Vernichtung von Munitionsresten bei Kiel

Begonnen von p-kreuzer, 07 März 2012, 08:14:18

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p-kreuzer

Moin,
letztes Jahr war ich als Observer zum Schutz von Schweinswalen unmittelbar an den Sprengungen von einigen Minen beteiligt. Selbst aus 200m Entfernung betrachtet rummst es doch gewaltig und die Wasserfontänen sind ebenfalls beeindruckend. In diesem Jahr waren Wetterbedingt leider nur für kurze Zeit Sprengungen möglich, aber dann hat es ja doch noch geklappt...
Hier ein kurzer Artikel in den Kieler Nachrichten:
http://www.kn-online.de/Lokales/Kiel/Sieben-Seeminen-und-Torpedokoepfe-gesprengt

Bei Interesse kann ich ja noch ein paar weitere Informationen geben.

Beste Grüße aus Kiel
Jürgen

kalli

ZitatBei Interesse kann ich ja noch ein paar weitere Informationen geben.

Na klar, mich würden jedenfalls weitere Informationen interessieren. Zumal wir hier im Forum ja auch schon eine ganze Reihe von Beiträgen zur Giftgasproblematik haben.

p-kreuzer

Moin,
mit Gasmunition haben wir nach meinem Kentnisstand in dem betreffendem Bereich vor Heidkate nichts zu tun, aber die alleine hier vor der Küste versenkten über 10000(!) größeren Sprengkörper aller Art bis hin zu angeblich 2000Kg schweren Bomben reichen ja auch so schon. :|

Mein Fachwissen beschränkt sich eher auf alles was da so "kreucht und fleucht" und geschützt werden soll, zu einzelnen Munitionsarten o.ä. habe ich keine näheren Info`s. Aber man bekommt ja als direkt Beteiligter durchaus die Abläufe der Sprengungen mit, dazu folgende Auszüge aus einer Info-Rundmail an alle Beteiligten:

Gestern (27.2.2012)wurden 2 Minen gesprengt (einfacher und doppelter Blasenschleier (nicht geschlossen) im Vergleich). Die Bedingungen waren grenzwertig bis schlecht (4-5 Windstärken).

Verletzungszone für Schweinswale ohne Blasenschleier ist 3-4 km für schwere Verletzungen, mindestens die doppelte Distanz für Hörschäden. Mit BS reduziert sich das im Optimalfall auf 10 %.

Zum Verständnis der Arbeitsabläufe:
Pinger und Seal Scarer sind an.
1. Blasenschleier wird angestöpselt ("Oland" und blaues Schlauchboot) und angeschaltet
2. währenddessen wird eine Mine ins Zentrum des Blasenschleiers verholt (Aluboot)
Das dauert mindestens 1 h, wenn nicht 2 h
3. zwei Vergrämungssprengunge im Abstand von 10 min (jeweils mit vorheriger Sicherheitsabfrage über Funk; wenn zwei Sprengungen relativ schnell aufeinanderfolgen, wird evtl. auf die Vergrämungssprengungen verzichtet)
4. Aluboot "Barbara" verholt an gelbe Tonne.
5. Sicherheit wird bei Polizeiboot und Bundeswehrschiff "Stollergrund" abgefragt.
6. Sprengung

Weiterreichende Info`s noch unter folgender Link:
http://www.schleswig-holstein.de/IM/DE/InnereSicherheit/Munitionsaltlasten/ProjektMunMeer/munimeer_node.html

Gruß aus Kiel
Jürgen

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