Presseexperten und Marine

Begonnen von Peter Strasser, 26 Februar 2011, 13:28:28

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Peter Strasser

Berichte der deutschen Presse zur Marine sind häufig wirklich schwer zu ertragen.

Ich kann mich noch erinnern, wie im Golfkrieg aus der Missouri ein Flugzeugträger wurde, weil auf einem Foto ein Hubschrauber auf ihr zu sehen war.

Ich fange mal damit an, hier ein schönes und aktuelles Beispiel einzustellen. Irgendwie habe ich nicht die Befürchtung, dass im Laufe der Zeit nichts mehr hinzukommen könnte.


1. Beispiel: 39 Sekunden vor Ende:  --/>/> Tagesschau.de
Bericht: Markus Preiß

"Die deutsche Fregatte Berlin traf heute im Malta ein ..."  :](*,)
Zu sehen ist dabei der Einsatzgruppenversorger Berlin. Wenn er es schon nicht besser weiß, warum sagt er Fregatte und nicht einfach Schiff?


Gruß
Piet

F.B.

Hallo Piet,

das betrifft nicht nur aktuelle Nachrichten. Auch in Dokumentation wird schnell mal aus einem Schlachtschiff ein Kreuzer usw. Die haben einfach keine Ahnung von der Materie und werden sich auch nie darin einarbeiten. Sie tun aber so als hätten sie den Durchblick. Ich könnte mich da auch jedes mal drüber aufregen!


MfG

Frank

Kettenhund



Solche Patzer sind bezeichnend für unsere Medienlandschaft.
Leider besteht unser Gesellschaftssystem nicht nur aus den drei Gewalten: Judikative, Exekutive, Legislative. Hinzu kommt noch die "Journaille". Die einzige Gewalt, die ihr Werk unkontrolliert ausübt. Nun ist die Tagesschau noch ein Medium mit Anspruch auf Korrektheit. Dennoch ist "Fregatte Berlin" eine bezeichnende Schlamperei.
Einen Mangel an schlecht recherchierter bzw. tendenziöser Berichterstattung leiden wir nun wirklich nicht.

Ich könnt' mich aufregen!!! 'tschuldigung!!!   
veritatis iter age et honeste vive

Q

#3
Am tollsten finde ich in Dokus die im Fernsehen ausgestrahlt werden, immer die Angabe der Schlachtschiffe in Brutto Register Tonnen. Dies scheint sich mitlerweile eingebuergert zu haben, auf solche Angaben stosse ich auch des oefteren bei Wikipedia Stichwort Normandie.

Also die Graf Spee hatte dem Sprecher zu Folge 10.000 BRT! Macht 28.317 m³ Laderaum! Warum hatte denn dann die Spee im Suedatlantik die gekaperten Haendler versenkt? War doch sinnvoll bei dem Ladevolumen die Fracht umzuladen?

Ick wees hab zuviele Piratenromane gelesen in der Juchend.

Don´t Panic
Quand tu veux construire un bateau, ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes le desir de la mer grande et large.

St.Ex

AJFuchs67

Hallo,
Solche "Eier" passieren aber nicht nur bei Berichten über Maritimes!! Grad in Dokus ist es oft so ,das bei Berichten zu
WK 2 Themen Bilder bzw Filmaufnahmen gezeigt werden,die nicht zu der aktuell behandelten Zeit passen.
ZB 1940 englische Zerstörer mit Hedgehoc oder Squid, zu Beginn des Afrika Feldzugs deutsche Tiger im Einsatz usw.
Da werden Bild u Filmdokumente einfach zum Kommentar eingeblendet,ohne deren Entstehungsdatum zu berücksichtigen!!
Das da aus EGV mal ne Fregatte wird oder aus nem Schlachtschiff n Kreuzer und umgekehrt,ist da nicht weiter verwunderlich!!
Gruß Fuchs
Es grüßt der Fuchs

Ferenc

Ich hab mal als Argument zur Verteidigung oder Entschuldigung solcher Fehler gehört, das gehöre zur "Pressefreiheit". Da dacht ich mir ...dummheit wäre da angebrachter als ...freiheit.

Ferenc 

Urs Heßling

moin,

Zitat von: AJFuchs67 am 26 Februar 2011, 14:25:06
Grad in Dokus ist es oft so ,das bei Berichten zu WK 2 Themen Bilder bzw Filmaufnahmen gezeigt werden,die nicht zu der aktuell behandelten Zeit passen.

ich sage nur :  Guido Knopp ... :roll: :MLL:

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

olpe

Hallo,
ohne den Machern von Nachrichten oder journalistischen Veröffentlichungen nun zu sehr Verständnis entgegen zu bringen, aber eine Ursache solcher offensichtlichen - wohl auch einkalkulierten - Schnitzer ist sicher auch im harten Medienwettbewerb zu sehen. Immer schneller, immer billiger, mit immer geringerer Halbwertszeit und mit immer weniger Personal Informationen zu Nachrichten zu verdichten, das führt eben auch zur fachlichen Beugung von Daten. Ich denke, Berater oder gar Fachlektoren sind im Mediengeschäft - insbesondere bei kurzlebigen Tagesnachrichten - doch eher die Ausnahme geworden ...

Nicht uninteressant:
[wiki]Journalist[/wiki] ... scrollen zu: 'Selbstverständnis der Journalisten'

Grüsse
OLPE


Glasisch

Zitat von: Urs Hessling am 26 Februar 2011, 18:35:39
moin,

Zitat von: AJFuchs67 am 26 Februar 2011, 14:25:06
Grad in Dokus ist es oft so ,das bei Berichten zu WK 2 Themen Bilder bzw Filmaufnahmen gezeigt werden,die nicht zu der aktuell behandelten Zeit passen.

ich sage nur :  Guido Knopp ... :roll: :MLL:

Gruß, Urs

Hallo,

Urs, Du sprichst mir aus der Seele, an den GröHAZ (größter Hi(y)steriker aller Zeiten) habe ich auch gedacht und dann gesellen sich noch Discovery Channel, Discovery History, National Geografic und manchmal Planete, aber da sind schon diejenigen Schuld, die es hier  aus dem Englischen übersetzen. Die haben von Tuten und Blasen keine Ahnung und was dabei herauskommt, das geht auf keine Kuhhaut mehr. Die Namen Scharnhorst, Gneisenau werden z.B. mit Englischen  Akzent gelesen; Schleswig-Holstein und Schliesien kommen völlig enstellt an, Umlaute werden halt übersehen, usw. und so fort.

Gruß
Micha
,,Ruhe in den Telefonen. Denkt daran, daß auch in England auf jeden Mann eine Mutter wartet!" KzS Helmuth Brinkmann Kommandant der ,,Prinz Eugen"  in der Dänemarkstrasse am  24. Mai 1941, nachdem die ,,Hood" kurz davor explodiert worden war.

RePe

Im Prinzip sehe ich mir gerne auch bei diesen Sendern geschichtliche Dokumentationen an.
Manches ist tatsächlich ein "grenzwertiger" Umgang mit Fakten und deshalb ärgerlich.
Ich warte nur noch auf "Napoleons Luftwaffe" (das meine ich nur teilweise ironisch).

     Gruß

           RePe

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