Frage wegen der Torpedokrise ....

Begonnen von Mandelus, 17 Oktober 2010, 11:34:30

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Mandelus

Guten Morgen,

nachdem mir die Suchfunktion nicht die gewünschte Antwort brachte, frage ich einfach mal in einem neuen Thema nach.

Allgemein bekannt gab es ja bei der DKM und auch bei der US Navy im 2. Weltkrieg eine Torpedokrise, wo die Aale nicht trafen usw. Aber irgendwie und irgendwann scheint die Krise ja beigelegt gewesen zu sein, oder?
Wie auch immer, was war denn jetzt eigentlich der Grund, warum die Aale nicht trafen und wie wurde das behoben, wenn es wirklich behoben wurde?

Darüber habe ich leider jetzt nichts gefunden und auch selber nur vage Andeutungen hier und da, aus denen man sich nichts saugen kann in Büchern.

Und dann in dem Zusammenhang noch eine Frage: Bezog sich die Krise selber nur auf die U-Boote und die Torpedos, oder waren auch de Torpedos von Flugzeugen und Überwasserschiffen betroffen gewesen (bei beiden, US Navy und DKM) oder sind das andere Aale gewesen?
Ich habe nur am Rande was von vielen Fehlschüssen bei den PT Booten und von irgendeinem dt. Zerstörer bei Norwegen gelesen, der auch nichts traf mit seinen Torpedos. Aber ob das was mit den Aalen der U boote zu tun hat weiß ich nicht.

mfg
Christian
Verrückt und tollwütig ist er sagen Sie? Dann hoffe ich, er beißt meine anderen Generäle!

König Georg von England als Reaktion auf das fortwähende Mobbing gegen General Wolfe im Jahr 1759

redfort

Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Peter K.

Zitat...nachdem mir die Suchfunktion nicht die gewünschte Antwort brachte ...

... dennoch hatten wir das Thema hier schon einmal!

zur deutschen Torpedokrise
zur amerikanischen Torpedokrise

Besonders möchte ich aber dazu empfehlen:

Heinz TROMPELT,
Eine andere Sicht
ISBN 3-8334-4481-9
siehe auch hier
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Q

Zu einer Kriese bei den Lufttorpedos kann es wohl 1940 kaum gekommen sein, da es einfach kaum bzw. keine gab. Die ersten deutschen Lufttorpedos waren eroberte Norwegische. Steht auch im Neitzel.

Don´t Panic
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

Peter K.

ZitatDie ersten deutschen Lufttorpedos waren eroberte Norwegische. Steht auch im Neitzel.

Das ist so nicht richtig, denn bereits in der Anfangszeit der Weimarer Republik adaptierte man den üblichen Schiffstorpedo zum Abwurf aus Flugzeugen.
Der sogenannte Horten-Torpedo wurde zunächst genau Vermessen und anschließend bei Abwurfversuchen aus einer einmotorigen Ju-52 in Norwegen erprobt. 1934 erhielt Deutschland dann einige Mutertorpedos zur Nacherprobung und die Fertigungszeichnungen für den vereinbarten Lizenznachbau. Die Torpedofabrik Horten sollte aufgrund dieses Lizenzvertrages 1935 dreißig weitere Lufttorpedos liefern (Preis 0,9 Mio. RM), während die Firma Schwartzkopf in Kiel monatlich 5 dieser Lufttorpedos handwerksmäßig fertigen sollte und die Firma Bergmann in Berlin die Serienfertigung des deutschen Nachbaus F5 übernehmen sollte. Letzterer war schließlich dem norwegischen Original leistungsmäßig unterlegen.
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Q

Aha Peter, da hab ich was anderes gelesen, wage aber nicht zu wiedersprechen wenn ich mir deine Bibo bildlich vorstelle. Hast du auch hinweise auf die Quantitaet dieser Torpedos bis Kriegsausbruch bzw. bis Weseruebung?

Don´t Panic
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

Mandelus

Schon mal vielen Dank für die Informationen, bin ich schon mal bedeutend schlauer als vorher.  :-)

Betraf diese Krise jetzt aber nur die Torpedos, welche von U-Booten verschossen wurden oder auch die Torpedos von Überwasserschiffen oder sind das ganz andere Torpedos gewesen, diemit denen der U-boote und den Problemen / Fehlern nichts zu tun hatten?
Sorry, aber das habe ich jetzt noch nicht wirklich verstanden gehabt ....  :-)

P.S.

Peter, ich hatte den Suchbegriff "Torpedokrise" und "Torpedo Krise" eingegeben gehabt, doch zu den Thema hatte das jetzt nicht hingeführt, wo du mit dem "hier" hinweist. Muss ich jetzt nicht verstehen .... aber trotzdem sorry....  :-)
Verrückt und tollwütig ist er sagen Sie? Dann hoffe ich, er beißt meine anderen Generäle!

König Georg von England als Reaktion auf das fortwähende Mobbing gegen General Wolfe im Jahr 1759

Peter K.

ZitatDie ersten deutschen Lufttorpedos waren eroberte Norwegische. Steht auch im Neitzel.

NEITZEL schreibt auf Seite 40:
Zitat... Man griff deshalb zur Notlösung, einige Musterexemplare der norwegischen Torpedofabrik in Horten zu erwerben und sie unter der Bezeichnung "F5" in Serie nachzubauen. Die Leistungen des Serientorpedos befriedigten jedoch nicht. ...

Bekanntlich wurde dieser unbefriedigende F5 zunächst durch den verbesserten F5a und später durch den nochmals veränderten F5b ersetzt bzw. mit dem F5w ergänzt.

Eine schöne monatliche Aufstellung über Zugang, Verbrauch und Bestand an Lufttorpedos findet sich bei NEITZEL auf Seite 257.
Diese stammt aus einer Quelle, die ich hier erst kürzlich nannte, aber gerne noch einmal wiederhole:

Friedrich LAUCK,
Der Lufttorpedo - Entwicklung und Technik in Deutschland 1915 - 1945
ISBN 3-7637-5230-7

Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Peter K.

ZitatBetraf diese Krise jetzt aber nur die Torpedos, welche von U-Booten verschossen wurden oder auch die Torpedos von Überwasserschiffen oder sind das ganz andere Torpedos gewesen ...

Bei Kriegsausbruch verfügte die deutsche Flotte über zwei verschiedene Torpedotypen.
Den elektrisch angetriebenen und daher blasenfreien G7e mit 30 kn Höchstgeschwindigkeit und den preßluftbetriebenen und daher eine Blasenbahn zeigende G7a mit 44 kn Höchstgeschwindigkeit. Ersterer war seines blasenfreien Laufes wegen die Hauptwaffe der Uboote. Letzterer wurde von Uboot besonders für Nacht- und Fangschüsse eingesetzt, war aber aufgrund seiner höheren Geschwinidgkeit sonst auf Überwasserschiffen zu finden.
Beide Torpedotypen verwendeten zu Kriegsbeginn die kombinierte Gefechtspistole Pi G7a mit Aufschlag- und Magnetzündung!
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

Teddy Suhren

Gruß
Jörg

WoWarships Nick: Teddy191

Q

Ja die Tabelle hab ich mir auch mal angeschaut incl. den Beitraegen auf Seite 40 ff im Neitzel. Interessant auch, das die einzige Torpedobomberstaffel von der SKL zu Luftminen Einsaetzen verdonnert worden, die Luftwaffe diese aber fuer Weseruebung einsetzen wollte. Deshalb sind von September 39 - Juli 40, nur 12 Torpedos Verbrauch woren. Ist stand 09.1939, 76 F5 und bis Juli 40 66 F5 dazu gekommen, 51 davon im September und Oktober. Zumindest kann man eine Lufttorpedokriese, wenn es je eine gegeben hat, nicht in den Zeitraum der Torpedokriese die zur AG Cornelius fuehrte einordnen. Da erst ab Juli 40 diese Torpedos Verbraucht wurden. Hinzu kommt noch das die F5a eine recht langsame Flugphase vor dem Ausklinken benoetigte dies konnte erstmal nur die He 59 leisten bis die ersten He 115 verfuegbar waren.

Der F5w war ein italienscher Lufttorpedo und kam erst ende 41 zu deutschen Einheiten. Lustig ist auch das die 40 japanischen Lufttorpedos, die auch ende 41 nach Deutschland kamen, 50 m absanken und von der Preformance eher Mittelmaas statt einer Verbesserung gleich kam.


Don´t Panic
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

Peter K.

Zitat... die 40 japanischen Lufttorpedos, die auch ende 41 nach Deutschland kamen, ...

70 japanische Lufttorpedos gelangten im Herbst 1942 mit einem Blockadebrecher (welchem ?) nach Deutschland. Dabei handelte es sich um den etwas älteren "Typ 91 Mod. 1" mit knapp 150 kg Sprengladung, den die japanischen "Nells" aber noch gegen PRINCE OF WALES und REPULSE einsetzten - im Gegensatz zu den moderneren "Bettys" mit dem wirkungsvolleren "Typ 91 Mod. 2" mit 204 kg Sprengladung.
Diese Torpedos wurden nach einer eingegehenen Erprobung, die keine wesentlichen technischen Vorteile gegenüber dem gerade verfügbar werdenen F5w erkennen liesen, an die Marine abgegeben, die damit einen Schnellbootsverband ausrüstete (welchen ?).

Quelle: Lauck
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

redfort

Zitat von: Q am 17 Oktober 2010, 16:15:49
Ja die Tabelle hab ich mir auch mal angeschaut incl. den Beitraegen auf Seite 40 ff im Neitzel. Interessant auch, das die einzige Torpedobomberstaffel von der SKL zu Luftminen Einsaetzen verdonnert worden, die Luftwaffe diese aber fuer Weseruebung einsetzen wollte. Deshalb sind von September 39 - Juli 40, nur 12 Torpedos Verbrauch woren.

Und dies war der Grund dafür:



Gruss
Axel
Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Peter K.

... genannter "Führerentscheid", die Beschaffung von Lufttorpedos einzustellen, stammt vom 28.11.1939!

Quelle: Lauck
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

redfort

Gruß, Axel

Luftwaffe zur See

Impressum & Datenschutzerklärung