchlPr11

Hallo,
zur Bewaffnung JASMUND:
Mobmäßig vorbereitet: 2-2,5 Flak-Zwilling 2-M-3 Dotierung 2040 Schuss,
1 dann 2-Starter FAM 14/FASTA4 achtern Brückendeck,
zusätzl. gepl. ab 1989: 2-2,3 Flak2 ZU-23 auf dem Aufbaudeck neben Hauptmast, Täuschkörper-Wurfanlage PK-16 mit 2 Startanlagen KL-10016

Genannte 2-2,5 Flak-Zwilling 2-M-3 waren vorgesehen auf dem Basisentwurf Hochseeversorger 602. Der Einbau der beiden achteren Waffen mußte mangels Schußfeld durch den RADOM-4 entfallen. Es blieb nur bei der Waffe auf der Back. Erst bei Ausrüstungsvervollständigung 1988/89 wurde die Bewaffnung JASMUND wie oben erweitert.
REINHARD

WLindemann

Moin,
super. Danke für die detaillierten Infos zur Bewaffnung der "Jasmund". Ich hatte nur die offiziellen Angabe aus der Militärpresse genommen.

Grüße aus Berlin
WL

olpe

Hallo,
ich erlaube mir mal, auf die schönen Bilder der "JASMUND" von Harald (@Rudergänger) von vor einigen Jahren hinzuweisen:
https://www.forum-marinearchiv.de/smf/index.php/topic,19340.msg216988.html#msg216988 ...
Grüsse
OLPE

SchlPr11

Hallo,
ähnlich ihrer Halbschwestern, den Hochseeversorgern 602 kränkelte JASMUND an ihrer Antriebsanlage aus einem aufgearbeiteten Dieselmotor 14D40 aus dem Kolomnaer Diesellokomotivenwerk.
Für ein Schiff dieser Zweckbestimmung, und natürlich auch für die Versorger, eigentlich ein unhaltbarer Zustand, um bei Ausfall keinen Ersatz bieten zu können. In der Projektphase geplante Motorisierung konnte der DDR-Motorenbau und Werftindustrie nicht liefern. Weitere Details im Jahresverlauf in der geplanten Publikation des Bandes Gröner 9/2 zu den Schiffen und Booten der bewaffneten Kräfte in der DDR.
Nun meine damit im Zusammenhang stehende Frage nach kompetenter Auskunft:
Für die Werftzeit zur Vervollständigung der Ausrüstung JASMUND 1988/89 wurde auch ein elektrischer Hilfsantrieb zur Minderung der Misere geplant. Ist dieser bis zur Wiederindienststellung des Schiffes tatsächlich eingebaut worden? Vergleichbares gab es nach Quellenlage auf den Küstenschutzschiffen 1159/KONI zur Schleichfahrt und für den Notfall tatsächlich.
Wie notwendig es für JASMUND wurde, zeigte ein Vorfall (Datum unbekannt, um 1986/87) als das Schiff wohl in der Nähe der Kadetrinne (?) liegenblieb und OTTO VON GUERICKE aus Warnemünde zur Hilfe herauskam. Oder war es nur eine Übung, um der Eventualität zu trotzen?
Auf jeden Fall hat die Gegenseite sich die Aktion ganz aus der Nähe dokumentiert. Mit dem Smut am Schankleid und manch Beobachter im Aufbau an der Reling. Leider muß ich mich auch hier hinter dem Urheberrecht verstecken...
Dafür hier beide Schiffe zusammen an der Betonpier der vormaligen 4. Flottille auf der Hohen Düne im Winter 1990/91.
REINHARD


Urs Heßling

moin,

da hat man die Tashkent ja glatt verpaßt  :O/Y

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

WLindemann

Moin,

"Tashkent glatt verpasst". Stimmt, ist aber auch nicht sonderlich verwunderlich. Wie schon erwähnt, waren die eigenen Einheiten (also auch die der UdSSR und Polen) nur zufälliger fotografischer "Beifang" bei Aufklärungseinsätzen.

Grüße aus Berlin
WL

WLindemann

Zitat von: SchlPr11 am 03 Februar 2021, 15:32:48
Hallo,
ähnlich ihrer Halbschwestern, den Hochseeversorgern 602 kränkelte JASMUND an ihrer Antriebsanlage aus einem aufgearbeiteten Dieselmotor 14D40 aus dem Kolomnaer Diesellokomotivenwerk.
Für ein Schiff dieser Zweckbestimmung, und natürlich auch für die Versorger, eigentlich ein unhaltbarer Zustand, um bei Ausfall keinen Ersatz bieten zu können. In der Projektphase geplante Motorisierung konnte der DDR-Motorenbau und Werftindustrie nicht liefern. Weitere Details im Jahresverlauf in der geplanten Publikation des Bandes Gröner 9/2 zu den Schiffen und Booten der bewaffneten Kräfte in der DDR.
Nun meine damit im Zusammenhang stehende Frage nach kompetenter Auskunft:
Für die Werftzeit zur Vervollständigung der Ausrüstung JASMUND 1988/89 wurde auch ein elektrischer Hilfsantrieb zur Minderung der Misere geplant. Ist dieser bis zur Wiederindienststellung des Schiffes tatsächlich eingebaut worden? Vergleichbares gab es nach Quellenlage auf den Küstenschutzschiffen 1159/KONI zur Schleichfahrt und für den Notfall tatsächlich.
Wie notwendig es für JASMUND wurde, zeigte ein Vorfall (Datum unbekannt, um 1986/87) als das Schiff wohl in der Nähe der Kadetrinne (?) liegenblieb und OTTO VON GUERICKE aus Warnemünde zur Hilfe herauskam. Oder war es nur eine Übung, um der Eventualität zu trotzen?
Auf jeden Fall hat die Gegenseite sich die Aktion ganz aus der Nähe dokumentiert. Mit dem Smut am Schankleid und manch Beobachter im Aufbau an der Reling. Leider muß ich mich auch hier hinter dem Urheberrecht verstecken...
Dafür hier beide Schiffe zusammen an der Betonpier der vormaligen 4. Flottille auf der Hohen Düne im Winter 1990/91.
REINHARD

Moin,
während der Werftliegezeit der "Jasmund" 1988/89 wurde u.a. eine E-Maschine als Notantrieb eingebaut. Diese sollte für 6 kn Fahrt (max.) sorgen. Die planmäßige Werftliegezeit (WLZ-6) wurde im September 1989 mit einer Seeerprobung abgeschlossen (Beginn war geplant am 18.09.1989). Angaben stammen aus einem Marineforum der Volksmarine
Anfrage bezüglich des Vorfalls in der Kadettrinne läuft. Mal sehen , ob irgendjemand für Erleuchtung sorgt.
Viele Grüße
WL

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