Neue U-Boote der KILO III Klasse

Begonnen von hillus, 20 Februar 2012, 17:57:16

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Baunummer 509

Hi Olpe,

das letzte Video ist beeindruckend. Ist bekannt warum die Mannschaften einfach nur da stehen und sich das Ganze anschauen? Wäre nicht das Ausbringen von Fendern oder ein schnelles Ablegemanöver angezeigt gewesen?

Gruß

Sebastian

Kaschube_29

Moin Sebastian,

zu Deiner letzten Frage ist es wichtig zu verstehen, in welchem Zeitraum diese Aufnahmen gemacht wurden.

Die Fregatte (in der russischen Seekriegsflotte wird sie als "Raketenschiff" bezeichnet) "Dagestan" ("Дагестан") war gerade von der Bauwerft in Selenodolsk nach Noworossijsk überführt worden, um dann die Werftfahrerprobungen im Schwarzen Meer durchzuführen. Das Kriegsschiff hatte schon die militärische Besatzung an Bord, die aber noch keine Befehlsgewalt hatte; noch war das Kriegsschiff unter Werftflagge mit einer auch eingeschifften (kleinen) Werftmannschaft unterwegs.

Die Werftmannschaft unternahm nicht viel bei dem Sturm, die militärische Besatzung legte die Hände in den Schoß, weil sie noch nicht der "Hausherr" des Kriegsschiffs war.... und nun kam der Sturm...

Niemand fühlte sich hier zuständig, etwas zu unternehmen; es ist sonst in Noworossijsk üblich, dass Kriegsschiffe auf See auslaufen, um den Sturm abzuwettern, aber hier wollte niemand die Entscheidung treffen!


Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)


Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Kaschube_29

Moin Moin,

inzwischen ist das dieselelektrische Unterseeboot ,,Novorossiysk" (,,Hoвороссийск") auch feierlich im gleichnamigen Heimathafen empfangen worden, wo auch der Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte Admiral Wiktor Tschirkow (Виктор Чирков) an der Pier stand.

Hier ist (ein) dazugehöriges Video:
http://www.vesti.ru/videos/show/vid/657257/ und
http://tvzvezda.ru/news/forces/content/copyof_201509211319-32ok.htm

Im Hintergrund sind die neuen kleinen Raketenschiffe (MRK = malyy raketnyy korabl [MPK = малый ракетный корабль]) des Projekts 21631 "Zelenyy Dol" ("Зелёный Дол"[mit der Bordnummer 602]) und "Serpukhov" ("Серпухов" [mit der Bordnummer 603]) zu sehen, die nach dem Bau in Selenodolsk und der Überführung auf Binnenwasserstraßen in das Schwarze Meer nun von Noworossijsk aus ihre Werftprobefahrten und dann auch ihre Staatlichen Erprobungen absolvieren; Ende 2015 sollen beide in den Bestand der Schwarzmeerflotte eingehen und damit die Kriegsschiffe des schon recht ausgedünnten Projekts 1234 (NATO: "Nanuchka") ersetzen.

Bis dann,

Kaschube_29  (Axel)
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Kaschube_29 am 21 September 2015, 21:15:24
.. die Kriegsschiffe des schon recht ausgedünnten Projekts 1234 (NATO: "Nanuchka") ersetzen.
ein beeindruckender "Ersatz" mit deutlich mehr Fähigkeiten top ..
.. aber dafür vielleicht nicht 1:1 .

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Baunummer 509

Hallo Axel (Kaschube_29),

jetzt erst gesehen. Vielen Dank für die ausführliche Antwort  top
So etwas in der Richtung hatte ich mir auch schon gedacht.

Gruß

Sebastian

P.S. ich weiß es übrigens sehr zu schätzen das hier in diesem Forum solche Fragen kompetent beantwortet werden  :-)

Kaschube_29

Moin Moin,

inzwischen ist das das dieselelektrische Unterseeboot ,,Novorossiysk" (,,Hoвороссийск") am 28.September in Sewastopol für eine technische Durchsicht im Rahmen der Garantieleistungen der Bauwerft eingetroffen; aber auch die Bau-Nr. 2 (von 6) des Projekts 636.3 macht Fortschritte, wie inzwischen gemeldet wurde:

Quelle ria.ru vom Freitag, den 02.Oktober 2015 (12.30):

Das Unterseeboot ,,Rostov-na-Donu" (,,Pocтoв-на-Дону") hat ein Schießen in der Barents-See erfolgreich ausgeführt

Moskau, 2.Oktober – RIA Novosti. Das Unterseeboot ,,Rostov-na-Donu" (,,Pocтoв-на-Дону") hat erfolgreich das Schießen mit einem aerodynamischen Flugkörper aus der Barents-See  auf ein Übungsgebiet im Archangelsker Gebiet  durchgeführt, teilte der Leiter des Pressedienstes der Nordflotte Kapitän 1.Ranges Wadim Serga (Baдим Серга) am Freitag mit.

,,Das dieselelektrische Unterseeboot des Projekts 636.3 «Postov-na-Donu» («Pocтoв-на-Дону») führte das Schießen mit einem aerodynamischen Flugkörper «Kalibr» («Kaлибр») aus Unterwasserlage auf ein Landziel durch, das sich auf dem Übungsgebiet Tschischa (Chizha [Чижа]) im Archangelsker Gebiet befindet", teilte Serga mit.

Er merkte an, dass das Schießen gemäß den Daten der objektiven Kontrolle als erfolgreich gewertet wurde.

Hier ist diese Meldung nachzulesen: http://ria.ru/defense_safety/20151002/1295218246.html




Die Ankunft des zweiten U-Bootes des Projekts 636.3 ,,Rostov-na-Donu" (,,Pocтoв-на-Дону") ist in anderen russischen Meldungen bis Ende 2015 angekündigt worden. Der Hauptabschnitt der Erprobungen in der Nordflotte ist nun erfolgt und ich erwarte in den kommenden Wochen mit der Verlegung der ,,Rostov-na-Donu" (,,Pocтoв-на-Дону") über Atlantik und Mittelmeer in das Schwarze Meer.

Wenn diese U-Boote im Dienst sind, verfügt die russische Seekriegsflotte über eine komplett andere neue Fähigkeit: die Möglichkeit zum Beschuß von Landzielen von See her. Diese Möglichkeit war im Westen schon lange gegeben und wurde auch immer wieder eingesetzt (z. B. den Verschuß von "Tomahawk"-Marschflugkörpern seitens der US-Navy oder der Royal Navy); nun aber werden bald die für die Schwarzmeerflotte im Zulauf befindlichen U-Boote des Projekts 636.3 auch über diese Fähigkeit verfügen. Dann würden die russischen Streitkräfte potentiell auch über die Möglichkeit zur Bekämpfung von Bodenzielen (z. B. in Syrien) mit den SS-N-27 Flugkörpern "Kalibr" ("Kaлибр") der dieselelektrischen Unterseeboote verfügen. Diese Flugkörper verfügen über konventionelle Sprengköpfe, sind aber (noch) in einer recht überschaubaren Anzahl vorhanden.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)

Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Tostan

Hallo,

Zitat von: Kaschube_29 am 05 Oktober 2015, 22:36:17
Wenn diese U-Boote im Dienst sind, verfügt die russische Seekriegsflotte über eine komplett andere neue Fähigkeit: die Möglichkeit zum Beschuß von Landzielen von See her.

Die Kalibr-Flugkörperfamilie ist schon recht beeindruckend von den Daten her und auch von der Universalität - aber gerade der Einsatzzweck, gab es da nicht schon vorher die Granat(SS-N-21)? Spätestens seit START II sollten die doch auch mit konventionellen Sprengköpfen bestückt sein. .... "neue Fähigkeit der Seekriegsflotte" ist es daher wohl eher nicht - neu evtl. für die Schwarzmeerflotte(weiss nicht ob die SS-N-21 auch auf der Kilo-Klasse(Alrosa) verwendet wird.).

Zitat von: Kaschube_29 am 05 Oktober 2015, 22:36:17Dann würden die russischen Streitkräfte potentiell auch über die Möglichkeit zur Bekämpfung von Bodenzielen (z. B. in Syrien)

Naja, in Syrien wird das ja wohl kaum gebraucht - die jetzt dort eingesetzten SU-24 reichen da alle mal aus. U-Boote mit Marschflugkörpern sind was für Symmetrische Konflikte.

Kaschube_29

Moin Tostan,

auf die Anmerkung:
Zitat von: Tostan am 06 Oktober 2015, 06:38:18

Zitat von: Kaschube_29 am 05 Oktober 2015, 22:36:17
Wenn diese U-Boote im Dienst sind, verfügt die russische Seekriegsflotte über eine komplett andere neue Fähigkeit: die Möglichkeit zum Beschuß von Landzielen von See her.

Die Kalibr-Flugkörperfamilie ist schon recht beeindruckend von den Daten her und auch von der Universalität - aber gerade der Einsatzzweck, gab es da nicht schon vorher die Granat(SS-N-21)? Spätestens seit START II sollten die doch auch mit konventionellen Sprengköpfen bestückt sein. .... "neue Fähigkeit der Seekriegsflotte" ist es daher wohl eher nicht - neu evtl. für die Schwarzmeerflotte(weiss nicht ob die SS-N-21 auch auf der Kilo-Klasse(Alrosa) verwendet wird.).

...

... ist anzumerken: Ja, die SS-N-21 Granat sollen auch über konventionelle Gefechtsköpfe verfügen. Dann fragen wir uns aber auch einmal, auf wie wenigen Trägern diese potentiell sein können. Konventionelle U-Boote der Projekte 877 (NATO: "Kilo") im Bereich der russischen Seekriegsflotte konnten diese FK nicht einsetzen.

Nun zu den anderen möglichen Trägern von SS-N-21 in der russischen Seekriegsflotte:
Von der "Victor-III"-Klasse sind gegenwärtig in der Nordflotte zwei U-Boote einsatzklar.
Es kommen dann die Atom-Unterseeboote der "Akula"-Klasse (Projekt 971) über, die gegenwärtig über einen katastrophal niedrigen Bereitschaftszustand verfügen; in der Nordflotte sind gegenwärtig potentiell zwei SSN "Akula" einsatzfähig, in der Pazifikflotte kein einziger.
Bleiben dann noch zwei einsatzklare Einheiten der "Sierra"-Klasse (Nordflotte) und einige Einheiten der "Oscar-II"-Klasse übrig.

Die "Alrosa" befindet sich gegenwärtig in einer Sewastopoler Werft in der Mitte einer zweijährigen Werftliegezeit mit einer Modernisierung (und ist damit gegenwärtig nicht einsatzklar); ob nach dieser Modernisierung auch die Möglichkeit zum Einsatz der "Kalibr"-Flugkörper gegeben ist, gibt es meiner Kenntnis nach widersprüchliche Meldungen.
Die gegenwärtig im Bereich der Nordflotte eine langjährige Instandsetzung (mit Modernisierung) durchlaufenden Einheiten der "Kilo-I"-Klasse werden die Fähigkeit zum Einsatz der "Kalibr" erhalten, wie auch alle nun der Schwarzmeerflotte neu zulaufenden Einheiten des Projekts 636.3.


Dann zum Einwand...
Zitat von: Tostan am 06 Oktober 2015, 06:38:18
...

Zitat von: Kaschube_29 am 05 Oktober 2015, 22:36:17Dann würden die russischen Streitkräfte potentiell auch über die Möglichkeit zur Bekämpfung von Bodenzielen (z. B. in Syrien)

Naja, in Syrien wird das ja wohl kaum gebraucht - die jetzt dort eingesetzten SU-24 reichen da alle mal aus. U-Boote mit Marschflugkörpern sind was für Symmetrische Konflikte.

... möchte ich folgendes sagen: Amerikaner oder Briten haben beispielsweise beim Einsatz "Tomahawk"-FK (und mit denen ist der "Kalibr" auch meiner Meinung nach gleichzusetzen) keine Scheu gehabt, die FK gegen Ziele im Irak, im Sudan und in Libyen einzusetzen.

Möglich, aber sicher nicht die erste Wahl, wäre ein "Kalibr"-Einsatz im Syrien-Konflikt schon.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)


Bis dann,

Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

Tostan

Hallo Axel,

Zitat von: Kaschube_29 am 06 Oktober 2015, 12:22:11
... ist anzumerken: Ja, die SS-N-21 Granat sollen auch über konventionelle Gefechtsköpfe verfügen. Dann fragen wir uns aber auch einmal, auf wie wenigen Trägern diese potentiell sein können. Konventionelle U-Boote der Projekte 877 (NATO: "Kilo") im Bereich der russischen Seekriegsflotte konnten diese FK nicht einsetzen.

klar, mein Einwand zielte auch hauptsächlich auf die Formulierung "komplett andere neue Fähigkeit" ... denn das ist es nicht ganz.

Neben der Einsatzbereitschaft der SS-N-21 Waffenträger ist auch die Einsatzbereitschaft der SS-N-21 selbst fraglich. Ursprünglich waren das(wie auch die Tomahawks) reine Nuklearwaffen die erst in den 90ern zu konventionellen Waffensystemen umgerüstet wurden. Und es gab auch nicht allzu viele davon, nur ca. 200 Stück - wieviele davon noch einsatzbereit übrig sind ist fraglich.

Zitat von: Kaschube_29 am 06 Oktober 2015, 12:22:11
... möchte ich folgendes sagen: Amerikaner oder Briten haben beispielsweise beim Einsatz "Tomahawk"-FK (und mit denen ist der "Kalibr" auch meiner Meinung nach gleichzusetzen) keine Scheu gehabt, die FK gegen Ziele im Irak, im Sudan und in Libyen einzusetzen.

Möglich, aber sicher nicht die erste Wahl, wäre ein "Kalibr"-Einsatz im Syrien-Konflikt schon.

Richtig. Möglich ist er, aber die Russischen Streitkräfte brauchen eben keine Kalibr-Flugkörper um Bodenziele in Syrien anzugreifen. Es wäre reine Show. Unterschiede zum Tomahawk-einsatz sind:
1) Selbst im Vergleich zur veralteten Irakischen und Libyschen Luftabwehr sind die Luftabwehrfähigkeiten der Syrischen Rebellen nur rudimentär - die Gefahr für Kampfflugzeuge ist also wesentlich geringer.
2) Im Gegensatz zu unseren westlichen Demokratien mit ihrer Meinungs- und Pressefreiheit ist ein toter Russischer Pilot absolut kein Beinbruch. Auch die SU-24 ist kein so teures Stück High-Tech wie ein aktuelles NATO-Kampfflugzeug. Selbst wenn es also den Rebellen gelänge, einen Russischen Jagdbomber abzuschießen, wäre das keine solche Katastrophe wie bei den NATO-Einsätzen.
3) Jagdbombereinsätze sind wesentlich billiger als Marschflugkörper - und "der Russe" kann rechnen. vor allem da es noch mehr als genug Jagdbomber und Bomben aus dem Kalten Krieg gibt die "weg müssen" - im Gegensatz zu den topaktuellen Kalibr.

Wenn also in der Gegenwärtigen Situation ein Kalibr-Einsatz dann entweder wegen der Publicity(was die NATO kann, können wir auch) oder als Waffentest unter realen Bedingungen.

"Interessant" wird das dann, wenn sich der Konflikt zuspitzt. Beispielszenario: Erdogan geht offen gegen die Kurdischen Selbstverteidigungsmilizen vor, und Assad bittet Putin ihnen beizustehen(weil das die einzige Bürgerkriegspartei ist, die nicht aktiv gegen Assad vorgeht, solange er die Kurdischen Siedlungsgebiete in Ruhe lässt.)  Dann würden moderne russische U-Boote mit zielgenauen Marschflugkörpern im Mittelmeer den Türken sicher schlaflose Nächte bereiten. Aber selbst dann wären die nicht das primäre Problem - denn in einem solchen Szenario wäre zuerst eine russische de-facto Flugverbotszone über Syrien das primäre Problem der Türken. de-facto Flugverbotszone hauptsächlich durch moderne Russische(bzw. von Russland an Syrien verkaufte/vermietete) Flugabwehrraketen wie die S-300.

der erste

Das war dann wohl heute die Antwort auf die vorherigen Beiträge. Aus dem Kaspi heraus wurden von den kleinen Raketenschiffen und der "Dagestan" Raketen des Typs "Kaliber NK" in Richtung Syrien abgefeuert. Und alle Ziele getroffen.
Jede Seezielrakete der ehemaligen SU und Russlands war und ist fähig eine Spezialladung zu tragen. Bei der P-15 war das ein Äquivalent von 15kt. Und für die "Kaliber" wurde das heute auch wieder bestätigt.
http://flot.com/2015/Сирия85/

der erste


oleg69

Da hatte dann wohl jemand fast hellseherische Fähigkeiten.
Die Russen nutzen den Konflik offensichtlich auch, um ihre moderneren Waffensysteme unter Einsatzbedingungen zu testen (auch Su-34, Su-30, SPBE-D, KRASUHA-4, BTR-82A usw.). Hauptziel des Raketenbeschusses dürfte es aber gewesen sein, den anderen Konfliktbeteiligten mal ein paar "Werkzeuge" zu zeigen, um vor aus russischer Sicht unüberlegten Schritten (z.B. Flugverbotszone) abzuschrecken.

Festzustellen ist weiterhin, dass die Russen in punkto Außendarstellung viel von den Amerikanern gelernt haben:
Früher Geheimniskrämerei, heute fast Liveübertragung in HD. 

Grüße  :O/Y
Olaf S.
Si vis pacem, para bellum.

Kaschube_29

Moin Moin,

nun einmal zurück zum Unterseeboot ,,Novorossiysk" (,,Hoвороссийск"), das gegenwärtig in Sewastopol liegt, wie hier gemeldet wurde: 

Quelle ria.ru vom Donnerstag, den 08.Oktober 2015 (15.13):

Ehemalige Poroschenko-Werft in Sewastopol erhielt ersten Auftrag von der russischen Seekriegsflotte

Moskau, 8.Oktober – RIA Novosti. Die Filiale des ,,Schiffsinstandsetzungswerks «Zvezdochka»" (filial ,,TsS «Zvezdochka»" = filial ,,Tsentra sudoremonta «Zvezdochka»" [филиал ,,ЦС «Звездочка»" = филиал ,,Центрa судоремонта «Звездочка»"]) in Sewastopol, das auf der Basis des ,,Sewastopoler Marinewerks" (,,SMZ" = ,,Sevmorzavod" = ,,Sevastopol´skiy morskoy zavod" [,,CМЗ" = ,,Ceвморзавод" = ,,Ceвастопольский морской завод"])  formiert wurde, führt seinen ersten militärischen Auftrag auf, indem die Nachbearbeitung und das Anstreichen des Rumpfs vom neuen dieselelektrischen Unterseeboot ,,Novorossiysk" (,,Hoвороссийск") des Projekts 636.3 ,,Warschawjanka"  ausgeführt wird, teilte am Donnerstag der offizielle Vertreter der ,,Vereinigte Schiffbauholding" (OSK)  Roman Tschernigowzew (Poман Черниговцев) mit.

Früher gehörte ,,Sevmorzavod" dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko (Пётр Порошенко), aber nach dem Eingehen der Krim in den Bestand Rußlands wurde die Werft eine Filiale des ,,Schiffsinstandsetzungszentrums «Zvezdochka»" .

,,Heute, am 8.Oktober, machte das Unterseeboot «Novorossiysk» («Hoвороссийск») des Projekts 636,3 an der Pier der Filiale des Schiffsinstandsetzungszentrums «Zvezdochka» in der Stadt Sewastopol fest, die auf der Grundlage des «Sevmorzavod» tätig ist. Auf dem Unterseeboot wird die endgültige Nachbearbeitung und das Anstreichen des Rumpfes durchgeführt", sagte Tschernigowzew.

Er merkte ebenso an, dass alle Arbeiten bis Ende November 2015 abgeschlossen werden sollen. Das Anstreichen und die Nachbearbeitung des Rumpfs werden die Arbeiter vom ,,Sevmorzavod" gemeinsam mit Vertretern des Herstellerwerks ,,Admiralitätswerften"  durchführen, die mit mehr als vierzig Personen in den ersten Oktobertagen in Sewastopol eintrafen.

Die ,,Novorossiysk" (,,Hoвороссийск") ist das erste von sechs Dieselunterseebooten des modernisierten Projekts 636.3 ,,Varshavyanka", die für die Schwarzmeerflotte auf den ,,Admiralitätswerften" in der Stadt Sankt-Petersburg gebaut werden.

Die Unterseeboote des Projekts 636.3 ,,Warschawjanka" gehören zur dritten Generation, haben eine Wasserverdrängung von 3.950 t, eine Fahrt von 20 kn, eine Tauchtiefe von 300 m und eine Besatzung von 52 Personen. In der Bewaffnung befinden sich Torpedos im Kaliber 533 mm (sechs Rohre), Minen und der Schlag-Raketenkomplex ,,Kalibr" (,,Kaлибр"). Sie können ein Ziel auf Entfernungen entdecken, die jene um das 3 – 4-fache übersteigen, in der der Gegner es entdecken kann. Für ihre Gedecktheit erhielten die U-Boote dieses Projekts in der NATO die Bezeichnung ,,Schwarzes Loch" (,,Chernaya dyra" [,,Чёрная дыра"]).

Hier ist diese Meldung nachzulesen:  http://ria.ru/defense_safety/20151008/1298831368.html

Damit wird die ,,Novorossiysk" (,,Hoвороссийск") bis Ende November 2015 zur Erledigung von Garantiearbeiten in einer Werft liegen und nicht zu Einsätzen zur Verfügung stehen.
Noch in sowjetischer Zeit war die Werft ein Pfeiler der Werftkapazitäten im Schwarzen Meer, hat aber in den letzten Jahrzehnten im Bestand der Ukraine mehr und mehr an Bedeutung verloren.

Bis dann,

Kaschube_29 (Axel)
Immer eine Handbreit Wasser unter den Kiel (Bcегда семь футов под кильем)!

bodrog

Hallo Axel,

mal als Verständnisfrage: Hat Poroschenko die Werft oder seine Anteile daran verkauft oder wurde das enteignet? Ich habe dazu nämlich nichts gelesen....

Vielen Dank

bodrog

Trimmer

Hallo  bodrog - die Werft wurde " verstaatlicht " schon kurz nach der Krim-Annexion. Begründung : Werft sei marode und bedarf einer akuten Modernisierung. Soweit ich es damals in der Presse gelesen habe betraf diese Art der Verstaatlichung über 400 Betriebe weil diese " ihre Kunden und Lieferanten auf dem ukrainischen Festland  verloren haben " - also vom Bäcker bis hin zu Schiffswerften.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Impressum & Datenschutzerklärung