Auftragsvergaben

Begonnen von ReiMar, 16 Juni 2012, 20:11:38

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ReiMar

Ahoi und einen schönen Tag auch !

Bin hier neu angspült und möchte auch gleich mit einer/einigen Fragen den Könnern und Wissern zu Leibe rücken, da ich
trotz Suche noch keine Antwort(en) gefunden habe.

In den fast allen Veröffentlichungen (Buch, WIKI, etc. ...) wird zu Schiffen fast bimmer die Kiellegung als "Baubeginn" ange-
geben, was ja so nicht stimmt.
Bevor mit den Kiellegungsarbeiten im "traditionellen", also nicht Sektionsbau o.ä. begonnen wird/wurde, waren ja nicht uner-
hebliche Vorarbeiten v.a. die Zubereitung/arbeitung der einzelnen Bauteile (Spanten, Bleche, etc.) nötig.
Und eine Werft wird mit diesen wohl kaum anfangen, bevor sie einen entsprechenden Auftrag erhalten hat (möglichst mit der
entsprechenden Zusage von Finanzmitteln).

Daher sollte als "Baubeign" eigentlich eher die Auftragsvergabe genannt werden (IMO).

Meine Frage(n) nun:
Kennt jemand die Daten der Auftragsvergaben für die Neubauten der Reichsmarine ?
(Insbesondere der K-Kreuzen sowie "Leipzig" und "Nürnberg")


Vielen Dank schon mal im voraus.

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Peter Strasser

Moi,
nicht zur eigentlichen Frage, aber zur Begriffsklärung:

"Baubeginn" ist nach Werftverständnis der Tag des Baubeginns. Also jener Tag, an dem die ersten Arbeiten in der Fertigung ausgeführt wird. Heutzutage ist das üblicherweise gleichbedeutend mit dem Brennstart.
Vor dem Baubeginn liegt die Konstruktionsphase, davor die Auftragsvergabe, davor die Angebotsphase. Zwischen Angebotsphase und Auftragsvergabe liegt je nach Auftraggeber auch noch die Definitionsphase.
Also wäre aus meiner Sicht "Baubeginn" = Auftragsvergabe falsch.

Gruß
Piet

Peter K.

WELCOME!  :MG:

LEIPZIG 25.10.1927
NÜRNBERG 16.06.1933
Grüße aus Österreich
Peter K.

www.forum-marinearchiv.de

ReiMar

@ Peter Strasser

Ich gebe zu, daß die "Gleichsetzung. Auftragsvergabe = Baubeginn" etwas arg vereinfacht ist.

Doch bei Militätschiffsbauten, insb. der Kaiserlichen, der Reichs- und später der Kriegsmarine waren die
Phasen Konstruktion und Definition eine "marineinterne" Angelegenheit und eine Angebotsphase mit dem Einholen
mehrerer, gar konkurrierender Wrftangebote war bei Reichs- und Kriegsmarine nicht vorhanden: je nach
vorhandenen Werftkapazitäten - später auch bei nicht mehr vorhandenen - wurden Aufträge von der
"Obrigkeit" erteilt.
Konstruktion und Definition erledigte die Konstruktionsabteilung der Marine weitestgehend selbst. Der Werft
"blieb" ev. noch die Ausarbeitung der unmittelbar am Baustandort genutzten Bauzeichnungen und Nach- bzw.
Durchkonstruktion im Detail.
Und da ein Datum für den Beginn solcher Arbeiten wahrscheinlich noch schwerer in Erfahrung zu bringen ist,
würde ich mit der Auftragsvergabe, als dem dem "Arbeitsbeginn" nächsten Zeitpunkt schon SEEHHHHHR zufrieden
sein.  :-D

@ Peter K.
DANKE !  top
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U 48

Moin,moin

Ja stimmt interessantes Thema ,habe grade so eine Akte Auftragsvergabe verkauft von der SMS Rheinland,da wird um jedes kleine Blech usw.. gerechnert,berechnert usw.
Preise festgelegt und Raumbedarf festgelegt.
Da sind so einige Sachen die zuerst anders Geplant waren wie sie dann Ausgeführt worden.
Solche Dokumente von KM Schiffen z.b den ersten U-Booten wäre sehr interessant für mich.
Ob man das jetzt aber im Datum anders Festlegen sollte da sind doch Jahrhunderte Erfahrungen im Schiffsbau der Meinung gewesen das die Kiellegung der wirkliche
Baubeginn ist das anderer ist die Auftragsvergabe was ja nicht immer auch zum Bau führt.
Siehe die ganzen VIIC/41 oder 42 Boote da ist auch schon Auftragsvergabe gewesen also nach deinen Ansichten sind die also Gebaut,aber die Aufträge ist noch vor Kiellegung storniert worden.

Gruß
U 48

ReiMar

@ U 48:
"Siehe die ganzen VIIC/41 oder 42 Boote da ist auch schon Auftragsvergabe gewesen also nach deinen Ansichten sind die also Gebaut,aber die Aufträge ist noch vor Kiellegung storniert worden."

Darum frag' ich ja auch nach Schiffen, die noch VOR Kriegsmarinezeiten gebaut und begonnen wurden.
Spätestens ab 1936 setzte ja eh' eine zunehmende Dissoziation von "Planungen" (wohl mehr Wunschdenken) und
realisierbarer Wirklichkeit ein.

Die Wirklichkeit sah doch so aus, daß sich alle drei Wehrmachtsteile (einschl. der Kriegsmarine) bei Göring als
"4-Jahres-Plan-Beauftragten" um jedes Kilo Kupfer, Blei, Messing, etc. zoffen mußten. Und um einen "ganz besonderen Bedarf"
nachzuweisen schraubte man die Zahl der "laufenden" Aufträge hoch, auch wenn die Werften keinerlei Kapazitäten mehr
hatten. Bei Göring legte man ja nur das Papier vor, auf dem der Bedarf stand.
(Alternativ versuchte natürlich jeder eine "ganz besondere Förderung" durch den Führer zu erhaischen.)

Mit Aufkommen von X-, Y- und Z-Plan schwand dann jeglicher Realitätsbezug sowohl bei der Marine als auch im besonderen bei
Adolf H.. Und um diesen in seinen Wunschdenkerein ja nicht zu sehr zu stören wurden alle möglichen (unrealisierbaren) Aufträge erteilt.


Hat wirklich keiner was zu den K-Kreuzern ???
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